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Der Israelit · 1928-03-01 · Heft 9 (1.3.1928) · page 7

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Journal
Der Israelit
Volume
69 (1928)
Issue
Heft 9 (1.3.1928)
Date
1928-03-01
Page
– (sequence 7)
Language
German
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1. März 1928 D er Israelit Nr. 9 Seite 7 verstorbenen Jeremias Strauß von hier auf dem als „Bal Tefilloh" und vermag nunmehr der im bestem \ «r heißt: unsere Han d, hingegen nn' — mit hiesigen oPiy n-a , bestattet? In seinem langen erfolg- Mannesalter stehende Herr Strauß allwöchentlich die eingefügtem Jud— unsere Hände. Das winzige Jud reichen Leben pflegte er mit heiliger Liebe die drei Sidroh zu lernen. Unter dessen zielbewußter Führung verwandelt die Einzahl in die Mehrzahl, erweitert die Säulen non mp’aai rnis?: min:' er förderte mit Eifer hat die Gemeinde mit großem Kostenaufwand eine neue , Einheit zu einer Vielheit. jederzeit alle Thorainteressen und -Bestrebungen. Der Mikwoh erstellt, die von Sr. Ehrw. Herrn Rabbiners Machen wir im Leben nicht auch dieselben Er- Verstorbene leistete 60 Jahre lang Vorbeterdienste in der Dr. Greils h e i m e r - Mosbach eingehend besichtigt fahrungen? Ein einziger Jude von noch so unansehnlicher Kultusgemeinde und war ein warmherziger Wohltäter, und dem Din entsprechend befunden wurde. Möge die Gestalt vermag aus Einzelnen, Fürsichlebenden, Zu- Lehrer Schloß von Mellrichsladt und Oberlehrer FreujKehilloh ihren begonnenen Ausstieg weiterhin fortsetzen denberger von Thüngen schilderten am Grabe das und wieder zu ihrer früheren Blüte gelangen. Wirken und den edlen Charakter des Entschlafenen. Der Vertreter der Feuerwehr entbot ihm' den letzten Gruß. Wihenhausen, 20. Februar. Seinen 80. Geburstag begeht heute Herr S. Nußbaum in seltener Rüstigkeit und Geistesfrische. Seit 40 Jahren steht er im Dienste der Gemeinde und ist als Kreisvorsteher, tätig. Er ist ebenfalls Gründer und Leiter des hiesigen Literaturvereins und steht mehr als 25 Jahre an der Spitze des Vereins. Vermischtes. Luzern, 29. Februar. In L o c arno (Lago-Maggiore, Schweizer Riviera) wird rechtzeitig vor Peßach ein erstklassig geführtes Hotel eröffnet. Anfragen vorerst an den^ „Verein zur Förderung ritueller Speisehäuser in der Schweiz", Simon Erlanger jun., Luzern, Sälistraße 11. .; Araykfürk a. 20. Februar. Vom Verein zur Förderung ritueller! Speiseyäuser, Lokalkomitee Frankfurt ä. M., wird uns geschrieben: Zu Ihrer Notiz „Heidelberg" auf Seite 7 in Nr. 6 Ihres gesch. Blattes gestatten wir uns höfl. folgendes zu bemerken: Auch wir wissen sehr gilt, daß es überaus wünschenswert wäre, wenn in Heidelberg.wieder ein rituelles Restaurant bestehen würde, Aus dieser Erwägung heraus haben wir bereits alle. nur irgendwie möglichen Schritte unternommen, um den von so vielen Seiten gewünschten Betriebrecht bald eröffnen zu können. . Ein überaus geeigneter Wirt, der . jederzeit hierzu bereit ist, wurde bereits ausfindig gemacht, jedoch konnten leider trotz eifrigster Bemühungen die geeigneten Lokalitäten in Heidelberg noch nicht gefunden werden,^was wohl auch auf das Fehlen der notwendigen finanziellen Mittel zurückzuführen ist. Aber auch in, dieser.Richtung wurden bereits mit Erfolg Schritte unternommen. Es ist also nicht richtig,, wenn gesagt wird „der Hamburger Verein hätte die Angelegenheit vielleicht intensiver bearbeiten sollen". Der Hamburger Verein hat teilweise gemeinsam mit dem Verein zur Wahrung der Interessen des gesetzestreuen Judentums in Baden alle notwendigen Schritte-unternommen und hofft.auch recht bald die Eröffnung eines streng rituellen und güten Restaurationsbetriebes in Heidelberg veröffentlichen zu können. Hardheim. 18. Februar. Es vergeht kaum eine Woche, in der man nicht in jüdischen Zeitungen Notschreie über den geistigen und religiösen Rückgang der meist früher blühenden Lädngemeinden liest. Es darf daher als erfreuliches Zeichen betrachtet werden, daß, wenn auch in versteckten Winkeln doch noch manche Gemeinde an der Tradition ihrer Väter festhält. Hardheim, am Fuße des Odenwaldes gelegen, war unter der Führung unseres leider allzufrüh, Heimgegangenen Lehrers Emanuel Wertheim-er eine blühende Gemeinde. Seit dessen Pensionierung und erst recht nach seinem Hinscheiden übernahm einer seiner früheren Schüler, Herr Mosoes S t r a u ß, ehrenamtlich die Stelle ^rtrauenssac/te Sprechsaal. iVlBD» TOn1? Durch einen Zufall veranlaßt, sei mir gestattet, an dieser Stelle auf einen, scheinbar weit verbreiteten, Irrtum hinzuweisen, dem auch viele wa'-vi verfallen und unbewußt ein fünffaches, nach i«’nn. iso gar siebenfaches, Verbot übertreten. Barbiere, pn'va Dam -sb> sagen übereinstimmend,, daß viele ihrer jüdischen Kunden, die das Schneiden ihres Barthaares mittelst Rasiermesser aus religiösen Gründen unterlassen, dies mit scharfkantigem Bimsstein vornehmen lassen — eine Methode, die nach Ansicht der D’poisn ->rna als naa nio-s gilt, also streng verboten ist. (Siehe nia-ivni mV»? n"po a"sp p’o njn mv pbn nauwi 'nnsi PP’n n->a s“a 'na s^pvianan pa s"s naivn mima vnia wre auch y"p 'o- Nach genannten,atninn ^j?a dürfen bei Entfernung der Barthaare, selbst bei Anwendung von Enthaarungspulver, keinerlei, scharfen Instrumente, einerlei ob sie aus Stahl, Eisen oder Stein u. dgl. sind, zur Säuberung des Gesichtes als Abkratzhilfsmittel benützt werden. — Sache der zuständigen Herren Rabbiner ist es, diesen r-iiycu nnm. wo er besteht, aufzuhellen, um viele von einem mehrfachen sn^msi -no’s, wenn auch unwillkürlich,, zu bewahren! Hochachtungsvoll. Jacob T e ß l e r, Nürnberg. FamUlennachrichten. Barmizwo: Salomon, Sohn des Herrn Jos. Bamberger, F.ankfüri a, M. Hermesweg 1». mn '2 nms men Synagoge Friedberger Anlage. — Emtl, Sohn des Herrn Rüben Lauge, Frank furt a. M, Schützenbrunnen 8. nipri '2 nEns nnEr. Vrieftaste«. M. N. in St. Betrag eingegangen und für Abonnement verbucht. ift die Wähl eines erftkläffigen und einwandfreien \g> Hautpflegemittels^ dem täglichen'Wdfchwdffer zugefetzt erfrifiht, reinigt, klärt und befähigt die Hdut aus eigener Kraft gefurfd und fchön zu fein. Heinrich Mack Nachf., Ulm a. D. Feuilleton. „3ub“. Von §. Bachmann ^,"81 in Altona. Unter den Zeichen für das hebräische Alphab-et nimmt das Jud den kleinsten Raum ein. Aber so unscheinbar auch sein Aeußeres ist, so hat -es doch einen großen- Einfluß auf die Umbildung der Wörter. In der hebräischen Grammatik spielt das Jud-eine bedeutende Rolle. Ein Beispiel: theißt Hand. Ein Jud an das Ende des Wortes hinzugefügt, heißt es ’tmein e Hand. Das kleine Zeichen hat den allgemeinen Begriff — Hand — zu einem befonderen, individuellen umgestaltet. Das Jud hat also die Kraft, das Allgemeine, Unbegrenzte, Schrankenlose in eine genau fixierte Bahn zu lenken, auf einen ganz bestimmten Kreis zu beschränken. Ebenso wie es sich mit dem Jud unter den leblosen Buchstaben verhält, ist es auch mit dem Jud unter den Lebewesen. . Der Jude muß aus dem Rahmen des Allgemeiner», Unbemerkbaren, Ungekannten heraustreten, wenn er zur Schätzung des Emzeiwertes gelangen will, er muß eine selbständige, kenntliche Gestalt annehmen, wenn er den ihm innewohnenden Individualismus zur Geltung bringen will. Die jüdische Auffassung lehrt uns, daß jede, Seele ihr eigenes Gepräge besitzt, daß jeder Geist iseine spezielle Anlagen zur Entfaltung bringen soll. Jeder Jude ist eine Welt für sich, ein Mikrokosmus. Daher auch der Ausspruch unserer Weifen: vsa D«pnn *>a •tVd. ainyn io D”p. iPm Vs-wa nns Die Erhaltung einer Menschenseele ist der Erhaltung einer ganzen Welt gleichzuschätzen. Bei einem Hervortreten aus der Allgemeinheit liegt aber die Gefahr nahe, sich zu überschätzen, sein eigenes Ich als etwas Hervorragendes anzusehen, .wodurch dem Stolz und Hochmut, Tür und Tor geöffnet würden. Gegen eine solche mißbräuchliche Auffassung predigt aber schon die Größe und die Stellung des ,Jud, der auf den kleinsten Raum sich .beschränken mutz und denallerletzten Teil des Wortes bildet. ' Kehren wir nach dieser Exkursion zur hebräischen GlementargrammaBk h'urüch , . Da finden wir dä^ Jüd in. einer Verwendung, die rr ve» allgemeine» Teil. und 6a» jftiiUIel ltz, Mantfurt a. M.; ,J«feeatest. B,; «.Mcha evenvi^ — -FW die pShiwogischLMtlage: .Kehrer. ___ _ _ __T„ _._at_ AK ^viduckisierung geradezu zuwiderläust. Mttengrsellschaft, Fraakfuri a. M. Zur Erklärung diene wieder das Wort tsamm-pnhangslosen eine Gesamtheit zu gestalten, die durch ein gemeinschaftliches Interesse zu einander halten, durch ein gemeinsames Band — nempn wnm — ein einziges hehres Ziel erstreben. Ein einziger unscheinbarer Jude, am rechten Platz, kann eine ganze Gemeinde von unwissenden, interesselosen psn ’ay ju einer Versammlung von hochstrebenden a->aan ’TaVn verwandeln, kann aus einer Sippe von Egoisten eine Gesellschaft von aufofperungsfähigen Menschenfreunden heranbilden. Ein einziger Jude kann durch mannhaftes, zielbewußtes Auftreten den Anstoß zum Aufgeben gesetzwidrigen Handelns und zum gemeinsamen, pflichttreuen Wirken geben. Das zeigt die Mische Geschichte unter anderem an nm’s' von dem es heißt: w hr wn im •oaina ’nsap ns isapa. Vs-w ’aa i>ra Es ist auffallend, daß der Name vna's gerade an dieser Stelle der. Bibel ausnahmsweise mit einem Jud geschrieben steht. Sollte darin nicht die Andeutung liegen, daß er sich durch diese denkwürdige Tat als ein echter Jud gezeigt hat, vom Feuer des echten Judentums beseelt, dem Abfall Einhalt gebot und aus diesem Grunde des segensreichen Ausblicks gewürdigt wurde, -nu run a-fr® wna ns, ein einflußreicher, wohltätiger Friedensstifter zu fein? So finden wir auch'im Buche Esther, nachdem sich der Einfluß Mordechais geltend gemacht hatte, den Namen. D’-nnir, nicht nur mit dem Jud zur Bezeichnung der Mehrzahl, sondern auch noch mit einem weiteren, scheinbar überflüssigen Jud geschrieben. Sollte das nicht zu dem Schluffe berechtigen, daß die Juden durch das kluge und energische Auftreten Mordechais^und durch das glücklich abgewendete Unheil ihre Neigung zum- Abfall beherrschten, und durch die Einwirkung des großen Volksfreundes wieder eine für einander fühlende und züsamm-enhaltende Volksgemeine wurdeü? Die doppelte Bedeutung des Jud, Isolierung von der Gesamtheit und Umwandlung der Einheit in -eine.zusammengehörige Mehrheit finden wir auch als charakteristisches Merkmal in der Beutzung desselben als Zahlwort. Jud ist 10 im Zahlenwert und bübet den U-ebergang von der Einzahl zur Mehrzahl, es ist somit -eine vielfache Einheit und gleichzeitig eine einfache Vielheit. Es vereinigt die zehn Getrennten zu. einem geschloffenen Ganzen, bildet also den Gipfelpunkt des Einheitssystems und die Vereinigungsstelle für die losgetrennten Einzelteile. So bildet auch der »rs, der Gipfelpunkt unseres Denkens und Fühlens, das Spektrum unserer vielfarbigen Ansichten, eine Vereinigungsstelle der getrennten Anschauungen in religiöser Hinsicht, indem aus dem pa naiaa ian'1, wo die Israeliten noch eine unzusammenhängende . Masse bildeten, durch Anfügung des Jud am rechten Platze — ’a’o — eine geschloffene Verbindung wurde, da ein gemeinschaftliches Band um alle Glieder des Volkes geschlungen wurde. Eine Vereinigung in jüdisch-religiösem Sinne, eine sm> erfordert zehn mannbare Israeliten, ein ras» das durch Zählung fixiert wird. Nur durch Aufgabe des egoistischen Standpunktes und durch freiwillige Unterwerfung unter das Gemeinwohl kann die Verherrlichung des Einzig-Einigen in beseligender Weise erzielt und ein wohlgefälliges, beglückendes Wirken gefördert werden. Die seit Jahrzehnten am hiesigen Platz bestehende feine Maßschneiderei A. Trepp, Steinweg 10, zeigt im Annoncenteil den Eingang ihrer neuesten Herrenstoff« für die Frühjahrs- und Sommersaison an und bittet höfl. um unverbindlichen Besuch an ihrem Lager. Die Firma liefert nur Qualitätsware zu äußerst berechneten Preisen und bürgt das am Samstag streng geschlossene Geschäft für einwandfreie nva-Maßarbeit, beste Ausführung und eleganten Sitz. Das Hotel Braunfchweig in Bad Homburg bietet den angenehmsten A u f e n t h a l t f ü r Peßach. Bei Zentralheizung, fließendem Wasser und allen anderem Komfort und erklassiger Verpflegung sind die Preise sehr mäßig. Siehe Inserat. Endlich eine feine koschere Speisenwürze. Eine Würze für die rituelle Küche ist bestimmt ein weitesten Kreisen willkommenes Präparat. Ganz besonders begrüßenswert ist es, daß sich eine der größten Nahruirgsmittelfabriken des Kontinents entschlossen hat, ihr in allen Ländern seit Jahren bestens eingeführtes Qualitätsprodukt den rituellen Anforderungen entsprechend unter Aufsicht des Rabbinats herzustellen und damit endlich in dem H-ermon -Vi tamin-Extrakt eine feine koschere Speisenwürze in den Handel zu bringen. Dieser Hermon-Vitamin-Extrakt ist.für jede Hausfrau eine anentbehrliche Hilfe für die Küche zur Verbesserung aller Speisen, sowohl für die. einfache, nwe!>iev feinste Küche. Der Extrakt ist aüHerdem aber^ als appetitanregendes Kräftigungsmittel wegen feines rerchH KitamingehäMs von den Aerzten des. In- und ÄüK landes anerkannt üüd empfohlen. Wir verweisen auf die Anzeige in unserem Blatt.

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