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Der Israelit · 1928-06-14 · Heft 24 (14.6.1928) · page 5

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Journal
Der Israelit
Volume
69 (1928)
Issue
Heft 24 (14.6.1928)
Date
1928-06-14
Page
– (sequence 5)
Language
German
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14 Juni 1928 Der Israelit Nr. 24 Seite 8 großen Lettern mit: „Heute, am Freitag abend fällt das Konzert wegen des Sabbats, den der Künstler in Ruhe und Weihe heiligt, aus." Ein K i d d u s ch H a s ch e m an den Plakatsäulen, sagten, die Juden im Osten von Newyork und London, und hatten nicht ganz Unrecht. Ein Faktum, das uns den Charakter des Sängers ini schönsten Lichte zeigt, wird uns verbürgt und mit Akten belegt. Ein großer Sprechfilm in Amerika wollte Bild und Gesang Rosenblatts in einem festhalten und zeigen und bot ihm ein Honorar von 100 000 Dollar an, wenn er sich entschlösse, in Sarge ne sundTallis Kol Nid re zu singen. Er lehnte glatt und leichten Herzens das glänzende Angebot ab. Er profaniere nicht, erklärte er, das Kol Nidre-Gebet vor dem Filmpublikum, zumal in den Gewändern, die ihm ein Symbol der Weihe und seiner heiligen Sendung sind. Dabei lebt Rosenblatt zurzeit unter Umständen, die ihn zwingen, neue Einkünfte zu suchen. Er hat ein durch. Konzerte und Platten erworbenes ansehnliches Vermögen in einem idealen Unternehmen verloren, von dem er sich viel für das Aufblühen des orthodoxen Judentums in Amerika versprach. Erst nach diesen Verlusten entschloß er sich schweren .Herzens, in Konzerten zu singen und Tournees nach Europa zu unternehmen. Cr wirkt aber auch bei allerlei Wohltätigkeitsfesten mit und zeichnet sich in Amerika auch sonst durch offene Hand und offenen Sinn für alles, was gut und jüdisch ist, aus. Jofsel Rosenblatt erfreut sich eines glücklichen Familienlebens. Er steht jetzt im 46. Lebensjahre. Aus der Ehe, die er mit achtzehn Jahren einging, sind acht Kinder hervorgegangen. Der älteste Sohn hat auf ungarischen Jeschiwaus gekernt, seine Studien in Amerika vollendet und wirkt jetzt als Rabbiner in Baltimore. Korrespondenzen « Nachrichten. Deutsches Reich. Die Rabbineraktion zugunsten des Hilfswerks des Verbandes.russischer Inden. Berlin,?. Juni. Der Verein Berliner Rabbiner, der sich bekanntlich entschlossen hat, die Hilf- und Rettungsaktion des Verbandes russischer Juden in Deutschland zugunsten notleidender jüdischer Flüchtlinge zu unterstützen, hielt in diesen Tagen eine Sitzung ab, in der der Vorsitzende des Verbandes russischer Juden, Staatsrat Dr. Teitel, zunächst dem dahingeschiedenen Rabbiner Dr. Loewen- Me Woche. Berlin. Am 6. Juni gab es v ö l k i s ch - antisemitische Krawalle vor der Universität, wobei mehrere Studenten verletzt wurden. Die Polizei griff energisch ein und verhaftete die Rädelsführer. Bukarest. In Jassy fand ein Kongreß der Vereinigten Antisemiten statt, der mit Demonstrationen und Straßenumzügen abschloß. Die Polizei rpar auf der Hut, so daß sich Aus- * fchreitungen nicht entwickeln konnten. — Der berüchtigte antisemitische Agitator Zurcan, der im Städtchen Skulenr während des Jahrmarktes die Bauern zu Gewalttätigkeiten gegen die Juden aufhetzte und sich dabei gegen die ihn ermahnenden Gendarmen renitent benahm, wurde vom Jaffyer Gericht ^zu drei Monaten Gefängnis verurteilt. London. Anläßlich des Geburtstages des englischen Königs erhielt der bekannte Wirtschaftsführer, Parlamentarier und frühere Minister Sir Alfred Mond den Rang und Titel eines Lords, sowie einen Sitz im Oberhaus. Moskau. Die jüdischen Viertel in den russischen Städten W i t e b s k und M o s i r wurden von katastrophalem Hochwasser heimgesucht. Das Elend der jüdischen Bevölkerung, die in den niedergelegenen Gassen zuerst das Opfer des Unglückes waren, ist unbeschreiblich. Warschau. Hier wird der Präsident des Joini Distribution Comite, Felix M. Marburg aus Amerika, erwartet. Wie es heißt, wird er sich hier längere Zeit aufhalten, um die politische und wirtschaftliche Lage der Juden zu studieren. Jerusalem. In einer Sitzung in London wurde beschlossen, die Jerusalemer Universität in eine Lehr- und Hochschule. umzuwandeln, die akademische Grade erteilen kann. Das judaistische und orientalische Institut wird zu einer philosophischen Fakultät ausgestaltet. Cs erfolgten Neuernennungen von Professoren. U. a. soll der Lehrstuhl für Mathematik > Professor Dr. Fraenkel in Kiel angeboten werden. — Der Hungerstreik der im Gefängnis ihrer Ausweisung entgegensehenden Kommunisten dauert fort. ' Die palästinensische Arbeiterorganisation rief die britische Arbeiterorganisation telegraphisch um Hilfe an. — Das hebräische Theater „Hatz i m a", das in Jerusalem und Tel Awiw rückhaltlos gefeiert, wurde, hat den Beschluß gefaßt, dauernd in Palästina zu bleiben. — Das soeben veröffentlichte Budget der Palästinaregierung für die Zeit vom 8 April bis Dezember 1927 weist ein Defizit von 205 000 Pfd. auf. — Dieser Tage sind zwei Mohammedaner, Jbn Abdullah, 24 Jahre alt, und Abdul Raman, 27 Jahre alt, zum Judentums Übergebungen. — Feldmarschall Lord Plumer, der Oberkommissar von Palästina, teilte der Zionistischen Exekutive mit, daß die Regierung eine neue Verordnung betreffend die Erleichterung der Einwanderung bemittelter Personen und Angehöriger palästinensischer Einwohner vorbebereitet. — Zwischen der Polizei und einer Gruppe Demonstranten, die gegen die Ausweisungen von Kommunisten aus Palästina protestierten, kam es hier zu einem Zusammenstoß. Mehrere Demonstranten wurden I verhaftet.!! I thal einen tief empfundenen Nachruf widmete und sodann über das Ergebnis der von ihm, Dr. Teitel, in Chemnitz und in Leipzig geleiteten Aktionenberichtete. Der von den Rabbinern unterschriebene Aufruf hat seine Wirkung getan und in Leipzig hat sich unter Mitwirkung von Rabbiner Dr. Felix Goldmann eine Ortsgruppe des Verbandes gebildet, die eine energische Sammelaktiondurchgeführt hat. Dr. Teitel ersuchte die Rabbinerkommission um weitere Mitarbeit im Hinblick auf die Aktionen in Berlin, Hamburg, Frankfurt a. M. usw. Jüdische Speisehäuser. Berlin, 10. Juni. Man schreibt uns: Es ist notwendig, angesichts der bevorstehenden Reisezeit auf die Tätigkeit des „Vereins zur Förderung ritueller Speisehäuser e. V.", Sitz in Hamburg, hinzuweisen. Äine Wirksamkeit als Zentrale, anerkannte Kontrollstelle für alle rituellen Hotels und Speisehäuser, ist zur Lebensnotwendigkeit für das in Deutschland reisende Publikum geworden, weil es nicht in jedem einzelnen Falle möglich ist, die religiöse Zuverlässigkeit des Betriebes und feiner Beaufsichtigung festzustellen. Darum ist es Pflicht jedes posiüv eingestellten Juden, dem Verein zur Förderung ritueller Speisehäuser beizutreten und für ihn zu werben. Wie wertvoll eine solche Propaganda bei jüdischen Hotels ist, beweist der Fall des Central-Hotel in Baden-Baden. Dieses feit 35 Jahren bestehende Hotel, das vormals auch schon streng koscher geführt wurde, ist von seinem Inhaber. Herrn Lieblich, auf die Anregung aus dem Kreise seiner Gäste vor kurzem unter Aufsicht des Hamburger Vereins gestellt worden. Damit ist praktisch der Erfolg erzielt, daß die Zahl der koscheren Hotels um ein größeres, modern eingerichtetes und erstklassig geführtes Haus vermehrt wurde. Daneben liegt der ideelle Nutzen in der Ausbreitung des „Hamburger Vereins". Es wäre zu wünschen, daß das jüdische Reisepublikum sich dessen Unterstützung durch die selbstverständliche Bevorzugung der ihm angeschlossenen Betriebe und Propagierung seiner Idee angelegen sein läßt. Das Beispiel des „Central- Hotel" in Baden-Baden beweist den Erfolg dieses Wirkens. Das Recht der deutschen Juden auf die Heimat. Köln, 3. Juni. In Köln fand heute die Rheinlandtagung des Centralvereind deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens statt. Aus dem ganzen- Rheinland und weit über feine Grenzen hinaus waren viele hundert Teilnehmer erschienen. Die Arbeitstagung wurde durch eine Morgenfeier in . der Kölner Städtischen Oper eingeleitet, die von weit mehr als tausend Personen besucht war. Der Vorsitzende des linksrheinischen Landesverbandes, Bernhard F e i l ch e n f e l d - Köln, begrüßte . die Vertreter der staatlichen, städtischen und Justizbehörden. Von starkem Beifall empfangen, sagte Dr. Brodnitz, es fei eins Feierstunde auf rheinischem Boden mit dem auch die deutschen Juden eine mehr als anderthalbtausendjährige Geschichte verbindet. Die Festrede „Der deutsche Jude auf deutscher Erde" echt Honan naturfarbig und gefärbt. 84 cm breit 360 Immer darauf achten Weinberger hat keinen Laden und keine Schaufenster Reine Seide mehrere bewährte Qualitäten in ca. 160 Farben Foulard in prachtvollen Farbenstellungen; Meter 8.80 6.00 Meter 7.60 5.80 bunlbednickf für aparte Sommerkleider zu Sensalionspreisen Verkauf nur im I. Stock: Frankfurt a.M, i>as Spezialhaus für Seidenstoffe und Kleiderstoffe 8, I. Etage

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