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Der Israelit · 1928-04-04 · Heft 14 (4.4.1928) · page 18

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Journal
Der Israelit
Volume
69 (1928)
Issue
Heft 14 (4.4.1928)
Date
1928-04-04
Page
– (sequence 18)
Language
German
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Seite 18 Nr. 14 beiden Voraussetzungen abgelehnt werden, und man das Problem unter den nötigen Vorbedingungen zu erforschen sucht, gelangt man leicht zu befriedigenden Ergebnissen." „Hier, wie so oft", — sagt Wiener schließlich — „beruht die sogenannte moderne Bibelwlssenschaft nur aus der-Leugnung jeder gesunden Regel zur Erforschung der Wahrheit." Bücherbesprechungen. m;i na» nain »pavw nsoa bv ^rr-nv' rni» isv , p*n '"2 “pn DruckM. Blayer, Bardiov (Slov.) 1927. Ein bedeutendes Werk auf dem Gebiete der halachifchen Literatur, das neuerlich von dem hervorragenden mi-12 und mu'pa des hochgelehrten Verfassers zeugt, >n v'& ahya ^b’31» las> Auf 106 i'si behandelt der Verfasser ausschließlich den VI. pia des Traktats Eruwin und wird hier die schwierige Materie mit tiefschürfendem Geiste und seltener Versiertheit klargelegt. Da gibt es keinen ^>an , und jedes einzelne Thema des weitverzweigten und schwierigen Gebietes von misn ’any und msa»->ainB7, wird durch n'vvn inv mit klarer Methodik in geradezu gaonischer Weise zur unumstößlichen Schlußfolgerung geführt. Es liegt in der Natur der Sache, daß der Verfasser sich nicht auf das engste Gebiet von usw. beschränkt, sondern auch verschiedene andere Gebiete der Halacha in den Kreis feiner Behandlung zieht, so wird pag. -10 a und b das 121 naa naVr pag. 11 ff. die interessante Frage, ob ein naiv «k.-i-» das Schlachtmesser seinem Lehrer zur Ueberprüfung oorweisen muß, unter Heranziehung aller a-iwxi und amm« untersucht und zur Entscheidung gebracht. Auch dem Gebiete von ]’anj7 selbst gibt es auch des Aktuellen und Interessanten genug. Ich verweise nur auf. pag. 66 u. 67 in Bezug aus pinaa i«, a"j/a -saoas t>i und auf die wissenschaftliche Untersuchung des Textes von aan’y i'ina auf pag. 103 u. 104 u. o. a. — Die zergliedernde Methodik der Preßburger Schule hat hier mit dem Scharfsinn des Sprößlings von i'in beap> 'i eine glückliche Bereinigung gesunden. Die ersten Teile des Werkes (Teil I zu den ersten zwei a'pns, Waitzen n~o*w und Teil II behandelnd die Abschnitte III,, IV u. V, Paks a"pin). auf die im Werke öfters Bezug genommen wird, haben die Approbation der größten Gaonim Ungarns und Galiziens gefunden. Leider sind sie nahezu vollkommen vergriffen. — Der Talmudkenner wird das Buch nicht ohne Nutzen aus der Hand legen. Der Drucklegung des handschriftlich bereits vorhandenen vollkommenen Werkes sehen wir mit Vergnügen entgegen und wird diese wohl bald erfolgen. Dem halachischen Teile gehen mm, zu den einzelnen Festtagen und ausgezeichneten Sabbaten voraus, deren mra sich durch Gedankenfülle und geistreiche Deutungen von schwierigen Talmud- und Midraschstellen in vollkommener Uebereinstimmung mit der hebräischen Grammatik sich von der sonst hierzulande üblichen Exegese besonders angenehm abhebt, — wahre m pavivn a-nn aVn, - Perlen der Aggadah. Der Preis (5% Pengö, etwas über.4 RM.) ist in Anbetracht des inneren Wertes, mehr als mäßig. Papier gut, Druck klar und deutlich. Das Werk ist vom Verfasser selbst, Oberrabbiner Israel Reich, Batorkevai (Slovensko) Bez. Parkau zu beziehen. Bin Kovei (Jugoslawen) Adar 8688. Dr. M. Frankfurter, Oberrabbiner. Beiträge zur Wissenschaft vom A. herausgegeben von Rudolf Kittel, Neue Folge, Heft 9, Texte und Untersuchungen zur vormasorettschen Grammatik des Hebräischen. Herausgegeben von Paul Kahle. Die T r a n s f k r i p ti o n e n von der Septuaginta bis zu Hieronymus, von Franz Wutz. Lieferung 1. W. Kohlhammer, Stuttgart 1925. kl. 8° 16 S. Bor 2% Jahren schon sollte dieses Werk „rezensiert" werden. Es hat sich aber als eine so unerschöpfliche Fundgrube sprachgeschichtlichen Materials erwiesen, daß dessen völlige Auswertung nur. innerhalb einer Fachzeitschrift möglich ist; sie ist aufs Ausführlichste in verschiedenen Nummern des Berliner „Jeschurun" versucht worden und wird daselbst fortgesetzt. Es ist schon rein äußerlich betrachtet ein imposantes Wrek. Hier werden die exaktesten und sorgfältigsten Beweise dafür geführt, daß die LXX ihren griechischen Bibeltext nach einer zwar hebräischen, aber mit griechischen Buchstaben geschriebenen Vorlage hergestellt haben. Unwillkürlich , werden wir an die Mischna in Maßecheth Megilla erinnert, in welcher eine in letzterer Art geschriebene Tenachrolle als für gewisse Verwendung zulässig bezeichnet wird. Einem Bibelkritiker kann, solange man seinen Standpunkt zunächst begreifen will, nicht verargt werden, daß er bei Differenzen .zwischen hebräischem und l XX- Bibeltext auch letzteren oft Recht gibt, *) ja sogar (Wutz S. 112 ff.) im heutigen hebräischen Konsonantentexte Ergebnisse von mißverstandenen, griechisch geschriebenen Textpartien wiedererkennen will. Daß die große jüdische Gemeinde Alexandriens bis in ihre gelehrtesten Kreise hinein nicht immer des Hebräischen mächtig war, wenigstens nicht in der ihr eigenen Schrift, ist ja eine kulturgeschichtlich äußerst wichtige Tatsache. Es fei nur daran erinnert, daß schon die Auffassung des jüdischen und hellenistischen Parteienlebens, - wie wir sie in Chwolsons *) Was in anfangs erwähnter Zeitschrift, Jahrg. XII, mehrfach von Ed. König in Bonn genügend widerlegt wurde. D e r I s r a e l „i t Schrift über „Das letzte Passahmahl" finden, auf ähnlichen Voraussetzungen beruht. Wie nun die sprachgeschichtliche, vor allem aber die lautgeschichtliche Auswertung der LXX-Texte zu vollziehen ist, darüber gibt die Wutzsche Schrift z. T. epochemachende Aufschlüsse. Das Wortbild der üns: heute vorliegenden I.XX-Versionen kann zunächst einmal nicht „roh genossen" werden. Fast jedes einzelne Wort enthält Kopie-Fehler. Wutz gruppiert die mehr oder minder regelmäßig wiederkehrenden Fehler zu Völkern, Stämmen und Familien. Die Gestalt des griechischen Alphabets war eben, zur Zeit dea LXX selber noch im Werden. Anfangs war noch nicht einmal der Unterschied zwischen Omikron und Omega in der heutigen Art durchgeführt. Schon daran kann man sehen, .wie vorsichtig man sein muß, bevor man aus ihnen eine „ältere" Aussprache des Hebräischen abstrahiert und dieser womöglich, wie es bis vor kurzem zum guten Tön gehörte, alleinigen wissenschatflichen Wert zuschrieb. In unserem Zeitalter, das auch auf anderen Gebieten von allen solchen Abstraktionen abgegangen und zur Erkenntnis der Gleichberechtigung alles Organisch-Gewordenen gekommen ist. hat nun auch die. Hebraistik diesen Weg gefunden, und Wutz und Kahle gehören diesbezüglich zu ihren Wegebereitern. Selbstredend ist die der LXX zugrundeliegende Aussprache des Hebräischen ein ebenso in sich geschlossenes System wie jene, die den tiberisch punktierten und wie jene, die den babylonisch punktierten Texten zugrundeliegt. Vom Wesen dieser Aussprache auch nur ein kurzes und flüchtiges Bild zu entwerfen, ist dem Umfang dieser Besprechung versagt. Trotzdem seien einige Charakteristiken herausgegriffen. Es dominiert der Konsonant. Manche Vokale insbesondere die langen, werden durch bestimmte Konsonanten gefärbt. So erscheint Chirek unter Gutturalen und Emphaticis meist als griechisches Epsilon, Schurek unter denselben oft als Omikron oder Omega, einmal sogar als Alpah. (Diese „vokalhaltige" Auffassung der Konsonanten finden wir nahe dem Lande der LXX im Aethiopischen wieder). Die- Hauchlaute k und n, meist auch r. verschwinden (aus Mangel an entsprechenden Zeichen?) ganz; letzteres bewirkt „Vokalaufhellung". Kurz — ein buntes Bild, ein Zusammenklang hebräischer und griechischer Sprach und Schriftgesetze. Wenn bei den LXX auch nicht, wie es Cohn-Eschwege seinerzeit in der Hildesheimer-Festschrift von Josephus nachwies, willkürliche Aesthetifrierungen des Hebräischen vorkamen, so genügen doch obige und viele andere ähnliche phonetische Gesetze, um die hebräil'; Aussprache der LXX zu einem äußerst vielseitigen Problem zu machen, dessen wahre Untiefen auch der des Griechischen nur wenig kundige Leser doch nur an der glänzenden Wutzschen Darstellung selber ermessen kann. Außer dieser mannigfaltigen und bahnbrechenden, zugleich akribischen und doch programmatischen Art des Buchs wohnt ihm noch ein weiterer Vorzug inne, der gleich dem ersten dankbar verzeichnet sei: Trotz des dogmatisch völlig freien Standpunkts bleibt der Verfasser überall strengstens objektiv, auch dort, wo er zu Dergleichen zwischen jüdischer und sonstiger Tradenten-Arbeit genötigt ist. BrnüN nmn 7ö Voni Rabb. I. Schächter. Belfast. Selbstverlag. Herr Rabbiner Jakob Schächter hat in Erfüllung eines ihm besonders ans Herz gelegten letzten Wunsches seines vor 9 Jahren verstorbenen Vaters, R. Abr. Schächter, eines der von diesem hinterlassenen Werke mit Hilfe eines hochherzigen Mäcens zum Drück befördert. Das Werk wirft auf und beantwortet eine große Anzahl scharfsinniger Fragen (Hechi Timzi) aus den verschiedensten Gebieten der religiösen Praxis. Diese Fragen bilden indessen nur den Rahmen für die gediegenen Ausführungen des Verfassers, die von seinem umfassenden Wissen und seiner tiefgründigen Geistesschärfe Zeugnis oblegen. Die zahlreichen Anmerkungen des Herausgebers erweisen ihn als des Vaters würdigen Sohn. Der talmudisch geschulte Leser wird reiche Anregung aus. dem interessanten Werke schöpfen, dem Emp ehlungen vorgedruckt sind von Oberrabbiner Kuck, - von R. Mosche Mordche Epstein-Hebron und von R. Meir Schapiro in Pwtrkow. Der Erlös soll die Drucklegung weiterer, hinterlaffener Werke, des Verfassers ermöglichen. Auch darum ist dem Werke, dessen Lesen deutlicher Druck auf gutem Papier wesentlich fördert, ein reger Absatz zu wünfchen. . Es ist zum Preise von Mk. 5.—, zu beziehen vom Verfasser, Rabb. I. Schächter, 101 Chiftonpark Avenue, Belfast; in Deutschland auch durch Rabb. Dr. Mannes, Schwabach (Bayern.) Ealiban oder Politik und Leidenschaft. Versuch über die Gruppenleidenschaften dargetan am Antisemitismus. Von Arnold Zwei g. Gustav Kiepenheuer, Verlag, Potsdam 1927. Die Shakespearesche Figur Caliban, einen Menschen, der von leidenschaftlichen Gefühlen beherrscht wird, hat 'ich Zweig für den Titel seines Buches über Antisemitismus ausgewählt, das die psychologischen Grundlagen der Gruppenleidenschaft aufdecken will. Schon dadurch wird klar, daß das Buch keine Apologetik wird, die konnte Zweig um so weniger schreiben, als er die Gefahr lange nicht so hoch einschätzt, wie dies wohl gemeinhin geschieht. Die Gruppenleidenschaft ist die Folge eines mehr oder minder empfundenen Differenzaktes, des sich Verschiedenfühlens von anderen. Diese Vorstellung wird beinahe auf dem Boden der Einbildung geboren. Sobald man sich für besonders tüchtig, hervorragend, überragend 4: April 1928 hält, entsteht zuerst eine Mißstimmung, dann'ein Kamps gegen den Anderen, minder Begabten, weniger Ausgezeichneten., So entstehen di« Beurteilungen der deutschen Stämme (z. B. Bayern gegen Preußen), so der Kampf der Kirchen, wenn sie die allein selig machenden sein wollen, die Gegensätzlichkeit der Sekten und Parteien, so ist auch der Antisemitismus entstanden, der so zähe ist wie alle durch Differenzakt und Leidenschaft genährte Sphäre. . ' — . -.; Das ist der Grundgedanke des Buches. Er führt den Verfasser auf die Stellungnahme zum Thema „Antisemitismus und Reaktion", auf die Schwierigkeiten und Hemmungen des Antisemitismus in der Umwelt, was schon das jüdische Kind zu fühlen bekommt und schließlich zur „deutschen Jugend", für die ja doch das Buch nicht ein Lrteraturwerk« eines Dichters, nicht eine philosophisch durchdachte Lektüre sein soll. Hier soll es doch neue Saat üusftreuen, die Fruchte zeitigt. Der Dichter wird in diesem Teile seines Buches prosaisch, er wird praktisch, er will den Kampf gegen die Leidenschaft, er fördert das eigene freie Urteil, er mahnt offenen Auges -durch die Welt zu gehen. Vielleicht steht man in dieser Verquickung' — zunächst das rein theoretische, wenn man so will, wissenschaftliche Werk und nachher so rasch die Nutzanwendung, die sich auf das garstige Gebiet der Politik und der- Parteien begibt — ein Unheil oder zumindest eine unberechtigte Synthese, eine Vermischung, die beiden Teilen nicht zum Nutzen gereicht. Ich kann dieser Ansicht nicht beipflichten, im Gegenteil, ich glaube gerade, daß der erste Teil des Buches durch die rasche, sofortige Nutzanwendung gewinnt; wäre diese nicht geschrieben, man würde den Dichter und Denker nur an der Arbeit gesehen haben, dessen Werk man nach Lektüre fortstellt, ohne je. vielleicht sich seines Einflusses bewußt zu werden. Zudem ist der praktische zweite Teil keineswegs im Lehrstile, noch weniger im Stile anderer Anti-Bücher geschrieben. Er charakterisiert die deutsche Jugend, die die Gruppenleidenschaft nicht ausgegeben hat. Von den vielen sehr schönen Stellen -des Buches zitiere ich z. B. diese — ich schreibe sie gerade am p"®s> a’o vo nieder, so daß sie ist, siehe den Midrasch und Raschi zum Anfang a'vavv —; „Denkt der deutsche Jude heute „Richter und Recht", so steht ihm vor dem inneren Auge der deutsche Richter und das Strafgesetzbuch oder B. G. B. — und vergessen, völlig'vergessen hat er, daß sein „Rabbiner" gar kein Seelsorger, sondern sein Richter war, und sein ihm zugeordnetes Recht im Talmud und seinen Erläuterungen steht, den er bestenfalls für ein Religionsdokument hält" (S. 127). Zweigs Ziel verdient der deutschen Jugend nahegelegt. zu werden: „Ihr letztes Ziel, deutsche Jugend, ist der hohe Mensch, der königliche, der priesterliche. Der ist der königliche Mensch, der am weitesten Verantwortlichkeit in sich^spürt; der priesterliche er, der am tiefsten bereit ist zu Dienst und Hilfe." (S. 369.) Man lese dieses Buch und sorge dafür, daß es in die rechten Hände kommt. Rabbiner Dr. A. Posner, Kiel. Walther Ralhenau. sein Leben und Wirken, mit 20 Bildtafeln und Faksimiles, 1927. Von Etta Fed ern- K o h l h a a s. Carl R e r ß n e r, Verlag, Dresden. Brosch. 5.—, geb. 7.— Mt. Die Verfasserin schreibt, man möchte sagen, eine pragmatische Lebenszeichnung Rathenaus. Sie benutzt Archive, Briese, kann sich auf mündliche Angaben der Mutter Rathenaus und anderer Personen seiner Umgebung berufen, und schreibt, was sie erforscht und erfahren hat, mit ungeheurer Sachlichkeit und frei von eigener Stellungnahme nieder. So entwickelt ste ein Tatsachenbild des genialen Mannes, dem sie durch Inhaltsangabe und Würdigung feiner bedeutenden Werke nachhilft. Dadurch werden die Lebensepochen recht anschaulich, die Gedankengänge des Denkers so gut dargelegt, daß ihre Entwicklung-recht schön beobachtet werden kann. Rathenau zu charakterisieren, beginnt die Verfasserin schon in ganz jungen Jahren,, in denen, sich schon sein verschlossenes Wesen offenbart; die Selbständigkeit seines Wesens, fein religiöses Empfinden, die Energie seiner Arbeitskräfte, die Eleganz der Persönlichkeit, die ersten Unterschiede zwischen Vater und Sohn, der immerwährende Anschluß an die Mutter, alles tritt aUs seinen Worten und Taten so deutlich hervor, daß man die Linien. der Charakterzeichnung verfolgen kann. Und nun erst das Judentum. Zu stolz für eine Taufe, bereit auch sein Judentum zu verteidigen, sich dessen bewußt, daß er als Jude sich nicht so hervorwagen darf. Schon 1911 schreibt er: „In den Jugendjahren eines jeden deutschen Juden gibt es einen schmerzlichen Augenblick, an den er sich zeitlebens erinnert: Wenn ihm zum ersten Male voll bewußt wird, daß er als Bürger zweiter Klaffe in die Welt getreten ist und daß keine Tüchtigkeit und kein Verdienst ihn aus dieser Lage befreien kann." In diesem Aufsatz spricht er auch von der Unmoral, die darin liege, daß der Staat eine Prämie auf Religionswechsel, also auf Charakterlosigkeit aussetze. So war auch fern Judentum die Häuptwaffe gegen ihn. „Je bedeutender ein Jude war, und an je hervorragenderer Stelle er stand, desto gefährdeter mußte, er scheinen." Die Akten über das Judentum Rathenaus dürften dennoch noch nicht geschloffen sein, denn sein religiöses Denken muß noch näher untersucht werden und wird sich wohl auf eine jüdische Grundlage zurückführen lassen, mehr als auf eine Weiterbildung des Nueen Testaments, wie es etwa dieses Buch darstellen will (S. 85 ff.). Die Verfasserin ist aber auch dieser Frage --— wie ich

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