Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 69 (1928)
- Issue
- Heft 23 (7.6.1928)
- Date
- 1928-06-07
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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7 Hunt 19*8 Der Ö ö r o e l i i Nr. 23 Sette 7 iannien. Angesichts der Tendenz, die Orthodoxie ihrer Unabhängigkeit zu berauben, wird die Zukunft dieser Gemeinde von großem Interesse für die Gesamtheit sein. Wiederaufnahmeverfahren in der Sache Oskar Slater. London, 22. Mai. Oskar Slater, der im Jahre 1909 in Glasgow wegen angeblicher Ermordung der 80jährigen Greisin Marion Gilchrist zum Tode verurteilt und dann zu lebenslänglichem Zuchthaus begnadigt worden war, hat nun, nachdem er vor mehreren Monaten nach verbüßter 20 jähriger Haft das Gefängnis verlassen durfte, einen Antrag auf Wiederaufnahme des Verfahrens gestellt und diesen Antrag durch ein eingehendes Memorandum begründet, in welchem er nachweist, daß die Polizei und die Gerichtsbehörden seinerzeit seine Verteidigungsmöglichkeit rechtswidrig einschränkten, indem sie glaubten, mit ihm, dem armen Durchwanderer, nicht viel Rücksicht üben zu müssen. Die öffentliche Meinung Englands ist nun von der Unschuld Slaters überzeugt, der nun neue Tatsachen ans Licht brachte und neue Zeugen namhaft machte, die für feine Unschuld zeugen wollen. Am 18. Juni wird vor dem Berufungsgericht. Edinburgh der erste Termin in dem'Wiederaufnahmeverfahren gegen Slater stattfinden. Man sieht dem Ergebnis dieses Verfahrens England und außerhalb Englands mit gespanntem Interesse entgegen. — Oskar Slater ist ein deutscher Jude, der 1909 über England nach Amerika auswandern wollte und während feines Aufenthaltes in Glasgow mit dem Raubmord an der Marion Gilchrist in eine tragische Verbindung gebracht worden ist. Das Frauenstimmrecht in der United Kynagogue. London, 5. Juni. Die Frage des Frauenstimmrechtes -ist immer noch Gegenstand heftiger Verhandlungen in den leitenden Körperschaften der United Synagogue. In der gemeinsamen Sitzung, die der Oberste Rat mit den Delegierten der Synagogue am Sonntag abhielt, wurden 211 Stimmen gegen die Verleihung des Stimmrechtes abgegeben, 167 dafür. Damit ist der Kampf vorläufig wieder einmal zu Gunsten der Orthodoxie entschieden. Ausdehnung der Pariser jüdischen Gemeinde. Paris, 1. Juni. In der soeben abgehaltenen Generalversammlung des Jüdischen Konsistoriums von Paris stellte der Vorsitzende- Baron Robert de Rothschild, fest, daß die jüdische Gemeinde von Paris sich in der letzten Zeit ungeheuer ausgedehnt hat und Zweige in allen Vorstädten besitzt. Den kulturellen Bedürfnissen der Gememdemitglieder und dem religiösen Unterricht der Schulkinder soll nun erhöhte Aufmerksamkeit zugewendet werden. Dr. Cidlitz beklagte es, daß die zahlreichen' ausländischen Juden ihr neues Franzofentum durch Abkehr von den religiösen Hebungen betonen wollen. Religiöse Uebung, sagte er, ist das einzige Mittel zur Erhaltung der jüdischen Familieneinheit und zur Bewahrung des Judentums vor dem Aufgehen 'in die umgebende Welt. (ITA.) Rußland. Das Abkommen zwischen „Ort" und der Regierung der Sowjetunion. Moskau, 1. Juni. Das zwischen dem Verband der Gesellschaften zur Förderung von Handwerk und Landwirtschaft unter den Juden „Ort" und der Regierung der Sowjetunion getroffene Abkommen wegen der Einfuhr von Maschinen, Werkzeugen und Rohmaterial aus dem Auslände nach Rußland ist soeben von dem Rat der Volkskommissare unterzeichnet worden. Laut diesem Abkommen erhält „Ort" die Möglichkeit, während der kommenden fünf Jahre jährlich Maschinen, Werkzeuge und Rohmaterial im Werte von drei Millionen Rubel zollfrei aus dem Ausland nach Rußland einzuführen. Unter den Juden >er , klxjWK ^StWe,^für, die das Material bßUrymt.ist,. »at die- Tatsa des ttMtzLWWWMNsMr giritlb/isiiilauQ PI SS—OSST eetssH .■rfpms'5 ,srmv',V .tedfiflß I .onr jfS 9pif;nal Klio tncftun* arB .ä 0 ßiH\S .fit is lehrfamkeit des scheidenden Rabbiners' und seine Bemühungen für die Förderung des Talmudstudiums in der Gemeinde. Alsdann sprach im Namen des Nord- Ostdeutschen Rabbinerverbandes Rabbiner Dr. A p t - Allenstein. Für die konservative R e - lig ionsschule und die jüdisch-konservative Vereinigung, zu deren Begründern Dr. Jacobovits gehörte, sprach Lehrer Wolkowski, Direktor Peritz dankte für die Mitarbeit und das der Beamtenschaft stets "Ueberschreilung der Aufenthaltszelt ausgewiesen,werden entgegengebrachte Interesse. Leo Altmann, Präsifollten, nachträglich erlaubt, sich dauernd in Palästina dent der Kantloge, widmete ebenfalls herzliche Abschiedsm«d°rzul-jftn Dr-i jüdischen T°urist«nfnmiN-n wurce-erlaubt, solange cm Lande zu bleiben, bis uber i-^ö^^^it stets mit Befriedigung erinnern zu wollene Am ihren Fall entschieden werden wird. Die sechste der nächsten Tage fand eine Abschiedsfeier in der Relidie Palästina. Palästina-Touristen dürfen im Lande seßhaft werden. Jerusalem, 30. Mai. Die Palästina-Regierung hat zwei jüdischen Familien, auf Touristenpässe ins Land kamen und wegen ausgewiesenen Familien hat inzwischen, ohne eine Entscheidung abzuwarten, das Land verlassen. Lord Lloyd, der britische Oberkommissar für Aegypten, ist in Jerusalem «ingetrosfen und wohnt als Gast des Oberkommissars Lord Plumer im Regierungshause. Lord Lloyd begibt sich in diesen Tagen nach Amman, der Hauptstadt Transjordaniens. Der jüdisch-arabische Streik in Herzliah - vor Gericht. Jerusalem, 31. Ma i. Im Februar d. I. kam es in der jüdischen Kolonie Herzliah zu einem Zusammenstoß zwischen den jüdischen Kolonisten und einem Beduinenstamm, der darin seinen Ausgangspunkt nahm, daß die Beduinen ihre Schafe-auf jüdischem Boden weideten. Die jüdischen Kolonisten forderten zuerst die Araber in Ruhe aus, ihre Herde vom jüdischen Boden wegzuführen. Der Beduinenstamm, der gerade -eine Hochzeit von Stammesangehörigen festlich beging und mehrere Gäste in seiner Mitte hatte, griff die jüdischen Siedler an. Bei dem Zusammenstoß wurden 15 Juden verletzt. Das Gericht hak nun das Mitglied des Beduinenstammes -Hussein Umbus zu sechs Monaten Gefängnis verurteilt. Zwei Mitangeklagte Araber wurden freigesprochen.. Zwei jüdisch« Siedler, die angeklagt waren, den Sch-eik Abu Kandtl angegriffen zu haben, wurden freigesprochen. Die Zwangs-Sabbatruhe in Tel-Awiw. I e r u s a l e m, 29. Mai. Das oberste Gericht von Palästina hat das Urteil des Jaffaer Distriktsgerichtes bestätigt, welches bekanntlich entschieden hat, daß der Beschluß des Gemeinderates von Tel-Awiw, wonach die Sabbatruhe in Tel-Awiw für Juden obligatorisch sei, weil in Widerspruch zu Artikel 15 des Palästinamandates stehend, ungesetzlich sei. Es verlautet, daß die Palästina-Regierung gegen den Beschluß des obersten Palästina-Gerichtes bei dem Kronrat in London Berufung einlegen werde. Die Frage wurde, wie erinnerlich, durch den folgenden Fall aufgeworfen: Das Magistratsgericht von Tel- Awiw hatte den jüdischen Ladeninhaber Altschuler, der am Sabbat seinen Laden offen hielt, zu einer Geldstrafe verurteilt. Altschuler appellierte an das Jaffaer Distriktsgericht, welches das Urteil des Magistratsg^richts aufhob. Der palästinensische Oberstaatsanwalt steht dagegen auf dem Standpunkt, daß die Stadt Tel-Awiw, die eine jüdische ^Bevölkerung hat, das Recht auf Einführung der Sabbatruhe habe, da Artikel 23 des Mandates besagt, daß „die Palästina-Administration die Heiligen Tage «der Gemeinschaft in Palästina als gesetzliche Ruhetage iür die Mitglieder dieser Gemeinschaft anzuerkennen habe." Personalien. Königsberg i. P.. 3. Juni. Nach lljähriger segensreicher Tätigkeit im Dienste der früheren Religionsgefellchaft Adas Jisroel und feit dem 1. April 1921 der Synagogengemeinde verläßt Herr Rabbiner Dr. Jacobovits Königsberg, um einer ehrenvollen Berufung an die Jüdische Gemeinde Berlin Folge zu leisten. Am Sonnabend den 19. Mai hielt er in einer zahlreich beuchten Versammlung des jüdifch-konsrevativen Jugendvereins einen Abschiedsoortrag über: „Thora und moderne Lebensart"- an den sich ein« lebhafte Debatte anchloß. Am Dienstag abend veranstaltete die Synagoge A d a ß Jisroel eine Abschiedsfeier, zu der u. a. die Spitzen der Gemeindekörperschaften 'erschienen. Direktor Marx eröffnete die Feier, indem er alle Anwesende herzlich begrüßte und Herrn Dr. Jacobovits für die treue Arbeit im Dienste der Synagoge Adaß Jisroel und für feiue ^erfolgreiche MmMung jmefe Wiedervereinigung st^r-SynagägWgWMMWjKL MMW M Der Votsttzende dex,-M>nagogenaemelndec.kJMz-n Lt>3e,r im WnstMW äussHrc gtv/buJ aschilsisjIgsnoigils? nsckvgnlL sgiffnoj «60 nsnoW .nsfürg r/x sach juo gi 0 nsschule statt. In einer Ansprache betonte Lehrer Wolkowski die hohen Verdienste des Herrn Rabbiner um die Schule und sprach ihm die besten Wünsche für die Zukunft aus. — Der neugewählte Rabbiner C. P e - ritz- Breslau hat sein Amt am 1. Juni übernommen. , Schweinufrl, 3. Juni. Der in weiten Kreisen wohlbekannte und beliebte Herr Jsak Kurzmann feiert am rh* nsv in voller geistiger und körperlicher Frische seinen 80. Geburtstag. Schlüchtern (Hessen), 3. Juni. Ihre jüngste Notiz über den Unfall, durch welchen Jsaac Rothschild leider so rasch aus unserer Mitte gerissen wurde, veranlaßt mich zu einer notwendigen Ergänzung. Die Gemeinde Schlüchtern verlor durch das Hinfcheiden dieses schlichten Mannes ri'y eines ihrer besten Mitglieder im wahrsten Sinne des Wortes: Ihn zierten Eigenschaften^ wodurch er allseits das zu erreichen verstanden, was Familie, Gemeinde, Geschäft und die Allgemeinheit von ihm verlangten: Religiösität, Tüchtigkeit, Ehrlichkeit, Wohltätigkeitssinn, Güte, des Herzens. So war es selbstverständlich, daß sein Tod allgemeine Bestürzung, hervorrief und düß die Beerdigung unter zahlreichster Beteiligung statt-' gefunden. Auch Herr Rabbiner Dr. S t e i n - Schweinfurt, ein Anverwandter des Verstorbenen, erwies ihm die letzte Ehre und 'bedauerte, wegen "»»i« v'b die Persönlichkeit am Grabe nicht entsprechend würdigen' zu können. Möge rrapn der trauernden Witwe, die einer frommen bayerischen Familie entstammt, dem Sohne und der Familie Trost senden und dem Verstorbenen den reichen Lohn zuteil werden lassen, den er sich in langen Jahren erworben. Groß-Zinimern, 1. Juni. Ihren 80. Geburtstag beging am 29. Mai in vollkommener geistiger und körperlicher Frische und Regsamkeit im Kreise ihrer Kinder, Enkel und nahen Anverwandten, sowie unter froher Anteilnahme vieler Freunde und Bekannte Frau Regina Reiß dahier. Viele und mannigfache Aufmerksamkeiten wurden der jugendlichen Greisin an ihrem Freudentage zuteil. Auch der Frauenverei'ch dem dieselbe als treues und langjähriges Mitglied angehört, ließ es sich nicht nehmen, seine Anteilnahme durch Ueberreichung eines Geschenkes zu bezeugen. Gersfeld (Rhön), 21. Mai. Eine Vm nws in der wahrsten Bedeutung des Wortes, Frau Witwe Mathilde Oppenheimer, hauchte vor kurzem in Mainstockheim, wo sie bei ihrer Tochter zu Besuch weilte, im 73. Lebensjahre ihre reine Seele aus. Ihr Hans war ihre Welt, in der sie in streng religiöser Weise lebte und wirkte. Ihre Güte und Milde, ein Ausfluß der edlen Gesinnung, erwarb ihr viele Freunde. Bor dem Trauerhause pries Herr Lehrer Friedmannin formvollendeter, inhaltsreicher Rede den ausgezeichneten Charakter der naivn nvrc- Der Sohn der Verblichenen dankte mit bewegten Worten für die den Kindern in reichem Maße erwiesene Liebe und Treue. Auch Herr Lehrer Katz in Gersfeld— die Dahingeschiedene wurde nach Weyhers bei Gersfeld überführt fand schöne Worte des Gedenkens für die selten gottesfürchtige Frau. n-rmn Efchwege, 13. Mai. Seinen 80. Geburtstag beging m bester Rüstigkeit und geistiger Frische Herr Sally Loew e n st e i n , Besitzer des Hotel Loewenftein, der vor 53 Jahren die erste jüdffche Gastwirtschaft gründete. Der Jubilar ist Kriegsoeteran von 1870—71. Reichenfachfen. 13. Mai. Am begingen Herr (Emsmann Rothschild und Ehefrau Marianne geb. Lustig dahier in größter Rüstigkeit ihre goldene Hochzeit. Am vorausgegangenen rar? richtete Herr Lehrer Schiratzki an das Jubelpaar eine erhebende Ansprache. Zimmersroda, 13. Mai. Im nahen Waltersbrück beging heute Frau Johanna Rothschild geb. Katzenstein ihren 70. Geburtstag. Kassel, 20. Mai. Seinen 75. Geburtstag begeht heute in körperlicher Rüstigkeit und geistiger Frische Herr Bernhard Moses dahier. Witzenhaufen, 20. Mai. Sein 25jähriges Jubiläum als Gemeindeältester feierte Herr Levi Trepp hier, der ich bei feiner Vorgesetzten Behörde und seiner Gemeinde des besten Ansehens erfreut. Witzenhaufen, 20. Mai. Sein 25jähriges Dienstjubiläum feierte Herr Lehrer H. Blumenfel d. 15 Jahre wirkte er in Frankenau, 6 Jahr« dahier, die übrige Zeit in Westfalen. Ueberall genoß er das Vertrauen seiner Gemeinden. Solz, 20. Mai. Hier verstarb der in weiten Kreisen bekannte Pinchas See lig. Wohl noch nie hat unser Dorf xinen so großen Leichenzug gesehen.„Fast,Me Ein- LWWs MeUsWMTdenMotei^gu Grave. De® d P^ei^^nmren ik ÜyeMgk,?tWe.-. 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