Mannheim
Compact Memory

Der Israelit · 1928-06-21 · Heft 25 (21.6.1928) · page 12

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
69 (1928)
Issue
Heft 25 (21.6.1928)
Date
1928-06-21
Page
– (sequence 12)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
93% known words query
IRI
…/2446951-2450495-2450519--75079-2532583
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

6 entity mentions

Seite 12 Nr. 28 Der Israelit 21. Juni 1928 Hilflosen, die seiner Stütze bedürfen. Das Büchlein eignet sich auch recht gut als Lektüre für die Jugend. Der Reinertrag fließt dem Gumpertzschen Siechenhause zu, dem die Lebensarbeit des Autors gehört. Eine Siebzigerin. Am 24. Juni 1928 (rrssn rinn 'i) feiert Frau Dina Rosenberger geb. Rosenbaum, Frankfurt a. M., Staufenstraße 4, in geistiger und körperlicher Rüstigkeit ihren 70. Geburtstag. Frau Rosenberger, welche in Fürth geboren wurde, ist eine Enkelin des wegen seiner Frömmigkeit berühmt gewesenen Reb Mosche Osterberg. Ganz der Tradition ihrer Vater lebend, hat sie mit Bescheidenheit in ihrer Familie gewirkt. Möge es der Jubilarin vergönnt sein, im Kreise ihrer Kinder und Enkel einen heiteren Lebensabend zu verbringen. Noch einmal Vincenz Fettmilch. Wir schrieben schon, daß der JudenPunkt nicht die entscheidende Rolle in dem zur Zeit im Frankfurter Schauspielhause über die Bühne gehenden Adolf Stoltzeschen Drama Vincenz Fettmitch spielt. Allein die „ I u d e n pu n k t e " in Episoden, Einzelszenen und Dialogen reizen doch zu einigem Widerspruch. Im Wirtshause, wo die Bürger und Zünfte Bierbankpolitik treiben und weidlich auf die Obrigkeit schimpfen, klingt es immer und immer wieder durch: „die Judde fein an allem schuld". Die jüdische Delegation beim Rate unter Führung eines Rabbiners Seligmann im zweiten Akte ist eine Karrikatur übelster Art. Wer dafür die Verantwortung trägt, Autor, Regie oder Schauspieler, kann der Referent nicht sagen. Mit diesem Gehaben, Getue und Gemauschel zeigt man nur ein Zerrbild des Ghetto von damals, das von Männern, wei Jesaja Hurwitz, Juspho Hahn und Vorsteher Breitinger u. a. m. geführt war. Einige wohlwollende Töne, die zeigen, daß der greise Dichter die Vorurteile j e n e r und seiner Zeit nur wiederzugeben sich bemüht, ohne sie selber zu teilen, wollen wir nicht überhören. Ueber das ganze Stück ist zu sagen: Hübsche, plastisch durchgearbeitete Szenenbilder, aber kein dramatischer Aufbau, keine psychologische Vertiefung, die die Zusammenhänge hinter den Dingen zeigt. Vom Standpunkte des Historikers: unwahr und unmöglich! Vincenz Fettmilch hatte keine Spür von dem Volkshelden und Retter , des Mittelstandes, als welcher er hier sieht und fällt. Zuverlässige Geschichtsforschung weiß zu melden, daß Bürger und Zünfte frei aufatmeten, als sie den Mann, der unerhörten Terror gegen sie ausübte, los wurden, ja, daß sie sogar bei seiner Festnahme mithalfen. Es ist wohl wahr, daß er zu Beginn seiner aufwieglerischen Tätigkeit aus der Not des Mittelstands den moralischen Halt für seine Verbrechen zu gewinnen suchte und sich dann auch des Pöbels als Instrumentes gern bediente. Cr hätte somit n a t i o n a l s o z i a l i st i s ch e r Führer von heute sein können. Hier in der Stoltzeschen Dichtung, die weitab von der Wahrheit liegt, steht er wie ein Andreas Hofer da: „Kein Engel ist so rein ..." konservativ-jüdischer Jugendverein. Am 6. Juni 1928 fand die Generalversammlung des konservativen jüdischen Jugendvereins unter zahlreicher Beteilignug statt. Der Vorsitzende des geschäftsführenden Ausschusses erstattete zunächst den Bericht über die bisherige Tätigkeit und legte dann der Generalversammlung die entworfenen Statuten vor. Dieselben wurden nach einer angeregten Diskussion einstimmig von der Generalversammlung angenommen. Nach dieser Satzung bezweckt der Konservativ-jüdische Jugendverein, die Vereinigung jüdischer junger Menschen, die das jüdische Religionsgesetz für die jüdische Gesamtheit als verbindlich ansehen, um ihnen Kenntnisse auf allen jüdischen Wissensgebieten zu vermitteln, einen sozialen Ausgleich zwischen der jüdischen Jugend herbeizuführen und ihr Gelegenheit zur Pflege jüdischer Geselligkeit zu geben. Nachdem die Statuten in eingehender Erörterung durchberaten waren, wurde der Vorstand gewählt,' und zwar zum Vorsitzenden Rechtsanwalt Josef Klibansky. Der Vorsitzende entwickelte sodann den Tätigkeitsplan für das Sommersemester. Vorläufig sollen folgende drei Arbeitsgemeinschaften stattsinden: 1. „Die Geschichte der Juden im 19. und 20. Jahrhundert". Leiter: Rechtsanwalt Dr. Frank. 2. „Jüdische Weltanschauung". Leiter: Dr. med. Ernst Freimarm. 3. „Die Probleme des Tages". Leiter: Rechtsanwalt Josef Klibansky. Der Vorsitzende schloß fast gegen Mitternacht die Versammlung. Gesellschaft für jüdische Volksbildung E. V. Der schon seit längerer Zeit von unserer Gesellschaft rn Aussicht genommene Vortrag über den neuen jüdischen Friedhof findet nunmehr am Montag den 25. Juni 8.30 Uhr in der Frankfurt-Loge, Eschersheimerldstr. 29 statt. Herr Stadtrat May und Herr Reg.-Baum., Nathan werden über: „Denkstein oder Prunkgrab sprechen. jj;: .;•» ' .< Frankfurter Künstler auswärts. Man schreibt uns: Sergei Klibansky, ein früherer Schüler der Samson Raphael Hirsch- Schule, gehört heute zu den bekanntesten Gesangslehrern in Newyork. Klibansky wurde eingeladen, in Columbus (Ohio) eine Meisterklasse zu leiten, ebenso wie bisher schon in Chicago, Seattles Memp h i s, B o st o n, S t. Louis usw. Diesen Sommer wird er nach Europa kommen und in Berlin eine Sommerklasse leiten. Verschiedene seiner amerikanischen Schüler werden ihn begleiten. Im vergangenen Sommer hatte er eine Gesangsklasse in Sils Maria (Engadin), wo u. a. auch Frau Otto Klemperer, die Gattin des Generalmusikdirektors Klemperer, .bei ihm studierte. , Ans Flörsheim a. Üt. '" ' Eine große Ehrung wurde am vergangenen Sonntag unserem Gemeindeältesten und langjährigem ehrenamtlichen Chasan, Herrn Josef Altmaier, seitens des hiesigen Gesangverein Sängerbund von 1847, dem Herr Altmaier nunmehr 50 Jahre angehört, erwiesen. Er wurde von einem großen Fackelzug unter Vorantritt einer Musikkapelle und weißgekleideten Kindern mit seiner Gattin im Auto von seiner Wohnung abgeholt und ins Sängerheim gefahren, wo ihm große Ehrungen und sinnreiche Geschenke überreicht wurden. Fast unser ganzes Städtchen nahm an der Feier teil und bewies so das schöne Zusammenleben aller Konfessionen in unserem, von Antisemitismus freien, Städtchen. Vereinskalender. Verein Dekor Ehajlm. Sonntag morgens nach Schul (ebenso Mittwoch) im Hörsaale Friedberger Anlage airr "w Herr Redakteur S. Schachnowitz. — 874 Uhr vorm (ebenso Samstag eine Stunde vor 9 lacht) imDereinslokale. Gemoro, Herr Joachim Sofer. — &U Uhr vorm, (ebenso Dienstag nachmittag eine Stunde vor Mincho), Gemoro, Herr R. A. G. Posen. Montag morgen nach Schul (ebenso Donnerstag) im Hörsaale, Mischna, Mitgliederlernen. — Abends 7 Uhr (ebenso Mittwoch) im Vereinslokale, Ge moro, Herr Robb. Dr. Josef Breuer. — Abends 8V4 Uhr (ebenso Donnerstag) im Vereinslokale, Gemoro, Herr Dr. E. Posen. Dienstag morgen nach Schul (ebenso Freitag) im Hörsaale, Mischna, Herr Dr. E. Posen. Von Sonntag bis Donnerstag einfchl., abends 83/4 Uhr im Vereinslokale v"V-Lernen, Herr Herz Halpern. 712V, 1 Stunde vor Nacht. Herr Jos. Carlebach. Jahrzeits-Stistun gen: Freitag, 29. Juni. Ludwig Bender Stiftung. Agudas Jlsroel-Jngendgruppe. 712V, 77q Uhr, Tfillas Schacharis. — 8'40—U1/« Herr Dr. I. Posen,- Gemorob Kidduschin, Am Tiergarten 42, — 3lill—3U12, Herr Louis Kahn, Kizzur Schulchan Oruch. — 3/4ll—342, Herr Lippmann Kurzweil, Gemoro Bowo Kamo. - 6—'7l/s, Herr Gerson Schnerb, Kizzur Schul chan Ornch. — 12—1, Herr Herz Halpern, Das Jaumi. — 1/28—1/*4, Herr Dr. W Hosmarm, Gemsro Bowo Kamo. — 8-41/2. Herr Leo Schnerb. Gemoro Bezoh. — 4, Tfillas Mincho. — 4*/* —51/2, Herr R.-A. M. Katz, Sidrab mit Raschi. 712V von 3—4 Uhr. Montag und Dienstag von 1/29—IO Uhr Schiur des Herrn Emanuel Wolf. Minjan am 712V morgens pünktlich um 71/4 Uhr. Von Montag bis Freilag morgen im Sitzungszimmer der Jsr. Religionsgesellschaft, Gemoro. Herr Dr. Ehrmann. Agudas Jisroel-Madchengruppe. Sonntag, 7—8 abds., Herr Dr. A. Merzbach, Jesajah Montag, 9—10, Herr S. Unna, Newiim, Uhlandstr. 68 Dienstag, 9—10, Herr Dr. S. Weger, Trei Ofor Zobelftratze 5. Mittwoch, 8-9, Herr Lehrer A. Hirschverg,!Dinim. Samstag, 3/4ll—s/42, Herr Julius Lewin» Das Buch Samuel, — 4—5, Herr Lehrer A. Hirschberg. Taüroh. :: 1 Llwjalh Chen-Verein. Samstag Nachm. 5V2 Uhr, „Von Korach zu Samuel". Herr S: Schachnowitz. V"V 7112N« Veshamidrafch, Ostendstraße 1$. 7120». Herr Rabb. S. Weber. Von Sonntag-Donnerstag. abends 73/4-i/2 10. Jüdischer Turnerbund. Turnzeiten.- Herren: Sonntag. 8—12 Uhr, Gymnastik und Sport, Riederwaldwiese. Leitung: Sportlehrer Friede! Eisenhuth. Donnerstag, 8i/2—10 Uhr, Gymnastik und Turnen. Annaschule. Leitung: Turnu: Sportlehrer Friede! Eisenhuth. ' Alte Herren: Donnerstag, 8'/2"-i0 Uhr. Turnen und Gymnastik, Annaschule. Leitung: Turnu. ' Sportlehrer Fr. Eisenhuth. Jugend: Sonntag, 8^-12 Hör, Gymnastik und K Sport. Riederwaldwiese. Leitung: Sportlehrer . Fr. Eisenhuth. Hamen: Mittwoch, 31/2—10 Uhr, Turnen und Gymnastik. Annaschschule. Rechneigrabenstraße l Leitung: Fräulein Trusheim. . Frauen: Mittwoch, 73/4—9 Uhr. Sondergymnastikkurs,. Realschule Tiergarten 8. Leitung: Frl. M. Acker. . Knaben: Dienstag. 6—8 Uhr. Turnen und Spielen, Annaschule. Leitung;: Ferd. Fleck. i"\', ”:' Mädchen : Mittwoch, 4Va-7 Uhr Gymnastik und Turnen Abtlg. I (bis 10 Jahre). 41/*—5T/a Uhr Abtlg. n (über 10 Jahre). 5y2—7 Uhr, Annaschule. Leitung: Ferd. Fleck. Sonntag, den 24. Juni. Taunuswanderung. Hofheim-Fischbachtal-Königstein. Treffpunkt: Hauptportal Hauptbahnhof um 7?8 Uhr. üstlüdischer Jugendbund. Vorläufiges Arbeitsprogramm: 712V von 10—11.30 Uhr vorm.: "i^7i „ „ von 3 30—4.30 Uhr nachm. OST ttPölfi „ von 8—9 Uhr nachm.: Vortrag. Sonntag von 6—7 Uhr nachm.: Hebräischer Sprachkurs. . Es ist Gelegenheit geboten am Schäbbos morgens um 7,15 in der Rechnelgrabenstratze 12,. zu beten. Die .Kurse finden in unserem Deremslokal'Fischerfeldstraße 9, 1. St. statt. * ‘ - Esraturnen. 'Unsere Turnabende finden unter der bewährten Leitung des Herrn Turnlehrers Friede regelmäßig wieder statt. Turnsaal der Samson Raphael Hirsch-Schule. Anmeldungen und Auskünfte Eli Ph. Posen, Fichtestratze 8 I., sowie aus dem Turnboden.. Gebetzette«. mp 712V Freitag Abend 7.45 Samstag NQ2VN 6.30 Samstagmorgen 7.45 Samstagnachmittag 1 und 5.— Samstagabend 9 40 lvochengottesdienst: Morgens 6.15 Nachmittags 7.15 Tefilin-tegen am Morgen 2.30 Familiennachrichken. Silberne Hochzeit: Herr Aron Stern und Frau Rickchen geb. Plaut, Schlitz i. Obetheffen. ,7^2 npn 's» Briefkasten. 921* S ch. Ihre außerordentlich bemerkenswerten Ausführungen hat der Adressat zuständigkeitshalber der Leitung der deutschen Landesorganisation der Agudas Jtsroel in Hamburg weitergegeben. Dr. Gr. in W. Es ist reichlich spät, doch kann es unter Umständen noch geschehen. L. Fr. Der 21. November 1858 entspricht dem 14. Marcheschwan 5619. S. G. Straßburg. FrS. 25.— für Abonnement eingegangen. Qualitäts- Zigarren Moritz Wolf Zell 49 Telefon Römer 903 Neu eröffnet wurde das Cafe Hauptmarke, Grufvnstraße 1, zwischen Großmarkthalle und Ostbahnhof. Das Schulmeyers che Cafe kann in jeder Beziehung als erstklassig gelten. A nnoncen-Büro Julius Schmidt Frankfurt a. M-, Lang es tr. 7 Telefon Hansa 4641 Postscheck-Konto Frankfurt am Main 142353 Einzige Inseraten -Annahme für Frankfurter Geschäffsinserafe des „ISRAELIT“ Ausserdem Annahme von Inseraten'für sämtliche hiesige und auswärtige Tageszeitungen, Wochenu. Fachblätter zu Originalpreisen

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.