Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 69 (1928)
- Issue
- Heft 14 (4.4.1928)
- Date
- 1928-04-04
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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- ■. ■■ : Seite 6 Nr. 14 D er r. L^s t, a. e; l i i Korrespondenzen * ßacbrichien. DMtfches . Gründung MeV internäkionalen Organisation der SDockke-schlwöds.' Berlin, 27. März. Die wachsenden Schwierigkeiten der Sabbatheiligüng haben eine Anzahl jüdischer Persönlichkeiten veranlaßt, zur Gründung einer Organisation der Schomre-Schabbos aus internationaler Grundlage zusammen, zu treten. Neben der intensiven Forderung der bestehenden Schomre-Schabbos-Vereine soll es die Aufgabe der geplanten Organisation sein, a) den Sabbat-Gedanken in den weitesten Kreisen der Judenheit neu zu beleben und zu vertiefen,, b) praktische Wege zu suchen, um die Vereinbarkeit der Sabbatheiligung mit den sozialen Einrichtungen unserer Zeit eventl. durch die Beeinflussung legislativer Maßnahmen sicher zu stellen, c) sabbattreue wirtschaftliche ' Unternehmungen zu schaffen und bestehende zu fördern, ö) in Verbindung mit den sabbattreuen Gruppen des Auslandes den Schomre-Schäbbos-Vereinen weitere Betätigungsmöglichkeiten zu eröffnen und durch Annäherung der religiösen Gruppen des In- und Auslandes diese wirtschaftlich zu fördern Die Arbeit soll in Gemeinsamkeit mit den Schomre Schabbos-Vereinen geleistet werden. Zur Verwirklichung dieser Ziele ist die Einberufung eines internationalen Kongresses geplant. Das vorbereitende Komitee besteht aus den Herren Seminardozent Dr. Grünberg, Dr. Werner Silberstein, H. Abramczyk, James Gvldfchmidt, Hans Goslar, Dr. Paul Sulzberger, Rabbiner Dr. Klein, Rechtsanwalt Dr. Alfred Wiener, Moritz Merzbach, Raphael Gradenwitz, Alfred Marcus. Verband für Stellenvermittlung (Schomre Schabbos). Berlin, 27. März. Wir werden ersucht, mitzuteilen, daß die Geschäfte des neu gegründeten Vrbandes vorläufig vom Büro des Vereins für Stellenvermittlung (Schomre Schadbös) in Berlin N. 34, Rosenthalerstraße 5 8 (Telefon Norden 7436) geführt werden und daß etwaige Zuschriften an diese Adresse zu richten sind. Seine Termine an jüdischen Feiertagen. Zerlin 23. März. Der preußische Justizminister .hat in Nr. 5. des „Justiz-Ministerial-Blattes" auf Seite 68 folgende „Allgemeine Verfügung über die Rücksichtnahme, auf die nicht gesetzlich anerkannten Feiertage" erlassen: „Es hat den Anschein, als ob die 'bei Miller „Justizverwaltung", 6. Auflage, S. 1144/45 abgedruckten Bestimmungen über die Rücksichtnahme auf die nicht gesetzlich anerkannten Feiertage nicht, mehr überall bekannt seien. Ich . weise daher daraus hin, daß es angezeigt erscheint, bei der Anberaumung von Terminen den örtlichen und konfessionellen Verhältnissen gebührend Rechnung, zu tragen. Auch wird rechtzeitig gestellten Anträgen auf Verlegung von Terminen, die mit religiösen Bedenken begründet sind, tunlichst zu entsprechen sein." Unter den bei Müller abgedruckten Bestimmungen findet sich auch die Anordnung des Justizministers vom 2. August 1873, nach der die Gerichte es möglichst oermeiden sollen, die jüdischen Sabbath- und Festtage zu Terminstagen zu wählen; zumal wenn ihnen bekannt .st, daß der vorzuladende-Jude die Ausführung eines gerichtlichen Geschäfts an einem solchen Tage mit seiner religiösen Ueberzeügung nicht in Einklang zu bringen vermag. - schritte undtreibt jeden Tag an einestr mn deren., .Punkt. neueKonflikte; hervor. So 'lag,öem,Repräsentanten Kollegiumder .Gemeinde in seiner' letzten: Sitzung.rein, Antrag lsts Gemeivdevorstands vor, für die Einführung von.;gemeindlichem■ Religionsunterricht an den Staatsschulen unter Zulassung' liberal eingestellter Lehrkräfte Mk. 25.000. zp, .bewilligen.. Der.Religionsunterricht hat Berlin. Eine B o l k s b ä n k. auf genössenschäftstcher Grundlage ist - hier unter dem Namen „Jvria" eröffnet worden. Das bar einaezah-.s Kapital.: beträgt vorläufig M; 100.000." — Drei neue .Fr ied h o f sfchä.ndung e n der. letzten Tage bringen die Schändungsziffer auf 68. Demoliert und geschändet würde der ' alte jüdische Friedhof in Fulda. Auf' dem jüdischen Friedhöfe zu B a i s -i n g e n in Württemberg wurden 12 Grabsteine umgeworfen. Auf dem jüdischen Friedhofe in.. E i.l e n d o r f im Rheinlande sind wüste ZevstörüNgeN verübt worden. — Der Preußische Landesverband jüdischer- Gemeinden hat zur.'Verwertung der Daten der letzten Volkszählung, für eine jüdische.: Statistik Mk. 10M0 ,bewilllgt, die jüdische Gentölnde Berlin gab für " den "gleichen Zweck Mk. 5000. Mit den Beiträgen anderer Gemeinden erhöht sich die Sumiste für die Zwecke einer jüdischen - Statistik auf Mk. 21.000. München. Der Redakteur einer national-sozialistischen Zeitschrift; wurde zu 20 Tagen Gefängnis verurteilt (umgtzwändelt in Mk. -- 200 — Geldstrafe), 'weil , in einer. Novelle des Blattes einJude, als Verführer dahingestellt, die Aeutzerustg tut: „Da hat. mir I . a ein. Opfer zugeführt/' DäriN wurde eine' Gotteslästerung gesehen. — Die Münchener Strafkammer hat bekanntlich in einem Beleidigungsprozeß' von Nassauer Juden gegen den; Redakteur des Mün- , chener .Hitlerorgans „Völkischere. Beobachter", Cerny, ein freisprechendes Urteil gefällt und in einer aüfseheNerretzeNÄen Ürteilsbegründüng selbst. Verdächtigungen gegen die Gesamtheit' der Nassauer Juden ausgesprochen. Das Urteil der--. Münchener Strafkammer,, das. von der. gefamten. demokratischen. Presse Deutschlands als ' ungeheuerlich bezeichnet worden war, ist nun . von der R ev is i ans i n st an z bi5 Bayerischen Oberlandesgerichtes a u fg eh o b .e n wor-' den. Dessau. 'Die Stadtverwaltung von C,o swkg in Anhält, dem Geburtsorte des Philos'ophen Hermann C v h « n, läßt anläßlich der zehnten Wiederkehr seines Todestages ' eine G ed e n k t-a f e l am Geburtshaus des Philosophen, anbringen.. Königsberg., Der - frühere Königsberger, PolizeipräsidentHans, B r a n d hat in einer soeben Veröffentlichten Schrift unter dem Ttiel.,, Der Staat und die Just e n " aus Grund eines umfangreichen Materials, nachgewiesen, .welches Unrecht, -den Juden im alten preußischen Staates bezüglich ihrer Gleichberechtigung angetan wurde. Eh. fordert Bekämpfung; und Ausrottung des. Antisemitismus. Jerusalem. In der Nähe von Jericho hat sich ein Heuschreckenschwarm niedergelassen, der auch ändere Teile Palästinas und; die Kolonien'bänchtzt. Die Regierung har alle Abwehrmahnahmen ergriffen.;; - —. Dem Proteste der Araber.zum Trotze wurde, hier.an, 24. März; die In t e r n a t i o st a l e M j ss r - önsronfe re'nz eröffnet.;; 51' öShfeet.ffaüi Mit 214 Delegierten vertreten.^ Die Käthokiken bleibem der-Konferenz; fern, We; UnabhängigkeihTrans j wrd am i e n s unter der- Herrschaft von Emir A b d u l la h wurde von Eng- - kand anerkannt. Moskau. Ms jüdifch-kommunistifchen Zeftüngest'ln Moskau .und Minsk entfalten wieder eine;^Kampagne geg;en-daS ' P e s f a ch fest .und laden inzynischer Weise - zu einem.„röten Sest/r Ml Bier u, Schwarzbrot" - - ein, Warschau. Die . Strahenbahndirektion hat dieser Tage beschlossen-, auch j ü d i s ch e A r - b e i t e r zu beschäftigen Darauf beschlossen die ch. r i st l i ch - d e m o k r a t i s ch e n S t r a ße nb ah na r be it er auf einer Protestversammlüng, für den Fall, daß der Beschluß der Direktion in Kraft tritt/ in den Streik zu treten, kowno. Der -Jüdischen Stimme" war von der Kownoer Polizei dieSonntagsar.be.it verboten .worden.. Auf Eingreifendes Ministerpräfidenten,- Prof. Wo ldema- - ra s , würde das Verbot' ä u fg e h o de n > fy' daß die jüdifche Tageszeitung nunmehr audh-äm - Sonntag- -ungestört - erscheinen kann: . Aus der Deutsch-Israelitischen Gemeinde. Hamburg, 18. März, Die schwer« Krise, di« in unser S-m°ind«leb«n durch - njeroa(s m &ec Sein-iM gehört, und -K « diden Liberalismus zu immer u>«i,«r gehend«,. Für- ^,„d-zu..di° N.rU,ch»°ruüsj««uu° ber 5MnLur<,°j-: G«. derungen anregende -Spaltung innerhalb der- Orthabapemeindeyersassun^ daß alles ReligiSse- - wozu in ersler hineingeraten ist, mgcht le-der nssensichsstch .weitere Gort. |ßittje h,r Religionsunterricht - Mort — den beiden .dieheue & ZIGARETTE B^^ 6AS vo r ba n dön ^überlassen und ..jwt. Gemeinbe; entzogen^ .blLibt. Öem entsprach 'die. ablehnepde Haftung, her konservativen. Vertret-er im Repräsentänten- MHgium." Sollte aber die Mehrheit Über diese verfasfässüngsrechtliHen Bedenkien hinweggehen,. fo verlgngte der Vertreter der Konferoativen, Oberlehrer. § ch l o ß, daß ^^er-"Belrgionsun't0rriM.hW .stMgh,Hortser,v,at i v e.n Sinne. , unter Ausschluß aller liberale^..Tendenzen^ erteilt werden müsse'. ' D^ Religionsurlterricht könne d-em Tempelverbänd überlassen. bleiben. .Repräsentant Dr. S p i tz e r .wies . darauf. hin, daß .die Einführung eines Religionsunterrichts, .der. zufällig. liberal oder orthodox alchfÄlen ' 'kim'n,^ '.oiye..;üMlässtAe Leugnung des Gegensatzes zwischen orthodoxer und liberaler Weltanschauung bedeute'. und das Hamburger Berfässüng'ssystem in - den Gründvesten erschütterst müsse. Einzelne Vertreter der Libemken. aüherten Verstästdnis für die Argumente der Orthodoxie', döch war schließlich alle Liebesmüh umsonst. Der Vorstandsäntrag würbe ' a tt g e n o m m e n mit der Maßgabe, daß; eine Kommission aus Vorstand und Rep r ä f en tan ten kolle g i um den Unterricht, der .heute liberal '-undmorgen' orthodox ein kann, überwachen solle ' ' Jüdisches Lehrerseminar in Köln. v : . :K ölst - 30. März. : Das .Kuratoriumdes Jüdischen- '.Lehrerseminars;in -Köln teilt mrs. mit: In der Zeit vom 8; bis 21. März - fand die -diesjährige :Entlassungsprüfüng' statt, s.an-der sich 20 Abiturienten beteiligten.- Den; mütt.dlichew-Teil leitete der.; Geheime Regierungsrat Herr - Oberfchülrar Ewerding aus Koblenz.; Die- Prüfung^chatte daslerfreültche- -Ergebnis, daß sämtliche Teilnehmer, Damen; und Herren,: darunter 6 unter; - Besreiimg' vom Mündlichen Examen, bestanden; Der; Vorsitzende hielt.einen wärmen Nachruf aufde.n im.-Schulja:hr;cheimWgaügenen! Studiendirektor ,Dr.-Eaxlebach s. A.- - u - Am 25. und , 26; : März -fand, wie schön mitgete-ilt, die diesjährige 'Religionslehrerprüfung : statt, syn; der sich Die Frequenz des i Bades Mergentheim während der Vorsaison. ist güt. Es zeigt;, sich. immer^ mehr,, rdaß: sich der Besuch ' im - Frühling ';soM. staltet,''da B'MdEe rtzemchh'estMÜMählich zü -erstem Heilfaktor geworden chstj/den.eine große Zahl won-Kran- W;Micht vermissen, möchte. .Doch,auch <üon NichtMränkLn "-ftd" mehr und nrehr die; stille -und' ,.Mige, Vorsaison rußh 'üm mitWlfe;.iM;FrüWtM ün^^dör MerMntheiMW;HülqüellestnM^WEuerung-und Äufstrschüng der sstnerM-OrgWeshMÄMführem ..'n tnnn; Et n n vü e sheb r ä lf ch.e s ßr ech r b u chi; Von Lehrer;S. Rosettfelder, - Ladestoürg, dem Verfässer ' der bekannten: ^-Merkbücher"- für die ..Schule, fft -ein neues „Hebräisches Lehrbuch für die Grundschule" (Hermon- Drückerei) in' Vorbereitung. Das Lehrbuch -erscheinL unter Mitwirkung wissenschaftlicher, methddifcher und künstlerischer .Mitarbeiter. Illustriert ist es von Frl. Unna, Mannheim. Es erscheint voraussichtlich noch z u rst .B e - g'i n n..d e s n e u e n S ch u l j a.h r e s. Jm der Anlage neuartig, trägt 'es, nach.Ansicht von Fachleuten, mehr als allebisher -erschienenen Bücher Sen Anforderungen des - Modernen Mräischen "Ästterrichks Rechnung. . B a d B r'ü ck.e n a u, äls Nierenheilbad mit feinem heilkräftigen Werstarzer Wasser heftest bekannt,; erfährt sürs chie HMMstde Kürzeit eiste weitere äußerst msterken- NenMWttz HUrbesferüNg.' - Eines der 12 staatlichen!Kurh'yüser; der sogenannte Badbau-- unmittelbar neben dem Badhaus, und mitten im :reizyolten;.Kupgaxten -gelegen, wird-.Meüzeitlichen Erfordernissen "entsprechend ' vollständig NM -ausgebaüt.rArMtenj' diHbeMM-^^sert' kängörer Zeit-begonnen^ sind, -schreiten rüstig fört -und werden bis i. Mai 1928 bestimmt'abgeschlossen sein.