Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 69 (1928)
- Issue
- Heft 16 (19.4.1928)
- Date
- 1928-04-19
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/2446951-2450495-2450510--74888-2532383- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Seite 8 Nr. 18 Der Jscaelit 19 April 1928 Pessachfestes besucht; leider werden diese Gäste fast ans nahmslos durch zionistische Führer gel-eeitet, so daß ihnen die Institutionen der Agudas Jisroel und der Ortho doxie überhaupt vollkommen vorenthalten bleiben. Alle orthodoxen Palästina-Reisende sollten sich unmittelbar an das Büro der A g u d a s I i s r o e $ wenden, um dort Informationen und Führung zu empfangen. Amerika. Louis Marfhall vor dem Immigrationskomitee des Kongresses. Washington, 3. April Vertreter jüdischer und nichtjüdischer Wohlsahrtsorga nisatronen erschienen vor dem Jmmigrationskomitee des Kongresses der Vereinigten Staaten, um ihr Urteil über die dem Kongreß vorliegenden Gesetzentwürfe betreffend Modifizierung der Einwanderungsvorschristen abzugeben Sie setzen sich insbesondere dafür ein, daß Frauen und Kindern von amerikanischen Bürgern oder Bewerbern um die Bürgerschaft die Einwanderung unabhängig von dem Quotengesetz gestattet werde. Herr Louis Marshall, der das American Jewish Committee vertrat, forderte energisch eine Abänderung des Quotengefetzes von 1924, welches eine grausame Trennung von Familienmitglied dern verschuldet. Cr betonte die Heiligbeit der Familie und wies an Hand von Tatsachen nach, wie erbarmungs los das Quotengesetz in das Leben der Familie eingegriffen hat. Nicht eine Abschasfung des Gesetzes fordern wir, sagte Louis Marshall, sondern eine Milderung der administrativen Handhabung in dem Sinne, daß Eltern zu ihren Kindern, Frauen zu ihren Männern und umgekehrt kommen können. Rumänien-Debatte im amerikanischen Repräsentantenhaus. — Lellers Resolution gegen die Anleihe an Rumänien. W a s hin g t o n, 8. April. In der gestrigen Sitzung des Repräsentantenhauses der Bereinigten Staaten wurde die Resolution des jüdischen Repräsentanten Celler gegen die Gewährung einer Anleihe an Rumänien behandelt. In einer rwr kungsvollen Rede forderte Celler den Staatssekretär Kellogg aus, der geplanten rumänischen Anleihe in Höhe von 60 Millionen Dollar die staatliche Genehmigung zu versagen, da eine Regierung, die die vertraglichen Verpflichtungen gegenüber den nationalen Minderheiten nicht erfüllt und diese Minderheiten schweren Bedrückungen aussetzt, auch in finanziellere Beziehung kein Vertrauen verdient. Celler wurde vom Repräsentanten Black energisch unterstützt. Beide Repräsentanten erklärten, sie würden ihr Mögliches tun, um die Auflegung, der rumänischen Anleihe in Amerika zu verhindern.. (ITA.) Die Regierung will sich nicht einmischen. Newyork, 12. April. In Erwiderung aus die Forderung verschiedener Gruppen, besonders des American Jewish Congreß, daß die Regierung der Vereinigten Staaten bei der rumänischen Regierung wegen der ungerechten Behandlung der jüdischen Bürger intervenieren und erforderlichenfalls einen Druck auf Rumänien ausüben möge, erklärte Staatssekretär Kelloggs heute, die Vereinigten Staaten werden niemals einer fremden Regierung vorschreiben, welche Politik diese gegenüber ihren eigenen Bürgern, auch wenn sie Minderheitsnationen angehören, befolgen solle. Kelloggs Erklärung über die Nichteinmischung Amerikas in die inneren Angelegenheiten Rumäniens. W a f h i n g t o n, 16. April. Die Erklärung des Staatssekretärs Kellogg, daß die Bereinigten Staaten niemals einer fremden Regierung vorschreiben werden, welche Politik diese gegenüber ihren eigenen Bürgern befolgen solle, und daß die Regierung es darum ablehne, dem Wunsche jüdischer und nrchtjüdischer Organisationen der Bereinigten- Staaten zuent-' sprechen, und bei der rumänischen Regierung wegen der Verfolgung der Juden und der übrigen nationalen Und religiösen Minderheiten einzuschveiteN: hat-in Amerika Aufsehen erregt und zu verschiedenen Kommentaren Anlaß gegeben. Aus Kreisen der Washingtoner Regierung, die dem Staatssekretär Kellogg nahe stehen, wird der Jüdischen Telegraphen-Agentur mitgeteilt, daß die mündltcheAeußerung Kellogs an die Presse-Vertreter falsch gedeutet worden sei. Die Regierung der Vereinigten Staaten, heißt es in dieser.'Erklärung!, ist "-tief 'betroffen- (Hutch' die Mit-; Wenn es auch bem *nsu vergönnt war, die dem teilungen über die schlechte Behandlung, der die Juden ' Menschen ^bestimmt« Lebenszeit weit zu überschrei- und di« Minderheiten K MW. “« ftanb «l 81; - fo tonnfer er. ou^ deren Ländern ausgesetzt sind. Aber eine Einmischung in die inneren Angelegenheiten anderer Länder verbietet sich schon durch internationale Vorschriften, die die Formen des Verkehrs zwischen den .einzelnen Ländern regeln. Die Rote des Staatssekretärs John Hay vom Jahre 1902 cm die rumänische Regierung betreffend die Behandlung der Juden in diesem Lande war nur möglich, weil die Juden in Rumänien damals noch nicht Bürger Rumäniens waren und also auf auswärtigen Schutz ein Recht hatten. Die Lösung des Vertrages zwischen den Vereinigten Staaten und dem zarischen Rußland im Jahre 1911 geschah nicht wegen der . schlechten Behandlung der russischen Juden, sondern wegen der Antastung der Rechte der Juden, die amerikanische Bürger waren. Im übrigen, heißt es in der Erklärung weiter, bezogen sich die Aeußerungen Kelloggs. nur auf die technische Form der diplomatischen Beziehungen im Zusammenhang mit der rumänischen Anleihe, sollten aber keineswegs die Einleitung einer neuen Politik oder die Abwendung von der traditionellen amerikanischen Politik der Sympathie für die unterdrückten Juden der fremden Länder andeuten. Die Regierung der Vereinigten Staaten hegt nach wie vor starkes Interesse für das' Wohlergehen der Juden in Rumänien und hat die Vorstellungen der amerikanisch-jüdischen Körperschaften einer ernsthaftesten Erwägung unterzogen. Die Regierung hat alles, was in ihrer Macht liegt, und zwar innerhalb der Grenzen des diplomatischen Anstandes, getan, um eine Besserung der Lage der Juden in Rumänien zu erwirken. Was aber die rumänische Anleihe betrifft, so wurde das Staatsdepartement von den Bankiers nicht um Rat gefragt. Es bestehen Zweifel darüber, ob die amerikanichen Bankiers in Anbetracht der Unstabilität der Lage und der Stimmung in Rumänien genügend Interesse ür eine Beteiligung an der Anleihe aufbringen werden. mit Stammvater Jakob sprechen: "n rn' trjni tsy» viel Leid und Kummer hat' ihn heimgesucht, aber sein iiroa blieb unerschüttert: und selbst, .als sich nocy in letzterer Zeit ein sehr schmerzhaftes Leiden dazu gesellte, ertrug er doch alles mit großer Geduld und Ergebung. msxm Vermischtes. Personalien. Mannheim, 15. April. Am Schabbos Chol-hanw-ed verschied im vollendeten 73. Lebensjahre Frau. Sara L e v i gab. Heinsfurter. Sie war eine der immer seltener werdenden Persönlichkeiten, die ihrem Leben einen ieferen Sinn zu geben wußte. Ausgestattet mit hervorragenden Gaben des Geistes und Gemütes, voll tiefer Ergebung in die Forderungen unserer Religion, hat sie bis in die letzten Stunden ihres Lebensabends an allen Erscheinungen geistigen Lebens stärksten Anteil genommen und durch die starke Art, wie sie sich für alle geistigen Bestrebungen einzusetzen wußte, alle mitgerissen, die mit ihr in Berührung traten. So bedeutet ihr Tod' einen Verlust weit über den Kreis ihrer Familie hinaus. ... rrasan kiffmgen, 15. April. Mit Beginn der Saison 1928 ieht Herr Dr. I. Bamberger auf seine 25 jährige Tätigkeit als Arzt in Bad Kissingen zurück. Fischach, 15. April. Am 7. ds. Mts. verschied nach längerem Leiden im Alter von nahezu 73 Jahren unser Kantor und Schachet a. D. Leopold Dorfzaun. Nach einer 21jährigen Amtszeit in Schwanfeld hat er 27 Jahre in anspruchslosester, pflichtgetreuester Weise in der Gemeinde Fischach gewirkt, um sich am 1. Januar 1924 in den wohlverdienten Ruhestand zurückzuziehen. In allen Lebenslagen hat Dorfzaun rrnsyi nKm tiefe Religiosität mit großem Gottvertrauen verbunden. Das Andenken des Verblichenen wird von den Gemeindemitgl-cdern immer in Ehren gehalten werden. n'mxaiv Treysa, 12. April. Seinen 80. Geburtstag beging i-n (größter Frische Herr Meter Strupp dahier.;; Eschwege, 12. April. Ihren 80. Geburtstag beging ih /bester Rüstigkeit und Frische Frau Lina Sach s dahier. ^(Kassel, 12. April. Seinen 79. Geburtstag beging heute in größter Rüstigkeit und Geisiesfrische Herr Rentner Joseph Spangent hall dahier.! Kiel, 15. April. Herr Professor Dr. Adolf F r an kel--in Marburg wurde als' ordentlicher Proefsor für Mathematik an die Universität in Kiel berufen. Theilheim bei Schiveinfurk, 15. April. Am nos b® pim« wurde Lazarus Finke bn> eines der ältesten Gemeindemitglieder, zur ewigen Ruhe bestattet. Ein schlichter, einfacher Jehudi — iv'i.ov v'rr — war Lazarus- Finke, der es so gut verstanden hat, seine zahlreiche Kinderschar im Verein mit seiner vor 17 Jahren ihm oorangegärrgenen Gattin — einer wahren vv« — in echtjüdischer Weise zu erziehen. Unermüdlich, vom 'rühesten Morgen bis zum späten Abend zum Wohle seiner Familie tätig — n? np*is.’, nm?: nach der Auslegung unserer Weisen war er/ stets einer der Ersten^bei 713^ n(>dn ftn nvran n->> fand er auch Frankfurt a. M.. 3. April. In der jüngsten Vorstandssitzung des orthodoxen Rabbinerverbandes wurde beschlossen, die ursprünglich auf den 21. April festgesetzte Generalversammlung des orthodoxen RabbinerverbaNdes auf einen späteren Termin zu verlegen, da eine Reihe von Mitgliedern wegen des Schulbeginns nicht an der Versammlung teilnehmen könnten. Ladenburg, 29. März. In den letzten Jahrenfindet die nm> der mm ruma mehr und mehr wieder Eingang in deri Kreisen der gesetzestreuen deutschen Judenheit. Auch in unserer Gemeinde haften wir die '’är, einem mm nao 713m beizuwohnen, und zwar im Hause des allvcrchrtne Herrn Fritz Hirsch, wo sich zur Feier eine große Zahl von Freunden und Bekannten von Nah und Fern eingesunken hatte. In einer sehr herzlich gehaltenen Ansprache begrüßte der Hausherr die Gäste und brachte ihnen seinen Dank zum Ausdruck für die ihm. durch ihr Erscheinen erwiesenen Ehre. Auch sein Schwiegervater, Herr Kaufmann, hieß die Erschienenen willkommen, und wies in seinen weiteren Ausführungen auf zwei Fundamentalgesetze der mm hm, deren genaue Erfüllung an den wahren- Juden große Ansprüche stellen. Von dengeladenen Gästen sprachen u. a. Herr Rabbiner I. Korn aus Frankfurt a. M., der in seiner großangelegten kw-17 das- Ende der mm mit deren Anfang verband und die hier wie dort enthaltenen Pflichten von miasn mm und o^on uinferstrich und Herr Studienrat Dr. Levi, Mannheim, der mit seinen schönen rnrn-Worten allgemeinen Beifall fand. Köln, 4. April. Der Esra-Grupp e K ö l n ist es durch Rücksprache mit dem Dajan der Synagogengemernde Adaß Jeschurun, Herrn Rabbiner Gibermann, und dem Leiter der Kölner Jugendherberge, Herrn Schmitz, gelungen, eine Methode zu finden, nachder der jüdische Wanderer in den Jugendherbergen, die mit. „D. I. H." bezeichnet sind, die dortigen Kochgelegenheiten benutzen darf. Der Wanderer lege zu seinem Wandergeschirr einen Herdring von ca. 14 Zentimeter Lichtweite und 15—16 Zentimeter Außendurchmesser. Dieser Ring paßt auf. jeden dort befindlichen Gasherd; man muß nur möglichst sorgen, daß die RiMen des Gasherdes nach oben liegen, wie es m der KälNer Jugendherberge von selbst der Fall ist. Im Notfall darf man den Ring auch auf einen gleich großen Herdring legen, nur muß man sehr darauf achten, daß der Topf nur den eigenen Ring berührt und daß der eigene Ring der kleinste ist. Hoffentlich wird diese Erleichterung des Wanderns weitere Kreise der. jüdischen Jugend zur fleißigen Benutzung der segensreichen Einrichtung der „D. I. H." aufinuntern. ' Briefkasten. Frau Fanny Fink und Selma Rosenstock, Bingen. Mark 25.— für Spenden eingegangen und weiter gegeben. ' - . I. P. in L. Ueber die Entstehung der gehen die Meinungen der Gelehrten weit auseinander. Sie sind auf alle Fälle uralt. Welche Melodien aus der Zeit des Vftsvft n»3' stammen, läßt sich heute nicht .Nachweisen. R. L. Wir haben die gewünschte Nummer leider nicht zur Hand. Sch. in B. Wir nehmen und geben gern zur Kenntnis, daß Herr HiÜel Mannes mit 19 Jahren den 72N'Titel erhalten hat. Bier. Die Frage kann nicht generell beantwortet werden. Sie müssen sich an einen thorakundigen orthodoxen Rabbiner «enden, der nach individuellen Gesichtspunkten entscheiden muß. L. E. Rum. Die Hagadah ist in hebräischer Sprache bei A. M. Grubst ein in Lodz, Polen, erschienen. Abonnent. Ein Junge, der am 27. September geboren ist, wird Barmizwoh am rmy 'i'vrp, welcher dieses Jahr auf fällt. Familienrmchrichteu. Barmizwo: Leo, Sohn des Herrn Moses Nathansen (Ullmann) Leipzig, Westftr. 91. nmrrintf rna*Rudolf, Sohn des Herrn Norbert Baürn, Frankfurt a: M., Reuterweg 73. Samstag, 21. April. Synagoge Unterlindau. - -.G eßurtstag: HerrLeopold^atzeNstein. Fulda,- 'eiert am 2». April seinen 75. Geburtstag. ' ' . .G ilbe rne H och z eit: Der auch in deutschen orthodoxen Kreisen sehr geschätzte Besitzer des Madie Zeit, viele Jahre nnsr» iras ’aisa sich, zu bemühen j rienbader Hotels ,Goldnes Schloß", Herr Gottlieb ünL war.stets bereit, dem Rufe.zu>vorn ivn zu fol- Lettner/begeht am Samstag, den.21. April d. Is ge^ wenn die rrvrnp mun. deren langjähriges, eifriges ' mit seiner Gattin Dora geb. Adler, das Fest de: Mitglied er war,- hierzu aufforderte. (silbernen Hochzeit. /'i r!