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Der Israelit · 1928-05-31 · Heft 22 (31.5.1928) · page 14

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Journal
Der Israelit
Volume
69 (1928)
Issue
Heft 22 (31.5.1928)
Date
1928-05-31
Page
– (sequence 14)
Language
German
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Seite 2 Nr. 22 Der Israelit 31 Mai 1928 — „weil Sie sie uns ja doch refusieren". — Am E d e der vierstündigen D e b a 11 bliejen d i e Konservativen Frie d e n s s ch a l m e i e n. Man wolle das Gift be seitigen, das nach Aufastung der Liberalen heute Abend ausgestreut worden sei, man stehe, ein so schöngemachtes Bett man ja auch bei der Israelin ichen Neligionsgesellschaft zur Verfügung habe in erster Linie auf Einheitsstandpunkt, „aber, was .i.an schon seit Jahren herausfühle, „im j ü d i scheu E r zi e h u n g s w e r k ist keine Ein heit möglich!" Es war oben kein echter, gesunder und dauer Hafter Friede, zu dem er blies, sondern ein künst sicher, amputierter, ein Krücken-Frieden. Unter der Asche glimmt das Feuer fort und wird be' erster Gelegenheit wieder zur Flamme werden Und nun noch einige historische Feststellungen der Redner: 1. Seit etwa einem halben Jahre ist am Phi lantropin durch Erkrankung zweier Lehrkräfte kein Religionsunterricht erteilt worden, dagegen an seiner Stelle Turnunterricht oder es waren Freistunden. 2. An den öffentlichen Schulen, deren Betreu ung mit Religionsunterricht der Gemeinde ob liegt, fehlten bis vor kurzem wöchentlich 76, jetzt noch 52 Religionsstunden. 3. Bei der Anstellung von Lehrkräften des Philantropin wird nur die pädagogische Befähigung, nicht die religiöse Lebensführung in Betracht gezogen. 4. Außer den Religionslehrern gibt es am Philantropin kaum eine n Lehrer, der auch nur den Anspruch macht, als konservativ zu gelten 5. Die Volksschule der Israelitischen Religions gesellschaft wird von 130 Kindern besucht, deren Eltern Gemeindemitglieder sind, diese Ellern werden dann auf dem Umweg über ihre Kinder in die Israelitische Religionsgesellschaft „hinein getrieben". (?) Zum Schluß eine historische Richtigstellung: An der Realschule der Religionsgesellschaft wir ken nicht, wie von einer Seite behauptet wurde, meist christliche Lehrkräfte, sondern mit Ausnahme des Turnlehrers und eines Studienassessors, der wöchentlich etwa 6 Stunden erteilt, lauter jüdische. Und nur fromme jü dische. Die Woche. Verein zur Förderung ritueller Speisehäuser, e. V. in Hamburg. Im Anschluß an die auf Sonntag, den 3. Juni hierher nach Frankfurt einberusene Generalversammlung findet um 15'/, Uhr eine öffentliche Versammlung statt, in der Herr Oberrabbiner Dr. Joseph Carte b a ch aus Altona einen Vortrag über Zweck und Ziele des Vereins halten wird. In der unmittelbar darauf folgenden Mitgliederversammlung wird der Verein gerne Anregungen aus den Kreisen des reisenden Publikums fiir die Ausgestaltung seiner Tätigkeit entgegcnnehmen. Angesichts der Bedeutung der Vereinsarbeil für das orthodoxe Judentum darf ein starker Versuch der beiden Veranstaltungen wohl erwartet werden. Agudas Iisroel Jugendgruppe Frankfurt a. 21t. Wir beabsichtigen am Sonntag, den 10. Juni, einen Ausflug nach Heidelberg zu machen und hoffen auf .starke Beteiligung. Treffpunkt: 5,45 Uhr Hauptportal des Hauptbahnhofes. Interessenten wollen sich zwecks Fahrpreisermäßigung an Herrn Erwin Höchster wenden. Reichsbund jüdischer Frontsoldaten. Die Ortsgruppe Frankfurt a. M. des Reichsbundes jüdischer Frontsoldaten veranstaltet am Montag, den 4. Juni, 20,30 Uhr, im großen Saale des Volksbildungsheims einen bedeutsamen Vortragsabend, der sich mit der Frage der Ansiedlung jüdischer junger Landwirte und Gärtner beschäftigen wird. Die Hauptreferate dieses Abends haben Herr Universitätsprofessor Dr. Franz Oppenheimer, Frankfurt a. M., und Herr Domänendirektor S. Dyk, Berlin, übernommen. Es ist bekannt, daß diese Siedlungsaktion — zu deren Durchführung der R. j. F. dank seiner vollkommenen Neutralität in erster Linie berufen ist — in allen Teilen Deutschlands stärksten Widerhall und begeisterte Zustimmung gefunden hat. Eine niachtvolle Kundgebung in Frankfurt a. M. soll, dem großen Gedanken: „Der jüdische Bauer auf eigener Scholle" neue Anhänger und Förderer zuführen. Oeffenlliche Sitzung der Gemeindevertretung der Israelitischen Gemeinde am 22. und 23. Mai. ___ Verfahren wir nach dem Vorbericht der letzten und dem Sonderbericht über das Philantropin in der heutigen Nummer summarisch: Fernere Subventionen: Mk. 1000.— an den „On", die Ansiedlungsgefellfchaft für russische Juden, Mk. 7000.— an etwa 20 jüdische Jugendvereine unter dem Vorbehalt der Einzelnachprüfung, Mk. 230.000 für öffentliche und geschlossene Wohlfahrtspflege, Mk. 300.— für den Zentraioerein, je Mk. 1500.— für das Berliner und Breslauer Rabbinerseminar und die Lehranstalt, für die Wissenschaft des Judentums. A l l g e m eine s. Das Gemeindeblatt darf in Zukunft kein Zuschußbetrieb mehr sein. Dringend wünschenswert erscheint ein neuse Gemeindehaus und eine Vereinfachung der Verwaltung und Kommissionen. Es wird der Wunsch ausgesprochen, beim Preußischen Landesverband, an den man im letzten Jahre den hohen Betrag von Mk. 96.000 habe abführen muffen, dahin zu wirken, daß eine Höchstgrenze festgesetzt werde oder eine Rückvergütung stattfinde. Besonders liebreich sprach man sich überhaupt nicht über den Landesverband aus. Neue Besoldungsordnung ist erwünscht, ob unter Zugrundelegung der staatlichen oder der vom — einstweilen ja noch in den Wolken schwebenden — Reichsverband der deutschen Juden festzustellenden Sätze, steht dahin. Die Ausgaben der Besoldung werden mit Mk. 601.000 eingesetzt. lim bas Verhältnis der Gemeinde zum Philantropin endgültig zu klären, sind die Akten — soweit noch vorhanden — vor Monaten an Ministerialdirektor a. D., jetzigen Anwalt Dr. Fleischer als bedeutendsten Sachverständigen gesandt worden. Gutachten steht noch aus. Der Zuschuß zum Philantropin beträgt Mk. 108.000, das Schulgeld wird jetzt durch die Stadt erhoben. Eine Bergemeindung der Religionsschulen in Hermesweg und Unterlindau soll mit Entschiedenheit angestrebt, falls nicht durchführbar, eventl. der gesamte Religionsunterricht von der Gemeinde' übernommen werden Krankenhausdefizit: ca. Mk. 80.000.—. lieber die geplante Zentralisierung der Wohlfahrtspflege, bei der jedenfalls der Arbeitsnachweis ausschaltet und die Weibliche Fürsorge noch wegen Erhaltung ihrer Selbständigkeit verhandelt, mag gelegentlich in anderem Zusammenhänge gesprochen werden. Die Israelitische Religionsgesellschaft macht ihren Beitritt von der Zustimmung ihres künftigen Rabbiners abhängig. Gesamtsumme des ordentlichen Etats für 1928/29 in runden Ziffern: Mk. 1.884.000, des außerordentlichen Etats: Mk. 638.000. , Ein sozusagen amtliches Ersuchen zum Schluß. Der durchaus geschickte und objektive Vorsitzende der Gemeindevertretung pflegt Berichte und Anträge im Eiltempo und mit so gedämpfter Stimme zu verlesen, daß die am entgegengesetzten Ende des Saals postierten Pressevertreter ihn nicht verstehen können. Abhilfe erbeten. Gemeinnützige jüdische Ehevermittlungsstelle. Her Professor Dr. I. Hanauer, Im Trutz 27 ichreibt uns: Es ist die Errichtung einer gemeinnützigen jüdischen Eh evermittlungute lle geplant, um der in jüdischen Kreisen bestehenden Ehenot zu begegnen. Mit derselben soll eine Kasse zur Ausstattung armer jüdischer Bräute verbunden werden. Träger der Einrichtung soll ein über ganz Deutschland ich erstreckender Verein sein. Als Mindestbeitrag ist vorläufig 5 Mark jährlich vorgesehen. Anmeldungen erbeten. Nähere Auskunft wird gern erteilt. Jüdische Frauenvereinigung. Die Jüdische Frauenvereinigung E. B. wird auch in diesem Jahrs neben den vom Hort für jüdische Mädchen wie alljährlich arrangierter Ferienspielen im Monat Juli Waldspaziergänge vormittags von 8 bis 1 Uhr für Mittelstandskinder unter Aufsicht einer bewährten Leiterin, Frl. Betty Rotschild, Obermain-Anlage, veranstalten. Da die Zahl der Kinder sich nicht auf mehr wie höchstens 50—60 belaufen soll, werden die Eltern, die Interesse dafür haben, gebeten, ihre Anmeldung bis spätestens 20. Juni an Frau H. Besthoff, Palmstraße 10, zu richten. Berichtigung. Die Firma Messing-Co., hier, schreibt uns: Unter der Ueberschrift, wer gibt Auskunft, ist in Nr. 21 der Frankfurter Lokalbeilage Ihrer Zeitung ein Artikel erschienen, der Victor Besserglück betrifft und zu.sammen mit den Aeußerungen, die der Vater des Genannten in der Gemeinde, besonders in den interessierten Kreisen getan habe, den Eindruck erwecken könnte, als ob das Verhalten der Unterzeichneten Firma nicht völlig einwandfrei gewesen sei. Der Sachverhalt ist in Wirklichkeit so, daß wir Victor Besserglück wegen einer Verfehlung zur Rede teelln mußten. Wir ersuchten ihn, zusammen mit seinem Vater zur Rücksprache zu kommen und forderten den Vater schriftlich per Post hierzu auf. Da Victor Vesserglück allein erschien und erklärte, sein Vater habe keine Zeit, er werde gelegentlich kommen, waren wir genötigt, ihm zu eröffnen, daß wir ihn im Geschätf nicht gebrauchen könnten, solange nicht der Vater bei uns gewesen sei. Daraufhin hat sich Victor Besserglück ent- 'ernt. Irgend etwas Weiteres ist nicht vorgefallen. Im übrigen ist' er. wie wir hören, am Tag vor Schewuoth zurückgekommen, als er scheinbar kein Geld mehr hatte. ' _ Vereinskalender. Verein Mekor Lhajim. Sonntag morgens nach Schul (ebenso Mittwoch), im Hörsaale Friedberger Anlage virr "kp Herr Redakteur S. Schachnowitz. — 874 Uhr vorm, (ebenso Samstag eine Stunde vor Nacht) im Dereinslokale. Gemoro, Herr Joachim Sofer. — 974 Uhr vorm, (ebenso Dienstag nachmittag eine Stunde vor Mincho), Gemoro, Herr R. A. G. Posen. Montag morgen nach Schul (ebenso Donnerstag) im Hörsaale, Mischna, Mitgliederlernen. — Abends 7 Uhr (ebenso Mittwoch) im Vereinslokale, Gemoro, Herr Rabb. Dr. Joses Breuer. — Abends 874 Uhr (ebenso Donnerstag) im Vereinslokale, Gemoro, Herr Dr. E. Posen. Djenstag morgen nach Schul (ebenso Freitag) im Hörsaale. Mischna. Herr Dr. E. Posen. Von Sonntag bis Donnerstag enschl., abends 8% Uhr im Vereinslokale v"v-Lernen, Herr Herz Holpern. natf (8M ntns). 1 Stunde vor Nacht. Herr I. Soffer. Ja hrzeits - Stistun gen: Sonntag. 3. Juni. Nonette Isaak geb. Prager- Stlstung. Dienstag, 6. Juni. Falk Goldfchnndt-Stistung. Mittwoch, 6. Juni. Benjamin Roos-Stistung. Donnerstag, 7. Juni. Moritz Golde-Stiftung. Agudas Jlsroel-Jugendgruppe. naw, 7'/s Uhr, Tsillas Schacharis. — 8 4IO—117» Herr Dr. I. Posen, Gemorob Kidduschin. Am Tiergarten 42, — Herr Louis Kahn, Kizzur Schulchan Oruch. — S/411—3/4i2, Herr Lippmann Kurzweil, Gemoro Bowo Kamo. — 6-77s>, Herr Gerson Schn erb. Kizzur Schulchan Ornch. — 12—1, Herr Herz Holpern, Das Jaumi. — 723—724, Herr Dr. W Hosmann, Gemoro Bowo Kamo. — 3-472. Herr Leo Schnerb. Gemoro Bezoh. — 4, Tsillas Mincho. — 47» -572, Herr R.-A. M. Katz. Sidraü mit Raschi. nnw von 8—4 Uhr. Montag und Dienstag von 729—10 Uhr Schiur des Herrn Emanuel Wolf. Minjan am roty morgens pünktlich um 774 Uhr. Don Montag bis Freitag morgen im Sitzungszimmer der Jsr. Religionsgesellschast, Gemoro. Herr Dr. Ehrmann. Agudas Jisroel-Mädchengruppe. Sonntag, 7-8 abds., Herr Dr. A. Merzbach, Jesajah. Montag, 9—10, Herr S. Unna. Newiim, Uhlandstr. 68 Dienstag, 9-10, Herr Dr. S. Weger, Trei Osor Zobelstraße 5. Mittwoch, 8-9, Herr Lehrer A. Hirschverg, Dinim. Damstag. 3/4ll—8/42, Herr Julius Lewin. Das Buch Samuel, - 4—5, Herr Lehrer A. Hirfchberg, Tauroh. Liwjalh Lhen-Verein. Samstag Nachm. 67s Uhr, .Zwischen den Zeilen des Priestersegens". Herr S. Sch ach no Witz.- Beshamldrafch, Ostendstraße 1t. Samstag rvnrotp '2 nachm. 5 Uhr. Halachischer Vortrag des Herrn Rabb. Mosche Karpel. Beshamldrafch Schwanenstratze. Samstag rnsnaiP 'n » Uhr. Halachischer Dortrag des Herrn Rabbiner M. Schneider. Ostjüdifcher Jugendbund. Das Bundesheim Fischerfeldstraße 9 I. ist geöffnet Donnerstags von 9—11 Uhr abends. Freitags von 7s10 -11 Uhr abends. Samstags und Iaumtauw 72ll-IU.hr vormittags und 3—9 Uhr abends, Sonn- und Feiertags von 72II—1 Uhr vormittags und 3—11 nachmittags. Lsraturnen. Unsere Turnabende finden unter der bewährten Leitung des Herrn Turnlehrers Friede regelmäßig wieder statt. Turnsaal der Samson Raphael Hirsch-Schule. Anmeldungen und Auskünfte Eli Ph. Posen. Fichtestraße 8 I., sowie aus dem Turndoden. V. I. A. (Frankfurt a. M.) Stellenvermittlung: Gesucht wird für Juni ein praktischer Arzt zur 7ebernahme einer Vertretung bei guter Bezahlung Näheres durch Herrn Willi Wolf, Frankfurt a. M., Ostendstraße 21. Tel. Car. 47331. Gebetzeile«. wi nitf Freitag Abend 7.35 Samstag naDwn 6.30 Samstagmorgen 7.45 Samstagnachmittag 1. und 5.— Samstagabend 9 25 lVochengottesdienft: :T7orgens 6.15 Nachmittags 7:15 Tefilin-tegen am Morgen 2.35

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