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Der Israelit · 1928-03-01 · Heft 9 (1.3.1928) · page 6

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Journal
Der Israelit
Volume
69 (1928)
Issue
Heft 9 (1.3.1928)
Date
1928-03-01
Page
– (sequence 6)
Language
German
Belongs to
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Seite 6 Nr. 9 v nur den kleinen für die Uebersiedlung notwendigen Betrag aufzubrrngen. Es muß-in Zukunft möglich gemacht werden, erklärte Merejin, daß sogar die ärmsten Inden in die Lage versetzt werden, sich auf dem Lande seßhaft zu machen.-— Eine vor kurzem stattgefundene Beratung des Zentralkomitees von Ozet beschloß, die Herren Raschkes, Weizmann und Robinson nach dem fernen Osten zu entsenden, um dort das Gebiet von Biro-Bidschan, welches für eine große autonome jüdische Siedlung in Aussicht genommen ist, in Augenschein zu nehmen und Vorbereitungen für jüdische Siedlung zu treffen. (ITA.) Autonomes jüdisches Land im fernen Osten. Moskau, 24. Febr. Das Präsidium des Siedlungskomitees der Regierung der Sowjet-Union, das die höchste Autorität in Kolonisationsfragen ist, hat dem Beschluß des Komzet, der Regierungskommission für Lcmdansiedlung und Industrialisierung von Juden, den Rayon Biro-Bidschan im Fernen Osten für jüdische Groß-Kolonisation mit dem Ziele der Schaffung eines autonomen jüdischen Landes zur Verfügung zu stellen, zugestimmt. Präsident des Siedlungskomitees, das diesen Beschlüh faßte, ist der Präsident der Union der Sowjetrepubliken, Kalimn. England. i Die Schiichtfrage in England. L o rrd ü tt, 21. Febr. In der gestrigen Unterhaussitzung fragte Sir- Ri Thomas den Minister für öffentliche Gesundheit an,'ob er-eine Verordnung erlassen wolle, wonach.die,Benützung des sogenannten, „human killer", einer Vorrichtung, zur Erleichterung des Todeskampfes des geschlachteten Viehs, in allen Schlachthäusern ohne Ausnahme ohligat sein solle. Minister Chamberlain erwiderte, gegenwärtig benutzen mehr als 260 Schlachthäuser den „human filier", er sehe sich aber nicht veranlaßt, die Schlachthäuser durch ein Gesetz zur Benutzung dieser Methode zu zwingen. Brigadier-General C h a r t r i e referierte über die zweite Lesung der Bill, die vorsieht, daß in Schottland in allen Schlachthäusern der Blutentziehung eine. mechanische Betäubung , vorangehend müsse. Eine Klausel in diesem Gesetz besagt ausdrücklich, daß auf die Schächtung nach jüdischem Ritus diese Vorschrift ferne Anwendung finde. Die Bill wurde mit 118 gegen 11 Stimmen in zweiter Lesung verabschiedet. J»i der gestrigen Monatsoersammlung des Board of Deputies wurde über Scheidungs- und Schächtfragen debattiert, die in der letzten Zeit akut geworden find. Mr. Felix erstattete den Bericht des juridischen und parlamentarischen Komitees und verlas einen Brief des Council, in welchem Abhilfe dagegen gefordert wird, daß jüdische Frauen, die nach dem Ziorlgesetz von ihren Männern geschieden sind, eine zweite Ehe nicht eingehen können, weil oft die Männer sich weigern, ihnen den religiösen Scheidungsbries („Get") zu geben. Der Council verlangt, daß die jüdischen Autoritäten wie der Beth din und die Advokaten des Board of Deputies durch ein Statement die englische Richterschaft über die Bedeutung der AngslsAßuheit ausklären und ersuchen sollen, eine zivile Scheidung nicht auszusprechen, bevor nicht eine Bescheinigung des Oberrabbinergerichts über die erfolgte religiöse Scheidung vorliegt. Es wurde beschlossen, sich mit dem Beth din-über die zu ergreifenden endgültigen Maßnahmen ins Benehmen zu setzen. Mr. F i n b u r g h, Mitglied des Unterhauses, berichtete über den Stand der Schächtfrage und betonte die Notwendigkeit, die-öffentliche'Meinung in England'darüber aufzuklären, daß die Schächtmethode die humanste Tötungsart fei. In der Diskussion wurde der Ansicht Ausdruck gegeben, daß die von Ing. Weinberg zwecks Erleichterung des. Schächtaktes erfundene „cafting machine" verbesserungsbedürftig sei. Amerika. Sin Riesenwerk. amerikanischen Gemcinfinns. N.e wyork, 12.. Februar. Vor weniger als einem Jahr beschlossen einige Führer der „Joung Mens Hebrew Affociatign" (Verein . jüdischer junger Leute) in Newyork, dem Verein ein neues Gebäude für die Zwecke seines Internates zu errichten und hierfür 1% Millionen. Dollar aufzubringen, Der Verein hatte bisher schon ein eigenes Haus, das' vor fünfundzwanzig -Jahren; der Freigebigkeit Jacob H. Schiffs seine Entstehung verdankte-, jetzt aber, angesichts Der Israelit der kräftigen Aufwärtsentwicklung der Gesellschaft nicht mehr ausreichte. Die Campagne hat über Erwarten rasch zum Erfolge geführt und die präliminierte Summe ist ü b e r s ch r i t t e n worden. Das nebendem jetzigen Gebäude zu errichtende- Haus wird 11 Stockwerke' um- Die Woche. Berlin. Am 9. Januar 1927 - wurde im 'Zentrum von Chemnitz der vor seinem Geschäft weilende jüdische Kaufmann Verdah von einem vorbeiziehenden Trupp Nationalsozialisten angefallen und blutig geschlagen. In der ersten Verhandlung wurden vier von sieben Angeklagten freigesprochen. Das Berufungsgericht nahm entgegen dem Staatsanwalt unter Aufhebung des früheren Urteils bei allen sechs Angeklagten Landfriedensbruch in' Tat einhei t - - mit Körperverletzung an und - verurteilte die beiden Haupttäter zu je sieben Monaten Gefängnis, die übrigen zu, Gefängnisstrafen von drei bis vier Monaten. — Der neüe rumänische Gesandte in Berlin, H. Petresco-Comnen, gab am 20.- Februar den Vertretern der deutschen Presse im Hotel Esplanade einen Tee. Mit - Bezug; auf die Minderheitenfrage sagte er, es gäbe , in Rumänien keinen Politiker, der nicht überzeugt davon wäre,' daß es der größte Fehler'wäre,, wenn die Mmoerheiten innerhalb Rumäniens dieselben Leiden durchzumachen hätten, die die Rumänen, selbst-jahrhundertelang ertragen muß-, ten. — Nachrichten über antijüdische Bauernunruhen, im Gebiete der jüdischen Kolonien S ü d r u ß 1 a n b s , die verschiedene Zeitungen brachten, werden von offizieller Seite als frei e r f u-.n de nerklärt. Wen.. Hier wurde bei Anwesenheit von Nachum Sokolow ein P r o - Palästinakomitee/gegründet. Der,Vize-, kanzler Dr. P r e i s k y nahm, an der konstituierenden Versammlung teil' und hielteme palästinafreundliche Rede. Moskau. In Bobrausk erscheint seit kurzem ein orthodoxes Journal in hebräischer Sprache uyter dem Titel „Jagdil Thora", das erste orthodoxe und hebräische Blatt in Sowjetrußland. Interessant ist, daß die der. Lehre, und dem Leben der Thora gewidmete Monatsschrift in. der komm u n i st i s ch e n D r u ck e r e i hergestelltwird. Paris. Der französische Rabbinerverband. erhob. auf seiner letzten Versammlung, in ..Paris Protest gegen die Vorgänge in Rumänien. Bukarest. Angesichts der jüngsten Ereignisse wird es - interessieren, wie stark die jüdische Beteiligung am. Universitätsstudium in Bukarest ist., Unter IS 698 Hörern befanden sich 1926 2521 Juden. Die , Zahl, hat aber seitdem eine, starke Verminderung erfahren. Riga. Dem soeben gewählten Stadtrat von Riga gehören 8 .Juden (1: Zerre Zion, 1. Nationaldemokrat- 1 Bundist, 3. Angehörige des jüdischen nationaten Blocks, 2 Agudisten) an, Auf..die.jüdischen Listen wurden insgesamt 14509 Stimmen abgegeben. Warschau. Nachdem die Tageszeitung „Hajnt", die für den Minderheiten-Block eintritt, viermal innerhalb, weniger Wochen beschlagnahmt worden war, erfolgte vor, einigen Tagen die Beschlagnahme der gemäßigteren Tageszeitung „Hazephirah". Die Konfiskationen sind. jedesmal mit Haussuchungen in Redaktion, Archiv und Druckerei verbunden. Lembeeg. Im Städtchen Plutowska in Ostgalizien verstarb Im Alter von 125 Iah - r e n der älteste Jude ist Polen. Seine; ihn überlebende Gattin ist jetzt 115 Jahre alt. Cr h'mterläßt 3 Söhne und 3 Töchter, die alle sich der Hundert nähern. Jerusalem. 16 Juden aus dem Distrikt M o s u l, die im Zusammenhang mitantijüdischen Unruhen in ' diesem Distritt geflüchtet sind, wurden bei Metullah, da sie nicht über Einreisedokumente - verfügten, vonpalästinensischer-Polizei verhaftet und werden sich wegen ungesetzlichen Grenzübertritts vor Gericht zu verantworten haben. — Unerkannt entkommenen Einbrecher habeindie in der Nähe von Nablus, dem biblischen Schechem, gelegene Gr ab statte Josephs, die von den Moflemiten als ein heiliger Ort verehrt wird, heimgesucht und verschiedene historische Urkunden, sowie eine antike goldene Lampe entwendet. Budapest. Der Kongreß des Ungarischen- Hochfchülerverbandes (Mefhoß) unterbreitete folgenden Befchlnhantrag: „Der Hochschülerbund hält unverbrüchlich /an . dem ursprünglichen Numerus clausus fest, weil er>in diesem die einzige Gewähr für die Zukunft der ungarischen Masse erblickt." >. März 1928 es vielleicht nicht uninteressant, die'Liste der. größeren Zeichner kennenzubernen. Wir finden darunter: Felix Marburg 100 000 Doll., Mortimer L, Schiff. 75 000 Doll,, Joh-n Ro^feller 50.000 Doll., Frederic Braun 60 000 Doll., Frau Jac. H. Schiff 30 000 Doll., Jerome Hanauer 30 000 Doll., Arthur Lehmann 30 000 Doll., Aron Ncrumberg 30 000 Doll., Ralf Jonas 25 000 Doll., Herbert Lehmann 15 000 Doll, uff. _ - Bei dem Diner, das die Campagne abschloß, hielt der Vertreter einer katholischen Körperschaft, Richter Cuningh.am eine Rede, worin er folgendes ausführte: - „Wir Nichtjuden, besonders diejenigen, die an, der katholischen Kirche interessiert sindkönnen, nicht genug Worte finden, um unserer Be.wu-nderung für die .jüdischen Leistungen auf dem Gebiet der Religion und! Mildtätigkeit und der sozialen Arbeit, nicht nur in, Newyork, sondern in der ganzen Welt, Ausdruck, zu verleihen. Wenn., eine Organisation "von Katholiken in. Amerika durch das ganze Land hindurch sich oorsetzhe, t% Millionen D.ollar aufzubringen für irgend ein soziales Werk, so glaube, ich, daß wir fast unüberwindlich« Schwierigkeiten finden würden." ' Neue Erdbeben in Palästina. Je r usalem, 23. Febr. Palästina - wurde abermals von einem starken Erd»! beben heimgesucht, das zum Glück verhältnismäßig geringen Schaden anrichtete und auch keine Menschenopfer-' gefordert hat. Am Mittwoch den 22.. Februar, drei Uhr morgens wurde der erste Stoß-verspürt, der nur - gering war und nur in gewissen Gegenden wahrgenommenworden ist. Um sieben Uhr 50 abends aber erfolgte ein zweiter sehr starker Stoß; der im gesamten Lande verspürt worden-ist. In Jerusalem, Jericho und Tel-Awiw wurden mehrere Häuser beschädigt, von. denen einige unbewohnbar geworden sind. Das Gebäude der hebräischen Universität zu Jerusalem weistan mehreren Stellen Sprünge auf. Die über den Jordan führende Allenby- Brücke wurde so stark beschädigtdaß der Verkehr über sie-eingestellt werden mußte. Der Bevölkerung in Jerusalem und lm ganzen Lande bemächtigte sich große Besorgnis, es trat aber bald Beruhigung ein, da die Stöße sich nicht wiederholten. Menschenleben sind nirgends zu beklagen, auch Verletzungen kamen nicht vor. Ungewöhnliche Erscheinungen. Tel-Awiw, 23. Febr Ein merkwürdiges Jahr! Im Sommer erst das heftige Erdbeben. Dann ein Winter von großer Trockenheit;. Nun aber in wenigen Wochen so viel Wässer, daß die. Regenmenge eines normalen Winters erreicht ist. Gestern abend um 7.45 Uhr ein heftiger Erdstoß im ganzen Lande.. Für die nächste Zeit die Erwartung von Heuschrecken,, zu deren Empfang die Regierung die Gegenmaßregeln getroffen hat. Es kann freilich auch noch vier Monate dauern, bis zu dem. großen Ueberfall durch die Heuschrecken. All.diese Ding«: sindgeeignet, die Nerven zu erregen. Dazu die chaotischen Zustände im Wirtschaftsleben. Man flüstert und raunt: „Das sind die Vorzeiten des Mofchiach!" Tel-Awiw zeigt das Bestreben, . feine Meeresuferzu einer Riviera Westasiens auszublldem Das wunderbare reine und warme-Klima Tel-Awiws, verbunden mit seinen modernen Einrichtungen, die auch in de» Wohnungen allen Forderungen der Hygiene.gerecht, werden lassen, machen Tel-Awiw tatsächlich-dazu geeignetz Gesundung.zu bringen. Eine-Katastrophe, für die Entwicklung Tel-Awiws ist-es jedoch, daß-die-Einwande-- rung nach Palästina immer. noch fast gesperrt ist Rach' den Aeußerungen der englischen Regierung im Londoner Parlament,' denkt die Regierung noch, nicht daran, die- Erschwerungen wieder aufzuheben- Personalien. fassen und enthält, zweihundert Zimmer. Der Phrlantrop Henry Kaufmann hat; gesondert von . der allgemeinen Sammlungzweihunderttausend Dollar zur ErrichtmiH eines Hörsaals seMftot. Mrd-u«- L-,-r ist M Gießen, 27. Februar.; Am 10. März feiert unser Lehrer und Kantor Bernhard K l e i n -sein v i e r z i gj ä hr i g e s - O r t s j u b i I ä Ü min« unsererr Gemeinde. Villmars <Afr), 20.- Februar. Am-'. 24.- Schewat würden unter ungemein starker Teilnahme --des2 ganzen Ortes und der Feuerwehr die irdischen-- UMexreste des-

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