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Der Israelit · 1928-04-04 · Heft 14 (4.4.1928) · page 22

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Journal
Der Israelit
Volume
69 (1928)
Issue
Heft 14 (4.4.1928)
Date
1928-04-04
Page
– (sequence 22)
Language
German
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Seite 2 Nr. 14 Der Israelit 4 April 1928 ticküge Teilnahme in weiten Kremen auslöst. Frau Benno Bender, die wir zuletzt,' bevor sie die tückische Krankheit unserem Auge' entrückte, in voller Rüstigkeit, Kraft und Schönheit sahen, als treue Gattin,-liebevolle Mutter und mustergültige Hausfrau bewundern, sie.ist, eine Vierzigerin erst, den Ihren entrissen worden^. Wer das stille Glück und den harmonischen Frieden, des echt jüdischen Hauses Bender kannte, weiß den Schmerz zu würdigen. Und viele Freunde kannte sie und kannten ihr Haus und weinen eine stille. Träne mit Gatten und Kindern der lieben Freudin nach, der es nicht vergönnt war, noch weiter teilzuhaben an dem bis jetzt ihrem Haufe beschiedenen „Glücke der Gerechten" und der Wünsche und Hoffnungen letzte, wie sie sie für ihre Kinder hegte, erfüllt zu sehen. Möge der Mutter letzter Segen die Kinder auf ihrem weiteren Lebensweg begleiten, daß daraus Trost für Gatten und weitere Fa milie erblüht.?rarr Frau Jenny Ries rrs?- Was man schon lange befürchtete und doch nicht wahrhi.'ben wollte, ist zwei Tage vor dem Pesfachfeste eina.n >ten. Am Montag morgen hauchte Frau Jenny N;;•?. nach langem, mit Engelsgeduld getragenem Lei den dre reine Seele aus. Frau Ries! Wer von den d! rten und tausenden Gästen aus aller Herren Län ';;;;ie im Hotel Ulmann in den vielen Jahrzehnten aus und ein gingen und dort -eine Gaststätte fanden wie sie nur ein auf der Höhe der Zeit stehendes jüdisches Hotel bieten kann, wer von all den Menschen kannte die stille, liebe, bescheidene Frau im Hintergründe, die emsig und tätig, früh und spät, die Küche, woher ihnen die guten Speisen aufgetischt wurden, leitete, das Kasch rus überwachte, daß alles riai "ia vor sich ging, den ganzen Betrieb mit offenem Auge, klugem Geiste und regem Sinne sozusagen vom Verborgenen aus beseelte? Wie auf die Frage der Engel unter dem gastlichen Eschel- Baume Abrahams nach seinem Weibe, die Antwort lautete SmKa mn so hätte hier, fragte jemand nach der lieben weiblichen Hand, die das zustande brachte, die Antwort heißen müssen: „Im Zelte!" Dort in der stillen ruhigen Ecke, von wo aus sie das Ganze überschauen konnte, arbeitete die Frau mit Aufopferung und Hingabe, stets für Andere, nie an sich und die Grenzen ihrer Kraft denkend, mit einem goldenen Herzen voller Liebe für Haus und Herd, Gatten und Kinder und alle, die ihrer Hilfe bedurften. Durch lange Jahrzehnte war sie ihrem Manne, dem ihr vor einigen Jahren vorausgegangenen unvergeßlichen Julius Ries Lebensbegleiterin und treue Mitarbeiterin im engsten Sinne. An dessen Seite trug sie auch manches Familienleid, das den Ehegatten nicht erspart blieb. Nun. bestand ihr Leben nach dem Tode des Mannes nur noch aus'Liebe und Arbeit. Liebe zu dem Sohne und den vier verheirateten Töchtern und den Enkelchen, die den Häusern der Kinder erblühten, Arbeit im Betriebe, mit dem sie förmlich zusammengewachsen war, bis die tückische Krankheit ihrem Schaffen ein Ende setzte. In der Liebe und in der Arbeit fand sie auch den Trost. Erstere blieb ihr bis zum letzten Atemzuge und begleitete sie über das Grab hinaus: die sie umgebende aufopfernde Liebe der Kinder und Kindeskinder, die auf ihr Witwendasein noch die letzten Sonnenstrahlen leiteten und ihr über die schwersten Leiden hinweghalfen. Möge den Trauernden himmlischer Trost erblühen. Wir alle werden Frau Jenny Ries ein ehrendes, ewiges Andenken bewahren.n"axan Festkalender des Vereins „Mekor Chajim". Lehrplan für nd 2- 1. Tag (Donnerstag): abends eine Stunde vor Nacht im Hörsaal: „Aus der nos-Hagadah" — Herr Dr. S. Ehrmann. lyaan i-in na© morgens nach Schluß der Synagoge im Hörsaal o'an — Herr Dr. E. Posen. 4 0 Minuten vor maa im Vereinslokal, Langestr. 18 mp» (im Anschluß daran .ima-Gebet) — Herr Joseph Sänger. Abends 1 Stunde vor Nacht im Hörsaal "'in ma« — Herr Dr. W. Hofmann, isnan t>in (Sonntag) morgens nach Schluß der Synagoge im Hörfaal oi« "n — Herr Red. S. Schachnowitz, ijnan ‘nn (Sonntag) abends, 45 Minuten vor Nacht im Vereinslokal Langestr. 18: n-rso — Herr Hermann Frankenthal. isian inn abends 45 Minuten' vor Nacht im Vereinslokal, Langestr. 18: <ia©a — Herr Dr. Weger. 7. Tag (Mittwoch) abends, eine Stunde vor Nacht, im Hörfaal: "am n-p©" — Herr Herz Halpern. 8. Tag (Donnerstag) nachmittags 5% Ahr im Anschluß an nniv im Hörfaal der Synagoge "K’aan — Herr Red. S. Schachnowitz. 'am© 's na© abends 1 Stunde vor Nacht im Hörsaal: ©iia — Herr Gustav Kaufmann. Agudas Iisroel-Iugend- und Mädchengruppe. Die diesjährige ordentliche General-Versammlung der Agudas Iisroel-Iugend- und Mädchengruppe fand am Donnerstag den 29. März statt. Nach eingehender Diskussion über die bisherige Tätigkeit, wurde' der neue Vorstand der Jugendgruppe gewählt. Es' gehören ihm die folgenden Herren an: Ernst Adler, Erwin, Höchster, Walter Joseph, Dr. jur. Paul Kulp>.FeljxMnnk/ Hermann Schwab, Solomon Wolf. ,: i( ,;;ir- In etwa 2 Monaten soll, eine yeue M.hglieder--Versammlung einberufen werden, in der/j über chie Finanz-.' frage, die Statuten und die künftige Tätigkeit gesprochen werden soll. Am nos »Min na©, findet ein halachischer Vortrag des Herrn Herz Halpern statt (4 Uhr nachm, im Vereins lokal). .Li O'nvs) aaaaa nVxa iay>aV ©r>ni> rr>V srra :md Zu einer Zeit, die noch durch Anschlag bekannt geben wird, findet am v"-> ein Vortrag über, am?©,i i'v statt. .; Wie in früheren Jahren findet allabendlich %. Stunde vor Nacht das iaa? -Lernen mit anschließendem a'ixv Gebet statt. Es wird um zahlreichen Besuch gebeten. Jüdischer Turnerbund. Im äbgelaufenen Winterhalbjahr hat sich der TurNbetrieb weiter in erfreulicher Weife entwickelt. Die einzelnen Abteilungen wurden regelmäßig besucht, und ist ein ständig wachsendes Interesse seftzustellen. Unter der Devise: „Sieh uns wachsen" fand im Januar ein Kinderschauturnen statt, das den Beweis erbrachte, 'welche gute Arbeit im Verein geleistet worden ist, und wie sich in immer stärkerem Maße auch in gesetzestreuen Kreisen des Judentums das Bewußtsein von der Notwendigkeit auch der turnerischen Betätigung der jüdischen Jugend durchgesetzt hat. In 8 Abteilungen übten wöchentlich über 200 Turner und Turnerinnen unter Leitung bewährter Lehrer und Lehrerinnen. Erholungsheim Baden-Baden. Das Erholungsheim für jüdische Frauen in Baden- Baden eröffnet seinen Sommerbetrieb am 23. April Anmeldungen find jetzt schon an Frau R. Cohn, Frankfurt a. M., Ostendstraße 6, zu richten. Protokolle des Jugendtages der A. I. I. O.. Infolge unvorhergesehener technischer Schwierigkeiten verzögert sich die Herausgabe des Protokolls der A. I.- Jugentagung um einige Tage. Line Synagogeneinweihung in Homburg-Gonzenheim. Das allbekannte Taunus-Sanatorium von Dr. Goldschmidt in Bad Homburg hat sich ein neues eigenes Gotteshaus errichtet, ein hübscher Anbau, der sich in das imposante Gesamtbild sehr ‘ harmonisch einreiht und in seiner inneren Aufmachung und Einrichtung alles enthält und bietet, was ein Gotteshaus zur Erweckung von Stimmung und Andacht zu bieten hat. Die kleine Synagoge kann, wie sich ein Herr in der Runde der Tischreden ausdrückte, auch gewissermaßen als die Synagoge der Gemeinde Gonzenheim, auf deren Gebiet eigentlich das Sanatorium liegt, angesprochen werden. Die Einweihungsfeier am letzten Sonntag bestand aus einem religiösen Weiheakt und einer schönen Kaffeetafel, die ein Ganzes an Weihe, Stimmung und gemütlicher Unterhaltung ergaben. Eine stattliche Gemeinde, besitzend aus den Gästen des z. Zt. überfüllten Hauses und geladenen Freunden aus Frankfurt, der Gemeinde Homburg und anderen .Städten, fand sich um 3 Uhr mittag zunächst im früheren kleinen Betsaale zu einer kleinen eindrucksvollen Abschiedsfeier zusammen. Sowohl für diese Feier, wie für' die Hauptfeier im neuen Raume war ein schönes Programm zusammengestellt, in dessen Mittelpunkt Reden des Herrn Rabb. Dr. W reschn e r standen, eingerahmt von Gesängen des Herrn Kantor Herz und des Hamburger Synagogenchores. In feierlichem Umzuge wurden die Thorarollen aus dem alten Bethause in die neue Synagoge überbracht, die Rundgänge unter Gesängen vollzogen und feierlich eingehoben. Das „ewige Licht" wurde angezündet. Darauf folgte die Weihepredigt des Herrn Rabbiner, anknüp- 'end an Bau und Einweihung des Mifchkan, wie sie in den laufenden Abschnitten geschildert sind, gedenkend des Mannes, der das Haus, zum Segen für die leidende Menschheit geschaffen hat und dessen Bestreben, Hand in Hand mit der Gesundung des Körpers geistige Gabe und Labe den Patienten zu bieten, nunmehr mit der Einweihung des neuen Gotteshauses ihre Krönung findet. Bei schön gedeckter Tafel im großen Speisesaale folgten dann die Genüsse für Herz, Geist und Gaumen. Gäste und Freunde ergriffen gern die Gelegenheit, dem Hause ihre Anerkennung auszusprechen oder ihrer Dankesschuld einen Teil in Worten abzutragen. Herr Rabbiner Dr. Wreschner erhob sein Glas für die allverehrte Leiterin und Besitzerin des Hauses, Frau Dr. Goldschmidt, die in so hervorragendes Weise es verstanden hat, das Werk des Gatten fortzusetzen und auszubauen. Herr Dr. Spiegel aus Hamburg dankte nur erhobenem Gm« dem derzeitigen medizinischen Leiter des Hauses, Herrn Dr. Leibowitz, dessen ärztliche, menschliche und nicht zuletzt jüdische Qualitäten ihm die Herzen aller Patienten gewinnen. Herr Redakteur Schachnowitz hatte den Auftrag, im Namen einiger anwesender Frankfurter Freunde des Hanes zu danken und hob dabei die Bedeutung eines solchen auf der Höhe der Kultur stetzenden und zugleich durch und durch jüdischen Heimes auch unter dem Gesichtspunkte des a©n ©vrp hervor. Herr Dr. Leibowitz selbst hatte sehr sympathisch berührende Worte über das Verhältnis der Medizin zur Religion und den Segen, der aus der Synthese ersprießt, wenn zum Vertrauen auf den Arzt sich der Glaube an Gott'gesellt. Herr Max Fränkel, Frankfurt a. M., als alter Freund der Familie iLr. Goldschmidt, wußte - seine Worte .in schöne Midraschim zu kleiden, und sie liefen in ein herzliches Dankwart aus im Namen der Besitzerin und Gastgeberin Frau Dr. Goldschmidt an die Gäste. Herr Kantor Herz ang nach einigen einleitenden Worten mit.:;schöner Stimme das ßnb der jüdischen Geselligkeit mit <dem Psalm traa-nai ata na nan Herr Braün'schweig, der Vorsteher der Hamburger Gemeinde, überbrachte die Glückwünsche der Gemeind und Synagoge Homburg, und in launiger Weise schloß. sich ihm. Herr K a m b e rger mit den Glückwünschen für die'GemÄnde Ganze n h e i m an, die natürlich Teil hat, oder nimmt am Gotteshause des Sanatoriums. Es machte Eindruck, als Herr Abramow, der Vater der Besitzerin, in der Sprache seiner Heimat, aber doch in der allen verständlichen Spracht des jüdischen Herzens, der Tochter und dem Hause den Segen entbot. Cs sprach noch zuletzt Herr San.-Rat Dr. Rosenthal aus Homburg in Anknüpfung an den gesungenen Psalm von dem guten freundnachbarlichen Verhältnis zwischen seinem /Erholungsheim und dem Haufe. Dr. Goldschmidt. Wie die Weihefeier in der Synagoge mit dem Minchogebet, so schloß die Tafel mit dem T i s ch g e b e t e, und wir verließen das schöne. Heim mit den besten Wünschen für dasselbe und für die Patienten und Gäste, daß sie das Doppelziel, dem sie das Haus zuführen will, erlangen-möchten mit der vollen Erreichung von ©aan nsaan tpan nsasi- Vereivskaiender. Verein Mekor Chajim. Programm für die Festwoche, stehe lokalen Teil. Fahrzeits-Stiftungen: Donnerstag, 5. April. Frl. Hanna Moos-Stiftung. Montag, 9. April. Auguste Bier geb. Heß-Stiftg. Dienstag, 10. April. Frau Joa Weil-Stiftung. Freitag, 13. April. Fron Gretchen Wallerftein- und Rabb. Dr. Julius Lorsch-Stiftung. Sonntag, 15. April. Frau Adelheid Schwab-Stistg. Montag, 16. April. Joses Wallach-Stiftung. Dienstag, 17. April. Abrabam Sender-Stiftung. Agudas Jlsroel-Jugendgruppe. (Alle anderen Schiurim wie gewöhnlich), naw, 77a Uhr, Tfillas Schacharis. — 3 410—11*/* Syexv Dr. I. Posen, Gemorob Kidduschin, Am Tiergarten 42, — S/411—3/42, Herr Louis Kahn, Kizzur Schulchan Oruch. — 3/4ll—3/4l2, Herr Lippmann Kurzweil, Gemoro Bowo Kamo. — 3/4i2-7U, Herr Gerfon Schnerb,-Kizzur Schulchan Ornch. — 12—1, Herr Herz Halpern, Das Jaumi. — 723—7a4, Herr Dr. W Hosmann, Gemoro Bowo Kamo. — 3—4i/2* Herr Leo Schnerb. Gemoro Bezoh. — 3—4, Herr Emanuel Wolf, Gemoro Makkaus. — 4, Tfillas Mincho. — 47* —572, Herr R.-A. M. Katz. Sidrah mit Rafchi. Agudas Zisroel-Mädchengruppe. Sonntag, 7—8 abds., Herr Dr. A. Merzbach, Iefajah. Montag, 9—10, Herr S. Unna, Newiim, Uhlandstr. 68 Dienstag, 9—10, Herr Dr. S. Weger, Trei Ofor Zobelstraße 5. Mittwoch, 8-9. Herr Lehrer A. Hirschderg. Dinim, Samstag, 3/4U—3/412, Herr Julius Lewin, Das Buch Samuel, — 4—5, Herr Lehrer A. Hirschberg» Tauroh. Liwjalh Chen-Vereln. Samstag, s"»nn im Hörsaale Friedbergeranlage, nach Mincho (574 Uhr) Vortrag des Herrn S. Schachnowitz ,Hallel in feiner fünffachen Bedeutung". Veshamidrafch, Ostendstraße IS. Von Sonntag abend bis Donnerstag einfchl. allabendlich von 874—97« Uhr mp D». Herr Rabb. M. Karpel. «an-Schiur des Herrn Dr. Jfaac Breuer: «onntag vorm. 7$ Uhr, Dienstag bis Donnerstag abend 8 Uhr. Allabendlich zwischen nm» und rpiya d*tk "N. Herr W. Rosenzweig. raw Mittag zwischen 12—1 Uhr, dv Herr W. Rosenzweig. Beshamidrasch Schwanensl< S. Samstag, 472 Uhr. halachischer Vortrag des Herrn Rabbiner Fudelewitz, Dozent an der Schneider'fchen Fefchiwo. Ostjüdifcher Jugendbund. Sonntag, 8. April, abends 8 Uhr findet de Fortsetzung des Diskussionsabends von Herrn Jacob Landau über „Jüdischer Nationalismus und Religion" im Lokale Obermain-Anlage 8 statt. Gäste willkommen. «ebelzeitru. ö*™ nnff Freitag Abend 6.40 Samstag 6.45 Samstagmorgen 8.— Samstagnachmittag 5.— Samstagabend 7 55lvochengottesdienst: Morgens 6.30 Nachmittags 6.30 Tefilin-tegen am Morgen 4.35 effach 7. und 8. Tag. Dienstagabend 6.55 Frühgottesdienst 6.45 Morgens 8.— >;.i-, Nachmittags 5.—' . Mittwoch Abend 8.— . Hettesausaana 8.05

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