Mannheim
Compact Memory

Der Israelit · 1928-02-09 · Heft 6 (9.2.1928) · page 15

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
69 (1928)
Issue
Heft 6 (9.2.1928)
Date
1928-02-09
Page
– (sequence 15)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
91% known words query
IRI
…/2446951-2450495-2450500--74697-2532182
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

4 entity mentions

9 Februar 1928 usw.) in Betracht zieht (1926: 70, 1927: 66). Es ergibt sich aus mannigfachen Gründen nun die Notwendigkeit, zunächst einmal die eine Hälfte der früheren Infektionsabteilung wieder zu eröffnen — unter der augenblicklich möglichen Dislokierung des bisherigen Mieters. Trotz der Geltendmachung anderer Gesichtspunkte, non denen der eine die Neue-röffnung der ganzen vormaligen JnfektionsabteMung, der andere die Einschränkung auf das Parterre des frühevsn Hauses wünscht, wird der Vorstandsantrag . schließlich angenommen. Mit Dank wird allseiüg und auch vom Vorstand M Anregung des Herrn R.-A. Dr. G eisterbegrüßt und zur weiteren. Erörterung aufbewahrtfür diese Abteilung von der Stadt, der man damit ja einen Teil ihrer Pflichten : äbnähm«, eine Subvention zu erbitten. Von konservativer und volksparteilicher Seite wird bei dieser Gelegenheit der Wunsch ausgesprochen, dann das gegenwärtig ja freirverdende Haus zur Synagoge auszuvauen,.. die, etwa. 100 Plätze umfassend, nicht unrenrabel und den Bewohnern der Gegend sicherlich willkommen sei. Der Vorstand. hat sich, bereits mit der Angelegenheit beschäftigt und bittet, sie noch etwas zuruazustellen. •frur Errichtung der Infektionsabteilung, Akkumulatoren und anderes Krankenhausmäßige wird ein Kredit von 19 372 Rm, für die Installierung neuer Beleuchtung im Opevationsfäal ein solcher von 2000 Rm, für die Errrchlung einer hydrotherapeutischen Abteilung 6630 mm. gefordert.und anstandslos bewilligt. H.ngegen wurde mit 14 gegen 13 Stimmen där vom Vorstand verlangte Nachtragsemt für die Jeschiwah in 5)vhe von 2000 Rm. zunächst an die FinanzkvmmMon überwiesen, obgleich betont wurde, daß die frühere einge,chränkte SubventionsbewiMgung mit einem Zuschuß des . Preußischen Landesverbandes von 5000 Rm. gerechnet habe, der aber nur im Umfang von 3000 Rm. zu erreichen wak. An Stelle des zurückgetretenen Dr. Cäsar Seligmann wird Dr. Lazarus zum Dezernenten für den Religionsunterricht' ernannt. Die daran anknüpfende Mitteilung des Vorstandes von der Selbständigmachung der religiösen Unterrichts-' Kommission hatte büm — auch akzeptierten — Antrag zur Folge, eine gemischte Kommission 'einzusetzen, die erne^ genaue und deutliche Kompetenzabgrenzung der v erschienen Kommissionen in die Wege leiten soll. Die Kundgabe verschiedener Schenkungen — silbernes Thoragehänge von Joseph Simon, ein goldener Becher zur. Erinnerung an Rabbiner Nobel s. Ä. u. a. — und eine Anregung des Herrn W r o n k e r, bei der. neuen Krecsemterlung womöglich die jüdische Gemeinde. Königstem zu Frankfurt und nicht, zu Wiesbaden zu schlagen, beschlossen die öffentliche Sitzung. , Die Jüdische konservative Vereinigung. 'Die Jüdische konservative Vereinigung, die, ihrem Programme nach, zur Stärkung des konservativen Elementes innerhalb der Gemeinden vor einem Jahre gearundrl wurde, hielt am letzten Sonntag ihre Bezirkstä g u ng in Frankfurt ä. M. in den Räumen der Frantsurl-Loge ab. Nach einer Begrüßung des Vorsitzenden, Herrn Rechtsanwalt. Dr.A. Horovitz, referierte Herr Mooritz A. L ö b - Berlin über „Die Zwecke und Ziele der Konservativen Vereinigung".. Die Konservativen in den Großgemeinden, sagte er, könnten nun nach langer erfolgreicher Abwehrpolmk zur p o s iti ven, a u s b a u e n d e n Arbeit übergehen. Die Konservative Vereinigung müsse auch diejenigen, die in der Praxis nicht die Kraft besitzen, nach ihrem religiösen Empfinden zu leben, erfassen, in der Hoffnung, daß sie unter dem Lmftuß der Organisation doch den richtigen Weg finden. Eine enge Vereinigung aller Konservativen sei nötig, um den Landgemeinden zu Hilfe zu kommen und die jüdischen Interessen im P re u ß ischen L a nd e s o er - b a n ce wirksam zu vertreten. Es sprachen noch Herr Hauptlehrer Mannheimer- Dettelbach über „Die Lage der jüdischen' Gemeinden", und Sanltätsrat Dr. Hanauer- Frankfurt über. „Das > jüdische Bevölkerungsproblem". Beide wußten viel. Unerfreuliches zu konstatieren. Auf dem platten .Lande sehe es trostlos aus um die jüdische Sache. Die.Bevölkerungsbewegung der deutschen Juden zeige durch Mischehe, Austritt, Mangel an Zuwachs eine starke Kurve nach unten. Den Landgemeinden, meinte Mannheimer,. ‘ könne nur geholfen werden, wenn von Seiten der zuständigen Organisationen etwas für die Rettung und weitere Anfachung der dort noch glühenden letzten religiösen Funken getan wird. Der Kleintzemeinde müsse zum Lehrer verholfen, werden und in den lehrerlosen Gemeinden fur^ genügenden Religionsunterricht gesorgt werden. - Um diese Fragen drehte sich auch in der Hauptsache die Diskussion, ohne viel Positives zu ergeben. Auf die Frage, warum die Konservative Vereinigung gegründet wurde und was sie neben dem Achduth so Ne, bekam man vom Vorstandstisch zu hören, daß Achduth eine Gemeinschaft von wirklich^ Gesetzestreuen sei, während die Konservative Vereinigung alle umfassen wolle, die im Prinzips für die Sache der Religion eintreten und ihr ist Gemeinde und .Verbänden i zum Siege verhelfen wollen. Einleuchtender .war der zweite Unterscheidüngspunkt: Die Konservative Vereinigung richte sich auch gegen ben Zionismus, während Achduth Hand in Hand mit Mrsrachi gehe und in der Jüdischen Volkspartei arbeite. Die Tagung schloß mit einem Berichte des Herrn Rechtsanwalt Dr. A. Horovitz über die Arbeit der Konservativen Fraktion im Preußischen Landesverband«. D e r I s r atli t Sonntag abend fand in allen Räumen der Frankfurt-Loge eine sehr stark besuchte öffentlich Versa mm lung statt, in der die Herren -Rabbiner Dr. Jakob H o f f m a n n - Frankfurt und Dr. Neuhaüs - -Mühlheim r. Elf., sowie die Herren Moritz Ä. L ö b - Berlin und Studienassessor Dr. Erich K l i bans k y - Breslau,' sprachen. Eine vorgesehene, Rede des. Herrn Rabbiner Dr. Jakob Horovitz wurde wegen Unpäßlichkeit des Referenten abgesagt. Während zwei Redner, in matten,. einer in allzu temperamentvoll burlesken Ausführungen die Versammlung. wenig intere,ssierten, bzw. in' kaum erwarteter Weise .'erheitertest,fand eine gedankenreiche und formvollendete'' Ansprache des Herrn Rabbiner Dr. I. Ho ff mann, mit dem offensichtlichen Bestreben, den materiellen und geistigen Nöten der Zeit an die Wurzel zu gehest, große Beachtung und dankbaren Beifall. Me eine Bestätigung der früher wiederholt konstatierten Tatsache, daß Achduth in der Hauptsache fein Lebensziel darin sieht, die selbständige O r t h o - doxie zu bekämpfen, liest sich der Aufsatz, den das hiesige Achduthblatt in der letzten Nummer zur Begrüßung' der Tagung vom Stapel ließ. Nur weiß das Blatt. von einer scheidenden Grenzlinie zwischen Achduth und Konservativer Vereinigung in dieser Richtung scheinbar nichts, denn es hält die Versammlung der letzteren für „eine Demonstration gegen den Götzendienst des Austritts". Daß diese ganz ohne Not mit ebensoviel Takt wie. Geschmack unternommene Anrempelung, auf Umwegen, aber scharf und deutlich genug in der Versammlung vom Vorsitzenden zurückgewiesen wurde, wollen wir diesem gern anerkennen. Bund für Volksbildung. Wir machen nochmals darauf aufmerksam, daß vielfachen Wünschen zufolge das Märchenspiel von Irma Dresdner in der Viktoria-Schule wiederholt wird. Die Rollen werden von Kindern aus den Irma Dresdnerschen Stegreifspielen dargestellt, Tänze einstudiert von Frau Rösel Bergmann, Einlagen von Kindern aus dem Mirjam Landsbergschen Kindergarten. Die Veranstaltung findet am 12. Februar, um 4 Uhr, statt. Ein Sechzigjähriger. - Gustav B e n a r i o, der allgemein, beliebte Direktor der, Deutschen Effecten- und Wechselbank, hier, der vor kurzem zum Leidwesen seiner Frankfurter Mitbürger nach Berlin übersiedelte, begeht am 11. Februar seinen sechszigsten Geburstag. Direktor Benario hat sich in unserer. Stadt als warmherziger Förderer jüdischer Literatur und Wissenschaft, deren verständnisvolle Pflege ihm auch persönlich allezeit Bedürfnis geblieben ist, betätigt und auf philantropischem Gebiete (u. a. durch Gründung und. Verwaltung der Jüdischen Leihkasse-, getreu den Traditionen feiner Familie, reichen Segen gestiftet. Bei der Gründung der H e r m o n - Gesellschaft übernahm er den Vorsitz des Aufsichtsrates und hat in dieser Eigenschaft in uneigennützigster Weise den-idealen Interessen des Unternehmens Jahve lang seine wertvollen Dienste nicht nur als Sachverständiger, sondern mit der Freudigkeit innerer Anteilnahme gewidmet. Es ist der Leitung des „Israelit" .Bedürfnis, dem Jubilar hierfür auch bei dieser Gelegenheit warmen Dank zu sagen. Vereivskalender. Verein Alekor Chajlm. Freitag abend, nach Schul, im Hörsale Friedberger-Anlage, Mikro. Herr Joseph Sänger. Samstag morgen nach Schul, im Hörfale. Dtnim. Herr Dr. E. Posen. — Nachm. s/4 Std. vor Mincho, im Dereins-Lotzale Newiim. Herr Dr. W. Hofmann. — Eine V2 Stunde noch Hanrdolo. (ebenso Sonntag vormittag 8 Uhr) im - Vereinslokale Gemorst. Herr I. Soffer. — 53/4 Uhr im Vereinslokale Hirsch-Kursus» (S. R.: Hftsch und die Kommentatoren seiner Zeit.) Herr Red. S. Sch ach no witz. Sonntaa morgen nach Schul im Hörsale (ebenso ‘ Mittwoch) tm "N,' Herr Rd. S. Schachnowitz. - Vorm. 974 Uhr (ebenso Dienstag abd. 6V2 Uhr) im Dereinslokale Gemoro. Herr R A. G. Posen. — 6 Uhr im De etnslokale, Vortrag des Herrn H. Holpern, Midrasch. Montag morgen nach Schul, (ebenso Donnerstag) im Hörfale, Mischna. Mitglieder lernen. - abends 7 Uhr, (ebenso Mittwoch), im Vereinslokale, Gemoro. Herr Rabb. Dr. Josef Breuer — abends 8V2 Uhr, (ebenso Donnerstag), int Vereinslokale, Gemoro. Herr Dr E. P 0 sen. Dienstag morgen nach Schul, (ebenso Freitag), im Hörsale, Mischna. Herr Dr. E. Posen. Jeden Abend 8^/4 Uhx im Vereinslükqle, Lernen. Herr Herz H alp er n. Jahrzeits-Stiftüngen: . Donnerstag. 16. Febr. Simon Allmann-Stiftung. Freitag, 17. Febx. David Frankenthal-Stiftung. Agudas Jisroel-Iugeyhgruppe. ' (Alle anderen Schiurim wie gewöhnlich). 7'/- Uhr- Tfillas Schacharis. — ^410-117« Herr Dr. I. Posen, Gemoroh Kidduschin, Am Nr. 6 Seite 3 Tiergarten 42, — s/4tl—3/4l2, Herr Louis Kahn, Kizzur Schulchan Oruch. — S Herr Lippmann Kurzweil, Gemoro Bowo Kamo. — »/412-7«1. Herr Gerson Schnerb, Kizzur Hchulchan Ornch. — 12—1, Herr Herz Holpern,Mas Iaumi. — 723-7-4. Herr Dr. W- Hofmann,%• moro Bowo Kamo. — 3—472, Herr Leo SchnWs. Gemoro Bezoh. — 3-4, Herr Emanuel Wolf, Gemoro Makkaus. — 4, Tfillas Mincho. — 47, ^-572, 'Herr R.-A. M. Katz. Sidrah mH Rafchi. — 3/4 Std. vor Nacht, Herr Dr. S. Ehrmann, Gemoro Sewoschim.. — Mit Nacht. Tfillas Maariw. Agudas Jisroel-MSdchengroppe. Sonntag, /—8abds., Herr Dr. A. Merzbach, Iesstjah. Montag. 9—10. Herr S. Unna, Newiim, Uhlandstr. 68 Dienstag, 9—10, Herr Dr. S. Weger, Trei Ofor Zobelstrasie s. Mittwoch, 9-10, Herr Lehrer A. Hirfchderg, Dinim. Samstag, 3Ull—*ui2; Herr Julius Lewin, Das Buch Samuel, — 4—5, Herr Lehrer A. Hirschbet g, Tauroh.. Arbeitsgemeinschaften. Gruppe A. Samstag von 3U12—1. Besprechung der Sidra und Allgemeines, Herr' Jlaac Rosenheim. — 3—.4, Herr Martin Katz, Kizzur-Schulchan Oruch. — 4—5, Herr Theodor Spiegel, Mtschnajis-Schiur für Anfänger. Dienstag-Abend von 749—l/410, Zeil L Herr Rachelfohn, Schiur für Fortgeschrittene. Mittwoch-Abend (jede 11 Tage) beginnend am 18. 1. 28. Schwanenstraße 12, Heimabend von 729 an. Donnerstag-Abend von s/49-10 Uhr. Herr Gerson Schnerb, Jüdische- und Weltltche-Literatur. Gruppe L. Sonntag-Nachmittag von 7*6—7 Uhr. Herr Gerson Schnerb, Jüdische- und Weltltche-Literatur. Donnerstag-Abend von 3/^9-10 Uhr. Herr Isaak Rosenheim, Besprechung der Sidra und Allgemeines. Liwjalh Chen-Verein. . Samstag, im Hörlaale Friedbrrgeranlage, 474 Uhr nachm. Herr Redabieur S. Sch ach nowitz. (Zwischen den „zehn Werten"). Beshamldrasch. Osiendslraße IS. Don Sonntag abend bis Donnerstag einschl. allabendlich von 874—974 Uhr jiaiP 'on. Herr Rabb. M. Karvel. . , Köp 322-Schiur des Herrn Dr. Ifaae Breuer: Sonntag vorm. 7s9 Uhr, Dienstag bis Donnerstag abend 8 Uhr. Freitag abend nach yim Dortrag. Herr Rabb. M. Karpel. Allabendlich zwischen nni» und anst» D7K "N. Herr W. Rosenzweig. 7,av Mittag zwischen 12—1 Uhr. '-v-, ua vvin. Herr W Rosenzweig. -Verein Ostendsiraße IS. Rabbiner S. Weber. 7,iau2 'Oö von Samstag abend bis einschließlich Donnerstag abends nach iiaru Beshamldrasch Schwanenstr. ö. Jeden Freitagabend nach Schul Sidroh-Dortrag des Herrn Rabbiner Judelcwitz, Dozent an der Schneider'fchen Jeschiwo. Beshamldrasch Obermainanlage 8. Jeden Abend von 87,—97a KSPXa U2l"Schiur. Winter-Programm des Aüdischea Hnrueröundes. Sorntag, 12. Februar d. I. findet eine Wanderung Sin den Messeler-Park stau. (Erzhausen-Bernkardsbrünnchen — Befiunger Forsthaus — Oder- RamstadO. Treffpunkt 874 Uhr Hauptbahnhos, Houptportal. Fahrpreiermäßigung. onntag (alle 14 T^ge) Sport und Spiel, Riederwaldwiese. — Alle 14 Taae Wanderung. Montag. 872—10 Uhr, Turnen und Gymnastik für Herren, Annaschule, Rechneigraberstcaße. Dienstag, fe-77* Uhr, Turnen für Knaben, Annaschule, Rechneiarobenstr. Mittwoch 47»—7 Uhr. Turnen und Gymnastik für Mädchen, Annaichule. Rechneigrabenstroße. — 772—8 - 7g Uhr, Gymnastik für Frauen, Realschule, am Tiergarten. Donnerstag 872—10 Uhr, Turnen und Gymnastik für Damen, Liebsrauenschule, Schäfergasse. — 872—10 Udr. Turnen für Herren, Annaschule, Rechneigrrbenstratze. — 87*-i01U)t, Turnen für Alte Herren, Annaschule, Rechneigrabenstratze. Sebelzetteu. Freitag Abend 5.10 Samstag nahv.n 6.45 Samstagmorgen 8.— SarnstagnachmPag 1 und 4.— Sarnstagabestd 6.25 - n lVstchengottesdienft: Morgens 6.45 Nachmittags 5.— Tefilin-Legen am Morgen 6.30

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.