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Der Israelit · 1928-04-04 · Heft 14 (4.4.1928) · page 25

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
69 (1928)
Issue
Heft 14 (4.4.1928)
Date
1928-04-04
Page
– (sequence 25)
Language
German
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IMäffev fievaiisgegeßen von dev fandesorgantfaüon de* Jlgudas-Jistoef io Dentfefiland i%- Jahrgang ~ Frankfurt a. AI., 4- April 1928 /1% Nissan 5688 Nummer 8 Stimmen zur Omer-Aktion. i. Die Omer-Aktion gibt den Gedanken und Gefühlen der Omertage symbolischen Ausdruck und läßt sie zur helfenden Tat werden. Sie verdient daher wärmste Förderung. Rabbiner Dr. Rkichalski-Karlsruhe. II. Möge der Omeraktion der A. I. I. O. mit G. H. ein voller Erfolg befchleden fein! Welche äorge ist denn brennender, als die um die Jugend? Welche Jugend verdient denn mehr Hingabe und Opfer olls Hie jüdische Jugend in ihrer Rot? Was aber tut am meisten Rot? Doch nur die geistige und sittliche Ertüchtigung der jüdischen Jugend im Sinne der Thora! Diesem Ziel dient die Omeraktion der A. I. I. O. Darum verdient sie die reichste Unterstützung und den gesegnetsten Erfolg! Rabbiner Dr. Breslauer-Fürth. Gesellschaftsreisen nach Erez-Zisroel. Anläßlich der Adar-Aktion wurde der Palästina-Centrale der Agudas Jisroel nahe gelegt, die Möglichkeit für die einzelnen Agudisten zu schaffen, wenigstens einmal in ihrem Leben nach Erez Jisroel zu reisen. Trotz der großen materiellen Schwierigkeiten, welche noch heute mit einer Palästinareise verknüpft sind, glaubt die Palästina-Centrale einen Weg zur Erleichterung gefunden zu haben, indem sie den Interessenten die Möglichkeit gibt, die Kosten auf einen großen Zeitraum zu verteilen. Es sind bereits die einleitenden Schritte zur Gründung eienr Reisegesellschaft „Die Regel" gemacht worden. Der Satzungsentwurf dieser Gesellschaft folgt nachstehend. Interessenten wollen sich wegen Anregungen und Beteiligung mit der Palästina-Centrale der Agudas Jisroel, Frankfurt a. M., Hanauerlandstraße 15, direkt in Verbindung setzen. . Satzungsentwurs. Die Gesellschaft „Ole Regel" bezweckt: 1-. die Veranstaltung gemeinsamer Erez Jisroel-Reisen für alle ihre Mitglieder. 2. An den jährlichen Reisen nach Erez Jisroel beteiligen sich 10 Prozent der Mitglieder, welche durch das Los bestimmt werden. 3. Die Reisen finden in der Regel so statt, daß den Mitgliedern die Möglichkeit gegeben ist, an einem der drei Regolim in Erez Jisroel zu weilen. 4. Die Reisekosten von Triest nach Jerusalem und zurück, sowie die Ausgaben für Verpflegung und Wohnung in Erez Jisroel während eines Aufenthaltes in Erez Jisroel von insgeamt 20 Tagen werden von der Gesellschaft bestritten. 5. Jedes Mitglied der Gesellschaft hat für die Dauer von zehn Jahren 2 shilling (2 Mark) wöchentlich in die Kasse einzuzahlen. . 6. Jedes Mitglied hat einen Verpflichtungs- Schein über die ganze im Laufe von 10 Jahren einzuzahlende Summe an! die Gesellschaft auszustellen. 7. Jedes Mitglied kann feine Rechte an einen Dritten als Geschenk oder gegen Entgelt abtreten. 8. Mitglieder, welche bereits auf Kosten der Gesellschaft eine Reise gemacht haben, haben erst nach Ablauf von 10 Jahren nach ihrem Eintritt in die Gesellschaft wiederum das Recht zur Beteiligung an der Verlosung. 9. Mitglieder, welche durch das Los das Recht zur Mitreise erhalten, können, wenn ihnen der Zeitpunkt nicht zusagt, zu Gunsten eines andern Mitgliedes auf die Reise verzichten und werden bei einer späteren Verlosung mit in Veracht gezogen. 10. Mitglieder, die sich dauernd in Palästina niederlassen wollen, erhalten die ersparten Kosten für die Rückreise von der Gesellschaft in bar vergütet. 11. Die Gesellschaft untersteht der Palästina- Centrale der Agudas Jisroel in Frankfurt a. M. 12. Die von den Mitgliedern zu wählende Lejtung versendet alljährlich einen Rechenschaftsbericht an die Mitglieder. Stellungnahme zu diesem Projekt in den Aguda-Vlättern ist erwünscht. Hast Du schon Deine Omertasche? Nein! Schreibe noch heute an die Agudas Jisroel Jugendorganisation Frankfurt a. M„ Langestraße 18 I in dem Versagen der slawischen, in erster Reche der ukrainischen Partner des Mmderheitsblockes und in dem Wahlterror der Regierung. Trotzdem bleibt Melzer dabei, daß es richtig war, keine selbständige jüdische Liste zu bilden, sondern mit den Minderheitsnationen zusammenzugehen, weil — man von den 10 Mandaten sonst vier bis fünf Mandate der Aguda und ihren Verbündeten hätte abgeben müssen. „Demgegenüber," sagt Melzer, „sind aus dem Minderheitsblock nur sieben Abgeordnete gewühlt worden, von welchen jedoch sechs der Zionistischen Organisation angehören. Nur der Weg des Minderheitsblockes hat eine politische Au sschaltung der A g u d a i n Kongreßpolen möglich gemacht." Das also ist des Pudels Kern. Der Haß gegen die organisierte Orthodoxie schaltet alle politische Vernunft aus, und man will sich lieber mit einer Zurückdämmung des jüdisch-parlamentarischen Einflusses überhaupt abfinden als den auf dem Boden der Thora stehenden Volksmassen die Möglichkeit einer Vertretung neben dem zionistischen Terror zuzugestehen. Außerordentlich treffende und für die sittliche Bewertung der zionistischen Politik vernichtende Worte findet im Warschauer „ M o m e n t " der bekannte, der Aguda durchaus fernstehende Publizist H i l l e l Z e i t l i n. In. einem Aufsatz unter der Ueberschrift: „Kann'der Zionismus auf der Zerstörung der jüdischen Massen aufgebaut werden?" charakterisiert Zeitlin die Grünbaumsche Politik, die der Wahlbewegung und ihrem Ergebnis den Stempel aufgedrückt hat, wie folgt: „Die Wahlen zum Sejm sind unter der Diktatur Grünbaums und unter der Losung geführt worden, zu zerstören, totzuschlagen und irgend jemandem „tödliche Schläge" zu versetzen. Einen „Totklapp" jedem, der sich seiner Diktatur nicht unterwerfen, will! Er und seine Mithelfer träumen jetzt davon, daß sie irgend jemanden besiegt haben, ja, daß sie irgend jemanden einen „Tütklapp" versetzten, während sie in Wirklichkeit den Zionismus besiegt haben, in dessep Namen sie ständig reden und in dessen Namen sie Opfer von allen Juden, einerlei ob sie Freidenker, gewöhnliche Juden oder Orthodoxe sind. Der letzte Wahlkampf ist von A'ünbüum u. Co. unter verschiedenen Losungen geführt worden. Die Hauptlofung ist aber gewesen: „Brechen, Klappen, Zu klappen und Nieder", und man hat das wirklich ausgeführt: man hat geklappt, zugeklappt — nämlich viele jüdische Mandate. Man hat viele hunderttausende von jüdischen Stimmen zum Schweigen gebracht und hat die jüdische Bevölkerung mit einer Vertreterschaft beglückt, die frei ist von der großen organisierten orthodoxen Partei und von echter jüdischer Volkstümlichkeit. Nachdenkliches zur polnischen Sejmwahl. Nachdem die trüben Wogen des Wahlkampfes in Polen sich einigermaßen verlaufen haben, kommen hie und da auch aus dem gegnerischen Lager Stimmen zu Worte, die mit einer etwas größeren Sachlichkeit, als es unmittelbar nach der Schlacht möglich war, über die Motive und Ergebnisse urteilen. Bemerkenswert scheint in dieser Hinsicht eine retrospektive Betrachung, die ein waschechter Parteizionist, Dr. Nathan M e l - z er, in der Prager „ S e l bst wehr " den Wahlen widmet. Melzer erklärt u. a.: ,.Es soll nicht geleugnet werden, daß die Zahl der aus dem Minderheitsblock hervorgegangenen jüdischen Deputierten zweifellos eine Enttäuschung bedeutet. Selbst die Pessimisten haben die Eroberung von 10 bis 12 jüdischen Mandaten als gesichert angesehen. Die Wahl von bloß sieben Deputierten ist demnach als Schlappe zu bezeichnen." Melzer erblickt die Ursache dieser Schlappe Ich will die Orthodoxie der Herren Farbstein und Budsin nicht in Frage, stellen. Sie können sehr gute und fromme Juden sein. Es handelt sich nicht um ihre persönliche Frömmigkeit oder Unfrömmigkeit, sondern um die Frage, ob für sie die Orthodoxie als solche gestimmt hat, insbesondere die organisierte Orthodoxie? Man tut so, als ob die ganze Orthodoxie bloß der Gerer Hof und zwei oder drei Aguda-Politiker feien, die gegen die Liste Nr. 18 gestimmt hätten. In Wirklichkeit sind es hunderttaufende von Juden. Nicht die paar Politiker der Aguda hat man also besiegt, sondern hunderttausende von Juden, die der Zionismus dank der „Zerbrechungspolitik" des Herrn Grünbaum sich nun zu unversöhnlichen Feinden" gemacht hat. Gestimmt gegen die Liste Nr. 18 und gegen die Richtung Grünbaums hat auch die litwakische Orthodoxie, die gewiß keine spezielle Beziehungen zu Ger unterhält. Das sehr ernste orthodoxe Wochenblatt in Wilna „Das Wort", das politischen Kämpfen ziemlich fernsteht, wie sie in'Kongreßpolen üblich sind, ist auch sehr entschieden gegen Nr. 18 gewesen, wie überhaupt gegen die Totklapp-Politik der Zionisten, die sich an die Spitze der Wahlkampagne gestellt haben. Wenn es jetzt zu einer Keren Kajemeth-, Keren hajeffod- oder zu einer anderen zionistischen Aktion kommt, wird man sich an die gleichen hunderttausende von Juden wenden, die man auf alle mögliche Weise beschimpft und bespieen hat und wird sie auffordern, sie sollen Geld, Geld und wieder Geld geben. Jetzt aber in der Zeit des politischen Taumels mit dem Zweifel-

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