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Der Israelit · 1928-06-14 · Heft 24 (14.6.1928) · page 20

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Journal
Der Israelit
Volume
69 (1928)
Issue
Heft 24 (14.6.1928)
Date
1928-06-14
Page
– (sequence 20)
Language
German
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Veite 2 Nr. 13 D e r Israelit Blätter 14. Juni 1828 Landesorganisation der Agudas iisroel in Deutschland Postscheckkonto : Landesorganisation der Agudas Jisroel in Deutschland, Hamburg Nr. 50204 Bankkonto : Norddeutsche, Bank in Hamburg Abteil. Grindelberg für Oberrabb. Dr. 8- Spitzer Briefadresse: Oberr. Dr. S. Spitzer, Hamburg 13 Grindelhof 46. schen in Deutschland ist zu klein, als daß man sich den Luxus von vier agudistischen Organisationen leisten kann. Durch die Zusammenfassung sparen wir Kräfte, erhöhen aber unsere Stoßkraft und verschaffen den Ortsgruppen Arbeitsmöglichkeiten. I. S. Me soll das werden? i. - Zu dem unter obiger Spitzmarke in der letzten „Blätter"nummer erschienenen Artikel sind, außer dem vorstehend abgedruckten Artikel bei der Schriftleitung zwei weitere Zuschriften eingegangen. Die eine, der Feder eines namhaften, mitteldeutschen Agudisten entstammend, führt das verhältnismäßig geringe Interesse deutscher Kreise an der Agudas Jisroel darauf zurück, daß die Agudas Jisroel in den letzten Jahren in Deuschland beträchtliche Gelder aufgebracht und dem Ausland, nach Meinung des Briefschreibers fast restlos, zugeführf habe. Die Situation in Deutschland verlange jedoch, daß die deutschen Agudisten vor allem der jüdischen Not in Deutschland ihre Aufmerksamkeit und auch ihr materielles Interesse zuwenden: der geistigen Not auf dem Lande, dem Aussterben der Kleingemeinden und so weiter. Die zweite Zuschrift ging uns von einem bekannten, ostdeutschen Agudisten zu, der noch vor Kattowitz für den Gedanken des Zusammenschlusses aller Jereim in Ost und West in Wort und Schrift gewirkt. Der Brieffchreiber glaubt mit tiefer Resignation feststellen zu müssen, daß die deutsche Agudas Jisroel das Prinzip des Austritts übernommen und darum Schiffbruch gelitten habe. „Solange die Agudo eine Partei bildet, wird sie mit Parteimitteln kämpfen müssen und solange wird sie es sich gefallen lassen müssen, daß sich alle diejenigen von ihr zurückziehen, welche nicht wünschen, daß Thoratreue zur Parteimaxime herabgewürdigt wird. Und es sind vielleicht nicht die schlechtesten Thoratreuen, welche so denken. Die Folge davon habe ich ja skizziert: es gewinnt in der Aguda ein gewisser Kreis von Thoratreuen die Oberhand, denen thoratreues Leben und thoratreue Gesinnung identisch ist mit agudistischer Parteieinstellung, während meine Freunde und ich immer geglaubt haben, daß thorätreue Gesinnung und thoratreues Leben an sich bereits Verwirklichung des agudistischen Gedankens bedeuten, unabhängig von der Parteizugehörigkeit. Für mich gehört zu einer Agudas Jisroel eo ipso jeder Jehudi, dessen Leben aufdemBoden des überlieferten Judentums steht, und der mit uns wünscht, daß alle Gesamtausgaben nur im Geiste der min ge - l ö st werde n." Der Briefschreiber fragt dann: „Wie es anders werden kann? A. I. wird lange arbeiten müssen, um sich die Sympathien aller Thoratreuen zu erwerben und ihren Kreis zu vergrößern. 1. A. I. mag zunächst ihre Anhänger und Mitglieder zu einer andern Gesinnung erziehen, damit auch jene Kreise herangezogen werden, welche der A. I. noch fern stehen, und glauben, in ihr keinen Platz zu haben. 2. A. I. muß versuchen, den Gegner zu verstehen und sich nicht einfach von ihm abwenden, und ihr in der gleichen Weise beschimpfen.und verunglimpfen, wie dieser dies mit uns zu tun gewohnt ist. 3. A. I. muß sich in chren Methoden ausschließlich vom Geist der göttlichen Gesetzgebung leiten lassen und nicht von Parteirücksichten. 4. A. I. muß überall dort Mitarbeiten, wo es sich um die Lö sung der jüdischen Gesämtheitsäufgaben handelt, aber nicht immer allein für sich, d. h. „den anderen entgegen", sondern „mitten andern", unter Wahrung ihter religiösen Interessen . . . Ich habe noch immer die Hoffnung nicht aufgegeben, daß auch die Minderheit der Thoratreuen, welche in der A. I. organisiert sind, dies eines Tages einsehen werden, und dann wird sich nach und nach der Gedanke Bahn brechen, daß A. I. allein die Bewegung ist, welcher jeder thoratreue Jude angehören muß. Dann wird frisches Leben in die Agudah kommen, dann wird Agudas Jisroel keine Partei mehr sein!" H. Es seien einige Bemerkungen gestattet! a) I. S. fordert in seinem Aufsatz 1. ein praktisches Arbeitsprogramm; 2. Stellung der Gesamtleitung der deutschen Aguda zu den großen Problemen der deutschen Judenheit; 3. Eine „organisatorische Reorganisation". Ein praktisches Arbeitsprogramm"-Stellungnahme zu den „großen Problemen" — „organisatorische Reorganisation" — mit Verlaub, Herr I. S.! Sie sind ein Gegner von Psukim — und ich bin ein Gegner von Schlagworten und von technischen Unmöglichkeiten. Legen Sie in diesen Blättern ein klipp und klares Arbeitsprogramm vor — und stellen es zur Diskussion, mit der Forderung danach, ists nicht getan. Die,, großen Probleme", sagen Sie, welche Sie meinen und verlangen Sie die Stellungnahme des Gesamtlandesvorstandes zu diesen. Und was die Zusammenfassung der Kräfte anbetrifft? Was läge näher als die Zusammenlegung der Orts- und Jugendgruppen, die G. G. seit Jahren fordert und die Sie, und viele mit Ihnen, seit Jahren bekämpfen, weil intensive Arbeit für die Jugend nur von einem bestimmten Kreis für Jugendarbeit besonders Geeigneter geleistet werden kann. Und ein Gleiches gilt für die Keren Hatorah-Arbeit und ein Gleiches wohl auch für die Erez Jisroelintereffen, wenngleich ich diesbezüglich, im Gegensatz zu unbezweifelbaren Keren Hatauroerfahrungen, nur auf Vermutungen angewiesen bin. b) Die erste Zuschrift vermißt die Arbeit i n Deutschland für Deutschland. Sie übersieht aber dreierlei, daß das der Grundgedanke von Agudas Jisroel ist, die jüdische Welt, die Thorawelt, nicht geographisch zu teilen, sie kann nicht darauf verzichten, in Polen helfend einzugreifen, sobald die Lösung dortiger Aufgaben dringender, dringend ist. Sie übersieht, daß Palästina, von aller agudistischen Verpflichtung abgesehen, im gleichen Rang mit Deutschland steht — p« n-py »wd'ui — und darf auch mit dem Fiasko der agudistischen Kolonisation — an dem nicht Menschen, sondern die polnische Wirtschaftsdepression Schuld hatte — nicht die Wichtigkeit deutscher Aufgaben begründen. Sie übersieht schließlich, daß der deutsche Keren Hatauro in Deutschland für Deutschland nicht Unbeträchtliches geleistet hat. c) Die Ausführungen des ostdeutschen Freundes unterschreibe ich vollen Umfanges. Nur seine vierte Forderung möchte ich dahin abgeändert wissen, daß A. I. überall dort mitarbeite, wo es sich um Lösung der jüdischen Gesamtheitsaufgaben im Geiste der min handelt. Ueber die Gleichberechtigung der selbständigen Orthodoxie und der Gemeindeorthodoxie innerhalb der A. I. habe ich mich in der Festschrift der A. I. I. O. (Nissan 5687) ausführlich ausgelassen, über die Pflicht, den Gegner würdig zu behandeln, ihm Verständnis, entgegenzubringen im „Korrespondenzblatt der A. I. I. O." (1. Jahrg. Nr. 2 u. 3). Hoffentlich werden weitere Freunde noch das- Wort ergreifen, daß bis zum deutschen Delegiertentag der A. I., der ja hoffentlich in nicht zu ferner Zeit stattfindet, die Meinungen werden geklärt die verschiedenen Standpunkte umschrieben und die Notwendigkeiten scharf herausgearbeitet sind. Denn — I. S. verzeihe das Zitat — es bleibt wahr: .. ■ . . .... . - pi' am nsrnwvt as? bo* m^ann p«a „Ohne richtige Leitung fällt ein Volk, Heil kommt nur durch vielen Rat!" Agudakonferenz in Westgalizien. Krakau, 3. Juni.- An der Konferenz, die vor kurzem die Aguda für W e st g a l i z i e n und S ch l e f i e n in Krakau einberief, beteiligten sich nahezu 200 Delegierte. Im Mittelpunkt der Tagesordnung stand' die Reorganisation der Aguda, wie sie sich nachdem Ausgange der Sejmwahlen als dringend notwendig erwies. Ueber dieses Thema hält Herr Einhorn ein längeres Referat. Herr F. Stempel erstattet den Bericht über die letzte Zentralratssitzung in Warschau. Er konstatiert,, daß sich die galizische Orthodoxie bei den letzten Wahlen vjel schwächer gezeigt hätte, als ihre Gesinnungsgenossen in Kongreßpolen. Während dort nach der Niederlage ein großes Erwachen vor sich geht, herrsche in Galizien immer noch Apathie. Er plädiert für regere Propagändaarbeit. Die Zentrale in Krakau könne nur dann begründet werden, wenn eine große Anzahl vorr Ortsgruppen hinter ihr stehe. Herr David Rosenfeld referiert über die P r esse. Die letzten Sejmwahlen haben es bewiesen, was eine Presse für die Organisation bedeutet. Außerdem müsse den sittlichen Schäden^ die aus der linksstehenden Literatur und Presse für die Jugend drohen, ein wirksames Gegengewicht geboten werden. Redner wünscht die Gründung einer Zentrale für Krakau. Eingehend bespricht Herr Frank das Gemeindegesetz unter Betonung aller günstigen und ungünstigen Punkte für die Orthodoxie. Nach Annahme einer Reihe von Resolutionen, u. a. einer solchen zur Schaffung einer Agudazentrale für Westgalizien und Krakau, wird die Konferenz mit einem feierlichen Schlußworte des Herrn Hirschhorn geschlossen. Line Warnung. Die S t e l l e n v e r m i t t l u n g s z e n - trale der Agudas Jisroel-Jugendorganisation hat an die Landesorganisation in Hamburg folgendes Schreiben gerichtet: In letzter Zeit mehren sich die Fälle, in denen Nichtdeutsche Gesinnungsgenossen — gewöhnlich bar aller Mittel — mit Empfehlungsschreiben agudistischer Persönlichkeiten nach Deutschland einwandern und uns um Arbeitsvermittlung angehen. Wir halten es für dringend notwendig, daß insbesondere alle östlichen Agudahstellen — Landesorganisationen, Keren Hathora, Direktorien und Palästina- Zentralen — durch Sie gewarnt werden und gleichzeitig die gesetzlichen Bestimmungen mitgeteilt werden. Die gesetzlichen Bestimmungen lauten: . ■ Nach der Verordnung vom 2. Januar 1923 in der Fassung vom 20. September 1927, können ausländische Arbeiter nur in solchen Arbeitsstellen eingestellt oder beschäftigt werden, für die das Landesarbeits- | Verbilligter Ferienaufenthalt für gesetzestreue Angestellte. Auf Grund von Verhandlungen haben sich Hotel Strauß, Bad Brückenau Hotel Central, Stadt Brückenau Hotel Grünebaum, Gersfeld (Rhön) bereit erklärt, gesetzestreue, durch die Stellenvermittlungszentrale der Agudas Jisroel eingewiesene Angestellte zu Vorzugspreisen aufzunehmen. Meldungen erbeten an die Stellenvermittlungszentrale der Agudas Jisroel, Frankfurt - am Main, Sand weg 32.

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