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Der Israelit · 1928-06-28 · Heft 26 (28.6.1928) · page 7

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Journal
Der Israelit
Volume
69 (1928)
Issue
Heft 26 (28.6.1928)
Date
1928-06-28
Page
– (sequence 7)
Language
German
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Der 9 » ro ( I! l Nr. 26 Seite 7 28 Juni 1928 gehörender Gemeinden dar. Es sind etwa 50 Gemeinden, denen aus diese Weise die Selbständigkeit genommen wurde. Es wurde ferner die Frage der Rabbiner und eine Reihe anderer aktueller Punkte berührt. Der Bildungsminister Dobrutzki hörte die Beschwerden aufmerksam an und versprach genaue Prüfung und Abstellung der iliebei, was freilich nicht fo rasch von heute auf morgen geschehen könne. Rußland Der erste jüdische Sowjet in Mro-Lidschan. Moskau, 21. Juni. 160 jüdische Neusiedler in Biro-Bidfchan im Fernen Osten, die Plantagen angelegt haben, haben sich zu einer Dorsgemeinschast vereinigt. Die Wahlen zum Dorfsowjet werden am 25. Juni stattstnden. Die Behörden haben beschlossen, zwischen Chabarowsk und Michonskaja, wo die meisten.jüdischen Neusiedler konzentriert sind, einen regelmäßigen Post- und Telegraphenverkehr einzurichten, um die Verbindung der Siedler mit der Außenwelt zu erleichtern. — In Chabarowsk sind soeben 151 jüdische Siedler eingetrossen, die sich nach Jekaterina-Nikolsk begeben, wo sie Reis-Plantagen anlegen werden. Die Neusiedler wurden von Vertretern der Behörden warm begrüßt; es wurde ihnen jede Unterstützung in ihrem schweren Werk zugesagt. Die Grenzen von Biro-Bidschan werden erweitert. M o s k a u, 18. Juni. Wie aus Chabarowsk mitgeteilt wird, hat die zur Festsetzung der Grenzen von Biro-Bidschan eingesetzte Kommission ihre Arbeiten bendet und an die Regierungskommission für jüdische Landansiedlung „Komzet" Bericht erstattet. Die Kommission schlägt die Erweiterung des Gebietes von Biro-Bidschan als jüdischen Siedlungsrayon in der Richtung nach Norden über den Eisenbahnkörper hinweg vor. Das neu angeschlossene Gebiet besitzt viel Urwald und schiffbare Flüsse. Das Gesamtgebiet von Biro-Bidschan würde nach der Erweiterung 3895 Hektar groß fein. Der neue Rabbiner der Moskauer Jüdischen Gemeinde. Moskau, 17. Juni. Der frühere Rabbiner von Bogorodsk, Rabbi Klem e s, wurde von der Moskauer jüdischen Gemeinde zum Rabbiner an Stelle des verstorbenen Rabbiners Jacob Mase gewählt. Rumänien. Rumänische Urteite. B u k a r e st, 15. Juni. Das Bezirksgericht in Kilia (Rumänien) verurteilte mehrere jüdische Kaufleute, die am Sabbat ihre Läden geschlossen halten, zu hohen Geldstrafen und drohte ihnen im Wiederholungsfälle die Entziehung * der Gewerbescheine an. Das Gericht begründete das Urteil damit, daß eine Geschäftssperre gleichbedeutend mit Störung der öffentlichen Ordnung sei. Das Appellationsgericht in Jsmael bestätigte das erste richterliche Urteil. Das Bezirksgericht in Roman verurteilte den jüdischen Rekruten Jtzig Meier zu 5000 Lei Geldstrafe und zur Tragung des Schadens, weil er während der Zugsfahrt auf der Strecke Jassy-Roman, als er von antisemitischen Studenten angegriffen und blutig geschlagen wurde, die Notbremse > zog. Spanien. Organisierung der Sephardim in den Uebersee- Ländern. Belgrad, 12. Juni. Der Führer der internationalen sephardischen Bewegung, Oberrabbiner Sabetai Djaen aus Bitolj (Monastir) in Serbisch-Macedonien ist von seiner Propaganda-Reise in Süd-, Mittel- und Nordamerika zurückgekehrt und hat in Anwesenheit des spanischen Gesandten interessante Mitteilungen über den sephardischen Teil des jüdischen Volkes gemacht. Die sephardische Bewegung, sagte er, ist nur ein Bestandteil der allgemeinen zionistischen Bewegung und verfolgt den besonderen Zweck, die rückständigen Splitter der Sephardim, welche das spaniolische Idiom sprechen, kulturell zu heben. Als Delegierter und Bevollmächtigter des. i. I. 1925 begründeten Weltverbandes der Sephardim und mit Zustimmung des jugoslawischen Innenministeriums bereiste er Brasilien, Argentinien, Chile, Peru, Panama, Kuba und die Vereinigten Staaten von Nordamerika und organisierte überall das sephardische Element. (ITA.) England. Die Beratungen der Jewish Agencykommission. London, 20. Juni. Di-e Joint Palestine Suroey Commission, die sich aus Lord Melchett (Sir Alfred Mond), Felix M. Marburg, Dr. Lee, K. Frankel und Direktor Oscar Wassermann zusammensetzt, hat ihre in London stattgefundenen Beratungen, an denen auch Dr. Chaim Weizmann und Louis Marschall, die beide das Abkommen vom 17. Januar 1927 betreffend Erweiterung der Jewish Agency und die Einsetzung der Joint Palestine Survey Commission unterzeichnet haben, teilgenommen haben, beendet. Man erwartet, daß der offizielle Bericht über die Verhandlungen Ende dieser Woche zur Veröffentlichung gelangt. Am 19. Juni abends fand im Haufe von Dr. Weizmann ein Diner statt, dem der Staatssekretär für die Kolonien Amery, Lord Robert Cecil, Major Edward Sasoelles, Sir Herbert Samuel, Sir Wyndham Deedes. Philip Carr, Louis Marshall, Felix M. Marburg, Dr. Lee, K. Frankle, Nahum Sokoloo u. a. m. beiwohnten. Gleichfalls am 19. Juni gab Sir George Macdonogh zu Ehren von Louis Marshall ein Frühstück. Heute, den 20. Juni, war Louis Marfhall Gast des Unterstaatssekretärs für die Kolonien, Sir John Shuckburgh. Louis Marshall bleibt bis zum 29. Juni in England. An diesem Tage begibt er sich zu einem 14tägigen Aufenthalt nach Paris. Am 13. Juli tritt er an Bord des „Leviathan" von Cherbourg aus die Rückreise nach Newyork an. Herr Felix M. Marburg begab sich am 20. Juni nach Paris, wo er mit Baron Edmond de Rothschild, dem „Vater" der jüdischen Kolonisation in Palästina, zusammentreffen, ihn über die Beschlüsse der Joint Palestine Survey Commission informieren und sich seiner Mitarbeit zu vergewissern suchen wird. Von Paris reist Herr Marburg nach Hamburg zum Besuche seines Bruders, Herrn Max M. Marburg. In Hamburg wird er auch mit dem europäischen Direktor des Joint Distribution Committee, Herrn Dr. Bernhard Kahn, zufammentreffen. Am 29. Juni tritt Herr Felix M. Marburg an Bord des Dampfers „Deutschland" von Hamburg die Rückreise nach den Vereinigten Staaten an. Der neugewählte Board of Deputier London, 19. Juni. Der neugewählte Deputierten-Rat der englischen Juden (Jewish Board of Deputies) hielt feine erste Sitzung ab. Herr O. E. d'Avigdor Goldsmid wurde zum Präsidenten wiedergewählt.■ Eine lebhafte Debatte entspann sich über die Frage, ob der Einladung der englischen zionistischen Föderation, zwei Delegierte zu der am 8. Juli d. I. stattfindenden Jahreskonferenz der Föderation zu nominieren, stattzugeben sei. D'Avigdor Goldsmid teilte mit, daß das Exekutivkomitee des Board die Entsendung solcher Delegierten, die ja gemäß der Verfassung des Board nicht die Befugnis haben würden, an den Verhandlungen der Föderation aktiv teilzunehmen, nicht empfehlen könne. Von mehreren Deputierten wurde dem entgegen darauf hingewiesen, daß eine Vertretung 'des Board keinerlei finanzielle oder andere Verpflichtungen auferlege,, und da der Board nun doch beschlossen hat, an den Arbeiten der Jewish Agency teilzunehmen, gezieme es sich, bei der Konferenz der Zionisten vertreten zu sein, um sich mit der Position der Jewish Agency, über die berichtet werden wird, vertraut zu machen. Schließlich wurde der Antrag, zwei Delegierte zu der Konferenz zu entsenden, mit großer Mehrheit angenommen. D'Avigdor Goldsmid und Lord Rothschild, die als Delogierte nominiert wurden, lehnten die Uebernahme dieses Mandates a b, woraus beschlossen wurde, es den Ehrenbeamten zu überlassen, zwei Delegierte zu ernennen. Herr Lucien Wolf unterbreitete den Bericht des Joint Foreign Committee. Auf eine an die rumänische Regierung gerichtete Anfrage teilte der Außenminister Duda mit, daß die Anfang Mai aufgetauchten Gerüchte über eine bevorstehende Attacke gegen die Juden aus Erfindung beruhen. „Mehr als je", schrieb der Minister „sind unsere Beziehungen zu der jüdischen Bevölkerung befriedigend. Soeben erst, haben wir die Studentenverbindungen, die sich antijüdischer Propaganda in der Vergangenheit schuldig gemacht haben, aufgelöst. Es kam dann das dem türkischen Parlament unterbreitete Gesetz zur Sprache, wonach es Wohlfahrtsinstitutionen und anderen öffentlichen Körperschaften in der Türkei verboten sein soll, mit auswärtigen Institutionen Beziehungen zu unterhalten. Dies würde sich sehr nachteilig auf die jüdischen Institutionen der Türkei, die ihre Existenz ausländischer Unterstützung verdanken, auswirken, allein dies Gesetz sei nicht nur gegen die Juden gerichtet. Weitere Erhebungen sollen gepflogen werden. Es wurde beschlossen, ein Komitee zur Vorbereitung einer Feier des Joint Foreign Committee, welches im Jahre 1878 begründet worden ist und also auf eine 50jährige Arbeit zurückblickt, einzusetzen. Berufungsverhandlung im Prozeß Oskar Slater am 9. Iuü. London, 9. Juni. Vor dem Gericht in Edinburgh, wo Oskar Slater, ein aus Deutschland stammender Jude von 19 Jahren, auf Grund eines zum Teil lückenhaften zum Teil falschen Indizienbeweises zum Tode, später zu lebenslänglichem Zuchthaus verurteilt, dann nach 18j^ jähriger Gefängnishaft begnadigt wurde, fand die erste Verhandlung in der Revision, die von Oskar Slater betrieben wird, statt. Der Verteidiger Slaters, der bekannte englische Kronanwalt, Mr. A i t ch i s o n, stellte zu Beweis, daß die Aburteilung auf unbewiesene Verdächtigungen hin seinerzeit erfolgt war. Er sagte, er sei im Besitze von Informationen, daß die damalige Hyuptbelastungszeugin, das Dienstmädchen der ermordeten "Frau Gilchrist, noch lebe und sich verborgen halte. Der Verteidiger glaubt, daß Slater eine Entschädigung für die unschuldig verbüßte Hast erhalten werde. Das Berufungsgericht hat die materielle Berufungs- Verhandlung auf den 9. Juli festgesetzt und fast allen Forderungen der Verteidigung Slaters auf Herbeischaffung von Akten und Vernehmung neuer Zeugen stattgegeben. Amerika. Der amerikanisch-jüdische Kongreß eine ständige Institution. Newyork, 13. Juni. Im Hotel Pennsylvania zu Newyork fand gestern eine Beratung von führenden Persönlichkeiten des Amerikanisch-Jüdischen Kongresses statt, in der über Maßnahmen zur Vrehütung der Auflösung des Amerikanisch-Jüdischen Kongresses beraten worden ist. Alle dem Kongreß angeschlossenen Organisattonen waren vertreten. Es wurde der Meinung Ausdruck gegeben, daß der Kongreß, der sich der unterdrückten Juden in allen Ländern annimmt, als ständige Institution erhalten bleiben müsse. Eine aus 25 Personen bestehende Kommission wurde eingesetzt, die Programm und Ziele des amerikanisch-jüdischen Kongresses neu formulieren und eine Kongreßtagung für spätestens Dezember d. I. einberufen solle. Der Präsident des Kongresses, Dr. Stephen S. W i s e, hatte erklärt, daß er sein Amt niederlegen werde, wenn nicht Maßnahmen gettofsen werden, die eine weitere große Tätigkeit des Kongresses verbürgen. Im weiteren Verlauf seiner Rede wandte sich Dr. Stephen S. Wise gegen jene reichen Juden, die nach seiner Meinung eine diktatorische Herrschaft im jüdischen Leben ausüben wollen. Er kritisierte scharf die gegenwärtige Zusammensetzung der Jewish Agency-Kommission und sagte, die gegenwärtig in London stattfindende Konferenz sei eine Konferenz von Notabeln (Gedolim), die nicht das Judentum, sondern nur drei reiche Juden vertreten. Antisemitismus griechischer Hafenbehörden. Newyork, 12. Juni. Der Amerikanisch-Jüdische Kongreß hat bei dem Departement für auswärtige Angelegenheiten der amerikanischen Regierung Klage gegen die griechischen Behörden im Hafen von Piräus erhoben, die eine ganze Gesellschaft in Amerika wohnender Juden, die sich auf

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