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Der Israelit · 1928-03-29 · Heft 13 (29.3.1928) · page 5

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Journal
Der Israelit
Volume
69 (1928)
Issue
Heft 13 (29.3.1928)
Date
1928-03-29
Page
– (sequence 5)
Language
German
Belongs to
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29 Mürz 1928 t] Der 3 s r a e k t t Nr. 13 Seite 5 Anregüqgen für Freunde und Mitglieder der Agudas Israel. ‘X‘ ■■■■•• - Gne Ämegüng zu dem SiZum am Erew Pesfach. Von rabbmischer - Seite wurde der P a - l ä st i na - C entral e. folgende Anregung ge- Jn-fast allen jüdischen Gemeinden werden am Crew Pessach ein oder mehrere Sijumirn für B.'chaurim abgehalten, die durch die Teilnahme an einer Seudas Mizwoh vom. Fasten befreit find. Gewiß wird jeder Teilnehmer , gernbereit sein, bei dieser Gelegenheit f ü r d e n Thora-Unt e. r r i ch t i m h e j l i g e n L a.n d e eine Spende zu bewilligen. Der Hinweis darauf, daß es dort gilt, im eigentlichsten Sinne des. Wortes, hungernden Kindern neben-der geistigen auch, materielle Nahrung zu verabreichen, dürfte gerade bei dieser Gelegenheit. ganz besonders geeignet fein, um den Vertrauensleuten der Palästina-Centrale die Initiative zu einer Sammlung zu erleichtern. A u f W u n s chw e r-d en.d,i.e b e i d ie s.e r G e legen hei t g es amm e l t en G e l d e r b eich er für d as Pr ei s a usf ch r e t b e n in B e tr a cht k o mm e n d e n S um m e m i tg er 6 ch n et. Die Palästina-Centrale ersucht um Mitteilung über die gesammelten Beträge bis spätestens am 16. April (26. Nissan). II. Omer-Aktion der Agudas Iisroel-Iugendorgamfation. Die Agudas Jisroel-Jugendorganifation plant für diö herannahende Omerzeit in sinniger Weife eine- Aktion zu Gunsten ihrer eigenen Aufgaben, die nach den Beschlüssen des jüngst stattgefundenen Bundestags. vorwiegend/ erzieherischer Natur sind, außerdem aber auch zu Gunsten des Keren Hatauroh und des Schulwesens in Crez Jisroel. Jeder der Teilnehmer verpfliichtet sich, allabendlich b e i m O m e r z ä h l e n so v i e l P f e n n i g e i n e i n e s o g e n a n n t e O m e r - t a s ch e 31t (egen, a l s er gerade Ta g e imOmer gezählt h a t. Liese Taschen sollen dann jede Woche abgeholt und ausgewechselt werden. Da jä nach altem.Brauche die Zeit der Sefiroh namentlich am Abend dem Lernen und der Selbstbesinnüng gewidmet fein sollen, so erhält die Zählung durch diese Verbindung mit einer besonderen Zedokoh einen eigenartigen Charakter. Es haben sich bereits eine ganze Anzahl von „Omerspendern" zur Beteiligung bereit gefunden. Die eingegangenen Gelder werden für die drei oben genannten Zwecke verwendet WkespsMIemkA »Mchfichttn. Deutsches Reich. Tagung des Berliner „Landesverbandes preußischer Synagogengemeinden". Berlin, 26, März. Am Sonntag den 25. März, 1 Uhr Mittags, trat die Landesversammlung des Verbandes preußisch-jüdischer Synagogengemeinden zu ihrer vierten und wahrscheinlich letzten Session innerhalb der ersten Legislaturperiode zusammen. Ein geleitet wurde die Tagung durch eine Weiherede des Rabbiners Dr. Emil L e v y. Der Präsident der Landesversammlung, Heinrich Stern, hielt die Eröffnungsansprache, in der er zunächst— während sich alle Versammelten von den Sitzen erhoben — den verstorbenen Mitgliedern des Verbandsrates, Justizrat Bernhard Breslauer, Justizrat Lilienthal und Bankier Bruno.Galewski, einen tief empfundenem. Nachruf widmete. Der Vorsitzende begrüßt die neuen Mitglieder der Versammlung und erläutert die Tagesordnung, wobei er mitteilt, daß die an dem Geschäftsbericht des Herrn Dri Jsmar Freund sich knüpfende Generälaussprache zugleich als erste Lesung des Haushaltsplans, der Verfassungsänderungen, der Revision des preußischen Ju- Berlin. Im Plenum des Preußischen Landtags unternahmen am 21. ds. die Deutschnationalen einen erneuten Vorstoß gegen J e'ßt e r, den Leiter, der städtischen und staatlichen Bühnen, in dessen .Spielplänen sie/„eine/Geiährdung der Kunst, Kultur bund Sittlichkeit" sehen.. Der Antrag auf die Ergreifung von Mahriahmen gegen ihn wurde - mit allen gegen die Stimmen der Rechtspartei a b g e - lehnt. — In der Reichstagssitzung vom. 23. - März griff derc. sozialdemokratische Führer, Abgeordneter Sollmann, noch einmal auf die. Affäre K e u d e l l — Dr. Badt zurück und geißelte scharf das Vorgehen des Rei'chsinnenmmisters, der dem Ministerialdirektor . Dr. Badt für das ihm angetane Unrecht und die ihm zugefügte Beleidigung ' kerne Genügtuung verschafft hat. Keudell lehnte auch jetzt ab, sich bei Dr. Badt zu entschuldigen. — Im . Einvernehmen mit dem Ministerium des Innern. .hat der Magistrat beschlossen, die neue Brücke' Mer dem Humboldthafen Hugo P r e u ß -Brücke zu" benennen, und die angrenzende Straße erhält den Namen.Hugo Preuß-Strahe. Emden. Vor der Großen Strafkammer in Aurich als Berufungsinstanz hätten sich acht jüdische Viehhändler zu verantworten, die auf 'einem Viehmarkte Hakenkreuzler, welche die Viehhändler" provozierten, tüchtig verhauen hatten. Das erste Urteil.in Emden lautete auf Gefängnisstrafen für die Viehhändler. Obwohl die Verteidiger, unter Führung von Dr. Als- - b e r g, Nachweisen konnten, daß sich die Juden in Notwehr befanden, hielt der Staatsanwalt die Klage auf Landfriedensbruch aufrecht. Die Berufung .wurde dementsprechend vom Gericht verworfen. Riga. Das Gericht in Dünaburg hat 17 jugendliche Mitglieder der jüdischen Kulturliga im Städtchen Kresladke unter der Änschuldigung' kommunistischer Umtriebe zu schweren Gefängnisstrafen verurteilt. Die Angeklagten bestritten, etwas mit Kommunismus zu tun zu haben und' stellten ihre angeblichen „Geständnisse" als Fälschungen der politischen Polizei hin, fanden aber damit keinen Glauben. Jerusalem. Ben Simon, der sich seit 7 Jahren in Palästina aufhält, ist des Landes verwiesen worden, nachdem et wegen Beteiligung an einer Kundgebung gegen — übrigens von der Regierung bestrittene — körperliche Mißhandlung von Gefangenen zu drei Monaten -Gefängnis verurteilt war. Ben Simon soll die Menge aufgefordert haben, die Anordnungen der Polizei nicht zu befolgen. — Im Jahre 1927 befanden sich in Palästina 420 jüdifche Aerzte neben 122 arabischen und 58 christlichen Aerzten. In Regierungsämtern befinden sich dagegen nur 7 jüdische bei 52 mchtjüdischen Aerzten.— Zum Direktor des hebräischen Schulwesens der Zionistischen Organisation wurde Dr. Jsaac B. B e r k s 0 n , der bis jetzt in Newyork als Pädagoge tätig war, ernannt. — Die arabische Presse hat sich in denletzten' Tagen in sehrscharfer Weise gegen die Abhaltung der Konferenz des Internationalen Mission s r a te s in Jerusalem ausgesprochen. Die Konferenz des Mifsionsrates soll am 24. März beginnen und bis zum 8. April dauern. Moskau. Im Zusammenhang mit der Verhaftung der deutschen Ingenieure im Donezgebiet wird auch Dr. Sadia Maas«, Sohn des verstorbenen Moskauer Oberrabbiners, in Hast dehalten. Er war vorher schon wegen zionistischer Betätigung verhaftet worden und sollte die Ausreiseerlaubnis nach Palästina erhalten.' In Verbindung mit der Affäre der fremden Ingenieure wurde aber seine Freilassung wieder verzögert. — Die kaukasischen Sowjetbehörden haben beschlossen', den bei den Pogromen von 1921 getöteten kaukasischen Bergiuden ein Denkmal zu setzen. — 260 jüdische Familien aus einem Städtchen in Weißrußland wurden in der Nähe ihrer Heimat auf Regierungsboden als Landwirte angesiedelt. — Drei Kommunisten, die während der Wahlen zu den Arbeiter-Kooperativen m Bachmatsch, Krim, Flugblätter veröffentlichten, in denen sie gegen die Aufstellung jüdischer Kandidaten austraten, sind aus der kommunistischen Partei ausgeschlossen worden. denrechtes und der Vorlage über den Reichsverband gelten wird.; i Herr Dr. Jsmar Freund erstattete nun den Geschäfts- Die Kaffeebohne verlangt die Zutat von 'S tr Zur stärkeren Entfaltung ihres Reichtums an Ruft und Würze! nos ty neo „Webers Carlsbader" wird .hergestellt unter Aufsicht des Rabbinats der Israelitischen Synagogen-Gemeinde Ada-s Jisroel zu Berlin ' Z# beziehen durchi J. Anton Alexander, Berlin N. 24, Oranienburger Str. 2/3 1 Ad. Geldschmidt, -Berlin C. 1, Nene Friedrichstr. 45 - Samuel Haaß, Berlin C. 54, Gipsstr. 12a : David Bauer, Frankfurt a/M, Börncslr 29 A. Metzger, Frankfurt .a/M., Börnestr. 39 bericht des Rates. Der Landesverband zählt 722 Genieinden zu feinen Mitgliedern; 13 Gemeinden find ausgetreten; die Zahl der Doppelmitgliedschaften ist auf 66 gestiegen. Etwa 200 Gemeinden, hauptsächlich Zwerggemeinden, haben sich bisher noch keinem Verbände angefchlosfen. Die erwähnten Austritte erfolgten, weil die Gestaltung des Verbandes Aenderungen der Struktur der Einzelgemeinden bedingt. 90 Gemeinden erheben als Steuer bis 10 Prozent, 23 Gemeinden sogar bis über 100. Prozent des Reichssteuersatzes. Ohne Staatsbeihilfe ist eine Unterstützung leistungsschwacher Gemeinden unmöglich. Von den Gemeinden sind für das laufende Jahr 347.000 Mark an Beiträgen für den Landesverband eingegangen. In diesem Jahre sind ea. 150 Gemeinden unterstützt worden. Die Bildung von 30 Lehrerbezirken ist gelungen. Die Bildung von Rabbinatsbezirken P bisher an gewissen Widerständen gescheitert. Die Frage der staatlichen Genehmigung des Landesverbandes ist noch nicht weiter gediehen. Die Staatsregierung hat erklärt, die gegenwärtige Verfassung des Verbandes biete. keine genügende Grundlage für die Eintragung als Körperschaft des öffentlichen Rechtes; dies trotz der Erklärung bei der Gründung des. Verbandes' im Juni 1922. Unsere Lage, schloß der Redner, ist nach außen wie nach innen ungünstig; aber mit unserem alten Optimismus werden wir weiter unsere Arbeit tun und unseren Weg gehen. Direktor O st b e r g erstattet nun den Bericht über den Rechnungsabschluß für das Jahr 1926/27. Gegenüber einem Voranschlag von 916.742 Mk. wurden nur 679.248 Mk. ausgegeben. Der Kassenbestand beträgt 112/096 Mk. Im einzelnen stellen sich die Ausgaben wie folgt: Verwaltung: Mk. 81.639; Subventionen: Mk. 507.314; Verwaltungsblatt: Mk. 1728; Verbandstag und Rat: Mk. 46.545; Beiträge: Mk. 23.000; Beihilfen für besondere rituelle Zwecke: Mk. 3000; Ausbildungsstätten für Lehrer, Kantoren und Schächter: Mk. 8344; Verschiedenes: Mk. 7675. Die Einnahmen betrugen Mk. 791.344 (Voranschlag Mk. 916.472). Die einzelnen Posten betreffen: Kassenbestand: Mk. 145.472; Staatsbeihilsen: Mk. 183.000. Für Stipendien, von der Jüdische Gemeinde zur Verfügung gestellt: Mk. 6000; Zinseinnahmen: Mk. 8042; Beiträge der Gemeinden als Rückstände für 1925/26: Mk. 101,250; Beiträge der Gemeinden für 1926/27: Mk. 347.669. Der erste Redner in der Generaldebatte Dr. Vaerwald-Frankfurt a. M. (liberal) will nicht neue Weltanschauungsreden halten, da die Standpunkte klar abgegrenzt sind. Die Zukunftshymnen von einem Weltverband werden kaum fruchtbringend fein. Der Redner übte Kritik an der Tätigkeit von Dr. Jsmar Freund und sagte, Dr. Freund dürfe das politische und das Judengesetzrestrat nicht behalten, insbesondere nicht die Verhandlungen mit dem Halberstädter Bund führen. Wenn die Arbeit weiter auf die Schultern eines Mannes gestellt bliebe,, werde dies dem Rat sehr schaden. Vielleicht wird bald das Wort gelten: „Zurück, Du rettest den Freund nicht mehr, so rette das eigene ireben!" Hans Goslar (Jüd. Volkspartei') will just den Rahmen der Aussprache weiter spannen, denn hier ist die Plattform gegeben für gesamtWische Erörterungen. In der Gegnerschaft *zu Dr. Freund bleiben die Liberalen isoliert. Dr. Freund hat durchaus sachdienlich und nützlich gearbeitet und verdient. unser aller Dank (Beifall bei Volkspartei, Mittelpartei und Konservativen). Bei der Gestaltung des Judengesetzes darf diis Geburtsland im' Hinblick auf di« Zusammensetzung der verantwortlichen N % ß u i

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