Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 69 (1928)
- Issue
- Heft 20 (17.5.1928)
- Date
- 1928-05-17
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/2446951-2450495-2450514--74963-2532462- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Der Israelit Nr. 20 Sette 7 17 Mai 1918 Personalien. Oberrabbiner Dr. S. Weszel y^T* Lerajevo, 10. Mai. Oberrabbiner Dr. Samuel Weszel ist im Jahve 1871 in Waitzen geboren. Er entstammt einer sehr frommen Rabbinerfamilie. Von der frühesten Kindheit an widmete er, früh verwaist, sich dem Talmudstudium. Im 13. Lebensjahre besuchte er die berühmte Jeschiwoh zu Bonyhad. Nach weiteren andauernden intensivsten jüdischen Studien, bei denen er seinen- Lehrern und Meistern durch hervorragenden Scharfsinn auffiel und die ihn zu einem der besten Talmudkenner und Hebraisten machten, kam er als Zwanzigjähriger nach Altona zu Rabbi Elia Munk, wo seine Vorträge in der Klaus Aufsehen eregten. Sein Morenu-Diplom erwarb er sich in Gyömöritz ging dann nach Preßburg, wo er mehrere Jahre hindurch seine Studien an der Rabbinerhochschule fortsetzte und auch dort mit glänzenden Erfolgen sein Räbbinerdiplom erhielt. Nach Absolvierung seiner philosophsichen Studien in der Schweiz und Deutschland erreichte er seinen Doktor. Von Basel aus erhielt er den Ruf nach Rotterdam und dann nach Sarajevo an die aschkenasische Gemeinde. Diesem Ruf leistete er Folge und wirkte dort vom 1. November 1898 bis zum 19. April 1928, seinem Todestage. Im Jahre 1900 verehelichte er sich mit Paula Robinson, der Tochter des Privatgelehrten Isaak Robinson, Charlottenburg-Berlin, der aus angesehenster Rabbiner- und Gelehrtenfamilie stammte. Treu und hingebungsvoll, durchdrungen von tiefster Verehrung und Liebe zum aufopferungsvollen Gatten, stand sie als wahre Jfcha Chaschuwa ihm bei seinen hohen Aufgaben, als Priester und Mensch-verständnisvoll helfend zur Seite. Der Ehe entsproß ein Sohn, Dr. Josef Weszel. Für seine schweren Berufsarbeiten in seiner Gemeinde, die ihm ihre gedeihliche Entwicklung verdankt, fand er bei seiner eigenen, wie auch bei der sephardischen Brüdergemeinde vollstes Verständnis. Als Gelehrten kannte man ihn. durch ,eine reichen Geistesgaben, unter welchen hauptsächlich das „Targum zum Buche Ruth", die Geschichte der jüdischen Gemeinde in Bosnien in der „Jewish Encyclopedia" zu nennen sind. Seine pädagogischen Erfahrungen gipfeln in dem „allgemeinen Lehrplan für den jüdischen Religionsunterricht" ,den die Regierung in sämtlichen Schulen einführte. — Der Verblichene genoß nicht nur bei seinen Glaubensgenossen, sondern auch bei allen Schichten der Bevölkerung, ohne Unterschied der Konfession, höchste Verehrung und Liebe, die der Präses seiner Gemeinde, Herr Dr. M .R o t h k o p f, anläßlich seiner Ernennung zum Oberrabbiner (1909) mit folgenden Worten ausdrückte: „Sie haben das Höchste erreicht, was ein Seelsorger erreichen kann, die unbegrenzte Hochschätzung und Liebe aller Mitglieder und rückhaltslofe Verehrung". Dieselbe Anerkennung an höchster Stelle fand ihren Ausdruck mit der Verleihung des Sava- Ordens, sowie durch die persönliche Gratulation des Königs Alexander anläßlich des 25 jährigen Amtsjubiläums. Am verflossenen Pessachseste erschienen noch in der Pnvatwohnung des Verblichenen der Armeekommandant mit der Generalität, um ihm anläßlich des Feiertages ihre Aufwartung, zu machen. Seine letzte Droschoh hielt er Ächaron-Pessach, sieben Tage vor seinem Heimgänge, mit seltener Begeisterung und hinreißender Beredsamkeit. Sein plötzlicher Tod rief daher nicht nur in Sarajevo, sondern weit über die Grenzen seines Wirkungskreises größte Bestürzung und größte Trauer hervor. — An den imposanten Bestattungsfeierlichkeiten, die am ersten Tage Roschhodssch Jjar von der Vorhalle des Tempels, den er vor nahezu 30 Jahren erbauen half, aus statt fanden, nahmen etwa '10 000 Personen teil, unter Anteilnahme der ersten Rabbiner des Königreichs, an der Spitze mit dem Landesoberabbiner Dr. A l k a l y aus Belgrad, aller militärischen, staatlichen und städtischen Behörden, des diplomatischen Corps, sämtlicher Schulen und Vereine, der gesamten aschkenäsischen und sephardtscheu Gemeinden, sowie unter ungemein zahlreicher Beteiligung der gesamten Bevölkerung statt. In ergreifenden Worten schilderten Kollegen, Freunde und Schüler das edle Wirken des Verblichenen. Zum Schluß nahm sein einziges Kind, Dr. Josef Weszel, mit Dankesworten Abschied. rra:m Langenselbold, 13. Mai. Herr Lehrer Ehrenreich, der über 25 Jahre hier in treuester Pflichterfüllung seines Amtes waltete, ist zu seinen Söhnen nach Berlin übergesiedelt. Der Wegzug wird allseits bedauert, da Herr Ehrenreich in den Jahren seines hiesigen Wirkens sich die Liebe und Achtung der gesamten Bevölkerung erworben hatte. Mainz, 10. Mai. Herr A. Z e i t i n , Mainz, sieht am '3 ras? auf eine 25jährige Tätigkeit als Q"no “isio in Mainz und Vorbeter des dortigen Krankenpflege-Vereins zurück. Herr Zeitin hat in dieser Mainzer Zeit achtzehn neue nun 'ivo geschrieben. Thiingey, 13. Mai. Am 12. Jjar ist im hohen Alter von nahezu 80 Jahren Oskar Forchhe i m e r verstorben. Er stand auf streng religiösem Standpunkte und hat noch in seinem Siechtum in den letzten Jahren treu und gewissenhaft alle Gebote unseres heiligen Glaubens rfüllt. Der Verstorbene war ein einfacher, schlichter, biederer, unermüdlich tätiger, friedliebender Mann. Seine 7 Söhne standen im. Weltkrieg an der Front; außerdem waren noch 2 Schwiegersöhne eingezogen. Der Verlust von zwei Söhnen, die den Heldentod gestorben sind, brach seine Kraft. Bei der Ueberführung schilderten Oberkantor Eschwege in Würzburg und Oberlehrer Freudenberger von hier seinen Lebensweg und seine Vredienste. Aurich, 10. Mai. Am 19. Mai feiert Herr Magnus von der Walde im Kreise seiner Kinder, Enkel und Urenkel seinen 80. Geburtstag in voller Frische und Rüstigkeit. Herr v. d. Walde war 50 Jahre lang Bäckermeister in unserer Stadt und galt als besonders tüchtig in seinem Fache; erst seit einigen Jahren lebt er im wohlverdienten Ruhestande. Er hat den Feldzug von 1870-71 mitgemacht und gehört zu den ältesten Mitgliedern des Kriegervereins. Der Bund jüdischer Frontsoldaten hat ihn zum Ehrenvorsitzenden ernannt. Wir wünschen ihm: ■Q'iv a'7 *n? rpov nai w' na Kassel, 1. Mai. Seinen 78. Geburtstag beging in seltener Rüstigkeit Herr Siegmund Mey erhoff dahier. Kassel, 1. Mai. Ihren 75. Geburtstag beging in größter Frische Frau Betty Grünthul geb. Regensberg, dahier. Vreitenbach, 1. Mai. Ihren 75. Geburtstag beging hier die Witwe Moses I a p h e t in größter Rüstigkeit. Guxhagen, 1. Mai. Seinen 76. Geburtstag begeht heute in größter Rüstigkeit und geistiger Frische Herr Baruch K a tz (M. Sohn). Randegg, 14. Mai. Seit über Jahresfrist wurde unsere Gemeinde durch den Verlust mehrerer Gemeindemitglieder heimgesucht und schon wieder haben wir den Tod eines derselben zu beklagen. William Bloch, Antiquar, wurde plötzlich im 68. Lebensjahr zun"a?-abberufen, zu dem er so treu gehalten, dem er unter unsäglich großen Opfern seine Treue und Hingebung gehalten hat. Wir verlieren ein treues Gemeindemitglieü, welches keinen Gottesdienst versäumte. Mit hohen geistigen Gaben ausgestattet, hat der Verstorbene es verstanden, seinen Nächsten damit in uneigennütziger Weise zu dienen. Von seinen Schwestern in Amerika wurde der Verstorbene besonders liebevoll behandelt. Mögen auch uns die Segnungen seines frommen Lebens zuteil werden. na"sa - Altona, 12. Mai. Im Monat Jjar hat unsere Gemeinde den Verlust zweier Männer zu beklagen, die zu den „Ansche Emuna" gehörten. Im 87. Lebensjahre starb Louis Kleve. In Hamburg geboren, genoß er feine Ausbildung in der dortigen Talmud-Thoraschule und lauschte in seiner Jugend noch den Vorträgen des Chacham Bernays. Er war Mitbegründer des Mekor Chajim-Vereins in Hamburg, dessen Lernvorträge er bis ins hohe Alter regelmäßig besuchte. Er heiratete in Altona die Tochter des Klausrabbiners Rabbi Peßach Goldschmidt. Er gründete in Altona ein echt-jüdisches Haus und erzog seine Kinder im Geiste der Thora. In seiner freien Zeit, die sein Beruf ihm ließ, vertiefte er sich in die Musar-Werke unserer Weisen, nach deren Vorschriften er sein eigenes Leben gestaltete. Viele Jahve war er Synagogenkommissar der Altonaer Gemeinde. Im Kriege verlor er zwei Söhne und er trug ergeben in Gottes Willen die schwere Prüfung. Die letzten Lebensjahre verbrachte er im Altenhause der Altonaer Gemeinde, umgeben von der Liebe und Treue seiner Kinder und Enkel. Vor seiner Ueberführung zum ot-ima hielt Rabbiner Duckesz dem langjährigen Freunde einen Nachruf, und im Trauerhause würdigte Herr Oberrabbiner Dr. Carlebach das Leben und Wirken des Verstorbenen. Einen Tag später starb, 70 Jahre alt, Louis Koppel. Auch er wandelte von frühester Jugend an in den Wegen der Gottesfurcht. Er schloß sich den berühmten Gelehrten, wie Dr. Löb Rabbi Elija Munk t>"r und später Dr. Lerner an, um von ihnen das Gotteswort zu lernen. Nachdem er die Tochter des bekannten Alexander Möller geheiratet hatte, trat er in die Firma Segelbaum u. Co. ein, die vielen Familien Gelegenheit zum Halten des ras? gab. Im Gemeindeleben betätigte er sich als Repräsentant und zuletzt als Vorstandsmitglied. Er erwarb sich besondere Verdienste um die Klaus, deren Vorstand er 30 Jahre lang angehörte. Ebenso wirkte er viele Jahre hingebungsvoll als Gabaj der Altonaer Chewra kadischa. Auch er mußte im Kriege zwei blühende Söhne und einen Schwiegersohn dem Vaterlande als Opfer bringen. Diese Schläge, die ihn kurz hintereinander trafen, trug er mit heroischer Gottesergebenheit. Die allgemeine Verehrung und Wertschätzung, deren sich der Verewigte erfreute, kam bei der großen Beteiligung an seiner Lewajoh zum Ausdruck. Im Trauerhause und am Friedhof entwarf Oberrabbiner Dr. Carlebach in ergreifenden und geistreichen Worten das Lebensbild des Entschlafenen, der vorbildlich als Jehudi und Mensch in schlichter Weise wirkte. Herr Sanitätsrat Dr. Franck sprach im Namen des Gemeindevorstandes den Dank der Collegien für seine Mühewaltung aus. Im Namen der Klaus und Chewra kadischa widmete Rabbiner Duckesz dem Verstorbenen einen warmen Nachruf für seine hingebungsvolle und unermüdliche Tätigkeit. rrn^n- Briefkasten. I. H. Ludwigshas^n. Unter jpn versteht Midrasch Einsühren einer Speise oder eines Medikamentes auf künstlichem Wege in den Organismus. In diesem Sinne ist auch mipn wsp zu übersetzen. Maurice Klein. Stratzburg. Betrag für Abonnement eingegangen. Familiennachrichten. Barmizwo: Aron. Sohn der Frau Schimmel Wwe., Frankfurt a. M., Rechneigrabenstratze 13. Synagoge Börneplatz. -,27v2 nma- — Leopold. Sohn des Herrn Lehrers I. Adl^r, Wormditt, Ostpr. 222»2 futf. — Julius. Sohü des Herrn Josef Weglein und Frau geb. Althof. Karlsruhe. 29. Jtar. — Hans. Sohn des Herrn Jakob Blumenthal, Fulda. '2 uy> 7122?. — Erich, Sohn des Herrn Max Katz. Frankfurt a. M., Arndtstratze 7. 127B2 Ti22?‘ Synagoge Unterltndau. — Jakob, Sohn, des Herrn Daniel Hetz und Frau Recha geb. Strautz. Sprendlingen. riivi22?2 '2- — Hermann, Sohn der Frau Rosa Cohn geb. Heinemann in Fürth in B.. Karolinenftratze 7 am 7122? 2. Tag 7>ixi22? (25. Mai). Verlobte: Moses Lustig, Minna Brav, Verlobte. Frankfurt a. M. Silberne Hochzeit: Herr MaxLauchhetmer und Frau Bella geb. Leiter aus Aushausen bei Bopfingen feiern am 23. Mai das Fest der silbernen Hochzeit. Die Unterzeichneten fordern hiermit die Israelitische Synagogen-Gemeinde (Ädaß Jisroel) zu Berlin N. 24, Artilleriestr. 31 zur Verhandlung über die Friedhofs- Streiffache vor ein unparteiisches und unabhängiges Beth-Din auf und bemerken, daß sie bei Ablehnung die Verantwortung ablehnen müssen. Dr. Leonhard Kirsch, Berlin. 2. Kestenbaum, Leipzig-London. Jod-Bad Tölz Kurpension Heltmanna unter Aufsicht Sr Ehrw. Dr, München. — Bietet das Beste an Unterkunft und Verpflegung. Heues Operetten-Mealer Moskauer jüdisches akademisches Theater Nach dem sensationellen Erfolg in Berlin zuerst in Frankfurt a. M. kremiere: Seeitog IS.Ülai, 8 üfir 200.000 kr ist ausschließlich Sache der Leser, die im Inseratenteil enthaltenen Empfehlungen tttueler Daren oder sonstige Angaben rellgionsgesehlicheu Lharakler» auf ihre Zuverlässigkeit zu prüfen. Tüchtiges, gebildetes religiöses junges dltädcfien welches englisch und Fraitzöstsch beherrscht, m einem Sjöhügen Knaben in vornehmem orthodox. Haushalt in England gesucht, welches die Aufgaben ves Knaben überwachen und gleichzeitig als Stütze der Hausfrau im Haushalt helfen soll. Pertonal vorhanden. Zuschriften (evtl. persönliche Vorstellung) an Frau Direktor Lange,Frankfurt a. M.. Tiergarten « Suche passende Partie für junge Dame (Verwandte) 23 Jahre alt, bildhübsch, streng fromm, aus deutscher Iichusfamilie, wirtschaftlich und geschäftlich sehr tüchtig. — 3 Zimmer-Einrichtung und sehr schöne Wäscheaussteuer. Gefl. Off, unter 27178 ad die Exp. Vermittler verbeten. ßeivaf. Suche f. nahen Verw., 33 I. alt, der auf d. Lande ein kl. Geschäft mit Landwirtschaft betreibt bescheidene Häusl. Lebensgefährtin mit etw. Barvermög. Derselbe würde gegebenenfalls auch nach auswärts ein heiraten. Offerten unter 27176 an die Expedition d.efes Blattes. jünger tüchtiger Kaufmann (24 Jahre) mit 15—20 Mille sucht tätige Scfcißgung an seriöser Firma (nav geschlossen). Off. unter D. 139 ja. d. An«.-Büro I. Schmidt, Frankfurt M. Larigestr. 7 Suche f. nahe Berw., einfach u. tücht. i. Haushalt, streng religiös, Mitte 30, mit etwas Vermögen» passende Partie Witwer mit Kindern nicht ausgeschlossen, da sehr kinderlieb. Off, unt. 27282 an die Erp. Gute rituelle Verpflegung finden jüngere und ältere Damen in klein. Schwarzwald Dorf zu billtgem Preis. (27170) Jak. Wachenhelmer Ww. Schmiehetm (Baden). Eine sehr schöne min nso a’Tiasm 'ii 52 cm. h. preisw. z. verkauf. Off. unt. 27195 an die Erp. Bad" 1-2 mil. Zimmer m. Küche f. Sommer z verm. Garten vorhanden. Off. unt. 27183 an die Erp. Klischees I eJfen/frf- Graphische CKunst&n&töli i Pevuf Janfce I Q my/b H {FRANKFURTA (jr.Friedbergerstr. Tel. Römer 7707 Tüchtiges, erfahrenes jüd. Mädchen für kleinen relig. Haushalt nach Zürich gesucht. Muß kochen und Rahen können. Zweitmädchen oorhandan. Off. unt. 27199 an die Exp., Per sofort gesucht Köchin nicht über 25 I.. die einen streng rit.Haushlat führen kann, zu 3 erwachsenen Personen. Mädchen vorhanden. Frau Max Sprei, Düsseldorf, Wallstr. 18. Tüchtiges junges Miiäeken für kleinen streng fromm. Haushalt nach Mainz per sofort gesucht. Selbiges muß stch für Säugling eignen. Ausf. Off. u. 27192 Exp. Gut möbl. Zimmer In Berlin — Bellevue u.Hansa-Vtertel bevorzugt — v. j. Manne f. Ende ds. Monats gesucht. .Tel. Bedingung. Off. mit Preis ünt. 27184 an d. Exp. 1474