Mannheim
Compact Memory

Der Israelit · 1928-06-21 · Heft 25 (21.6.1928) · page 5

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
69 (1928)
Issue
Heft 25 (21.6.1928)
Date
1928-06-21
Page
– (sequence 5)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
94% known words query
IRI
…/2446951-2450495-2450519--75072-2532576
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Sir. 25 Seite 5 21. Juni 1928 Der Israelit mit. dm Ausführungen desT1T.T Vm, des ton p'V.nnna, in dessen mx r\"W' Nr. 307 deckt. Dortselbst beschwört der pw D"Tna ton eine hervorragende Autorität, die aber bedauerlicherweise die 8tatu8 guo-Rlchtung > in, Schütz , nahm, mit geradezu rührenden.'Warten, diesen Standpunkt aufzugeben,' und im Gegenteile -> die Anhänger dieser Richtung-, für die Anerkennung der Richtigkeit des orthodoxen Pr-nzips zu gewinnen: 'tom ama *psn dt to? mayri xto on£ KTp’b ib ,vm ampn np'Tw n'pswan T»a iav xnpo'iPKDEm osnr.ax p ,7">a nas T^x.mxa iyt ab lap xb *j’Ki 'ö’TiaVa m ixa xb n n pba iax ma ms 'Tis'lp nxa snTsai 'in nan xnaa mal bnn inaxi 'ns: "ni VS2N n:ao^ rp p *yun nno^ prri -pna nma^ u?w. usw. Wir heben dies hervor, weil eine Stimme laut wurde, die diese unsere Aufforderung für zu loyal betrachtete. Wir können uns aber voll und ganz damit beruhigen, daß unser Auftreten im Sinne jener naivn des anerkanntesten Vm mnn seiner Zeit gewesen war. . (Fortsetzung folgt.) Korrespondenzen « ßacbricbten. Deutsches Reich. Vsn der Jüdische» Sonderscha« der PreM- - •-••••• Köln, 14. Juni. Die Leitung der „Jsop" sendet uns die nachfolgende Erklärung als Erwiderung auf die Kritik des Herrn Dr. Caspari im „Hamburger Familienblatt" vom 30. o. M. Sie bittet uns um Veröffentlichung, nachdem das „Hamburger Israelitische Familienblatt" es abgelehnt hat, die Erklärung ungekürzt abzudrucken. „Im „Israelitischen Farnilisnblatt" vom 31. Mai d. I. erschien ein von Herrn Dr. Caspari erstatteter kritischer Bericht über die „Jsop". Zu diesem Bericht möchte der geschäftsführende und der Arbeitsausschuß Folgendes bemerken: Herr Dr. Caspari rügt mit Recht eine Reihe von Druckfehlern, Anordnungsmängeln usw., die er unmittelbar nach Eröffnung der „Jsop" festgestellt hat und für wichtig genug hält, sie den Lesern des „Israelitischen -Familienblattes" im einzelnen aufzuzählen. Auch uns war das Meiste hiervon bereits aufgefallen und wurde berichtigt, bevor noch Herr Dr. Caspari sein Druckfehlerverzeichnis der „Jsop" veröffentlichte. Unwahr ist seine Behauptung, daß die jüdische Beschriftung von Nichtjuden vorgenommen wurde. Sie ist von einem Thoraschreiber vorgezeichnet und unter Aufsicht des Delegierten der Berliner jiddischen Sektion ausgeführt worden, aber auch einem Sachkenner kann ein oder der ändere lapfus calami unterlaufen, der im Trubel der Eröffnungsvorbereitungen der.mit tausend Dingen beschäftigten Leitung der „Jsop" entgangen ist. Nur Voreingenommenheit kann daraufhin behaupten: „Der Begriff des Korrekturlesens aber scheint in Köln unbekannt zu sein..." Neben der eben gekennzeichneten Aufbauschung tatsächlich vorhanden gewesener Mängel, die Herr Dr. Caspari der Ausstellungsleitung unmittelbar mitzuteilen im Interesse der ‘ Sache besser getan hätte, als sie an die große Glocke zu hängen, enthält aber sein Aussatz ernster zu nehmende Unrichtigkeiten, die daran zweifeln lassen, daß Herr Dr. Caspari jene Unbefangenheit gegenüber der Sache besitzt, die die Voraussetzung einer gerechten Kritik ist. Herr Dr. Caspari schreibt, daß er „sehr wohl von bedauerlichen Kabalen" weiß, die beim Zustandekommen gewisser Anordnungen-eine Rolle gespielt haben. Die Leitung der „Jsop" ist in selbstloser und aufopfernder Arbeit bei all ihren Entscheidungen nur von sachlichen Erwägungen beeinflußt worden. Als Außenstehender derartig schwere Angriffe ohne genaue Prüfung der Tatsachen in einem vielgelesenen Blatte zu äußern, zeigt Mangel an Verantwortungsgefühl gegenüber dem Leser und der Allgemeinheit. Wenn ferner Herr Dr. Aaspari von einem Berliner Komitee redet, dessen ^wohlmeinende Ratschläge von uns mißachte! worden'wären, so zeugt auch dieses durchaus von mangelnder Sachkenntnis. Was unter dem Berliner Komitee von Herrn Dr. Caspari verstanden wird, ist uns Nicht ganz klar. In Berlin bestand ein Arbeitsausschuß, an dessen Spitze Herr Legationsrat Professor Dr. Sobernheüm stand, ferner ein Generalsekretariat und drei Sektionen, die in unserem Aufträge und auf unsere Kosten autonom das hebräische, jiddische und judaistische Material sammelten und sichteten. Für sachliche Ratschläge dieser Stellen, die uns allerdings nur außerordentlich spärlich zugegangen sind, sind wir stets zugänglich gewesen. Freilich ist es auch uns im Laufe mühseliger Arbeit klar geworden, daß es vielleicht klüger gewesen wäre, das Büro dieser Arbeiten nach Köln zu verlegen. Mängel hat die „Jsop", wie die Press« und jedes Menschenwerk, und wir selbst sind uns dieser Mängel, die zum größten Teil unvermeidbar waren, am besten, bewußt, glauben aber, daß das Gute und Wertvolle, das hier geschaffen wurde, etwa vorhandene Fehler weitaus überwiegt. Besserwisser, die überzeugt sind, daß sie selbst alles viel zweckmäßiger hätten machen können, finden sich überall. Die allgemeine Anerkennung, die unsere Ausstellung in der Presse und bei den außerordentlich zahlreichen jüdischen und nichtjüdischen Besuchern findet, mag all denen, die uns ideell und materiell unterstützt - haben, zeigen, daß wir das von uns angestrebte Ziel einer würdigen Darstellung des jüdischen Schrifttums und der jüdischen Presse erreicht haben. Wenn Herr Dr. Caspari behauptet, daß die Ausstellung in der Anlage verfehlt und dadurch eine nie wiederkehrende Gelegenheit verpaßt worden ist, so müßte er für ein so schwerwiegendes Urteil statt leerer Behauptungen ernstere Gründe anführen, als in feinem Aufsätze enthalten sind." Der älteste jüdische Friedhof zu Köln. Köln, 18. Juni. Die Kölner Judenheit ist um eine ehrwürdige Erinnerungsstätte ihrer ältesten Geschichte bereichert. Eine an der südlichen Peripherie der Stadt am Bonner Tor gelegene Gegend, im Volksmunde „zum toten Juden" benannt, gab seither nur dem Namen nach der Nachwelt die Kunde, daß sich hier das älteste obw der deutschen Judenheit befand, auf den von den Römerzeiten bis zum Jahre 1695, also auch nach der 1424 erfolgten Ausweisung der Kölner Juden die Ueberreste unserer Glaubenshelden gebettet wurden. Erst, als vor mehreren Jahren bei Schachtungsarbeiten, die der Eisenbahnfiskus zur Erweiterung des Güterbahnhofs vornahm, die /iiass? zutage traten, . da wandte sich die jüdische Oeffentlichkeit erneut diesen! iSpuren ihrer ältesten Vergangenheit zu. Den angestrengten Bemühungen beider Synagogengemeinden, denen der Kardinal, Erzbischof Dr. Schulte, tatkräftigste Hilfe angedeihen ließ, gelang es schließlich, ein bestimmtes Gelände in dieser Gegend zu erwerben, auf dem die gesammelten nmxs; beigesetzt wurden. Der Friedhof in seiner heutigen Form ist ausgesührt von dem Architekten B. D. A. Robert Stern, dem bekannten Schöpfer der Ehrenfelder Synagoge und des Pavillons der „Jsop" (Jüdische Sonderschau der Pressa.) Das ganze Gelände wird durch eine feste Mauer mit einem in altrömischem Stil ausgeführten Tor abgeschlossen. Zu beiden Seiten des Tores nach innen sind in die Mauer die hier aufgefundenen alten Grabsteinreste eingelassen. Ueber jöer Rasenfläche des Geländes erhebt sich ein schlichtes Tempelchen, in dem am vergangenen Mittwoch vor einem kleinen, von Vertretern beider Gemeinden gebildeten Kreis die Einweihungsfeier stattfand. Nach einem von Oberkantor Cohn oorgetragenen Mismaur übergab Architekt Stern die Stätte mit Dankesworten für alle, die sich darum bemüht hatten, ihrer Bestimmung. Hierauf nahm Herr Blumenau, der erste Vorsteher der Synagogengemeinde, im Namen beider Gemeinden den Friedhof in die gemeinsame Verwaltung. Die Ausführungen des Gemeinderabbiners Dr. Kober gipfelten in der Beantwortung der Frage: Was ist uns der jüdische Friedhof, was ist uns die älteste Kölner jüdische Grabstätte? Ihm schloß sich Justizrat Dr. Bodenheimer, der Vorsitzende des Arbeitsausschusses, mit einem Hinweis auf die Bedeutsamkeit der Ausgrabung altjüdischer Denkmäler an, worauf dann Herr Soff«, der Kantor der Adaß Ieschurun, einen stimmungsvollen Mismaur zum Vortrag brachte. Die Schlußansprache hielt Gemeinderabbiner Dr. Rosenthal. Um die jüdische Volksschule. München, 15. Juni. In der gemeinsamen Sitzung, die der Vorstand der Kultusgemeinde mit der Gemeindevertretung am 6. Juni abhielt, gedachte der Vorsitzende zunächst in warmen Worten des Heimganges des Oberlehrers D r n g f e l d e r, der weit über den Kreis Münchens hinaus als Führer der Standesbewegung der Lehrer sich große Verdienste erworben hat. — Dem Landheim in Wolfratsh a u s e n wurden Mk. 20.000, teils in bar durch die Gemeinde, teils in Form.einer Bürgschaft beim Gemeindeverband als Darlehen zur Errichtung eines Speifefaals und einer Liegehalle gewährt. Ganz im Gegensatz zu dieser bereitwilligen Förderung gemeinnütziger Institutionen stieß der Antrag des Ohel Jakob auf Gewährung eines Darlehens von Mk. 25.000 zur Erstellung der dringend notwendigen neuen Räumlichkeiten für die' Jüdische Volksschule auf den erbitterten Widerstand der liberalen Mehrheit der Gemeindevertretung. Das Darlehen wurde mit 11 gegen 7 Stimmen abgelehnt, obgleich sich nicht nur. die Vertreter des Ohel Jakob, sondern auch die zwei einflußreichsten Herren des Vorstandes mit Wärme dafür einsetzten. Die Auseinandersetzung zeigte, daß die liberale Mehrheit ihr im allgemeinen „duldsames" Verhalten gegenüber der Orthodoxie noch immer als den Ausfluß einer besonderen Großmut betrachtet und irgendwelche Verpflichtungen zur Erhaltung derjenigen Institutionen, die für die gesetzestreuen Juden Lebensbedürfnis sind, nicht anerkennt. Die jüdische Volksschule, die vom Ohel Jakob als Privatunternehmer! gegründet worden ist, zählt heute 110 Kinder, von denen nur ein Sechstel dem Kreise des Ohel Jakob selber angehören — sie hat also den Beweis ihrer Existenzberechtigung für die Gesamtgemeinde in denkbar unzweideutigster Weise erbracht. Wenn die Liberalen mitten in dem von Konfessionalismus beherrschten bayerischen Schulsystem um ihrer verstiegenen Emanzipationsideale willen den jüdischen Kindern keine gediegene religiöse Bildung und keine vernunftgemäße Pflege ihres jüdischen Selbstgefühls gönnen wollen, so beweisen sie damit nur ihre Unfähigkeit, den Geist der Zeit zu verstehen. Es ist nicht daran zu zweifeln, daß die liberale Mehrheit, die sich heute dem berechtigten Verlangen der Orthodoxie widersetzt, in sehr kurzer Zeit nachgeben oder in eine Minderheit verwandelt werden wird. Die Hamburger Bürgerschaft weist einen Antrag gegen die Schechita zurück. Hamburg, 18. Juni. In der Hamburger Bürgerschaft beantragten die Nationalsozialisten, den Senat zu ersuchen, darauf hinzuwirken, daß die Schlachttiere vor der Tötung betäubt werden. Der Antrag wurde abgelehnt. Allgemeiner DeutscherKantoren-Berband E V. Leipzig, 18. Juni. Der leitende Ausschuß des Allgemeinen deutschen Kantorenverbandes hielt am 28. Mai in der Loge zu Leipzig seine diesjährige Tagung ab. Die dortige Die Markender Ta psjermübder Sdroko!adenfabrik

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.