Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 69 (1928)
- Issue
- Heft 7 (16.2.1928)
- Date
- 1928-02-16
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
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16. Februar 1928 ' - ____ l i ch d i e, g e r a d e je tz t in werdopp e lte m M aß e seine Ad ar-Spendefreud i g ä u f denAltar des a g u d i st i s ch e n A ufb au- W e rkes i n E r e z I i s r o e l z u l e g e.N und dadurch zu beweisen, daß Agudas Jisroel nicht nur Kritik leisten kann, sondern wie die unter Esra Zurückgekehrten, mit der einen Hand freilich das abwehrende Schwert führt, in der anderen Hand aber die aufbauende Kelle, Sabbalwacht. Von Rabbiner Dr. Hermann klein in Berlin. rnavn. ns ^siv '12 naVI , Mnd es sollen hüten die Kinder Israels den Sabbat l" («Schluß.) Zur Lösung dieses Problems, zur Stärkung des Mittelstandes ist es unbedingt nötig, daß der Kreis möglichst weit gezogen wird. Nach dem Grundsatz m’^ina s^ana . mn )'K muß die Vereinigung der näv naiv eine internationale sein: ' Nur durch Zusammenfassung aller Kreise, die von dem Beruf, Wächter und Hüter des Sabbaths zu sein, durchdrungen sind, kann eine einigermaßen Erfolg versprechende Aktion eingeleitet werden- Ob diese Zusammenfassung im Rahmen der Agudas Jisroel erfolgen soll oder gesondert, ist eine Frage, die von den berufenen Instanzen der Agudas Jisroel entschieden werden soll. Sollte man befürchten, daß durch die Einordnung der Sabbathaktion in die Aufgabenkreise der Agudas Jisroel sich größere Kreise der Aktion entziehen würden, so mühte man einen besonderen Rahmen für diese Aktion schaffen. Keine wie immer ' geartete parteipolitische Rücksicht soll der Erfüllung dieser größten Aufgabe der thoratreüen Judenheit störend und hindernd im Wege stehen. Denn wir dürfen uns keiner Täuschung hingeben. Die Erfüllung der nav m'av ’nisa wird immer schwieriger und es handelt sich um Sein oder Nichtsein des Judentums überhaupt. Der Sabbath ist die Seele des Judentums, die mir navi* die der Jehudi als solcher vor den anderen Menschen voraus hat, die ihn erst zum Jehudi macht. Geht der Jehudi dieser ihn adelnden und heiligenden mir navi. verlustig, so hat er den Adel und die Heiligkeit eiygebüßt, die ihn als Glied des vnp-ay legitimieren. Der Sabbath als unzerstörbares Helligtum in der Zeit steht höher als das Heiligtum im Raume. 'Das räumliche Heiligtum hatte die Bestimmung, das räumlich geeinte Volk zu heftigen, das Heiligtum er und hilft ihnen", scheinen eine unVerständliche Wiederholung zu enthalten. Aber ist das Gotteswort nicht abgewogen und hat nicht jeder^ Buchstabe seine erhabene Bedeutung? -' -;i; Der Allgütige vernimmt jeden Ruf aus gequälter Menschenbrust, er muß nur in Wahrheit ertönen. Felsenfest muß die Ueberzeugunig sein, daß Gott alles vermag, auch in schwerster Situation. Einem solchen sterblichen gegenüber gilt des Psakmisten Wort: „Nahe ist dir der Allgütige", weil du mit wahrhaften Empfindungen dich an ihn gewandt hast. Aber es gibt einen Grad von ' Ehrfurcht und göttlichem Vertrauen, der auch beim Versagen der Wünsche stark und unerschütterlich bleibt. Dies kommt in folgenden Worten des^ Psalmisten zum Ausdruck: „Den Willen derer, die stark sind im Vertrauen auf die Gerechtigkeit und Güte der Göttlichen Waltung wird er erfüllen, zu dauerndem ch eile." Was will der wahrhaft Fromme, wenn er betet für materielles Wohlergehen, für sorgenfreie Existenz im Leben? Ihn leitet der Gedanke, daß ihm dadurch ermöglicht werde, dem Weltenschöpser immer lauterer und reiner zu dienen und seinen heiligen Willen ohne quälende Parnoso-Sorge vollziehen zu können. Ein Blick in Welt und Leben aber bestätigt uns das Worr des weisen Predigers: „Es gibt einen Reichtum,- dirr dem Besitzer zum Unglück gereicht". Ist es abzustresten, uaß ein ganzes Heer von sulchen, die mit irdischest Glücksgütern gesegnet sind, Gottes Wort und seineihW. ilgen Gebote in der Fülle des Glückes mißachten? Darum ruft der heilige Sänger denen, die materialen Segen in reiner Absicht erflehen, begütigend zu: Deik Willen seiner Verehrer betrachtet der Allgütige als vollzogene Tat — nuji’ (Fut.), er schaut in dein reinem Herz: Du möchtest, mit irdischem Besitz gesegnet, noch eifriger und feuriger deinem Schöpfer dienen. O, der Allgütige kennt dein reines Wollen, kennt jede Falte; 3) et 3 r t fl e i t t der Zeit, der Sabbath jedoch sollte das räumlich getrennte Volk in Heiligkeit einigen, damit es sich seiner Aufgabe bewußt bleibe, Gott, als Schöpfer des Alls zu bekennen und ihm als solchem die Anerkennung der ganzen Welt zu gewinnen. : Das -«ftpa'tD y r Heiligtum des jüdischen Volkes, der nav soll dieses^ Vipa zum Heiligtum der ganzen Welt gestalten. Und ich lebe in der sicheren Erwartung, daß gerade der Sabbathgedanke das heute so zerrissene und in unzählige Parteien zerklüftete jüdische Volk wieder einigen wird. Die Vereinigung aller nav naiv ryird und soll den Weg der geistigen und materiellen nVisa bahnen. Welchen Segen auch in moralischer Beziehung eine solche Vereinigung aller Sabbäthwächter der ganzen Welt bedeuten würde, brauche ich wohl nicht des Näheren auszuführen. Die materielle und geistige Notlage des jüdischen Volkes erheischt dringend eine solche Vereinigung. Und nun sei uns noch gestattet, eine Seite des Problems zu berühren, die man bisher aus leicht erklärlicher Scheu wenig oder gar nicht öffentlich besprochen hat und doch ist es nötig, daß auch diese Seite zur öffentlichen Diskussion gestellt werde, damit man die Quellen erkenne, aus denen die Not stammt, um die Heilung an der Quelle beginnen zu können. Es wird von den Arbeitgebern, die nav naiv sind, immer und immer wieder behauptet, daß sie sehr gerne junge Leute anstellen würden, die auf nav m'av Gewicht legen, wenn man ihnen tüchtige, für ihren Beruf sorgfältig durchgebildete und ausgebildete. junge Menschen empfehlen könnte. Unsere Jugend sei aber untüchtig, den Aufgaben, die ihr zugewiesen werden müßten, gar nicht gewachsen, nicht genügend vorgebildet, daß es also unmöglich sei, sie in verantwortungsvolle Positionen. zu bringen. Wenn ich aüch von vornherein zugebe, daß hier ein circulus vitiosus vorliegt, denn man könnte doch erst dann über die Tüchtigkeit oder Unfähigkeit eines Menschen ein Urteil fällen, wenn man ihft durch längere Zeit in seiner Tätigkeit beobachtet hat, wozu man ihn gar nicht kommen läßt, denn man hat schon, ohne ihn irgendwie eingehend zu prüfen, seine Untüchtigkeit festgestellt, so gibt doch die ewige Wiederkehr dieser Behauptung auch von Kreisen, an deren ernstlichem Willen, den naiv nav fördernd zur Seite zu stehen, gar nicht zu zweifeln ist, doch Anlaß, dieser Seite der Frage aufmerksame Beachtung zu schenken. Vielleicht hat der unselige Krieg, dessen Folgen von keinem Volke der Erde ganz überwunden sind/auch die Schuld an der mangelhaften Ausbildung unserer Jugend. Und dann ist es Pflicht ^der Jugend, deines Herzens, aber gerade seine Allgüte ist es, die dir zu deinen^ Heile dasjenige -entzieht, was dich abdrängen kann vom Wege des Lebens! Ist es aber ein Flehen (im Sinne von Pf. 72,12), von Not und Elend befreit zu werden, der Allherr wird'es verniehmen- und. dir schnelle Hilfe angedeihen lassen. Eljak'im Picard gehörte nicht zu denen,-die vom Allherrn mate ri e 'l le. Reichtum er erflehen. Ihm genügte, die großen Geistesschätze unserer göttlichen Lehre in anstrengendem- Fleiße -erringen und davon andern mit aufopfernder Hingabe spenden zu können. Wenn diese Zeilen durch die Erinnerung an sein lebendiges Wort und hochragendes Beispiel den Entschluß in uns wecken, gleich ihm unentwegt für di« jüdischen Ideale eingulreten, dann wird sein S'chus ein Segen werden für unsere Lebensbahn. F. Wochenkalender. v. 18.—25. Febr. 1928. J dT27 Schewat bis 4. Adar 5888. Rausch Ehaudesch Benschen Samstag 18 V3V 27 ü> Mauled Montag moraens Sonntag 19 28 CI p 1. Uhr 55 Minuten. Q'bpv Jisnü Montag 20 29 svp -1-193 ÜV Dienstag Febr 21 30 enn mm 's Mittwoch 22 *vm 1 tfinmm'a'" Donnerstag 23 2 ' ii; Freitag 24 3 Samstag 25 . 4 nvl-m nposn . . . . Nr. 7 Seite 5 sich mit Ernst und Eifer der Aufgabe zu widmen, die Mängel zu beseitigen: Auch sie muß ihr nav nbisr bringen und dieses Opfer soll nicht nur darin bestehen, daß sie gewillt ist, den nav unter allen Umständen zu heiligen, sondern auch darin, daß sie durch erhöhte Leistungsfähigkeit, durch größere Sachkentnis und durch größeren Ernst sich die Möglichkeit schafft, den nav heiligen zu können. Ich glaube nicht daran, daß unsere sabbathhaltende Jugend in geistiger Beziehung der anderen Jugend nachsteht. Sittliche und geistige Kräfte stehen in Wechselwirkung. Und wie es doch ganz unzweifelhaft ist, daß unsere thoratreue Jugend in sittlicher und moralischer Hinsicht die andere Jugend bei weitem überragt, so kann sie auch in geistiger Beziehung nicht minderwertiger sein. - Die arbeitgebenden naiv nav müßten unserer Jugend die Möglichkeit geben, ihr Können und ihre Kraft zu erproben, denn ohne diese Gelegenheit kann sie wirklich nicht ertüchtigen, und unsere Jugend müßte ihren Stolz und ihren Ehrgeiz darein setzen, all die Anderen «zu übertreffen. Die heiligende Macht des nav müßte sich in ihren Leistungen offenbaren. Auch die Jugend muß von dem Beruf durchdrungen sein, Hüter und Wächter des Sabbath zu fein, in dem Sinne, daß sie darauf achtet, daß den Arbeitgebern die Möglichkeit gegeben fei, ebenfalls den Sabbath zu hüten, daß sie die Stellen, die sie zu vergeben haben, nur an naiv nav geben können. Unsere Jugend darf sich nicht verdrängen lassen. Vielleicht achten die verschiedenen thoratreuen Jugestdverbände darauf, daß' die Jugend auch für ihren Beruf ertüchtigt werde. Sind wirklich Mängel in der Ausbildung vorhanden, so sollen sie beseitigt werden, pm nas' rnsVi nw insn ns vsv Die Pflicht des-nav m'av haben sowohl Arbeitgeber als auch Arbeitnehmer und jeder in ,seiner Stellung hat die Pflicht, alles, was nur irgendwie in seiner Macht liegt, aufzubieten, damit der Sabbath gehütet werde. Vielleicht sagen uns berufene Vertreter des Wirtschaftslebens, worin der Mangel, besteht und zeigen uns auch den Weg, wie dem Mangel abzuhelfen ist. Unsere Jugend wird nicht unbelehrbar sein. Es ist ihre Pflicht, den Weg zur Gesunhung zu zeigen, denn sie sind zu Hütern und Wächtern des Sabbath von ihrem Schöpfer und Gesetzgeber bestellt. Sie haben — und dies fei allen Arbeitgebern in Offenheit gesagt —. noch lange nicht ihre Pflicht erfüllt, wenn sie bei einer eintretenden Vakanz sich an eine Stellenvermittlung wenden, um sich sabbathhaltende Reflektanten empfehlen zu lassen, um sie dann -nach oberflächlicher Prüfung als ungeeignet abzuweisen. So bequem ist jüdische Pflicht nicht. Sie haben vielmehr die Pflicht, die Jugend zu erziehen und zu belehren oder belehren zu lassen, um sie sich zu brauchbaren Mitarbeitern heranzubilden. Das ist jüdisches Verantwortlichkeitsgefühl dem VVa, gegenüber, das ist jüdische Pflicht als nav naiv als treuer Hüter und Wächter des Sabbath. Sie haben die ernste Aufgabe, dafür zu sorgen mri iiaa nr VaS daß uns keine jüdische Seele -verloren gehe, denn gibt ein Jehudi seinen nav preis, so ist er für uns verloren. Die Not der Zeit erfordert gebieterisch rasches Handeln und erfordert die- Zusammenfassung aller Kräfte in der ganzen Welt, um den gefährdeten nav dem jüdischen Volke zu retten. Retten wir den navso rettet der nav uns. Es ist ein wahres Wort der Weisen, daßzwei mnav uns die Erlösung bringen. Der eine nav> den wir selbst feiern und der zweite ist der, den wir durch unsere Hilfe andere feiern lassen, wenn wir uns als nav naiv in des Wortes weitester Fassung bewähren. . Das sind die mnav 'nv> die die nVwa bringen. Die mir navi des nav allein kann eine Welt der Heiligkeit Und Sittlichkeit begründen. Und zu diesem großen Werke ist die Mitarbeit aller nav naiv -nötig. Die Mitarbeit allein ist schon ein Teil der Erlösung. Ich glaube nicht, daß sich irgend jemand dieser Arbeit versagen kann!