Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 69 (1928)
- Issue
- Heft 14 (4.4.1928)
- Date
- 1928-04-04
- Page
- – (sequence 21)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 86% known words query
- IRI
…/2446951-2450495-2450508--74863-2532356- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
jjBjjMfi III (tarn Ein neuer Kracauer. (Geschichte, der Frankfurter Juden.) (Schluß.) Ueber die. weiteren Schicksale Rabbi Nastali Cohens scheint Kracauer in die vor kurzem erst bekannt gewordenen Gerichtsakten (sie liegen wohlgeordnet im Städtischen Archiv) geschaut zu haben, und er zitiert einiges aus den Eingaben, die der Rabbi aus seiner Haft an den Rat richtete, lieber seine l i t e r ar is che Bedeutung verweist er aber auf Horovitz, „Frankfurter Rabbinen". Nun wohl! Horovitz hat die neuesten Akten nicht gekannt und seine Angaben über Haft, Entlassung und Gang der Verhandlungen wegen der Kaution sind daher recht dürftig, ungenau, zum Teil direkt falsch, aber wir lernen bei, ihm, bei all diesen Mängeln, Rabbi Naftali Cohen besser kennen, als in diesem Buche der korrekten historischen Daten nach authentischen Akten; wie wir dort, bei all den chronologischen Dürftigkeiten, auch das Gesicht und die Seele des damaligen Ghetto insgesamt tausendmal besser erkennen. ——:: Im Weiteren erfahren wir einiges über die Lage der Frankfurter Juden zur Zeit des S i e - b e nj ä'h ri g en Kr re g es, den historischen K u l p - K a n n ' s ch e n Streit, sodann über Bevölkerungszahl, Berufe, Sitten und Gebräuche in der Frankfurter Judengasse des acht zehn t en Jahrhunderts. ' Die jüdischen Emanzipationsbestrebungen, die mit der Franzosenzeit zusammenfallen, spiegeln sich in Denkschriften Md Reskripten wider. Die Zeit Dalbergs ist gut beschrieben, -ebenso die politische Reaktion in der nachnapoleonischen Zeit bis zu Anfang des neunzehnten Jahrhunderts. Die Streifung der Kultutströmungen an der Schwelle des vorigen Jahrhunderts geschieht Mit.'anerkennenswertem Takte und gebotener Zurückhaltung, wenn Kracüuer aü'ch nicht verleütznen känn, dÄß sich seift Herz und seine Liebe ftets^auf SMencher Aufklärer Md Pioniere„religiöseZreakHdn" cheftndeN/PinchäÄ ch u-r w i-tz -(der Maal Haslooh") wird als „bildung^feinAicher." Dberrabbiner gestempeM::JakoboJÄsUa lF a l k (Pene Joschua)/ der ' ein rpaar.Jahrzehnte -früher hier gWirktz 'Mnso Nathan Ach' bech, «der doch dem ÄHtoWbenM^HWH dasMistige Gesicht tzab, kennt Kracauer 'überhaupt nicht. Alles in allem MI gutes Handbuch für Freunde von historischen. Daten und Zahlen, leider aber von kemeNi MWe belebt und beseelt, de r a l l e in lebe n d i g e Ges ch i chte z u gestalten vermag.. AusMr, zum SchuljubUSum. Im neuestM.Heftf^cher „Mtteilungen der Wchnle' referieren die MtürMter der^efftWst M kürzen Be richten über -Es ^BeitEe. Wir enbiepmen daran- «miges zur Orwn»°run», . Die C h r onik Lringt-WWrMMUIWDM über die Geschichte, der Schule Ms?züm^HMEM^Mstehen. Sie geht ausführlicher auf die letztest' 2s "MMeHin mit ihren Veränderungen in der MnWn Gestalülng. ’ MslM^UWMcht der Im Anhang folgt eine Lehrkräfte und auch eine so 'seit Bestehen der Schule. Ueber die Frequenz der letzten |25 Jahre orientiert eine Besuchszahlentabelle. Die zwe i t e-Arbeit der Festschrift weist nach, daß der die neuen Richtlinien für die höheren Schulen Preußens beherrschende Leitgedanke eine Forderung ist, die S. R. Hirsch vor fast 100 Jahren für die jüdische Schule erstrebt hatte: organisches Zusammenwirken aller Unterrichtszweige züm Zweck der harmonischen Persönlichkeitsbildung. Herr Direktor Dr. Fink hat in feinem apologetisch e n Artikel, von den Erwägungen des ro in 2'T-n? geleitet,- drei Stellen behandelt — einen wo? im vÄiN' eine Stelle im »'22 und eine im n-nrv-,2— - Der Verfasser des Aufsatzes über B e r n a r d Shaw, Professor Caro, hat es sich nicht zur Aufgabe gestellt, diesen großen zeitgenössischen Dichter in seinen Dramen zu zeichnen, diese etwa zu analysieren, eine ästhetische Abhandlung zu schreiben, sondern vielmehr Shaw als eine moralische Potenz zu zeigen. Wir erfahren, was der Engländer unter Sittlichkeit, Erziehung, Religion uns zu sagen hat. Beiträge zur Kenntnis der alten jüdisch -d e u tsche n Pr 0 f an lite rat u r von Professor Schüler wollen eine Lücke in der Literatur- und. Kulturgeschichte der Juden ausfüllen helfen. Neun Einzeluntersuchungen sind hier vereinigt. Artushof, Stgenöt, Oktavian, die sieben weisen Meister, Eulensptegel, Schildbürger, Decameröne, Preziosa, vier Sauchrim von Prag. Erscheinen und Verbreitung der Erzählungen werden sestgestellt, Quellen aufgewiefen, die Eigenheiten in den Abweichungen von den Quellen aufgezeigt, und in jeder Geschichte wird das charakteristisch Jüdische der Bearbeitung herauszufinden versucht. Allzu verächtlicher Beurteilung dieser Literaturgattung wird entgogengetreten, wie andererseits eine Ueberbewertung vermieden wird. Eine Einleitung faßt nach einer Betrachtung über-jüdische .Volksliteratur und einem lkteratürgeschichtlichen Exkurs das Gemeinsame der Einzelüntersüchüngen zusammen. Züm Problem einer jü dis che n Symb 0lik. Das: aKüelle Thema, düs Dr. Munk mit dem Aufsatz behandelt, dürfte': wohl bei der reiferen Jugend besonderes Interesse finden. -Es ist kei'n Geheimnis, daß die Vertiefung indie Schriften S. R. Hirschs, auch, in fenien Pentatküchkommentar. in unserer Zeit zu wünschen übrig ' läßt. Da macht es sich Derfafser ■ zur Aufgabe, wenn dies Motiv Hierzu auch nicht 'Ausgesprochen wird —, 'die tiefe Verankerung ' der Hirschschkn 'Ideenwelt in der Grundidee des Judentums, M Einheit Gottes, herauszuarbeiten. Damit wächst das'Thema/über die genannte Aufgabe weit.hinaus. Bbrsstsfer sücht dse Frage nach dem Smn.des jüdischen GchMes überhaupt aüs der Idee der Anerkennung Gottes W entwickeln. - . - Dr. A d k^Nenchttt insWeriWbeit Mer best'ersten Versuch Mr GrÜndüNgeiner jüdischen Schule Arit Profanem Mntetricht in ^ranksürt/a. M. und über öle Kampfe, Nie diese GrMdüstg hervorries. Einige uns ntcht mit - Rämen 'benannten Männer hatten diefeMchule gründen ' wollen mit'- Knem Lehrplan, der. nür dre-pro-' Men- Facher -'umfassensöllte;'der jüdische Unterncht sollte Mch wie' üdr iMtztzcher erteilt werden- Die'Schülel sollte P794 mit 12 bereits ^gemeldeten Kindern ins] LWenstreten, -würde abeb Plötzlich Wt dkm?B8Me be-- und MWbiMt ferchten n Mefchwerde'-lleim Senat > Textes und füchen die Quellen namhaft zu machen, aus j denen' M. -geschöpft hat. Eine kurze Einleitung berichtet über das Leben und die Werke des Meiri. An Tafeln enthält die Festschrift: 1. Stiftungstafel in der Vorhalle der Anstalt, 2. Gedenktafel für die im Weltkrieg gefallenen ehemaligen Schüler der Anstalt. 3. 4. 5. Erste Eingabe der Israelitischen Religionsgesellschaft an' den Senat der Freien Stadt Frankfurt zur Errichtung einer Unterrichtsanstalt für Knaben und Mädchen, nach dem Original des Frankfurter Stadtarchivs. 7. 8. 9. Bildnisse der Direktoren seit Bestehen der Anstalt. 6. Die Woche. Mde -FölM Wir ÄkKeweMen ^pölitischKr Käste Und -des! BMnLKMrMiMgaMM -rv! & 'Äie'Merke Ms'MM Wd MerWüWgWcheOk^OseM-: 8. vekaMmMDM. WinW. BetzEW^NMMMknt M. MrWWrSMmWMr WMhAMnd PwM! "EloM Mn. M5n Wem M -MW-r Frau Recha Rothschild r\"y- Eine würd-ige Matrone, eine .-,-7-2-, die nur diejenigen ganz zu schätzen wußten, die Einblick in ihr Haus, das ihr Heiligtum war, hatten, ging mit Frau Recha Rothschild im Alter von nahezu 76 Jahren von uns. Es sind bald 15 Jahre' her, daß wir am Rüstetage zum Versöhnungstage Isaak Rothschild Vst still zur ewigen Ruhe hinaus begleiteten.. Die Weihestimmung der Stunde legte sich über das frische Grab, rote a"3nv> Sühne und Segen verbreitend, mban o'p'is v.-,'»- Nun folgte' ihm die Gattin im fast gleichen Älter, im Monats des Blühens und der Erlösung, der Worte lauter Klage und Würdigung an der Bahre nach alter Uebung verbot. Man hatte nichstdestoweniger in der Woche der Trauer im Rahmen des täglichen Lernens des „Liwjath Chen" Gelegenheit, aus den Wortenalter talmudifcher Wahrheit und Weisheit das Charakterbild der Verstorbenen in wesentlichen Zügen hervorleuchten zu lassen. Die schlichte,- tiefe Frömmigkeit Isaak Rothschilds, Vj, seine glühende -n-nnn 7,20«' die ihm die Ehrung von Thoragelehrten als hohe Pflicht und Herzensgebot erscheinen : ließ, ist allbekünnt. An. all diesem hatte die würdige, < gleichgeartete Gattin regen Anteil. Einer hochangesehenen Fmnilie entstammend, warm ihr vornehmer Sinn, tiefK.,Frömmigkeit und tättge Menschenliebe FamiliMtradikion, die sie an der' Seite des Gatten, dem sie in harmonischer Ehe eine wahre rui» its war, erst recht,'chüten und. noch.weiter -ausbauen konnte. Und was sie ihren Kindern an Geistesgütem und Werten des Gemütes gab, zahlten sie ihr hundertfach zurück, indem sie, im Geiste der Eltern wirkend, der Stolz und die Freude ihres-Alters auch in ihrem Witwendasein-waren. Mögea«us ihrem Andenken Sogen ersprießen für Kinder und Kkn'deskinder. . n"2sm- Siegfried Seligmann Eine Persönlichkeit vvn.,.eiHn'er. Mästung. ^mr der vor einigen Tagey. heimMgnsteüe Siegfried Seligmann, ein HrieMr flnWerxste der Likbe, der . lange Jahrzehnte zÄMeny8en...LebkndlW.- und Toten , stand 7?npiws'i Man s2i' ist nun selber in die ewige Heimat eingezogen. E)wa vierzig Jahre' stand Siegfried SMgmann im.. Dienste der. Chewxa Kadischa ünd der „Gegknseittgkeit", 'mit, 7 einem Psitchteifer, mit einer rnisp nn'n. Mit einer ^Hchgübe, stn - narr, hu npn, die sichon fast ‘ sprichwörtlich in FEkfürt vö'ar. So hoch würden seine Verdienste/anerGnNt/daß ihn, als er vor eintzen Jahren lchoorgerückten'Alter'uüd.^aüsGesundheitsMcksichtensich schweren Herzests Mn iseinetn' Dienste sturückziehen mußte/ die Chewrah WdisM nicht ganz skeigäb, sondern als ordentliches MitgNed der „Heiligen Bruderschaft" aufnahm. EiMs heiteren 'Lebensabends könnte sich SelitzMMN^krMsten^'in.DesundheitEd -Freude am Leben, ,in Freude an Kindern,. hie -den Vater, mtt,Liebe -u^Dkn^'^k,MMWste. li^MMÄ^dks'MEudsatzes ÄM>e<:er ‘Wie ErWMt^ veMeMr Meb^-Md 'ME lauter Klage üüd erwiesen. „ ißt. BiÄe -Zeichen wchtdeir!>der McksW ÄMÄissünIW Mistüng «MM^daWe, 'N-ÄW' Bon erschütternder Tragik ist eine ehrba'teüFanüLe ünsörer 'StNdt 'ustd MkhKah -betröfftn worden, Nie auf-