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Der Israelit · 1928-06-14 · Heft 24 (14.6.1928) · page 8

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Journal
Der Israelit
Volume
69 (1928)
Issue
Heft 24 (14.6.1928)
Date
1928-06-14
Page
– (sequence 8)
Language
German
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Seite 8 Nr. 24 Der gsraelit 14. Juni 1928 der Jude in Haifa und sogar in Jerusalem am Sabbat seinen Laden oder seine Werkstätte offenhälten kann, ohne daß sich ihm gesetzlich beikommen läßt, — und in Haifa gibt es schon solche Juden. Das Unglück der palästinensischen Judenheit ist, daß sie keinen Führer hat. Weder in der zionistischen Exekutive noch in der Stadtverwaltung-von Tel Awiw noch sonstwo sitzt ein Führer von Weitblick und politischem Instinkt. Wäre ein solcher Mann da, dann wäre es nicht zu der beschämenden Katastrophe der vierten Alijah gekommen, dann hätte man das heikle Problem der Gemeindeorganisation noch um ein Jahrzehnt verschoben und nicht voreilig verwirklicht, dann hätte sich aber auch dies Verhältnis der Regierung zu den Juden günstiger gestaltet. Heute wird der Jude bei Anstellungen im Staatsdienst offensichtlich zurückgesetzt, bei der Eisenbahn gewährt man ihm nicht seinen Sabbat und seine Feiertage als dienstfrei, und die Behandlung der jüdischen Einwanderung zeigt nicht die Tendenz pro, sondern contra. Kleine Nachrichten aus Erez Jisroel. Jerusalem, 4. Juni. Der Oberkommissar teilt mit, daß die Regierung ein neues Einwanderungsgesetz vorbereitet, das zahlreiche Erleichterungen bringen soll. — Der Gouverneur von Jaffa versagte einem Budgetposten der Kolonie Petach Tikwa die Genehmigung, in dem Gelder ausgesetzt wurden für Reisespesen eines vom Ausland zu berufenden Rabbiners. Er begründet die Verweigerung damit, daß es möglich sei, einen Rabbiner,Ut Erez Jisroel selber zu finden. — Die Stadtverwaltung von Petach Tikwa hat das Ersuchen, einen Baugrund unentgeltlich zur Errichtung eines Gymnasiums herzugeben, abgelehnt. ein Der jüdische Teil Jerusalems soll jüdisch verwaltet werden. .Jerusalem, 4. Juni. Der Waad hair von' Jerusalem hat soeben Projekt ausgearbeitet, nach welchem der Teil Jerusalems, der nur von Juden bewohnt ist, einen eigenen, jüdisch geleiteten Magistrat erhalten soll. Das Projekt wird in diesen Tagen der Regierung mit der dringenden Aufforderung zu dessen Durchführung unterbreitet werden. Bei den im April 1927 stattgefundenen Jerusalemer Stadtratwahlen war das jüdische Votum von ausschlaggebender Bedeutung. Die jüdischen Wähler hatten einen Wahlblock gebildet, der alle jüdischen Richtungen, die der Agudas Jisroel inbegriffen, umfaßte. Dadurch wurde es ermöglicht, vier Juden in den Stadtrat hineinzuwühlen. Es sind dies Jsaac Ben Zwi, Jsaac Eliashar, Haim Solomon und Eliah Shamah. Haim Solomon wurde dann zum Vizebürgermeister von Jerusalem gewählt. Die erste Anregung zur Bildung einer eigenen Stadtverwaltung im jüdischen Teil Jerusalems ging von der Londoner Wochenschrift „Jewish Chronicle" aus, die darlegte, daß der jüdische Teil Jerusalems die Spitze des jüdischen Nationalheims zu bilden habe. Personalien. Rabbiner Dr. Solomon Funk Men, 10. Juni. Wie bereits kurz mitgeteilt, verstarb in Wien der Rabbiner Dr. Salomon Funk. Funk war ein Gelehrter von großem Rufe und erwarb sich auf dem Gebiete der talmudischen Forschung mannigfache Verdienste. In der Apologetik folgte er den. Wegen von Dr. David H o f f m a n n ^"sr dessen Jünger und Interpret er sich mit Stolz nannte. Sein talmudisches Wissen eignete er sich auf ungarichen Jeschiwos an, und als er in Berlin später seinen Studien oblag und sie vollendete, diente ihm das profane Wissen nur als Schale, als Verbrämung, als Mittel, die Schätze des jüdischen Wissens in noch besserem Lichte zu sehen und zu zeigen. Im Verein mit christlichen Gelehrten ging er an die Herausgabe der „M o n u m e n t a I u d a i c a". Seine Arbeiten „Die Entstehung des Talmud" und „Talmudproben", ebenso seine Werke „Die Juden in Babylon" erfreuen sich großer Achtung auch in nichtjüdischen For-- scherkreisen. Unverfälschte Religiosität im Herzen, wollte! er in Amt und Würden, nur als Rabbiner alttzn' Schlages, Lehrer des Talmuds und der Halacha wirken. Seine Bescheidenheit kam aus einer Demut der Seele, die zu wahrer nrri' führte. So kannten wir Rabbiner Dr. Funk, so ehrten wir ihn, so beweinen wir ihn jetzt. Die rabbinische Laufbahn Funks bezeichnend Mähr. Kromau, Boskowitz und Wien. In Wien lebte und wirkte er 13 Jahre als Mitglied des Besdin und als Rabbiner im P a z m a wick e n t e m p e l. Rastlose Tätigkeit zu Ehren Gottes und seiner Thora füllten sein Leben aus. Im Trauergeleite sah man sämtliche Rabbiner Wiens und viele hochgestellte Persönlichkeiten neben einer großen Menge von Trauergästen. In der Wohnung nahm Prof. Dr. Samuel Krauß von dem Verstorbenen ergreifenden Abschied. Im Tempel seiner Wirksamkeit hielt Rabbiner Dr. Max Grünwald eine ergreifende, Denkrede, worauf Obmann Oskar Schramme! den Dank des Vorstandes des Tempelvereins und Vorstandsmitglied S. Leenmann den Abschiedsgruß für die Vorstehersektion und die Tempelbesucher überbrachte. Auf dem Friedhofe sprachen noch Herr Rabbiner Dr. Feuchtwang, Pros. Dr. A. Pick für die Kultusgemeinde, Redakteur Ludwig H i r s ch f e l d für die Talmud Thora-Schule und Herr R a p a p o r t für den Misrachi. n'axjn- Gerade, 10. Juni. Am nwiae? aay verschied, nachdem sie einige Tage vorher ihrem ersten Kinde, einem Jungen, das Leben gegeben, Frau Iettchen Strauß v"V. die Gattin des Lehrers Siegfried Strauß in Geroda. Eine Stunde vor Beginn des Festes der min hauchte sie, deren ganze Lebenstätigkeit auf die Formel eingestellt war: ynwi ns?573 ',a naa br, ihre edle Seele aus und einige Stunden, nachdem eine fromm betende Gemeinde die Verbindlichkeit der nixn ,a"nn anerkannt, wurde das, was sterblich an ihr, deren Lebensziel auf das minn ->121 io ns o’p gerichtet war, dem kühlen Boden anvertraut. Frau Iettchen Strauß n-y entstammt dem als fromm bekannten Hause Katz in Rhina. Ihr Gottvertrauen und ihre Frömmigkeit war ein Erbteil ihres Vaterhauses. Die frommen Lehren, die ihr von ihren frühesten Kindheit an zuteil wurden, das fromme Leben, das sie itets vor sich sah, gruben sich tief in ihr empfängliches Herz und bildeten einen Menschen, der in Freud und Leid, im Glück und Unglück in ntn’ und nana sein Leben verbrachte. Die drei Geschenke, die dem jüdischen Volke geworden: traon ’i>ms D’^'o D^nnn besaß sie in großem Mäße. Daß sie besonders zu den £=raon gehörte, das werden viele Arme bestätigen,.die sie in Liebe verpflegt und unterstützt hat, das werden alle die sagen, die mit ihr je in Berührung gekommen waren. Ihre Liebe zu Gott und zu den Menschen blieb nicht Theorie, andern sie wurde zur heiligen Tat. Nie fehlte sie, wo es galt, Tränen zu trocknen, Leid zu trösten, Liebestaten an Lebenden und an Toten zu vollbringen. Die gottgewollte Tat leitete und beeinflußte ihr ganzes Leben. Den Gerechten wird der reinste Lohn in jener Welt zuteil, dort werden sie die Früchte ihrer guten Taten genießen, n"axjn. ein erfreulicher, da sich für unsere jüdische Erziehung im Sinne Rabbiner Hirschs V‘st, ein reges Interesse bemerkbar macht, das ma von Erfolg gekrönt sein wird. Heidelberg, 10. Juni. Die in vorwöchentlicher Nummer enthaltene Notiz betr. des neügeschaffenen Restaurants in Heidelberg gibt insofern zw Mißverständnissen Anlaß, als einmal der Text an einer Stelle ganz verstümmelt war, vor allem aber dadurch,, daß durch ein bedauerliches Versehen die hervorragende Tätigkeit des „Vereins zur Förderung ritueller Speisehäuser in Hamburg bzw. Lokalkomitee Frankfurt a. M. nicht erwähnt war. Dieser Verein, der ja in erster Linie für obige Arbeitsgbeiete in Betracht kommt, hat keine Mühe gescheut, um zusammen mit den anderen Stellen die Heidelberger Restaurationsfrage in gutem Sinne zu. fördern. Köln, 16. Mai. Der Hrlfsverein für jüdische Nervtzn- und Gemütskranke in Deutschland, Hauptgeschäftsstelle Köln a., Rh., Gereonstr. 21-23, Postscheckkonto Nr. 58173- Köln, bittet um reichliche Spenden, damit er sein gemeinnütziges Liebeswerk mit unverminderter Kraft fortsetzen kann. Scheveningen, 10. Juni. In Anbetracht dessen, datz. im. Lause des Sommers viele deutsche gesetzestreue Juden Scheveningen besuchen, dürfte es interessieren, daß. hier verschiedene Schiurim gehalten werden. Jeden Samstag mittag von 2 bis 3 Uhr findet im Haufe des- Herrn I. H. v. d. Horst, Villa Helene, Utrechtschestraße ein Schiur statt und zwar in in» inVc aisy, worausdas Mincha-Gebet folgt. Ferner werden im selben Hause während der Badesaison einige Abende in der. Woche durch in- und ausländische Gelehrte Gomoro- Vorträge gehalten, und sind diese Schiurim für jedem Interessenten zugänglich. Sprechsaal. Eine auserlesene Rlizwah. An die Redaktion des „Israelit". vermifchkes. Antwerpen, 28. Mai. Am 20. Mai fand hier die Jahresversammlung der unterstützenden Mitglieder der Jüdischen Knabenschule minn ‘■aio’ statt. Die Jessodeh Hathorah wurde vor 25 Jahren gegründet und feiert binnen kurzem ihr 25jähriges Bestehen. Die Versammlung wurde vom Vorsitzenden Herrn H. K r e n - g e l, der seit der Gründung Mitglied des Schulvorstandes ist, eröffnet und begrüßt. Wir entnehmen dem Bericht des Schriftführers: Die Realschule für Knaben wird von 270 Schülern besucht, die sich auf neun Klassen verteilen, die Religionsschule für Mädchen zählt 120 Schülerinnen und der Kindergarten 60 Kinder. Das Lehrerkollegium besteht aus 21 Kräften. Die Realschule, deren profanes Schulprogramm dem Lehrplan der offiziellen belgischen Staatsfchulen entspricht,, ist;t>ont Staat anerkannt und erhält die gesetzlich^'Subvention des Staates. Das jüdische Programm ist? sehr ausgebreitet und wird den Schülern täglich 3 bis “4* Stunden jüdischer Unterricht erteilt. Cs kann' als Erfolg gebucht werden, daß die Schüler der oberen Klasieü selbständig nsn htp »nisDini Nim lernen können, und im allgemeinen jüdischen Wissen gut bewandert sind. Was die finanzielle Lage betrifft, so läßt diese mehr zu wünschen übrig. Kaum 40 Prozent der die Schule besuchenden Kinder zahlen das Schulgeld, und es besteht ein ständiges Defizit. Anschließend fand eine allgemeine Aussprache über die finanzielle Lage und das Schulprogramm statt, woran sich unter anderen seitens der Versammlung die Herren M. Haber, I. Friedmann, G. Schreiber usw. beteiligten. Als traurige Tatsache ist zu konstatieren^ daß die Mehrzahl der orthodox-jüdischen Eltern, die finanziell gut situiert sind, ihre schulpflichtigen Kinder nicht die jüdische Schule besuchen lassen. Es wurden verschiedene Anträge oorgelegt, um diesem Zustande abzuhelfen. Es wurde u. a. betont, daß die Jessodeh Hathorah seinerzeit gegründet wurde, um die Synthese Rabbiner Hirschs n« Tn 0», nun als erzieherischen Faktor zu verwerten. Seit dem Kriege ist dem nicht mehr zur Genüge entsprochen worden. Es fei absolutnötig, die Schule in diesem Geiste, und das Lehrprogramm, speziell in den jüdischen Fächern: systematischer zu leiten. Es muß den Eltern etwas'Richtiges gebotest wßrden, und es sind dazu modern, geschulte? Lehrkräfte nötig. Ein Direktor muß berufen werden,! der ln diesem Sinne zu wirken hat. Es wurde auch angeregt, evtl. Parallelklassen zu schaffen, die die obenerwähnte fernstehenden Kreise der jüdischen Schule näher bringen sollen. Der allgemeine Eindruck der Versammlung ist Der Unterzeichnete sucht im Kreise der gesetzestreuen' Judenheit einen Mäcen, der bereit ist, einige hundert Mark zu opfern, um dadurch möglicherweise in hunderten von-jüdischen Häusern eine in die Zukunft hinein fortwirkende Mizwo zu vollbringen, nämlich für das Kaschruth des Haushalts zu sorgen. Die vor mehreren Jahren von Rabbiner Dr. Wolf in Köln im Rahmen der Bibliothek des „Jüdischen Voklsfreundes" herausgegebenen „ S p e i s e g e s e tz e " sind seit längerer Zeit vergriffen. Dieses einzig dastehende Werk ist heute für die in Westeuropa grohw erdenden, jüdischen Mädchen tatsächlich das einzige Buch-, aus dem sie sich die notwendigen Kenntnisse zur Führung eines einwandfreien rituellen Haushaltes -erwerben können. Denn abgesehen davon, daß die Hausfrauen selten geworden sind, die es auf dem Wege der Praxis verstehen, ihren Töchtern die Fähigkeit zu geben, S ch a a - loth zu machen, ist auch bei der ganzen psychologischen Einstellung der heutigen Mädchen ein gewisses Maß von Theorie unbedingt notwendig, um der Praxis das nötige Ansehen und den nötigen Ernst zu verleihen. Da unsere Organisationen an chronischem Geldmangel leiden und anscheinend auch keine Verleger vorhanden sind, die den Mut haben, das Buch auf eigene Kosten herzustellen, so könnte sich hier ein Mäcen mit Mk. 500.—. ein unendliches niar erwerben. Vielleicht nützt diese Flucht in die Oeffentlichkeit. Ploni almonr. Eine moderne Schaaloh. Ich verweise hierzu auf mx x“2pn -2 n"irr t"x> jteW der entscheidet nv'n^ rmxyv'x fi® nnisonai, daß auch für Frauen und Mädchen das Verbot des Haarschneidens in der Zeit zwischen nana t"’ und axa 'o verpflichtend ist. Ebenso -entscheidet mna nwv und yn '0 Q”nn Dasselbe Verbot gilt auch für Frauen bei ni^arr (n"2 'o Ti') Es ist sicherlich in dieser Beziehung kein Unterschied zwischen den drei Wochen un dder nnis- Zeit. o"nn pa '0 ermähnt das Verbot a u ch bei den Vorschriften für die i»iy--Z-eit. Sehr modern und lächerlich scheint demnach die Schaalo des „bubigeköpften Mädchens" an den Rabbiner nicht zu sein. Für großes kräftiges Mädchen, 18 Jahre alt, im Haushalt bereits tätig gewesen, wird per bald Stellung in gutem kleinen Hause als §ilfe der Hausfrau gesucht. ff. unt. I. M. 18 befördert Julius Marcus, Jnseraten- Annahme, Breslau 8. §ek. KinrtevfvSuk. sucht für Vorod. Nachmittags Beschäftigung. Kinderpflege. Erz., nähen und Haushalt sehr tüchtig, beste Zeugnisse vorhanden. Off. unter F. M. 16639 an Ala-Haasenstein & Vogler, Frankfurt a. M. Suche per sof. für kl. Haushalt braves solides Maäeken welches schon in Stellung war, nach Frankfurt-Main, Allerheiligenftr. 67, 3. links Junges Määckenl fuekt für die Zeit, 14. Juli/6.Sept. Aufs. Bei Ainrleva Off, unt. 27369 an die Erp.. Junges Mädel, 18 Jahre alt, kinderlieb fließt Sfeflung in leichtem Haushalt oder bei Kinder. Mitteilungen erbeten an Stellenvermittl. der Agud. Jisroel, C. 42570

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