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Der Israelit · 1928-05-10 · Heft 19 (10.5.1928) · page 12

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Journal
Der Israelit
Volume
69 (1928)
Issue
Heft 19 (10.5.1928)
Date
1928-05-10
Page
– (sequence 12)
Language
German
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Seite 2 Nr. LZ 2) c r Israelit 10 Mai 1928 fachen Umstellungen blieb das weitumfasiende Liebeswerk dieser von der Vorsehung zu großen Aufgaben bestimmten Frau fast unverändert. Die Abgeklärtheit des hohen Alters gab ihrem Wirken nur noch erhöhten milden Glanz. Ein goldenes jüdisches Herz war geleitet von einem scharfen, wenn nötig sogar strengen, und immer klug abwägendem Verstände, der die Liebesgluten nicht unnütz verglühen und versickern ließ, sie in Rahmen und Form zu fassen wußte, für Werke und Werte von bleibender Dauer. Und die Frau, von der soviel edle Kraft und menschliche Güte ausstrahlte, war ein leidender Mensch, arbeitete oft unter Schmerzen, von denen, wie überhaupt von ihrem Ich zu sprechen, ihr belanglos erschien, zur Linderung der Leiden Anderer. Frau Charlotte Rosenheim hatte eine hehre Aufgabe zu erfüllen, und diese füllte ihr ganzes Leben aus, daß ihr keine Zeit und in ihrer Seele kein Raum übrig blieb, an sich selber zu denken. Unnötig zu erwähnen, wie Frau Charlotte Rosenheim Mittelpunkt der Familie im engen und weitesten Sinne, der gute Geist des Hauses, der^Stolz der Ihren war. In vielen Wohltätigkeitsinstitutionen nahm sie eine führende Stellung ein, und sie hat zu einer Zeit, da von einer Organisierung der Wohlfahrtsarbeit noch keine Rede war, die Organisation im besten und jüdischsten Sinne in ihrem Herzen, in ihrer Hand gehabt und Wege gewiesen zu Hilfsarbeit im' Kleinen und Großen. Wir werden Charlotte Rosenheims gedenken, solange der Gedanke an den dritten Grundpfeiler im Bau unserer Gemeinschaft, der Gedanke an ion als natürliche Konsequenz von nrnyi mw in uns lebendig bleiben wird, rrasm S—tz. Meldet fabbakfreie Stellen! Die Stellenvermittlung der Agüdas Jisroel bittet alle Arbeitgeber, ihre sabbatfreien Vakanzen aufzugeben. (Telefon Carolus 448 70). Die Sprechstunde findet regelmäßig Montag und Donnerstag Abend von 7.30—8.30 Uhr Schwanenstr. 12 statt. Für und von der „Habima". Lag beomer-Konzerte. Der Vorabend und der Abend des Lag beaumer selbst standen im Zeichen der „Habima", wiewohl diese selbst zur Zeit in Palästina ihre Triumphe feiert. Am Montag abend war das Konzert in der Frankfurt- Loge, wie Einladung und Programmzettel besagten, zugunsten der „Habima" von einem Frankfurter Komitee, das sich seinerzeit zur Unterstützung des hebräischen Theaters gebildet hat, arrangiert. Im Mittelpunkte stand der in Frankfurt schon bekannte Oberkantor Alter aus Hannover mit seinem ebenfalls schon bekannten Repertoire. Dieses wird in der Folge etwas erweitert werden müssen, wenn es in kurzen Intervallen immer von Neuem die alte Zugkraft ausüben sollte. Immerhin: die Stimme ist in ihrer Stärke und Schönheit unübertroffen und stürmisches Temperament ist gezügelt durch gute Schulung. Herr Alter sang Arien, Rezitativs, religiöse Gesänge und Volkslieder. Er sang in vier Sprachen (hebräisch, italienisch, deutsch und jiddisch) und in allen gleich mächtig, schön und hinreißend. Ganz daheim ist aber und bleibt er in seinem C h a s o n u s. Um sein ,)R'ze", „W'feraw" und seine Aussprache mit dem „Ribannau schel Aulom" ganz in ihrer bestrickenden Eigenart zu würdigen, muh man vielleicht mehr östlichen Geist in sich haben, als er in.dem Festsaal der Frankfurt-Loge an diesem Abend vertreten war. Die chassidischen Volkslieder und Volksweisen ergötzten und waren nach all dem Moll des Abends eine angenehme Ablenkung. Der rauschende Dank zwang zu einer kleinen allerliebsten Zugabe und diese wiederum zu neuem Dank und Beifall. Neben Herrn Alter gab ein. Künstler von großem Ausmaß, Alexander Barjansky, als Cellist Proben seiner hohen Kunst, die viel ehrlichen Beifall auslösten. Der Abend schien uns, seinen Zweck in ideeller wie materieller Hinsicht erfüllt zu haben. Am Dienstag abend genossen wir im Saalbau etwas von der Habimakunst selbst, im Ausschnitte. Herr Leo Riaszanefs, ein prachtvoller Bariton von der „Habima", sang deutsche Arien und Lieder, sowie hebräische Melodien. Wer da etwas wie exotische Kunst erwartete, war, je nach Einstellung, angenehm überrascht oder enttäuscht. Riaszaneff ist ein in jeder Beziehung moderner Sänger und verfügt über eine Schulung und Technik, um die ihn mancher einheimische Sänger beneiden könnte. Er singt in einem tadellosen Deutsch, wie eben alle guten Sänger singen, temperiert, zurückhaltend; ein Meister auch in der Kunst der Beschränkung. Wo es am Platze war, wie bei den hebräischen Melodien im zweiten Teile, ließ er schon seinem Temperamente freieren Lauf, ohne auch hier die Festigkeit und die innere Disziplin. des Habimaenfembles zu verleugnen. Neben ihm meisterte Prost Dr. Julius Siber, Würzburg, ein bekannter Interpret Paganinis, die Violine. Er meistert sie in allen Höhen und Tiefen und findet immer den Kontakt mit dem Auditorium. Dieses dankte beiden Künstlern mit überaus reichem Beifall. Jahresbericht des jüdischen Turnerbundes. Das erfreulichste Merkmal der diesjährigen Generalversammlung des I. T. V. war der besonders starke Besuch derselben. Der Bericht des ersten Vorsitzenden ließ erkennen, daß der Bund im abgelaufenen Geschäftsjahr eine im Rahmen seiner sich z. Zt. gestellten Aufgabe erhebliche Aufgabe geleistet hat und auch für die Zukunft nur Gutes erhoffen läßt. Es wurden insgesamt 280 Uebungsstunden in 9 Abteilungen abgehalten, die wöchentlich von ca. 190 Personen besucht waren. Die in den jeweils stattgefundenen Kursen erzielten Resultate warensehr erfreulich. Es war dies zum guten Teil den dem I. T. B. zur Verfügung stehenden tüchtigen Lehrkräften zu verdanken. Der I. T. B. ließ es sich im vergangenen Jahr besonders angelegen sein, durch mehrere stattgehabte gesellige Zusammenkünfte, viele Wanderungen, und dem besonders wohlgelugnenen Chanukkafeste das Freundschaftsband innerhalb der Mitglieder zu festigen. Um der Oefsentlichkeit einen Beweis zu geben, daß auch bei gediegener Vereinsarbeit ohne jeden äußeren Tantam hochstehende turnerische Leistungen erzielt werden können, veranstaltete der I. T. B. ein Kinder-Schauturnen, das allgemein den berechtigten Beifall der jüdischen Oefsentlichkeit hervorrief. Auch anläßlich des jüdischen Handwerker-Festes beteiligte sich der I. T. B. mit einer Turner- und Knaben-Riege. Aus dem Bericht des Kassierers war zu entnehmen, daß die laufenden Ausgaben ca. 4000 Mk. betrugen, die aus den Beiträgen der aktiven und passiven Mitglieder, sowie gelegentlicher Sonderspenden gedeckt wurden. Darüber hinaus ist es der Vereinsleitung gelungen, mehrere Sportgeräte anzuschaffen: u. a. einen Barren und eine eiserne Reckstange. Die Mitgliederzahl des I. T. B. beträgt zurzeit 262 Personen. Die eingereichten Anträge wurden genehmigt, und zwar: 1. Dei Beitrag der Kinder-Abteilung von 75 auf 50 Pfg. zu ermäßigen: 2. Einsetzung eines Vereins-Schiedsgerichtes. Turnusgemäß schieden die beiden verdienstvollen Mitglieder, Frl. Helene Heidingsfeld und Herr Hermann Hackel aus dem Vorstand aus. Der neugewählte Vorstand setzt sich zusammen aus den Herren: Samuel Eisemann, Ädolf Fiebermann, Dr. Jos. Frank, Dr. Ernst Freimann, Bertel Graetz, Hugo Herrmann, Benno Levita. Zur Unterstützung des Vorstandes wurden verschiedene Kommissionen gebildet, die sich innerhalb eines Arbeitsausschusses zusammenfinden. Alle Anzeichen deuten darauf hin, daß die für die jüdische Gesamtheit Frankfurts bedeutungsvolle Arbeit des I. T. V. auch im kommenden Jahre von Erfolg begleitet sein wird. Lag beomer in der Agudas Jisroel-Jugendgrnppe. Die „oberen Räume des Herrn Faßbender" erwiesen 'ich geräumig genug für die Menge der Agudisten und Agudafreunde, die sich dort zu einer gemütlichen Lag beomer-Feier zusammenfanden. Eingeleitet wurde der Abend durch einen schönen Geigenvortrag des Frl. Erna Schnerb. Daran reihte sich eine Ansprache des Vorsitzenden, Herrn Dr. Paul C u l p, der in warmen Worten die Gäste willkommen hieß. Es folgten dann in bunter Reihe Gesänge, Gedichtvorträge und ein originelles Radiospiel. Der Abend erreichte seinen Höhepunkt, als in vorgerückter Stunde die V. I. A. in corpore anmarchiert kam. Herr Dr. Joseph Klibansky fand mr seinen goldenen Humor dankbare Abnehmer, und so and der Abend seinen harmonischen Ausklang. Tzt. Blumen zu Schwuaus. Zu Schwuaus kann man Blumen beziehen und für Freunde bestellen bei der Zentrale des Keren Hathora, Frankfurt, Börnestraße 26. Tel. H. 2730. Für prompte Besorgung wird garantiert. Diamantene Hochzeit. Die Eheleute Eduard Hamburger und Frau Klara geb. Koch, Frankfurt a. M., Gwinnerstraße 3, feiern am. Freitag, den 25. Mai das seltene Fest der diamantenen Hochzeit im Alter von 85 und 87 Jahren. Max Bökkigheimer n"2?- Ein frühvollendeter Jüngling ist dahingegangen! Max Böttigheimer ist nicht mehr. Wer ihn kannte, weiß, was die Mutter an ihm verloren, diesem prächtigen Jüngling, der so vielversprechend für die Zukunft, von Gott in den Gan Eden abgerufen, nach schwerem Leid,^ das er ertragen sollte, bis er feine reine Seele aushauchte. Aus seinen schönen Zügen leuchtete die Reinheit seiner Gesinnung, die Güte feines goldreinen Herzens. Schon mit 14 Jahren, kurz nach des Vaters Tode, vor ca. 10 Jahren, entsagte der Hochbegabte dem Studium, um für den Fam'..cnunterhalt zu sorgen. Zehn Jahre stand er kämpfend im Leben, stets nur das eine Ziel vor Augen: Der Mutter den früh verlorenen Vater zu ersetzen. Aber '"vn hat Max Vöttiger so früh, ja leider nur allzufrüh für die tiefgebeugten Angehörigen zu sich genommen. Möge 'n der Mutter und den Angehörigen Trost spenden! Geschäfksjubiläum. CH. Rumpler, Weißbindergeschäft, Ostendstr. 33, vierte am “wun ^sein 25jähriges Geschäftsjubiläum. Vereinskalender. Verein Mekor Lhajim. Sonntag morgens nach Schul (ebenso Mittwoch), im Hörsaale Friedberger Anlage virr "fp Herr Redakteur S. Schachnowitz. — 874 Uhr vorm, (ebenso Samstag eine Stunde vor blocht) im Vereinslokale. Gemoro, Herr Joachim Sofer. — 9^4 Uhr vorm, (ebenso Dienstag nachmittag eine Stunde vor Mtncho), Gemoro, Herr R. A. G. Posen. Montag morgen nach Schul (ebenso Donnerstag> im Hörsaale. Mischna, Mitgliederlernen. — Abends 7 Ahr (ebenso Mittwoch) im Vereinslokale, Gemoro, Herr Robb. Dr. Jofef Breuer. — Abends 8V4 Uhr' (ebenso Donnerstag) im Vereinslokale, Gemoro, Herr Dr. E Posen. Dienstag morgen nach Schul (ebenso Freitag) im Hörsaale, Mtschna, Herr Dr, E. Posen. Von Sonntag bis Donnerstag einschl.,, abends 8*/* ll^r im Vereinslokale O"V-Lernen, Herr Herz. Halpern. Samstag nach Schul, im Hörsaale. Dinim, Herr Dr.. E. Posen. — nachmittags 474 Uhr, im Dereinslokale, Mikro. Herr Dr. W. Hofmann. — Eine Stunde vor Nacht im Hörsaale, Midrasch,. Herr Leo Schnerb. Ja hrzeits-Stiftungen: 12- Mai. Oberkantor Julius Friesländer- Stistung. Dienstag, 15. Mai. Dr. Israel Roos-Stistung. Mittwoch, 16; Mai. Abraham Fürth und Rosa Joseph geb. Mainz-Stiftung. Agudas Jisroel-Iugendgruppe. naar, 77s Uhr, Tfillas Schacharis. — »"UO—illh Herr Dr. I. Posen, Gemorob Kidduschin, Am Tiergarten 42, — »/«II'—®/42, Herr Louis Kahn, Kizzur Schulchan Oruch. — s/411—3/il2, Herr Lippmann Kurzweil, Gemoro Bowo Kamo. — 6 —71/?, Herr Gersvn Schnerb, Kizzur Schulchan Ornch. — 12—1, Herr Herz Halpern, Das Jaumi. — Herr Dr. W Hosmann, Gemoro Bowo Kamo. — 3—4'/s. Herr Leo Schnerb. Gemoro Bezoh. — 4, Tfillas Mincho. — 47s —51/2» Herr R.-A. M. Katz, Sidrab mit Rascht. rat? von 8—4 Uhr. Montag und Dienstaq von 1/2^—10 Uhr Schiur des Herrn Emanuel Wolf. Minjan am mw morgens pünktlich um 71/4 Uhr. Don Montag bis Freitag morgen im Sitzungszimmer der Jsr. Religionsgesellfchaft, Gemoro: Herr Dr. Ehrmann. Agudas Jisrvel-Mädchcngruppe. Sonntag, 7—8 abds., Herr Dr. A. Merzbach, Jesajah Montag, 9—M Herr S. Unna, Newiim. Uhlandstr. 68 Dienstag, 9--10, Herr Dr. S. Weger, Trei Osor Zobelstraße 5. Mittwoch, 8—9; Herr Lehrer A. Hirschverg, Dinim. Samstag. 3Uli—*U12, Herr Julius Lewin. Das Buch Samuel, — 4—5, Herr Lehrer A. Hirfchberg, Tauroh. Liwjalh Lhen-Verrln. Samstag, im Hörsaale Friedberger-Anlage,, nach Mincho (BV* Uhr) Vortrag des Herrn S. Schachno w i tz aus,7,2 '-n ivnK- (Aus dem Wege zum Sinai.) ' Jüdischer Turnerbund. Turn zeiten. 4 Herren: Sonntag, 8—12 Uhr, Gymnastik und Sport«. Riederwaldwiese. Leitung: Sportlehrer Friede!! Eisenhuth. Donnerstag, 31/2—10 Uhr, Gymnastik und Turnen. Annaschule. Leitung: Turnm Sportlehrer Friede! Eisenhuth. Alte Herren: Donnerstag, 872—10 Uhr, Turnen und Gymnastik, Annaschule. LeitungTurnu. Sportlehrer Fr. Eisenhuth. Jugend: Sonntag, 8—12 Ubr, Gymnastik und ,Sport. Riederwaldwiese. Leitung: Sportlehrer Fr. Eisenhuth. Damen: Mittwoch, 8y2—10 Uhr, Turnen nnb Gymnastik. Annasckschule, Rechneigrabenstraße. Leitung: Fräulein Trusheim. Frauen: Mittwoch. V/4—9 Uhr, Sondergymnastikkurs, Realschule Tiergarten,8. Leitung: Frl. M. Acker. 1 Knaben: Dienstag. 6-8 Uhr, Turnen und Spielen» Annaschule. Leitung: Ferd. Fleck. Mädchen: Mittwoch, 47s—7 Uhr Gymnastik und Turnen Abtlg. I (bis 10 Jahre). Uhr Abtlg. II (über 10 Jahre). 572—7 Uhr, Annaschule. Leitung: Ferd. Fleck. Sonntag: Sport Riederwaldwiese, Wanderungen, Radtouren. Schwimmen. Esralurnen. Unsere Turnabende finden unter der bewährten./ Leitung des Herrn Turnlehrers Friede regelmäßig wieder statt. Turnsaal der Samson Raphael Hirsch-Schule. Anmeldungen und Auskünfte Eli Ph. Posen, Fichtestratze 8 I., sowie auf dem Turnboden. Sebekzettea. ■>npnn im hat? Freitag Abend 7.25 Samstag naawn 6.30 Samstagmorgen 7.45 Samstagnachmittag 1.— und 5.— Samstagabend 8.55 Wochengottesdienst: Morgens 6.15 Nachmittags 7.15 Tefilin-Legen am Morgen 3.15 mmm

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