Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 69 (1928)
- Issue
- Heft 10 (8.3.1928)
- Date
- 1928-03-08
- Page
- – (sequence 14)
- Language
- German
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Seite 2 Nr. 10 D e r I s r a e-l i t 8 März 1928 teilt, bekräftigen die ReHMaffenhett>Hres-Han->folmrgey geschlagen/ bis er zusammenbrach Auch' der ' gefummelt und herausgegeben, woraus//man - feine delns ohne dak sie ie ein Nehl daraus machten -Landjäger Se'el,der die Verhaftungeines National-j eminen-te/ tiefeindringende undtiefgründige Gelehrsäm- 9'•*/<§ •' . .! .2- . ^/^^--soziakst-en-ustd eines von diesen geschlagenen Juden vorfteistin dem ungeheuren. hätteersehen thr Vorteil auch nicht einerlei lvar, 2er siahm, würde so'fchwer bedrängt, daß-er blaßt ziehen 1 können.- Zeitlebens/wirkte er fast stille und' verbargen, n g l i f ch e G e n eralk o m m i f f a r d e r mußte./ Plötzlich habe er auf der. anderen, Seite der l-aber die Saat, dieerin die^Herzen seiner zahlreichen Finanzen, Herr i e s/, dessen rechte Hand Straße Nathan Rothschild war, schreibt: -„Die größte Anerkennung muß diesen gesttlemen, die sich-gänzlich dem öffentlichen Dienst gewidmet. Haben, für ihre Anstrengungen gezollt werden? Der Lohn, den sie dafür erhalten.werden, wird fair ehrenhaft erworben sein." Bud erus v oM Carlshaufen, der VermögensverwattM Landgrafen von Hessen-Cassel, berichtet feines Herrn bei Gelegenheit des Einzugs der Franzosen in Frankfurt: „und nach der vollständigen Ueberzeugung kann ich -den Söhnen des Oberhofagenten Rothschild das höchste Lob . über ihre unermüdete Sorgfalt und ihren Eifer zur Betätigung treuer Anhänglichkeit an Eure Kurfürstliche Durchlaucht erteilen." S e d l w i tz k i, der allseitig gefürchtete Polizeiminister von Wien> spricht von dem in jeder Beziehung sehr braven Hause Rothschild. Der österreichische Finanzminister, GrafStadion,ein charakterfester, unzugangiger Ehrenmann vom Scheitel zur Sohle, betont: „Durch die großen Dienste, die uns die Häuser Rothschild in der verhängnisvollsten Zeit geleistet haben, ist ihre Existenz rege mit der Existenz der österreichischen Monarchie verbunden worden." Moritz von B e t h m a n n , der in Frankfurt in keiner judenfreundlichen Atmosphäre lebte, rühmt 1822: „Salomon besonders ist von Charakter ein sehr schätzenswerter Mann, dem ich von Herzen gut bin . . ." „Salomon hat sich hier besonders beliebt gemacht, teils durch sein bescheidenes Wesen, teils durch seine Dienstbereitwilligkeit. Niemand verläßt ihn ohne Trost." Die lOoche. Neues aus der Aguda. Am Samstag den 17. März, abends 8.45 Uhr, spricht in unserem Vereinslokal Herr Felix Munk über: „Unsere Einstellung zu Erez Jisroel". Das Referat stellt eine Besprechung des auf dem Bundestag gehaltenen Landau'- fchen Referates dar. Es wird nochmals auf den am Dienstag, den 13. März stattfindenden Vortrag des Rabbiners Dr. Wasser, mann hingewiesen. Die ordentliche Generalversammlung findet am Donnerstag den 29. März statt. Die Einladungen hierzu gehen den Mitgliedern besonders zu. Der Schiur des Herrn Dr. Ehr mann findet nunmehr wöchentlich Dienstag, Mittwoch und Freitag morgens nach Schluß der Synagoge im Sitzungszimmer der Israelitischen Religionsgesellschaft statt. Der Schiur des Herrn Tharsis findet nunmehr Montag und Dienstag abends von 8.30—9.30 Uhr statt. Der Sturm auf die Abwehr. Vor dem erweiterten Schöffengericht in Wiesbaden spielte sich ein Prozeß gegen 18 meist jüngere Leute aus Frankfurt, Köln, Koblenz, Wiesbaden und Nastätten ab, die sich am 6. März 1927 an dem Sturm auf das Hotel Guntrum in Nastätten, wo ein« Versammlung zur Abwehr des Antisemitismus abgehalten wurde, beteiligt haben. Die Anklage lautet -gegen 8 Angeklagte auf Landfriedensbruch, gegen .3 auf erschwerten Landsriedensbruch gegen 6'auf Landfriedensbruch in Tateinheit mit Aufrühr, gegen einen Angeklagten auf Auffor de - r u n g zum Landfriedensbruch. - AM 6. März fqnd in Nastätten gegen das Auftreten der Nationalsozialisten in verschiedenen Nassauischen Orten eine von Juden, Katholiken und Protestanten einberufene Ahwehrversammlung statt mit dem Thema:. „Das wahre Gesicht der Nationalsozialisten". Aus den genannten Städten waren Nationalsozialisten nach Nastätten gekommen, um die Versammlung zu stören. Sie hielten Hetzreden und-verteilten antisemitisch« Flugblätter. Es kam zu Schlägereien und schließlich zum. Sturm auf das Hotel Guntrum. Auch die Landjäger, die die Versammlung schützen wollten wurden angegriffen und einer wurde derart schwer geschlagen/ daß er zusammenstürzte. Zum Schluß gab ein Landjäger einen Schuß ab, durch den ein junger Mann getötet wurde. In einem Auto der Nationalsozialisten wurden zahlreiche Gummiknüppel, Schlagringe, Dolche -und ein Tesching gefunden. ' Vor: Gericht verlegten . sich die Angeklagten aufs Leugnen. Zu Beginn der Zeugenvernehmung schilderte Landjäger Dinges die Situation an dem Versammlungssonntag. Als der Tumult im Hotel Guntrum begann, stürzte er hinein und riß «inen Nationalsozialisten, der auf dem Rücken eines knieenden Juden saß, von seinem Opfer weg; sofort wurde er selbst von einer Rotte Nationalsozialisten auf die Straße gezerrt und, gesehen, daß. die Nationalsozialisten die Fenster! Schüler streute, trieb 'segensvölle Frücht«. R. . Jakob in dem Hotel einschlugen. : Gleich seiner von Haken- /Posen/-"»i hat sich zu, einer Zeit, da Limmud^Hathäurah kreüzlern umringt gewesen und habe Rufe gehört: im Frankfurt a. M. ganz, außer Mode /gekommen war-, „Schlagt ihn tot!" Er habe schwere Körperverletzungen j in hingebungsvoller Weife der lernbegierigen-Jugend erlitten und mußte längere -Zeit das Bett hüten. Land-!anLenommeE^Wt:Hnem.-.fchitzr/phanöMenstl4st'-iMächtjäger Eifert, der den. - Schuß abgab,/dürch den der/ Ms. ausgerüstet/Mit dem sich; auch an östlichen Derhält- 18jährige Sohn des WegeMeisters Wilhelmi geKteb/NWMWtzresfen/ ein gewaltiges n'w-m /verband, erschien wurde, habe die Situation, in "der/sich Landjäger 'Seel er seinen: Schülern als der letzte Typusder Weltruf befand, für so kritisch gehalten, daß er der Meinung genießenden Alt-Frankfurter Lamdynim. Hier zählte Mar, er würde gelyncht. So habe er den Schuß auf/-ein schlichter Kaufmann, dessenLebensinhalt 5 We Bedränger Seels abgegeben. Seel bestätigte, daß war, Hunderte .von AkstdenWE üsttr /-KtzuflWeir er diesem .Schuß sein Leben zu verdanken habe-. . Die Zeugen L e o p o l d Und. B l u m e n s ei d, zwei jüdische Besucher, der Abwehrversammlung: vom 0. März, sagten aus,- daß - sie' ohne jede Veranlassung von HaIeykreuzlern geschlagen worden seien. Die Aussagen der Nationalsozialisten waren voller Widersprüche. Sieben Angeklagte wurden freigesprochen, weil die Beweisaufnahme nicht ausgereicht hat, die passive Teilnahme am Landfriedensbruch festzustellen. Elf Angeklagte wurden zur Mindeststrafe von je s e ch s Mona t e n G e f ä n g n i s verurteilt. Gegen den Angeklagten Gastwirt H e n n i g, den Einberufer der Abwehroersammlung, der zugegeben hat, einen ihn angreifenden Nationalsozialisten verprügelt zu haben, wurde das Verfahren wegen Körperverletzung ei n gestellt, weil der Strafantrag nicht in der gesetzlichen Frist gestellt worden war. Bei den Veruräilten soll nach Verbüßung von einem, zwei bzw. drei Monaten Strafaufschub eintreten. In seinem Plädoyer führte der Staatsanwalt aus, ein guter Teil der moralischen Verantwortung treffe die Fühfrer, die man strafrechtlich hier nicht belangen könne. Das Strafmaß wurde auf das Mindeste angesetzt/weil die Angeklagten noch nicht wegen Gewalttätigkeit vorbestraft sind und weil Uebereinstimmung mit dem Staatsanwalt und der Verteidigung darüber herrschte, daß man nicht durch hohe Strafen diese jungen Burschen zu Märtyrern in ihrer Partei machen solle, daß man vielmehr hoffe, mit maßvoller Bestrafung den Frieden in das politische Leben hineintragen zu können. Umzug. Die Buchhandlung Sänger u. Friedberg (Inh. Joseph Sänger), die 22 Jahre lang ihre Räume in der Allerheiligenstraße 81 gehabt hat, hat nunmehr ihr Domizil in der H a n au erlan d str a ß e. 17, in den rüheren Räumen der AaudasJisroel- Jugendgruppe. Auf diese Weise sind die durch Thor« und Gotteswort geweihten Räume doch wieder höheren Zwecken zugeführt. Neben Verlag und Buchhandlung verfügt bekanntlich die Firma über, ein bedeutendes Antiquariat. Oftjüdlfcher Verein. Am Samstag den 10. März, abends 8.18 Uhr, findet eine große Versammlung der Ost jüdischen Verein i g u n g in der Suppenanstalt. Theobaldstraße 5, statt, in der Herr Dr. Ernst Simon über: ..Probleme und Organisationen der Ostjuden in Deutschland" sprechen wird. 1 . Israelitisches Frauenheim in Bad Nauheim. Das Israelitische Frauenheim Bad Nauheim wird seinen diesjährigen regelmäßigen Kurbetrieb am 23. April eröffnen. . Anmeldungen können bereits heute an- Herrn I. F Cttlinger. Frankfurt.a. M.. Bockenheimer Landstraße 25. gerichtet werden. Besonders zu empfehlen sind die Kuren direkt bei Eröffnung der Anstalt, also im Monat Mai. ' Auszeichnung/ ’ Fräulein Dr. Hermine Speier aus Frankfurt a. Ml, zurzeit Assistentin des Archäolog-ischeu Instituts zu Königsberg i. Pr. erhielt best ehrenvollen Ruf als Assistentin an das deutsche A-usland - Institut nach Rom. . Rabbi Jakob S. Posen V":&T- V V (Anläßlich des. 4. Jahrzeitstages am *vn« £>"’)• Die Zeit rast dahin, neue.Geschlechter steigen auf, neue Werke werden geschaffen, neue -Werte werden gebildet. Könnte es da -einen wundernehmen, wenn Bilder von überragenden Gestalten, dienochvor wenigen Jahren unter uns wandelten', verblassen?- Wohl' hat ein kleiner Kreis von Schülern des R. Jakob S. Posen h"2' es sich zur Aufgabe gemacht, in sinniger Weife' fein Andenken zu pflegen, indem / die einzelnen von dem Meister in den verschiedenen Schiurim begonnenen nur,»» in dem gleichen Lernzimmer, in dem/er sich buchstäblich für Tauroh und Awaudo bis in die späte Nacht hinein aufgeopfert hat, der Reihe nach, zu Ende gelernt werden sollen. Aber über'diesen Kreis histaus sollte stets die Erinnerung an jenen Großen wachgehalten werden, /um die kommenden Geschlechter auf diesen bejsrüelköM .»-*>* . zu verweisen. ES. sei deshalb nochmals in kurzen Strichen und durch 'winzige Züge die noch M lebendiger Frische'vor Augen stehende- Erscheinung deAv Verklärten gezeichnet: Weiß. uNsMoKeneration, besonders' die jüngere/ was sie in; R. -Jakobi Posen verloren bat? Ist man ich dessen bewußt, was dieser große Mann uns geverschiedenster Jahrgänge zu 'seinen Schülern,/ hier unterhielt ein einfacher T wirn ^>3. :defsen^ NaMe/über die-deutschen Grenzpfähle drang/ einen laufenden/Priefverkehr . mit dem GedaMm -deö Ostens, hier lebte elnbescheidener -Privatmänn/ ' der! die/gesamte Responsenliteratur beherrschte. . " /"'' "Welche reiche Fülle von Milde, von Leutseligkeit und Menschenliebe lebte' in seinem edlen Herzest und leuchtete aus seinen .gütigen Augen! Seine Popularität in^ allen Schichten der jüdischen Bevölkerung in Frankfurt wav sprichwörtlich. Seine " Freundlichkeit und. Liebenswür-- digkeit leuchteten jedem jüdischen Kind, das erlauf der Straße traf, entgegen; wie oft sprach er kleine Jungen, deren Gesicht ihm bekannt und vertraut erschien, an. - Erhebend war die ihm eigene Simcho schel Mizwoh. Kein Weg war ihm zu weit und keine Zeit-zu kostbar^ um seinen Berus als Mohel auszüüben. Unbeschreiblich war die Freude, als er an einem/Tischo b'aw einige Jahre vor feinem Hinscheiden vier.Milaus vorzunehmenhatte. Jeden ausgeführten Beris schrieb er sich auf, Namen des Sohnes und des Vaters.- Wie selbstlos ev sich in den Dienst des Klall stellte, geht darauf hervor, daß er, um für ensprechenden Nachwuchs zu sorgen, seine a'TK&n je nach ihrer Eignung zur Erlernung des- Mohelberufes anhielt. Wo. R. Jakob S. Posen - als Mohel fungierte, war stets neben ihm eine Anzahl. Jünger vertreten. Wer von seinen Schülern erinnert' sich nicht des- Tages, da er zur allgemeinen Verwudenrung nach dem Schiur sich zu , dem Vortrag einesder größten nichtjüdischen Weltweisen in der Universität begab?/— Der Meistsr wollte lediglich die vorgeschriebene Vrocho: oii in»2n» »rau sagen. Wie verstand er zubeten! - Wen ergriff es nicht, wenn er bittend bei der.- Brochaus nach^ der Miloh die Worte i^irrv nn-'i-' rnv» sagte oder das vrm rezitierte" oder mit durchdringender Stimme mit i-v das begann? Wie wohl fühlte er sich in seinem Lernzimmer, dasfür ihn ein Zelt des Friedens war. Wie oft äußerte er sich in der Inflationszeit, daß . er jetzt erst so rechtden Ausspruch unserer Weisen 7'»^ n-m ->-oi begreife, . wenn er des Abends die Börse, den Tummelplatz endlos hastender Menschen verlassen und sich in sein zurückziehen dürfe. Es wäre vermessen, zu behaupten, nur annäherndmit diesen wenigen Worten dem Andenken von Rabbi Jakob S. Posen W gerecht geworden zu fein. Wehr als Worte vermögen Streben und Wirken in seinem Sinne sein Andenken stets wachhalten. Aber, Erinnerst, und das wollen diese Zeilen überhaupt bezwecken, führt? zur Tat nsra» nTsr- Am Sonntag, den 18. März, (i-no v"') findet einehalbe Stunde vor Mincho in dem Jakob S. Posen- Zimmer, Hermesweg 7, 2. St., ein Jahrzeitslernen für' R. Jakob S. Posen Vst statt, worauf Schüler, Verehrer und Freunde hingewiesew werden. Talmud Thora-Verein, Frankfurt a. 2N. . Sonntag, den 11. März, nach dem.Morgengottesdrenst findet.ist der Synagoge Börneplatz ein Jahrzeit»- lernen für Jakob S. P o s,e n >''^, statt. Men und Frankfvrk. Wie im Nachrichtenteil des Haupibluttes vor einigem Wochen gemeldet, hat anläßlich der Budgetberatung im- Vorstand der Wiener Kultusgemeinde der Führer der Orthodoxie, Wolf. P a p p e n h e i m,' eiye vielbeachtete^ Rede gehalten, in der er seiner Befriedigung über manchereligiöse Fortschritte in der Entwicklung der Wiener Gemeinde Ausdruck gab. In gleichem Sinne äußerte sichauch das-von Rabbiner Dr. Joel Pollak geleitete orthodoxe Wiener Organ, die „Jüdische Presse". Dasgab dem Frankfurter „Jüdischen Wochenblatt" Veranlassung, der unabhängigen Orthodoxie die Anwendung' „doppelter Maße" vorzuwerfen: in Wien fühle manstch Mehr oder-minder wohl in der Rolle der Gemeindeorthodoxie, während man in Frankfurt, wo die- Stellung" der Orthodoxie innerhalb der neolog-orthodoxen Einheitsgemeinde unvergleichlich besser, und gesichertersei als in Wien, die Gemeindeorthodoxie nicht genug bekämpfen könne. Da der Gegenstand Frankfurt ebensosehr interessiert wie Wien, geben wir im folgenden die in der letzten Nummer der „Jüdischest Presse" erschienest« Antwort wieder, die mit—m. gezeichnet ist, und hintergeben, hat und was er uns noch hätte geben können?, der man wohl den greisen, aber immer noch streitbaren Der Abstand ist noch zu klein, um seine wahre Größe Scbiffschulführer/ Wolf Pappenheim selbev^ vermutem. zu erkestnen. Auch sind feine mian zu v"v noch nicht -Skf. .,/.-// -