Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 69 (1928)
- Issue
- Heft 21 (24.5.1928)
- Date
- 1928-05-24
- Page
- – (sequence 22)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 2 Nr. 21 Der Israelit chael, Worte der Liebe, des Dankes und des treuen Gedenkens. Herr Oberkantor Groß trug zur Einleitung und zum Schlüsse der Feier in eindrucksvoller Weise Psalmgesänge vor. Sitzung der Gemeindevertretung der Israelitischen Gemeinde. Am Dienstag und Mittwoch dieser Woche hatte die Gemeindevertretung große Tage. Die Beratung über den Haushaltsplan wurde durch Me sünsviertelstündtge Rede des Berichterstatters, Rechtsanwalt Dr. Geiger, eingeleitet, die sich durch Gründlichkeit und Temperament auszeichnete. Der Berichterstatter klagte über die mangelhafte Berichterstattung des Vorstandes gegenüber der Gemeindevertretung und verlangte bessere und promptere Informationen. Einen breiten Raum nahmen die liberalen Klagen über angebliche Bevorzugung der konservativen Richtung ein. Wie es damit in Wirklichkeit bestellt ist, zeigte jedoch die vierstündige Debatte über das Philantropin, über die an dieser Stelle noch eingehend berichtet werden wird. Die Gegensätze zwischen Liberalen und Konservativen stießen heftig aufeinander. Letztere ließen deutlich erkennen, daß sie dem Philantropin nicht das geringste Vertrauen entgegenbringen könnten, und daß es nur die Unmöglichkeit des Durchdringens gegenüber den Liberalen sei, was sie veranlaßte, keinen Antrag auf Errichtung einer eigenen konservativen Schule zu stellen. Schließlich enthielten sich bei der Abstimmung über den Etat des Philantropins Konservative und Volkspartei der Stimme. Von Subventionen, die bewilligt wurden, ist eine solche an den Keren Hajessod in Höhe von Mk. 3000.— bemerkenswert, während die Subventionierung der Zionistischen Vereinigung von Mk. 300.— abgelehnt wurde. Der Bericht der Studienkommission über die Neuorganisierung der Wohlfahrtspflege, den die Versammlung zur Kenntnis nahm, blieb den Pressevertretern schwer verständlich. Ausführlicherer Bericht folgt. Das Moskauer jüdische Theater in Frankfurt. Im schönen Neuen Operette n-Theater Am Eschenheimer Tor spielen die „Moskauer", denen von Berlin aus der Ruf höchsten Künstlertums oorausging. In der ersten Hälfte dieser Woche stand ein Stück nach S ch o l e m Alechem auf dem Spielplan. Nach Schalem Alechem, denn Scholem Alechem war es keineswegs, was wir hier auf der Bühne zu sehen und hören bekamen. Scholem Alechcms Kraft liegt im Dialog, richtiger im Monolog, denn feine Menachem Mendels und feine Tuwjes, die Helden von Kasrielewske und Jehupez, lassen nur selten einen anderen zu Worte kommen. In diesen krausen endlosen Selbstgesprächen spiegelt sich aber die ganze Tragik und Komik des Ostgolus wieder. Hier bei den „Moskauern" wird aber überhaupt nicht gesprochen, nichts gezeigt und nichts erzählt. Cs wird gespielt, gemimt, gesungen, getanzt und geturnt. Ein biederes, ehrbares Schneiderlein gewann das große Los, ganze 200.000 Rubel. Er, und noch mehr die Schneiderinnen, sie passen sich an, sie blähen sich auf, so schwer es ihnen ankommt, verlieren das Geld an Schwindler und steigen wieder hinab, und sie treffen da unten ihre kluge Tochter Balte, die den ganzen Rummel nach oben nicht mitgemacht hatte und einen der zwei Schneidergesellen, die um sie werben, heiratet. Was ein Scholem Alechem aus diesem Auf und Ab gemacht hätte oder hat, wissen wir. Wir erinnern uns in diesem Zusammenhänge einer seiner besten Skizzen unter dem Titel: „Wenn ich Rothschild wäre". Hier aber erleben wir ganz was anderes. Es ist recht amüsant und gewiß nicht ohne gepflegte und peinlich geübte Kunst, was da geboten wird, aber Scholem Alechem ist es nicht und soll es wahrscheinlich auch nicht sein. Alles wird in Sang und Tanz Mt einer nie gesehenen Gestik, fast Akrobatik, gezeigt. Wie das Schneiderpaar die Stufenleiter des Glückes förmlich hinaufturnt, dort unsicher balanziert und dann die gleiche Treppe hinunter p u r z e l t, ist es eine Weide für Auge und Ohr, die an der leichten heiteren Kunst ds Schwankes Freude haben. Jedermanns Sache ist es nicht. Um eine Parodie ganz zu verstehen, muß man das Original kennen. Denen, die dem jüdischen Leben des Ostens nicht fremd gegenüber stehen, muß der Besuch sehr empfohlen werden. In krassen, dick aufgetragenen Bildern werden sie viel Eigenes und Vergangenes wiedererkennen und vergnügt lachen. Das ist schon immerhin etwas. Talmud Thora-Verein. Das Schowuaus-Lernen findet Donnerstag den 24. Mai, abends 10.30 Uhr im neuen Haufe der Rabbinischen Lehranstalt Jeschiwa Theobaldstraße 6 statt. Eintritt ist nur gegen Karte gestattet. Karten für Erwachsene Mk. 1.50, für junge Leute Mk. 1.— sind bei Herrn Schames S. Israel in der Synagoge am Börneplatz sowie im Büro Mainstraße 21 zu haben. Täglich nach dem Morgengottesdienst in den Synagogen Börncplatz und Hermesweg Schiurim. Fortbildungsunterricht für Knaben und Mädchen täglich von 4—7 Uhr, Fortbildungsunterricht für junge Leute täglich von 7—10 Uhr abends. Wer gibt Auskunft? Viktor, Sohn des Herrn Abraham B e s s e r g l ü ck, Frankfurt a. M., Albusgasse 14, bisher Lehrling bei der Firma Messing, Kronprinzenstraße 27, hat am Mittwoch den 9. Mai, nachdem er vormittags eine Auseinandersetzung mit seinem Ches gehabt hatte, die elterliche Wohnung verlassen und ist bis jetzt nicht wiedergekommen. Die Eltern, eine ehrbare Familie in Frankfurt a. M., find in größter Sorge um den Verbleib ihres Kindes. Außer einer Postkarte aus Bingen, die er, ohne Angabe seines Reisezieles, einen Tag nach seiner Abreise, abgestempelt in Bingen, an die Eltern sandte, war bis jetzt keine Spur von ihm zu entdecken. Der Junge ist 16 Jahre alt, groß gewachsen-, hatte Hellen Anzug an, auf dem Kopfe eine Helle Kappe und trug schwarze Hornbrille mit weißen Stäbchen. Alle, die irgend eine Auskunft über den Aufenthalt des Jungen geben können, begehen eine gute Tat, wenn sie diese sofort an Herrn Abraham Besserglück, Frankfurt a. M., Albusgasse 14, weitergeben. Für . den Keren Hatauroh-Fonds. Die schönen Schwuaustage nahn heran — Wir rühren uns, das Gotteshaus zu schmücken Mit Blumen und mit Kränzen. Voll Entzücken Schaun wir die Buntheit der -Girlanden an. Auch unser Heim begehst der Blumen Zier, Wenn Flur und Au'n in Maienblüte prangen, Dann regt sich oft in uns ein still Verlangen, Daß Lenz auch sei in unserm Hausvevier. Wie aber erst, wenn eine gute Tat Sich mit dem Blumengrüße eng verbindet! Daß, wer für Thoralernen warm empfindet. Zum Fonds zu spenden dabei Anlaß hat! Auf denn! Schickt Freunden, Kranken Blumengaben Zu Simchas Jomtow reichlich in ihr Haus! Und wendet Euch an uns um einen Strauß. Ihr werdet reichen Lohn dafür einst haben. —d. —s. Vereinskalender. Verein Mekor Lhajim. tiiviaw-Programm. Donnerstag abend 11 Uhr: DlViaV-Lernen im Vereinslokal. Freitag (1, Tag l Stunde vor naw im Hörsaal, Herr B. Rachelsohn über Decalog: rr^> 'i:n nmn. naw mittag (2. Tag 4l/4 Uhr: Herr Dr. Willi Hosmann über rrip'i im Vereinslokal. naw mittag 1 Stunde vor Nacht im Hörsaal: Herr Rabb. Dr. Jos. Breuer über: Am Ausgang des Sinai-Tages. Sonntag morgens nach Schul (ebenso Mittwoch), im Hörsaale Friedberger Anlage bin "st, Herr Redakteur S. Schachnowitz. — 8^4 Uhr vorm, (ebenso Samstag eine Stunde vor Nacht) im Vereinslokale, Gemoro, Herr Joachim Sofer. — 9lU Uhr vorm, (ebenso Dienstag nachmittag eine Stunde vor Mincho), Gemoro, Herr R. A. G. Posen. Montag morgen nach Schul (ebenso Donnerstag) im Hörsaale, Mischna, Mitgliederlernen. — Abends 7 Uhr (ebenso Mittwoch) im Deretnslokale, Gemoro, Herr Rabb. Dr. Josef Breuer.' — Abends 8*/4 Uhr (ebenso Donnerstag) im Vereinslokale, Gemoro, Herr Dr. E. Posen. Dienstag morgen nach Schul (ebenso Freitag) im Hörsaale, Mijchna, Herr Dr. E. Posen. Von Sonntag bis Donnerstag enschl., abends 8s/4 Uhr im Deretnslokale v^-Lernen, Herr Herz Holpern. Ja hrzeits-Stiftungen: Montag, 28. Mai. Salomon Sender-Stiftung. Dienstag, 29. Mai. Carl Mayer-Stiftung. Freitag, 1. Juni. Jacob Löwenstein-Stiftung. Agudas llisroel-Iugendgruppe. 02V. 7l/2 Uhr, Tfillas Schacharis. - ^lO-U1/* Herr Dr. I. Posen, Gemoroh Kidduschin, Am Tiergarten 42. — 3/4ll—3/42, Herr Louis Kahn. Kizzur Schulchan Oruch. — 3/41—3/42, Herr Lippmann Kurzweil, Gemoro Bowo Kamo. — 6—7V2, Herr Gerfon Schnerb, Kizzur Schulchan Ornch. — 12—1, Herr Herz Halpern, Das Jaumi. — 1/28-Hs4. Herr Dr. W- Hofmann, Gemoro Bowo Kamo. — 8-41/2. Herr Leo Schnerb. Gemoro Bezoh. — 4, Tfillas Mincho. — 4*/* —51/2, Herr R.-A. M. Katz, Sidrah mit Rafchi. von 3—4 Uhr. Montag und Dienstag von 1/28—10 Uhr Schiur des Herrn Emanuel Wolf. Minjan am nav morgens pünktlich um llU Uhr. Don Montag bis Freitag morgen im Sitzungszimmer der Jsr. Religionsgefellschaft, Gemoro, Herr Dr. Ehrmann. . Agudas Jisroel-Mädchengruppe. Sonntag, 7—8 abds., Herr Dr. A. Merzbach, Jefajah. Montag, 9—10, Herr S. Unna, Newiim, Uhlandstr. 68 Dienstag, 9—10, Herr Dr. S. Weger, Trei Ofor Zobelstratze 8. Mittwoch, 8—9, Herr Lehrer A. Hirfchverg, Dinim, Samstag, 3/4ll—s/412, Herr Julius Lewin, Das Buch Samuel, — 4—5, Herr Lehrer A. Hirschberg, Tauroh. Beshamidrasch, Ostendsiraße IS. Samstag nunat? 'a nachm. 5 Uhr, Halachischer Vortrag des Herrn Rabb. Mosche Karpel. Beshamidrasch Schiyanenstrahe. Samstag msnaip 4 Uhr. Halachischer Vortrag des Herrn Rabbiner M. Schneider. 24. Mai 1928 Ostjüdischer Iugendbund. Das Vundesheim Fischerseldstratze 9 I. ist geöffnet Donnerstags von 9—11 Uhr abends, Freitags von 1/2IO-II Uhr abends, Samstags undJaurntamv V2II—1 Uhr vormittags und 3—9 Uhr abends, Sonn- und Feiertags von 1/2II—1 Uhr vormittags und 3—11 nachmittags. / Jüdischer Turnerbund. Am Sonntag, den 27. und Montag, den 28. Mai findet unsere 2 tägige Wanderung statt. Sie führt uns durch den Odenwald, den Neckar entlang, nach Heidelberg mit anschließender Besichtigung des Schlosses. Wir treffen uns um 6 Uhr pünktlich Hauptportal Hauptbahnhos. Letzte Besprechung der teilnehmenden Damen und Herren am Samstag, den 26. er., nachm. 1/26 Uhr, Langestratze 3 I. Gäste willkommen. Gebelzeite». nunap * Anfang 8.— Freitagmorgen 7.30 nisnaw nav Freitag Abend 7.30 Samstag naawn 6.15 Samstagmorgen 7.30 - Samstagnachmittag 1 und 5.— Samstagabend 9 15 Wochengottesdienst: Morgens 6.15 Nachmittags 7.15 Tefilin-Legen am Morgen 2.45 Wir machen unsere Leser auf das heutige Inserat der Firma Dressola Sprechapparate-Vau, Frankfurt a. M., Kaiserstraße 23, aufmerksam. / Diese Firma stellt seit Jahren einen Sprech-Apparät von allererster Qualität her und hat es sich zur Ausgabe gemacht, besonders für pädagogische Zwecke Instrumente von besonderer Feinheit herzustellen. Die Firma ist in Frankfurter Kreisen außerordentlich bekannt und wie wir erfahren, hat dieselbe schon viele jüdische Familien beliefert, die außerordentlich zufrieden mit der Lieferung sind. Die Apparate werden nicht durch Händler vertrieben, sondern sind nur durch autorisierte Verkaufsstellen zu beziehen, in Frankfurt a. M. in erster Linie Neue Mainzerstraße 22 oder Kaiserstraße 23. Die Dressola hat es sich zum Prinzip gemacht, nur allererste Qualität zu -äußerst günstigen Preisen und Verkaufsbedingungen ohne Zwischenhandel zu liefern, dabei sind die Apparate von einer Klangreinheit und seelenvollen Wiedergabe, wie sie wohl kaum, selbst nicht unter teuersten Apparaten zu finden sein dürfte. Die Erfindung des phonetischen Einbaues ist von einem ersten Fachmusiker, dem Komponisten und Operndirigenten Heinz Dressel, so daß schon dieser Umstand allein dafür bürgt, daß hier etwas musikalisch Hochwertiges geschaffen ist. Interessenten erhalten gern ausführlichen. Katalog, aus dem man schon auf den ersten Blick ersieht, daßes sich hier um eine hochwertige Qualitätsware handelt. nnoncen-Büro Julius Schmidt Frankfurt a. M., Langestr. 7 Telefon Hansa 4641 Postscheck-Konto Frankfurt am Main 142 353 Einzige Inseraten «Annahme für Frankfurter Geschäftsinserate des „ISRAELIT“ Ausserdem Annahme von Inseraten für sämtliche hiesige und auswärtige Tageszeitungen, Wochenu. Fachblätter zu Originalpreisen