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Der Israelit · 1928-03-01 · Heft 9 (1.3.1928) · page 21

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
69 (1928)
Issue
Heft 9 (1.3.1928)
Date
1928-03-01
Page
– (sequence 21)
Language
German
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llfaffcr fte«ausgege6en von der £andesorgonifotion dev flgadas-jlstoef in OenffefiloBd 14. Jahrgang Frankfurt a. AI., 1. Alärz 1928/9. Adar 5688 Nummer 6 Alke Antworten auf Gegenwartsfragen. „Schon wieder eine Sammel-Aktion in den Heutigen schlimmen Zeiten. Wie kann man nur dem kleinen Kreis der gesetzestreuen Juden all diese Opfer zumuten. Es ist jetzt wirklich nicht an der Zeit, wenn der Zweck auch ein gar so -guter ist, uns mit dem Aufbau von Schulen ln lErez Jisroel zu belasten!" „So hat Gott der Schöpfungsscharen gesprochen: Dieses Volk» sie sagen: «Es ist noch nicht Zeit, daß das haus Gottes erbaut wird." „Da erging das Wort. Gottes durch den Propheten Chaggai: „3hr aber — ist es denn für euch Zeit, wohlverwahrt in euren Häusern zu wohnen; während dieses Haus in Trümmern liegt?" (Chaggai Kap. 1, Vers 2—4.) „Ich bin auch sehr für diese Sachen da in Erez Aisroel, aber wenn ich auch nichts tue, werden die Schulen doch nicht eingehen, es werden sich Immer noch ideal gesinnte vermögende Herren in her Agudas Jisroel finden, welche sich darum Aimmern." „Solltest du hartnäckig schweigen in. einer solchen Zeit, dann wird Befreiung und Rettung den Iehudim von einem anderen Orte entstehen. Du aber und dein Vaterhaus, ihr werdet untergehen." (Esther Kap. 4, Vers 14.) „Ja, aber die Zeiten sind zu schlecht. Wenn -es der Wille der Vorsehung ist, daß wir in reichlichem Maße spenden sollen, dann müssen wir -eben mehr verdienen." „Bringt einmal den ganzen Zehnten in mein Schahhaus, auf daß Nahrung in meinem Haufe sei und prüft mich doch hiermit", spricht Gott der Schopfungsscharen; „ob ich euch nicht die Schleusen des Himmels öffne und Segen bis zum llebermaße auf euch herabfchütten werde." (Maleachi, Kap. 3, Vers 9—10.) Schlachmonaus zu Gunsten armer Müder in Erez Jisroel. Vielfachen Anregungen Folge leistend, hat die Palästina-Centrale deF Agudas Jisroel sich auch in diesem Jahre entschlossen, im Rahmen der Adar-Aktion die Sendungen von Schlachmonaus zu .Gunsten "armer Schulkinder in Erez Jisroel zu propagieren. Selbstverständlich ist es zunächst religiöse Pflicht, Schlachmonaus zu versenden, wie es den religiösen Vorschriften entspricht. Darüber hinaus aber ist es schöne jüdische Gepflogenheit, seinen weiteren Bekanntenkreis am Purim zu erfreuen. Welche Freude wäre aber jüdischer und nachhaltiger, als jemandem das Bewußtsein zu verschaffen,, daß auf seinen Namen ein Kind in Erez Jisroel materiell und ideell verpflegt wird. Die Kosten hierfür betragen für eine Woche . . . 3 Mk., für zwei Wochen . . 5 Mk., für einen Monat. . ... 10 Mk. Nach untenstehendem Muster wird von der Palästina-Centrale an alle ihr bis zum Montag, den 5. März 1928 (13. Adar 5688) aufgegebenen Adressen eine Mitteilung so eingesandt, daß sie am Purim in die Hände der Adressaten gelangt. Wir ersuchen, von dieser' Einrichtung recht viel Gebrauch zu machen. Palästina-Centrale der Agudas Jisroel. Schlachmonaus-Ablöfung zu Purim 5688. Im Aufträge von Herrn (Frau) wird auf den Namen von Herrn (Frau) *) eine Woche zwei Wochen ein Monat ein Kind in Erez Jisroel unterrichtet, gespeist und gekleidet. Mit herzlichem Purimgruß Palästina-Zentrale. der Agudas Jisroel, *) Zutreffendes Ist zu unterstreichen. IZum Preisausschreiben der Palästina-Zentrale der Agudas Jisroel. Wir weisen darauf hin, daß diejenigen Sammler, welche Mk. 200.— sammeln, Anrecht auf zwei Punkte bei der Verlosung haben. Jede weiteren Mk. 100.— berechtigen zu einem weiteren Punkt. Ferner kommt eine dritte Erez-Jis- .'roel-Reise zur Verlosung, sobald für die Auslosung' der beiden ersten Preise mehr als 200 Sammler in Betracht kommen. . ' Der Gewinner der Erez-Jisroel-Reise aus dem vorjährigen Preisausschreiben, Herr Helmut Friedmann aus Stuttgart, befindet sich gegenwärtig noch in Erez Jisroel. Nachtrag. Zu dem Protokoll der Palästina-Konferenz ist noch nachzutragen, daß Herr Samuel Deutsch, Subotica, der Vertreter der jugoslavischen Palästina-Zentrale, als Mitglied der Finanz-Kommission gewählt wurde. Zur Adar-Aktion. Bei dem in der vorigen Nummer der „Blätter“ veröffentlichten Aufruf der deutschen Rabbiner konnten leider wegen verspäteten Eintreffens folgende Namen nicht genannt werden: Rabbiner Dr. Heinrich Cohn—Berlin Rabbiner Dr. Donath —Frankfurt a. M. Prediger Heimann—Plauen Rabbiner Temmer—Breslau. Es ist sicherlich zu erwarten, daß der Appell.von 83 de utsehen Rabbinern für das ägudistische Schulwerk nicht ungehört verhallt. Alle diejenigen, welche den Geist der Thora im Heiligen Lande fördern wollen, werden von den geistigen Führern der Judenbeit Deutschlands aufgefordert, die Adar-Aktion der Palästina-Zentrale zu unterstützen. Postscheckkonto der Palästina-Zentrale der Agudas-Jisroel Nr. 53900 Frankfurt a. M. Vezirkstagung der Agudas Zisroel-Zugend in Hersfeld. Am Sonntag fand ein Bezirkstag der Agudas Jisroel-Jugend für die Gruppen des hessischen und Fuldaischen Bezirkes in hersfeld statt. Der Bezirksvorstand, Moses Elzas aus Kassel, eröffnete die Tagung mit herzlichen Begrüßungsworten und dankte den mehr als 200 Besuchern aus den benachbarten Orten sowie insbesondere den anwesenden Rabbinen und Lehrern für ihr Erscheinen. Es sprachen Begrüßungsworte die Herren Lehrer E m a n u e l - hersfeld, Josef Bacharach - hersfeld, Rabbiner K u n st a d t - Fulda und Bezirkssekretär Dr. Herz-Fulda. Den Mittelpunkt der Vormittagssitzung bildete ein längeres Referat des Herrn Jacob Rosenheim- Frankfurt a. M., der im Anschluß an die Aufrichtung des äußeren Rahmens des Mifchkan, an seine Geräte und die Priestergewänder, die dreifache Bedeutung der Agudas Jisroel als V o l k s o r g a n i s a t i o n, als Werkzeug praktischer Arbeit auf allen Gebieten des jüdischen Lebens und als Erziehungs-Institution für das einzelne Individuum kennzeichnete. Er behandelte im einzelnen die Widerstände, die sich der allseitigen Durchführung der Organisation bisher entgegenstellen und die Aussichten auf deren Ueberwindung. Am Schlüsse wandte sich der Referent gegen die manchmal einseitige Betonung der unbedingt zusammengehörigen drei Aufgaben der Aguda, insbesondere gegen die falsche Auffassung, daß Gemeinschaftsarbeit und Selbsterziehung im Geiste des Judentums von einander trennbar seien. Die Nach-- Mittagssitzung wurde durch Vegrüßungsworte des Vertreters des Organisationsvorstandes, Herrn Gerson S ch n e r b, eröffnet. An Stelle des am Erscheinen verhinderten Herrn Wolf Jacobson erstattete Herr Bezirkssekretär David Ullmann aus Kassel ein Referat über das Thema: „Was erwarten wir von der zweiten Kenessio Gedaulo". Provinzialrabbiner Dr. Leo C a h n - Fulda bot der Versammlung eine Weihestunde durch ein gedankenreiches Referat über „W e r t e des jüdischen Lebens". Der verehrte Redner suchte in den ethischen Ideengehalt des Judentums und den Sinn der praktischen Mizwotherfüllüng einzuführen, indem er daran ernste Mussarworte, verbunden mit mancherlei praktischen Anregungen für Jung und Alt, knüpfte. Im Rahmen der Diskussion, die alsdann eröffnet wurde, äußerte sich Herr Dr. Cahn noch in anerkennenden Worten über die Leistungen des Centralvereins deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens in der Schächtfrage und in dem Kampf gegen den Antisemitismus. An der Diskussion, über die noch berichtet werden wird, beteiligten sich die Herren Cohen- Eschwege, Oppenh e i m j r. - Fulda, Dr. Herz- Fulda, Lehrer Gans- Niederaula, E sch w e g e - Fulda, Ullmann- Kassel, Lehrer Oppenheimer- Rhina. Sie spiegelte die Sorge und Nöte der Landgemeinden wieder und brachte eine Fülle von Vorschlägen und Anregungen zur Ausgestaltung der Arbeit auf dem Land. Nach dem Mincha-Gebet wurde auf Vorschlag des Vorsitzenden Elzas von jeder Gruppe des Bezirks

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