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Der Israelit · 1928-02-02 · Heft 5 (2.2.1928) · page 18

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Journal
Der Israelit
Volume
69 (1928)
Issue
Heft 5 (2.2.1928)
Date
1928-02-02
Page
– (sequence 18)
Language
German
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veile 2 Nr. 3 De r Israelit Blätter 2. Februar 1828 jährige Gedenktag der Gründung der Agudas Jisroel festlich begangen.. 5. Propaganda. Im letzten Jahre wurde eine großangelegre Propaganda unter den fephardifchen Gemeinden veranstaltet. Es schloffen sich infolgedessen der Aguda an die Gemeinden der Bucharim, die Gemeinde von Aleppo und die von Marokko. Aus der letzteren zeichnetensich mehr als 100 Mitglieder in die Mitgliederliste ^r Jerusalemer Aguda ein. Die Bucharir. ^.neinde vollzog ihren Anschluß an die Aguda in vollster Offenheit, während sie von allen Seiten wegen dieses Schrittes stark angegriffen wurde. Sie veröffentlichte eine Kundgebung in den jüdischen, Zeitungen, die von mehr als achtzig ihrer Führer und Nabbinen unterzeichnet war. Zweimal im Jahr veranstaltet die Aguda eine besondere Sammelaktion für den Keren Hathora. Alle Kreise des Judentums in Erez Jisroel interessieren sich dafür und die Aktion umfaßt das ganze jüdische Erez Jisroel. Die Einzelspenden sind nicht groß, aber sie sind beachtenswert wegen eines großen Kreises, der daran teilnimmt. Die Aktion wird in Jerusalem Tiberias, Petach Tikwah und Safed veranstalte, und mehr als fünfzehnhundert Einzelspender haben sich daran beteiligt. Im Laufe des Jahres veranstaltete die Jerusalemer Aguda eine Propagandareise durch die Städte von Erez Jisroel zur Verbreitung des Aguda-Gedankens. Außerdem bereisten im Interesse des Schulwerkes das Ausland die Herren Rabbiner Mosche Blau, Porusch und Fränkel. 6. Die Aguda als Außen Vertretung. Die Aguda ist während des abgelaufenen Jahres in allen behördlichen Kreisen als Vertretungskörper anerkannt worden. Die Zeugnisse der Aguda-Zentrale hinsichtlich Vermögenslage, Leumund und Vertrauenswürdigkeit wurden von allen Abteilungen der Regierung angenommen. Insbesondere ist dies von Bedeutung bei der Einwanderungs- und Paßabteilung. Im Laufe des Jahres erlangten eine Anzahl Familien die Einreisebewilligung auf Grund von Zeugnissen der Aguda. Auch bei den Vertretern der fremden Negierungen ist die Aguda anerkannt worden. Sie hat eine Anzahl von Legitimationen zur Erlangung von Reise-Visen nach fremden Ländern ausgestellt. Von besonderer Bedeutung ist dies beim amerikanischen Konsul. Bis zum vorigen Jahr muhten sich die orthodoxen Anstalten an die Zionistische Organisation wenden, um für ihre Abgesandten Visen nach Amerika zu erlangen. Dies ist jetzt nicht mehr nötig, sondern es haben auf Grund der Legitimation der Aguda bereits fünf Anstaltsvertreter das Visum erlangt. Ebenso werden von der Stadtverwaltung die Zeugnisse der Aguda hinsichtlich der Befreiung von der Wohnungssteuer ufw, anerkannt. Es ist nicht zu leugnen, daß die Aguda im ganzen inneren Leben der Juden Erez Jisroels als wichtiger Faktor anerkannt wird. Dies ist auch im Verkehr mit den Banken, den Schiffahrtsgesellschaften und den Eisenbahnbehörden bei der Erlangung von besonderen Vergünstigungen oder Preisermäßigungen zutage getreten. Bei den Wahlen zur Stadtverwaltung ist es der Aguda gelungen, einerseits die Beziehungen zu den Arabern, und zwar zu beiden arabischen Parteien stark zu verbessern und auf der anderen Seite ein Zusammenwirken mit den anderen jüdischen Parteien durchzuführen. Der gemeinsame Ausschuß der Jeschiwa-Leiter und -Lehrer Jerusalems, dem die Vertreter aller Jeschiwaus in Jerusalem angehören, besteht samt und sonders aus Mitgliedern der Aguda, die mit dem Ausschuß die engsten Beziehungen unterhält. Alle allgemeinen Fragen, die mit der Thora und dem religiösen Leben in Erez Jisroel Zusammenhängen, sind von der Aguda bearbeitet worden. Zahlreiche Sitzungen haben gemeinsam mit den Leitern der Jeschiwaus stattgefunden, um über die Frage der Unterstützungen sowie der Erziehungsverordnung zu verhandeln. In Bezug In unserem Verlage erschien soeben: Unsere Einstellung zu Erez Jisroel von Jacob Landau Ein e deologische Studie über das Verhältnis des historischen Judentums zur Besiedlung und Fruchtbarmachung des heiligen Landes. Preis Mk. 1.20. Bei Bestellung von mindestens 10 Stück erhalten unsere Gruppen 33% Rabatt. Palästina-Zentrale der Agudas Jisroel Frankfurt am Main, Hanauerlandstraße 15. Postscheckkonto Frankfurt a. M. 53900. auf die letzte Frage hat die Aguda energische Schritte bei der Regierung unternommen. Auch mit den wirtschaftlichen Instanzen der Regierung standen wir in Bezug auf religiöse Fragen in Verhandlung. Selbstverständlich wird die Agudaleitung auch offiziell zu allen Veranstaltungen der Regierung eingeladen. Als ein besonderer politischer Erfolg ist die Wahl je eines Agüdavertreters in die Stadtverwaltungen von Jerusalem? Tiberias und Safed zu buchen. Bei Gelegenheit dieser Wahlen hat auch die jüdische Gesamtheit erkennen können, daß die Aguda keienswegs aus Prinzip den Gedanken der Trennung von den übrigen Strömungen in der Judenheit vertritt, andern daß sie überall zum Zusammenwirken lereit ist und Opfer dafür bringt, sobald keine religiösen Prinzipien auf dem Spiele stehen. Die ganze Aufmerksamkeit der Aguda beanspruchte während des abgelaufenen Jahres die drohende Gefahr des die Orthodoxie unterdrückenden Gemeindegesetzes. Folgende Maßnahmen wurden zur Abwehr dieser Gefahr ergriffen: a) Oeffentliche Protest-Versammlungen: An einer dieser Versammlungen beteiligten ich mehr als 2000 Menschen. Es wurde eine Resolution angenommen, die telegraphisch dem Colonial-Ministerium in London und brieflich dem Oberkommissar übermittelt wurde. b) Unterschriftensammlungen: Die Agudas Jisroel sammelte in Erez Jisroel die Unterschriften von 7400 Familienoberhäuptern, die von der Regierung verlangen, daß das orthodoxe Judentum in Erez Jisroel das Recht erlangt, sich unabhängige und selbständige Gemeinden zu bilden. Die Unterschriften stammen aus allen Städten Erez Jisroels: Jerusalem, Safed, Tiberias, Haifa, Jaffa, Tel-Awiw, Vetach Tikwah, Hebron, Vne Brak. An den Unterschriften beteiligten sich alle Gemeinden. Die Eingabe wurde alsdann durch Agudas Jisroel dem Oberkommissar überreicht. c) Ein ähnliches Gesuch wurde auch von den Vorstehern der Synagogen der Gemeinden unterzeichnet. Mehr als 200 Synagogen leisteten diese Interschrift. d) Ein Gutachten der Thoragrößen: Die Agudas Jisroel wandte sich an die bedeutendsten Thoragrößen und chassidischen Rab¬ bis mit der Bitte um Erstattung von Gutachten über das Gemeindegefetz. Es gelang, von einer großen Zahl anerkannter Führer des Judentums der Diaspora Erklärungen zu erhalten, in denen der Austritt aus dem Waad Leumi und der Anschluß an die orthodoxe Gemeinde zur Pflicht gemacht wird. 7. Schutz des Sabbats. Gegen die Sabbatentweihung beim Fußballpiel leitete die Aguda eine wirksame Bewegung in durch Reden, Ermahnungen der Rabbinen, Volksversammlungen. Als Ergebnis einer Versammlung des Ausschusses der Stadtviertel, dieim Agudalokal stattfand, wurde der Regierung, ein Gesuch überreicht, dagegen einzuschreiten, da durch das Fußballspiel die religiösen Gefühle der meisten Bewohner Jerusalems verletzt und Ruhe und Frieden gestört würden. -Die Eingabe war ergebnislos. Jedoch, machte die Bewegung einen gewissen Eindruck auf die Führer des Makkabi, die mit Herrn Oberrabbiner Chajim Sonnenfeld in Verbindung traten und ihm verschiedene Versprechungen in Bezug auf die künftige Wahrung, des Sabbats gaben. Zu. unserem Leidwesen wurden diese Versprechungen jedoch nicht, gehalten. 8. Presse und Drucksachenpropaganda. Trotz der schwierigen ökonomischen Bedingungen konnte der „Kol Jisroel" ununterbrochen erscheinen; zuweilen wurden auch Extraausgaben veranstaltet. Der „Kol Jisroel" beschäftigt sich mit allen auf der Tagesordnung stehenden Fragen und leistet der Aguda auf allen Gebieten ihrer Arbeit und ihrer Einflußsphäre wesentliche Hilfe. Zur Feier seines fünfjährigen Bestandes gab der „Kol Jisroel" eine Jubel-Nummer heraus, .mit einem. Ueberblick über die bisherigen Leistungen der Aguda am Aufbau Erez Jisroels. Außerdem erschienen zahlreiche Aufrufe, Flugblätter und sonstige Propaganda-Druckschriften zu geeigneter Zeit- 8. Die Aguda und die orthodoxe Gemeinde. In den Städten des alten Jischuw stand die Aguda in stetiger und bester Verbindung mit dem orthodoxen Gemeinden und ihren Rabbinen. Es ist, dies im besonderen in Jerusalem,. Safed und Tiberias der Fall. Alle Aktionen zu Gunsten des religiösen Judentums und zur Hebung der Thora wurden in Gemeinschaft und gegenseitiger Unterstützung mit diesen Instanzen ausgeführt. In Jerusalem steht die Aguda in fester Verbindung mit dem Waad Hair Äschkenasi unter Oberleitung des Herrn Oberrabbiner Chajim Sonnenfeld, der auch der Vorsitzende der palästinensischen Landesorganisation der Agudas Jisroel ist. Im letzten Jahre Konnte die Aguda die orthodoxe Gemeinde bei der Errichtung und Fundierung ihrer Schechita unterstützen. - 9. Außenpolitik. Auf dem Gebiet der Außenpolitik hat die Aguda große Fortschritte gemacht. Sie stand in stetiger Verbindung mit der palästinensischen Regierung, mit der Zentralregierung in London und dem Völkerbund. 10. Innere Politik. In der Gemeindefrage hat die Aguda Verhandlungen mit dem Waad Hair lejehudi Jeruscholajim angeknüpft, sowie mit dem Waad Leumi, mit der Zionistischen Organisation und auch mit den gemäßigt Orthodoxen in den Kreisen der anderen Gemeinde. Aür und wider! Einige kritische Bemerkungen und Ergänzungen zu den Aussätzen in der Festn^mmrr der „Blatter" der Agudas Jisroel in Deutschland. Als einem Mitgl'.ed, das vor 14, resp. 8 Jahren an den Gründungskämp en der Agudas Jisroel-Jugendgruppen und der Esragruppen mitbeteiligt gewesen war, 'ei es mir heute gestattet, zu den Problemen, die in den verschiedenen Absätzen t.er Festnummer des vergangenen rote aufgeworfen wurden, Stellung zu nehmen. Es• handelt sich um eine Stellungnahme, die sich nicht aus das angebliche Recht der am historischen Entstehen beteiligt gewesenen bezieht, sondern die den Wunsch, auchf gehört zu werden, aus einem warmen Gefühl ständiger, innerer Verbundenheit mit dieseen Organisationen ablei.et. Wem die Bildung und A.brit dieser gesetzestreuen' Gruppen nicht nur ans Herz, sondern ins Herz hineinge- , wachsen ist, den treibt es, auch aus der Ferne — und j Köln liegt in punkto aktioer Bekenntnis treue zur Agudohidee sehr fern von Frankfurt — Auffassungen oder Be-! sürchtungen, die einem als irrig oder gar gefährdend, erscheinen, zurü,ckzuweisen, prsitive Vorschläge sreudigst zu begrützeZ, nach Kräsien zu unterstützen und — wenn es gegeben ist — zu ergänzen. Mag sein, dah diese während der Tagung niedergeschuebenen Gedanken schon durch

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