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Der Israelit · 1928-02-02 · Heft 5 (2.2.1928) · page 14

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Journal
Der Israelit
Volume
69 (1928)
Issue
Heft 5 (2.2.1928)
Date
1928-02-02
Page
– (sequence 14)
Language
German
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Sette 2 Nr. 5 Der Israelit 2. Februar, 1928 Satz :„Jch muß jedoch das große Lob, das Du mir spendest, entschieden zurückweisen. Das verdiene ich nichti Nur das Eine will ich sür mich gelten lassen, daß ich bestrebt war, dem großen Namen, den wir zu tragen die große Sechioh haben, Ehre zu machen." Wer möchte ihm nicht ins frühe Grab bestätigen, daß er ein würdiger Enkel war und dem Namen seines großen Ahns Ehre gemacht! Alle Gedanken und Grundsätze Rabbiner Hirschs waren ihm ein Heiligtum, und er schält die als undankbar, die etwa wähnten, von dem Wege abweichen zri dürfen, den der große Meister gelehrt und vorgelebt, er, der einer dem Unjüdischen verfallenen neuen Zeit unerschrocken mit der Heiligkeit, Unbestechlichkeit und lodernden Feuersmacht seines Worts und seiner "Tat in die Arme fiel und uns rettend den Boden schuf, auf dem unser jüdisches Leben, gottlob in alter Treue, frischpulsierend sich entfaltet. Daher galt seine ganze Liebe und Anhänglichkeit unserer Kehlllo, der ]nw> ms?, sie für Rabbiner Hirschs Ideen zu begeistern, dünkte ihm vornehmste Aufgabe aller dazu Berufenen. So beweint denn die p 'iS?1 ms? in Dr. Hirschs Heimgang den Verlust eines ihrer treuesten Mitglieder, einer echlen Blüte unseres Kreises. — Im Elternhaus zu allem Guten und Jüdischen erzogen, die lebendige Gestalt Rabbiner Hirschs bis ins erste Mannesalter vor Augen, hatte er unsere Realschule unter der feinsinnigen Leitung Dir. Mendel Hirschs r'stT erst alle Klassen hindurch besucht, ehe er sich im Gymnasium für die Universität vorbereitete. Doch die väterliche Fürsorge glaubte den Sohn nicht besser gegen die Gefahren des Studiums wappnen zu können als durch mim nab, so ging er nach Papa zur Jeschiwah Rabbiner Dr. Breuers und erst nach gründlicher Vertiefung ins „Lernen" bezog er die Universitäten zu Würzburg- und Berlin, auch dort aufs Eifrigste bemüht, jüdischen Geist und jüdische Gesetzestreue in eigens unter seiner Mitwirkung ins Leben gerufenen Studentenverbindungen zu pflegen., So war der Chawer-Titel, den unser Heimgegangener Raw, Dr. Breuer b^xr,. ihm in jungen Jahren verlieh, wohlverdient. Nun liegt sein Leben nach göttlichem Ratschluß, zu unserem Schmerze allzufrüh, abgeschlossen vor uns. Sein Schaffen war verkörpert durch 't mm die ihn das Leben als eine Zeitspanne auffassen ließ, in der es gelte, Gottes Wege zu wandeln; darum beglückte es ihn, alle geistigen und leiblichen Kräfte in den Dienst Gottes ausgehen zu lassen und Seine Zwecke auf Erden zu vollbringen. Möge '"vn seiner Gattin, die ihm treu zur Seite stand und seinen Kindern, die er mn.ni mim »am bj? erzogen hat, Trost und Kraft spenden und möge sein Vorbild an jüdischem Lebensernst und an freudiger Erfüllung der göttlichen Gebote zum Segen sein! Der Stand der Agudas Iisroel-Bewegung. In einem der kleinen Säle des Volksbildungsheimes sprach am Sonntag abend vor einem geladenen Publikum Herr Dr. Leo Deutschländer aus Wien über den Stand der Agudas Jisroel-Bewegung nach der letzten Zentralratssitzung. Der Redner beleuchtete an Hand seiner persönlichen Erlebnisse im jüdischen Osten in fesselnder Weise die Schwierigkeiten, mit denen die Orthodoxie bei ihrem Wunsche, ihre Bestrebungen auf friedlichem Wege durchzusetzen, von jeher zu kämpfen hatte und erwies an einer Reihe einleuchtender Beispiele, daß die führenden Agudakreise es an Friedensliebe niemals haben fehlen lassen. Im übrigen gab der Redner ein Bild der Erfolge, die Agudas Jisroel auf dem Gebiete des Erziehungswesens insbesondere im Osten aufzuweisen hat. In der Diskussion vertrat Rechtsanwalt Abraham H o r o v i tz den Standpunkt der Gemeindeorthodoxie, die der Agudas Jisroel keineswegs feindlich gesinnt sei, die Dakanzlisie der Stellenvermittlung der' Agudas Jisroel Jugendgruppe. Lehrling für Schnapsbrennerei; 2 Reisende für landwirtschaftliche Maschinen: 2 gelernte Arbeiter für Matratzensabrik; 1 Kindergärtnerin 1. Kl. für Privathäus; 1 Kindergärtnerin 2. Kl. für Kinderheim; je 1 Helferin für Damen- und Kinderheim. , konservative Vereinigung. Die Konservative Vereinigung hält am Sonntag, den 5. Februar, 10 Uhr in der Frankfurt- Loge (Eschersheimer Landstraße 37) eine Delegiertentagung des Bezirksverbandes Rhein- Main der Jüdisch-Konservativen Vereinigung ab. In einer öffentlichen Versammlung sprechen abends 8% Uhr die Herren Rabbiner Dr. I. Hoffmann, I. Horowitz und D. Neuhaus, Mühlheim, sowie die Herren M. A. Löb, Berlin, und Studienassessor Dr. Erich Klibansky, Breslau. Auf einige Anfragen aus unserem Leserkreise nach der Stellung der selbständigen Orthodoxie zu der Ver anstalterin der Frankfurter Zusammenkunft, der „Kon servativen Vereinigung" sei in aller Kürze folgendes bemerkt. Für uns ist die freiwillige Mit arbeit orthodoxer Juden, in Gemeinden, die gefetzes widrige Institutionen unterhalten oder in Verbänden, die das neologe Judentum als berechtigte Spielart des Judentums anerkennen, religiös verboten und zugleich in jedem Falle eine Gefahr für die Reinheit der religiösen Ueberzeugung. Daß diejenigen gesetzestreuen Brüder die diesen unseren Standpunkt leider nicht teilen, und die daher ihre öffentliche Wirksamkeit im Schoße jener Gemeinden und Verbänden ausüben zu dürfen glauben sich in einer „Konservativen Vereinigung" zusammen schließen, um ihre religiösen Interessen gegenüber der linken Seite nach Kräften zu wahren, kann man ihnen gewiß nicht verdenken. Nur sollte jeder Schein einer Frontstellung nach rechts und ebenso jede illegitime' Propaganda nach rechts vermieden und diese, wo sie dennoch erfolgt, entschieden zurückgewiesen werden. Vereinigung orthodoxer Ostjuden. In der Generalversammlung der Bereinigung orthodoxer Ostjuden ~mn 'jnma vom Samtag, den 28. Januar, wurde der Vorstand gewählt. "Erster Vorsitzender ist Herr A. V a b a t, Mainstraße 22, zweiter Vorsitzender Herr Ch. I. Rothenberg, Ostendstraße 62, Tel. H. 3363. Osijüdischer Verein Frankfurt a. 21t. Am 28. d. M.. abends 8 Uhr fand in der Suppenanstalt, Theobaldstraße 5, eine große ostjüdische Versammlung statt, in welcher die Gründung einer , ostjüdischen Vereinigung vorgenommen wurde. Es wurde ein mehrgliedriger Ausschuß gewählt, wobei sämtliche Richtungen unter der Ostjudenheit berücksichtigt worden sind. Wohltäkigkeitsfest des Ostjüdifchen Frauenvereins in Frankfurt am Main. Am 11. März findet im großen Saal des Volksbillgsheims ein großes Wohltätigkeitsfest zu Gunsten einer Pehach-Aktion für Arme statt. Es wird ein reichhaltiges, ausgewähltes Programm geboten; u. a. ei die Mitwirkung des Oberkantors Lewy aus Mannheim hervorzuheben. Der ostjüdische Frauenverein Esras Noschim ist eine der jüdischen Organisationen, die in ihren Leistungen zur Linderung der Not unter den Ostjuden viel beiträgt. Gesellschaft für jüdische Volksbildung^' Wie alljährlich, findet auch dieses Jahr zu Ehamifchooßor-b'schwat eine Kinderfeier statt, zu der alle' Frank jedoch nicht aufhären werde, um ihre Gleichberechtigung s^erjüdischenKinder herzlich sind" Hetr des Paragraphen 4 des Statuts zu kämpfen. Dr. mev. jDMt h 'o-intritt ist frei Jacob Feuchtwanger warf der Gemeindeorthoj^' unö Der Uanttm m W doxie vor, daß sie nach dieser Richtung hin bisher zu wenig getan habe, während die Herren Leopold Oppenheimer und der Referent in seinen Schlußworten auf die zwingenden Momente hinwiesen, die zur Schaffung des Paragraphen 4, der keinerlei Kränkung für die Gemeindeorthodoxie bedeute, geführt hätten. Chamischo-oßor-Feier in der Israelitischen Volksschule. Die Schüler und Schülerinnen der Israelitischen Volksschule veranstalten am Sonntag, 5. Februar, nachmittags 5,30 Uhr in der Turnhalle der Volksschule eine Chamischo-oßor-Feier, bestehend in musikalischen, theatralischen und turnerischen Vorführungen. Eintrittspreis 2 Mk. Karten sind nur im Vorverkauf durch die Schule zu haben. Wiederholung der Aufführung zu verbilligtem Preis am Montag, 6. Februar, 6,30 abds. Neues aus der Agudas Jisroel Iugendgruppe. Es ist beabsichtigt, bei genügender Teilnehmerzahl folgende drei Kurse durchzuführen: a) Erez Jisroel, dessen geschichtlicher und kultureller Werdegang bis heute, mit Lichtbildern; b) Jüdische Literatur; c) Kurs über politische Orientierung. Interessenten werden gebeten, sich diesbezüglich umgehend an den Vorstand der Agudas Jisroel-Jugendgruppep zu wenden. Private Grundfchnlzirkel in Frankfurt: Zu den bereits bestehenden privaten Grundschulzirkeln für solche Kinder, die wegen ihres schwachen Gesundheitszustandes oder wegen besonderer körperlicher oder geistiger Anomalien zur Ausnahme in die allgemeine Volksschule nicht geeignet -sind, tritt ab 1. April ein privater Grundschulzirkel sür orthodoxe Kinder dieser Art, der von der geprüften Lehrerin, Frau Schönberger, im ehemaligen Heinemannschen Institut eröffnet wird. Die Aufnahme ist nur möglich auf Grund eines vom städtischen Amtsarzt bestätigten ärztlichen Gutachtens, da nach den geltenden gesetzlichen Bestimmungen alle normal entwickelten Kinder zum Besuch der allgemeinen Volksschule perpflichtet und verschleierte Standesschulen verboten sind. Erweiterungen in der Jüdischen Haushaltungsschule. Die Jüdische Haushaltungsschule hat einen neuen L e h r s a a l errichtet, der Sonntag, den 5. Februar eingeweiht wird. -> Eine Achtzigerin. Fräulein Bertha Jacob, Grünestraße - 15,° feiert am 9. Februar ihren achtzigsten Geburtstag in seltener körperlicher und geistiger Frische. Die rüstige Greisin ist mit dem jüdischen Leben in Frankfurt, das ihr in jungen Jahren zur zweiten Heimat geworden, eng verwachsen, vrw- Aus Wiesbaden. Montag, den 26. Dezember 1927 wurde iw Wies-- baden ein neues ostjüdisches Minjan gegründet. In den stattgehabten Gründungsversammlung wurde beschlossen, das Minjan Ahawas Schokaum zu nennen. - Unter diesem Namen ist das Minjan im Vereinsregister ein-- getragen. Dem Verein traten bereits eine.große Anzahl Mitglieder bei. - Bei der Vorstandswähl würden dis Herrn Eisig Matzner, Noe Hoofstetter und Loel Lubafch. einstimmig in den Vorstand gewählt. In dem Vereinslokal Michelsberg 28 werden• regelmäßig gut besuchte Gottesdienste abgehalten. Die hebräischen Handschriften der Landesbibliothek zu Fulda. Von B. Horwih, Kassel. Diese Bibliothek kann im Sommer dieses Jahres auz ein 50jähriges Bestehen zurückblicken. Diese- Geistesquelle teilt mit ihren Schwestern in Provinzialstädten das gleiche Schicksal, daß ihre hebräischen Schütze sehr wenig beachtet werden. Darum möchte ich mit nachstehenden Notizen interessierte Kreise auf Fuldaer Handschriften Hinweisen. K a t a l o g T h e o l o g i e: O r i e n t a ln s ch e H a n dschriften.. 1—11 hebräische Pentateuchs. Fol. 20:. Darin fehlen jedoch von Kap. 11,32 bis Kap. 14,18 der Genesis und aus dem Deutron-omium von Kap. 23,2^- bis zu Ende. Jedem Verse dieses Pentateuchs ist ein Paraphrasis Chaldaica beigefügt. Außerdem enthält derselbe noch die 5 Megillos. Dieser Kodoex sehr schöne geschrieben, erhielt die Puncta Massoretica von einer anderen Hand. Daß er aber einer früheren Zeit als dem 14. Jahrhundert angehört, beweisen die Namen einer Judenfamilie, welche sich, jedoch von schlechter Handschrift, hin und wieder finden. So heißt es- „Folio 1a: Moses, Sohn Sauls, 372, und auf Seite 17: Baruch Hachiel, mein ältester Sohn, geboren 235; Meine Tochter Rechlern, geb. 236, Sohn Gumbricht, geb. 240; Moses, geb. Nissan 242. Meine Mütter starb am< 23. Jjar am Merkurstag und ist in Gunzenhausen beerdigt." Dieser Kodex ging auf eine Judenfamilie „an der Treppe" genannt und von , dieser an die Lusmann durch Erbschaft über, von welcher er im Jahre 1778 um 30 Gulden für die Landesbibliothek gekauft wurde. Die 264 Seiten sind auf Pergament geschrieben; als Zeit wird das 13. Jahrhundert angegeben. — Eine Handschrift unter Nr. 2 aus dem gleichen Zeitalter ist bezeichnet: „Interpretation geschrieben von Rabbi Rambam", worauf die Rede: des Verfassers auf dem Wege nach Jerusalem folgt..: Auf-der letzten.Seitesteht: „Dieser Kodex ist geschrieben 6027 vom Salmon, Sohn des- Gelehrten Chajim." — Die anderen hebräischen,Handchriften sind aus dem 14. bis 17. Jahrhundert.' Eine^ andere Eintragung lautet:'vib rnar' Tana p nsa rm obis? ipi obis? und „Ex Libris Petri Behm. Benedictink Fuldensis", Das Manuskript beginnt: , mim »ii’sa wvin ainab b'nrn miam iiasn bnan 'sn ne?a Die Schrift ist tadellos erhalten. -Ihr Forscher 3nr nab«* Samson Raphael Hirsch und die Israelitische Religionsgesellschast Von Dr. Mendel Hirsch W- # (Fortsetzung.) Außer den Predigten hiel/ er eine Reihe von Jahre hindurch jeden Winter zweimal wöchentlich exegetische Vorträge, aus denen z. B. der .Psalmenkommentar und der erste Teil und die Hälfte des zweiten Teiles des PenLateuchkommeni ars hervorgegangen sind. Außerdem lernte ev e.ine Reihe von Jahren hindurch.täglich-morgens einen Schiur, dessen Abhaltung er später aus äußeren Gründen einem dafür.-angestellten geeigneten Lehrer überwies. Mit dem Angeführten war jedoch feine, Wirkamkeit für die Religionsgesellschaft^ noch nicht erschöpft. In dem dreiundzwanzigjährigen Kampfe, den die Religionsgesellfchast mit dem Vorstand der Israelitischen Gemeinde fortan noch zu führen hatte, entstammen die Eingaben und Denkschritfen seiner Feder. Es handelte ich um die Befreiung von der Beitragspflicht zu Kultus und Schule der Gemeinde, oder wie es bezeichnet wurde: um „Paritätische Gleichstellung )er Mitglieder der Religionsgesellschaft in Kultus- und Lehrangelegenheiten". Mehr war damals nicht zu erreichen. Es macht einen, peinlichen Eindruck, wenn man sieht,, mit welchen ÄZaffech welchen ungeheuerlichen Unterstellungen der Vorstand sich gegen dieses Verlangen, dessen Berechtigung doch so auf der Hand lag, zu wehren 'Uchte. . . ';;; Eine Bewilligung dieser Forderung, so führte er aus, werde die verhängnisvollsten Folgen haben. Nicht Geringeres, als eine völlige Auf-

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