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Der Israelit · 1928-04-26 · Heft 17 (26.4.1928) · page 14

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
69 (1928)
Issue
Heft 17 (26.4.1928)
Date
1928-04-26
Page
– (sequence 14)
Language
German
Belongs to
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Seite 2 Nr. 17 r, l; i Alkjüdisches aus Friedberg (Hessen). Daß unsere Nachbarstadt Friedberg eine Reihe besonders interessante jüdische Altertümer aufzurveisen hat, ist wenigen bekannt. Das ehemalige Ghetto ist größtenteils erhalten. Hier interessiert uns am meisten die bis vor 80 Jahren noch im Gebrauch gewesene alte mpa, die von dem Architekten der Friedberger Stadtkirche im Jahre 1260 erbaut wurde. Das Ganze ist aus einem einzigen Felsblock gehauen und weist eine Tiefe von 24 Metern auf. Die 70 Stufen, die zum Grundwasser hinabführen, sind zu beiden Seiten von Säulen und Nischen mit kunstvollen rein gothifchen Verzierungen umgeben. Der ganze Raum wird durch ein Oberlicht erhellt. Wer diese Stätte verlassen hat, versäume nicht, auch die Synagoge sich anzusehen. In dieser fällt besonders der wundervoll geschnitzte vnpn pix auf, dessen Inneres eine min iso birgt, die, heute noch zur Vorlesung benutzt, in dem ehrwürdigen Alter von 900 Jahren stehen soll. — Man versäume nicht, sich dieses ehrwürdige Zeugnis vergangener Generationen anzusehen. Samson Raphael Hirsch und die Israelitische Religionsgesellschaft. Von Dr. Mendel Hirsch Wr- (Fortsetzung). Nur schade, daß dies Alles nichts als jenes wohlfeile forensische Manöver ist, das, wenn es nichts anderes weiß, feinem Gegner die absurde Narrenkappe aufdichtet und sich dann zum Richter wendet mit der Frage: Und einem solchen Narren wollt ihr Recht geben? Nicht, weil sie uns nicht belieben, nicht weil wir die jenseitigen Kultus- und Lehranstalten nicht gebrauchen, nicht weil wir eigene Kultus- und Lehranstalten uns gegründet haben, nicht deshalb fordern wir Befreiung von den jenseitigen Kultus- und Lehranstalten-Lasten. Nicht auf diesem Boden absurder Narrheit suchen wir unser Recht, vielmehr weil wir die jenseitigen Anstalten nicht gebrauchen dürfen, weil wir die jenseitigen Anstalten nicht unterstützen dürfen, weil die jenseitigen Anstalten auf Verleugnung uns heiliger Religionsgrundsätze stehen, und die Bekämpfung und Vernichtung unseres eigenen, uns unverbrüchlich heiligen alten; orthodoxen Judentums als Ziel ihrer Wirksamkeit verfolgen, somit wir in Mitunterhaltung derselben uns an Werken zu beteiligen gezwungen werden, die vor unserm Gewissen die schwersten Versündigungen sind, und durch deren Beteiligung wir den schnödesten Abfall von dem eigenen Religionsbekenntnisse sanktionieren müssen, — darum, und darum allein fordern wir die Befreiung von dieser Beitragspflicht. Ja, diese Forderung ist selbst ja nur die natürliche Folge jener unserer höheren Forderung unserer paritätischen Selbständigkeit im Gebiete des religiösen Bekenntnisses. — Vollends lächerlich und gedankenlos ist aber die Parallele mit dem Staate und zeigt nicht die Hohlheit unserer Ansprüche, sondern die Lächerlichkeit der jenseitigen Prätentionen. Der Staat ist es, der mit seinen Wohltaten und Segnungen unser Gesamtwesen, selbst unser konfessionelles, mitumfaßt, dem er den Rechtsboden der Entwicklung sichert. Allein eine Religionsgemeinde berührt nur die eine Seite, die konfessionelle, unserer Lebensbeziehungen, sie hat nur vermöge dieser einen Seite einen Anspruch an uns. Wenn sie aber, oder ihr Vorstand das konfessionelle Bekenntnis feindlich bekämpft, welches das Band zwischen uns bildet, wenn sie nicht nur die Anstalten nicht bietet, deren wir zur Erfüllung unserer konfessionellen Obliegenheiten bedürfen, wenn sie vielmehr solche Anstalten gründet und pflegt, die sich im Widerspruch mit unserem konfessionellen Bekenntnis befinden, ja, die die Zerstörung unseres konfessionellen Religionswesens geradezu anstreben, dann hat die Religionsgemeinde und ihr Vorstand das einzige Band selber zerrissen, das uns an sie knüpfte, dann hat sie jeden Anspruch an uns selber verscherzt, dann gibts nichts Gemeinsames mehr zwischen uns; dann ist sie als konfessionelle Gemeinde für uns überall nicht mehr vorhanden. Aber der aliquote Anteil, den wir doch durch unsere Besteuerung äbseiten des Staates mit an . <ii; ii;fini!; .;i!ii• Der Israelit der Unterhaltung christlicher Lehr- und gottesdienstlicher Anstalten tragen? -Nicht vermöge unseres konfessionellen, sondern rein nur vermöge unseres bürgerlichen Charakters nimmt der Staat uns in Anspruch, nur als Bürger und nicht als Juden haben wir zu steuern, und jener Beitrag wäre also höchstens nur ein indirekter. Allein selbst ein direkter Beitrag zu christlich-konfessionellen Anstalten für Christen, könnte in keiner Weise unser Gewissen verletzen. Wir förderten damit eben nur die Anstalten, in welchen Menschenseelen für die religiösen Ueberzeugungen und diejenigen konfessionellen Pflichten gebildet und begeistert werden, denen sie vermöge ihrer Bestimmung angehören. In den Lehr- und Kultusanstalten des Vorstandes aber werden Geister und Gemüter von Jung und Alt in Uniwissenheit und zur Verleugnung und Verletzung derjenigen religiösen Ueberzeugungen und konfessionellen Pflichten herangebildet und erzogen, die ihnen, als geborenen Juden, nach den unerschütterlichen Diktaten unseres religiösen Gewissens von Gott, Ihrem Schöpfer und Herrn, geboten sind. Nicht in irgend welcher Beteiligung an christlichen Anstalten für Christen, in Beteiligung an Missionsschulen und Anstalten zur Bekehrung der Juden hätte der Vorstand eine Parallele für unsere Mitbesteuerung zu seinen Anstalten zu ziehen. (Fortsetzung folgt.) Aachklänge! Schwingen und Wellen durchzittern den Raum; Ein Fluidum uns verbindet. Mir ist's, als wär' ich befangen im Traum, Der mir ein Märchen verkündet. Hörtest du, wie die Flügel rauschten? Das war der Königsaar, Der, während wir ergriffen lauschten. In unsrer Mitte war. Da steht vor uns in riesiger Halle Die „Hirsch'sche Schul'" erbaut. „Ma tauwu auholecho" tönt's im Saale. Der Chor singt es machtvoll, laut. Ein Ehrfurchtschauer faßt die Menge. Wir sitzen lautlos, gebannt. Nicht atmen mag man trotz der Enge, Als nun erscheint auf weißer Wand Der Schule genialer Begründer. Die leuchtenden Augen, die keiner vergißt, Schau'n auf uns hin, „seine Kinder". Als ob er uns alle freudig begrüßt.- Nun ziehet vorüber an uns Bild um Bild, Musik durchbrauset das Haus. Hoch sehn wir im Geiste erhoben den Schild: „Die alte Devise heraus!" Der alten Schule alter Geist Erscheinet im neuen Gewände. Und seine beredte Zunge preist Was an ihr man als Sonderart kannte. Jetzt treten sie nacheinander auf Die Lehrer, die heim schon gegangen. / Drei Werteljahrhundert! — Das ist fo der Lauf! — Die Seele ergreifet leis' Bangen. — Da rafft sich empor der Geist, jubelnd erklingt Der muntre Sang von der Gegenwart! Die Tausende die Wahrheit durchdringt: Daß altes mit neuem sich paart. Der Schwur wird erneut: „Ob groß oder klein, „Wir schwören der Schule die Treue, Würdig ’ der großen Vergangenheit sein! Daß sie durch uns sich erneue!" So segne sie alle, gütiger Gott, Führ' stets sie auf richtigen Wegen! Geleit' sie in dieser Zeiten Not Dem ersten Jahrhundert entgegen! S. L. Dereinskalender. Verein Mekor Chajim. Sonntag morgens nach Schul (ebenso Mittwoch), im Hörsaale Frie>berger Anlage tn# Herr Redakteur S. Schachnowttz. — 8l/4 Uhr vorm, (ebenso Samstag eine Stunde vor Rocht) im Vereinslokale. Gemoro, Herr Joachim Sofer. — 9>/4 Uhr v^rm. (ebenso Dienstag nachmittag eine Stunde vor Mincho), Gemoro, Herr R. A. G. Posen. Montag morgen nach Schul (ebenso Donnerstag) im Hörsaale. Miichna, Mitgliederlernen. — Abends 7 Uhr (ebenso Mittwoch) im Vereinslokale. Gemoro, Herr Robb. Dr. Josef Breuer. — Abends 8V4 Uhr (ebenso Donnerstag) im Vereinslokale, Gemoro, Herr Dr. E. Posen. Dienstag morgen nach Schul (ebenso Freitag) im Harsaale, Mifchna, Herr Dr. E. Posen. Von Sonntag bis Donnerstag einschl., abends 8% _ 26. April 1928 Uhr im Dereinslokale v"V-Lernen, Herr Herz Halpern. > Samstag nach Schul, im Hörsaale. Dinim, Herr Dr. E. Posen: — nachmittags 4lU Uhr, im Dereinslokale, Mikro. Herr Dr. W. Hofmann. — Eine Stunde vor Nacht im Hörsaale, Midrasch, Herr Jos. Carlebach. Jahrzeits - Stiftungen: Mittwoch, 2. Mai. Hermann Goldschmidt-Stistg. Agudas JisroestJugendgruppe.; N2V, 71/2 Uhr, Tfilläs Schacharis. — s/410—11V* Herr Dr. I. Posen, Gemoroh Kiddüschin, Am Tiergarten 42, — 3/4i—3/4l2, Herr Louis Kahn, Kizzur Schulchan Oruch. — 3/4ll—3/4i2, Herr Lippmann Kurzweil, Gemoro Bowo Kamo. 6—7Vs, Herr ' Gerson Schnerb, Kizzur Schulchan Ornch. -r-' 12—1, Herr Herz Halpern, Das Jaumi. — y23—y24, Herr Dr. W Hofmann, Gemoro Bowo Kamo. — 3—4i/s. Herr Leo Schnerb. Gemoro Bezoh. - 4, Tfilläs Mincho. — 4;y* —5V2, Herr R.-A. M. Katz, Sidrah mit Rafchi. naw von 3—4 Uhr. Montag und Dienstag von V29—10 Uhr Schiur des Herrn Emanuel Wolf. Minjan am miP morgens pünktlich um 71/4 Uhr. Don Montag bis Freitag morgen im Sitzungszimmer der Jsr. Religionsgesellschaft, Gemoro, Herr Dr. Ehrmann. Agudas Jisroel-Madchengruppe. Sonntag, 7—8 abds., HerrDr. A. Merzbach, Jefajah. Montag. 9—10, Herr S. Unna, Newiim, Uhlandstr. 68 Dienstag. 9—10, Herr Dr. S. Weger, Trei Osor Zobelstraße 5. Mittwoch. 8-9, Herr Lehrer A. Hirschverg. Dinim, Samstag, 3/4ll—:3/412, Herr Julius Lewin. Das Buch Samuel, — 4—8, Herr Lehrer A. Hirschberg, Tauroh. Liwjalh Chen-Verein. Samstag, im Hörsaale Frjedberger-Anlage, nach Mincho (51j4 Uhr) Vortrag des Herrn S. Schachnowitz aus jm 'yt mnK. Beshamidrasch. Ostendstraße IS. Don Sonntag abend bis Donnerstag einschl. allabendlich von 81/*—91/* Uhr 'da- Herr Rabb. M. Karpel. rrap X22-Schwr des Herrn Dr. Jsaac Breuer: Sonntag vorm. ^9 Uhr, Dienstag bis Donnerstag abend 8 Uhr. Allabendlich zwischennnaa und cns "n- Herr W. Rosenzweig. MV Mittag zwischen 12—1 Uhr, dir vain* Herr W. Rosenzweig. Jüdischer Turnerbund. T urnzeiten. Herren: Donnerstag. 8V2—10 Uhr, Turnen und Gymnastik, Annafchule. Sonntag, 8—12 Uhr, Sport und Spiele, Riederwaldwiese. Alte Herren: Donnerstag, 8V2—10 Uhr, Turnen und Gymnastik, Annaschule. Jugend: Sonntao. 8—12 Uhr, Sport und Spiele, Riederwaldwiese. Damen: Donnerstag, 8y2—10 Uhr, Turnen und Gymnastik. Liebsrauenschule. Frauen: Mittwoch. 73/4-9 Uhr, Sondergymnastlkkurs, Realschule Tiergarten 8. Knaben: Dienstag. 6-8 Uhr, Turnen, Annafchule. Mädchen: Mittwoch, 41/-—ö1/« Uhr (bis 10 Jahre) Turnen und Gymnastik. Annaschule. 5T/2—7 Uhr (über 10 Jahre) Turnen und Gymnastik. Annaschule. Am Montag, den 30. April, Abends 8^2 Uhr rndet unsere Generalversammlung im Dorestaurant, Braubachstratze, statt. Wir bitten unsere Mitglieder um zahlreiches und pünktliches Erscheinen. Esralurnen. Unsere Turn ab ende finden ab Montag den SO. April 1928, unter der bewährten Leitung des Herrn Turnlehrers Friede regelmäßig wieder statt. Turnsaal der Samson Raphael Hirsch Schule. Anmeldungen und Auskünfte Eli Ph. Posen, Fichtestratze 8 I., sowie aus dem Turnboden. Ostjüdischer Jugendbund. Oeffentliche Kundgebung am Sonntag, den 29. April, abends 8ll2 Ubr im Lokale Schützenstraße 2 I. Stock mit einem Vortrags-Abend des Herrn A. Rosenwasser über: „Der Weg der ostjüd. Jugend". Freie Aussprache. Gäste willkommen. Sebetzeilen, ä'vnp ma *>2ns rao Freitag Abend 7.05 ' Samstag naavn 6.45 Samstagmorgen 8.— Samstägnachmittag 1.— und 5.— Samstagabend 8 30 lvochengottesdienst: Morgens 6.15 Nachmittags 7.— Tefilin-tegen am Morgen 3.45

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