Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 69 (1928)
- Issue
- Heft 3 (19.1.1928)
- Date
- 1928-01-19
- Page
- – (sequence 18)
- Language
- German
- Belongs to
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«eit« 2 Nr. 2 Der Israeli! l ä t t e r 18. Januar 182.8 BodenvonAgudasJisroelverkauft standen wurde, der nicht b ereits grundbuch-j700.—, von l i ch in denBesitz der A gu d a s I i s ro e l übergegangen war. Im Jahre 1927 hatte die Palästina-Zentrale lediglich Mk. 43.000 Wirtschaftszwecke eingenommen, darunter Mk. 10.000 für Keren Hajischuw. Außerdem wurden ca. Mk. 30.000 für die agudistischen Arbeiter in Erez Jisroel aufgebracht (Keren Hoaulim). Die Besiedelung von Machaneh Jisroel durch Uebernahme von Aktien der von den oben erwähnten Herren gegründeten Habaith Co. Ltd., sowie die Erschließung von Olam und Madhar dürfen aus wirtschaftlichem Gebiete die beiden wesentlichsten Punkte der nächsten Tätigkeit der Palästina-Zentrale darstellen. Naturgemäß haben im Jahre 1926-die für den Keren Erez Jisroel eingegangenen Mk. 59.000 genügt, um mit ihnen und den Ueberschüssen aus dem Bodenverkauf das Kulturwerk der Agudas Jisroel in Erez J'sroel zu fördern. Als aber im Jahre 1927 die Eingänge aus dem Bodenverkauf zurüFgingen, sah sich die Palästina-Zentrale der Agudas Jisroel veranlaßt, mit verdoppelter Intensität für ihr inzwischen erweitertes Schulwerk bisher unerfaßte Kreise zu gewinnen; Mk. 116.000 gingen dafür in diesem Jahre bi Dezember 1927 ein. In Haifa wurde neben den bisher bestehenden Schulen eine Talmud Thora unterstützt, die Mädchenschule in Je rusalem um eine Abteilung erweitert. Ermöglicht wurde dieses durch die hochherzige testamentarische Stiftung des Herrn Adolf Lewin s. A., Halberstadt. Die regelmäßige Unterstützung der Bne Zion-Schulen durch den Joint der Mädchenschulen durch die Frauenhilse für die Schulen in Erez Jisroel und ein Breslauer Dam en-Komitee^ sowie eine starke Aktivität des BerlinerArbeits- A u s s ch u s s e s setzten die Palästina-Zentrale in den Stand, wenn auch mit schwerer Mühe, im abgelaufenen Jahre ihr Schulwerk aufrecht zu erhalten. Leider konnte die Palästina-Zentrale längst nicht allen Anforderungen auf dem Gebiete des Schulwesens, die erst in jüngster Zeit wieder an sie gestellt wurden, gerecht werden? Es darf ohne Uebertreibung gesagt werden, daß mindestens die Eltern von weiteren 6000 Kindern bereit wären, ihre Kinder agudistischen Schulen anzuvertrauen, wenn die hierzu nötigen Mittel bereit wären. Redner hofft, daß die kommende Adar-Aktion der Palästina-Zentrale einen noch größeren Erfolg aufweisen wird als die vorjährige. Bon den einzelnen Landesorganisationen haben sich insbesondere außer Deutschland, Amerika, .Schweiz, Holland, Belgien und Oesterreich um das Schulwerk bemüht. Die Herren Jacob R o f e n h e i m , Moses Blau, Moses Glückman-Porusch und Rabbiner Frankel sowie der Referent selbst haben in der ^»erichtsperiode die einzelnen Landesorganisationen besucht und dort die Rosch Chaudesch-Spenöe eingerichtet, die aber noch immer nicht den größten Teil der Agudisten erfaßt hat. Wenn jeder A g u d i st nach d en W e i s un g e n d e s r a bbinifchen Rates maafser min hamaasser für das Schulwerk monatlich spenden würde, wäre Agudas Jisroel der Sorgenüber das Schulwerk enthoben; Die Unterrichtssprache für die Mehrzahl aller Kinder ist hebräisch. Das Programm ist im Einvernehmen mit den rabbinischen Autoritäten Erez Jisroels festgesetzt. Daß auch in gegnerischen Kreisen die Schulen allmählich Anerkennung finden, belegt Redner durch einen Bericht in dem zionistischen „Haarez" über die a'gudistische Mädchenschule in Safed, welche sowohl was Programm als auch äußere Gestaltung anlangt, als mustergültig hin gestellt wird; es wird lediglich die minimale Bezahlung der Lehrerinnen (Lst. 12. —pro Monat) gerügt. Die erste Sammlung denen Lst. 150.— Wochen von seiten der Berliner Gemeinde der Palästina-Zentrale der Agudas Jisroel für die für - Notleidenden des alten Jischuw überwiesen wurca.! den, wofür der Redner besonderen Dank den Herren vom Vorstand der Jüdischen Gemeinde in Berlin ausspricht, welche sich darum bemühten. ergab ca. Lst. men der polnischen Landesorganisation die Bitte in den letzten aussprechen zu dürfen, daß die Palästina-Zentrale m ihrer Tätigkeit nicht erlahme, sondern aus eine günstigere Entwicklung der Zeiten warte, um den wirtschaftlichen und kulturellen Aufbau mit verstärkten Kräften fortzufetzen.. Habe auch in den beiden letzten Jahren die polnische Landesorganisation nur ca. Doll. 100.000 ihrerseits Ein Teil der von der Schweiz zur Verfügung beigetragen, so könne doch die Palästina-Zentrale gestellten Gelder wurde auch für die durch das Erdbeben geschädigten Araber verwendet. Die Tatsache, daß es der Palästina-Zentrale der Agudas Jisroel gelungen ist, trotz der Schwere der Zeiten und trotz der Wirtschaftskrise in Palästina, wenn auch nicht fortzuschreiten, so doch das Errungene sestzuyalten, beweist, daß die Agudas Jisroel nicht bloß widerwillig und aus Prestigegründen sich der Erez Jisroel-Arbeit widmet, sondern geleitet von dem Gedanken, daß diese Arbeit eben eine der zentralen Aufgaben der Agudas Jisroel ist, welche nur von der geder auch in Zukunft auf die aktive Mitarbeit polnischen Landesorganisation rechnen. Herr Henry D. W e i l l -Newyork überbrachte die Grüße der a m e r i k a n i s ch e n L a n d e s - Organisation, und gab der Ueberzeugung Ausdruck, daß durch die neueste Entwicklung der Olam- und Madhar-Frage es auch gelingen wird, große interessierte Gruppen aus den orthodoxen Kreisen der amerikanischen Jude'nheit für die kolonisatorischen Bestrebungen der Agudas Jisroel zu gewinnen. Herr A. W.R o s e n z w e i g - Zürich berichtet samten Orthodoxie zu lösen ist. Diese Erkenntnis über die eifrige Tätigkeit der schweizerischen Pa- Anläßlich der Erdbeben-Katastrophe hat Agudas Jisroel durch eine schleunige Sammlung helfend eingegriffen, hat insbesorwere einer größeren Anzahl jüdischer Institutionen und obdachlosen Familien im alten Jischuw zur Seite gedurch Wort und Schrift zu verbreiten, hat eben falls die Palästina-Zentrale als ihre Ausgabe in allererster Linie angesehen. Monatliche Mitteilungen in mehreren Sprachen über die allgemeinen und Me spezifisch agudistischen Palästina-Angelegenheiten, 9 7 Vorträge in kleinerem und größerem Kreise, Herausgabe von Broschüren,Verkauf von Paläst i n a-Produkten dienten diesem Zwecke. Wenn durch diese Konferenz, so schloß der Redner, das Bewußtsein der Verantwortlichkeit, welches auf der selbständigen Orthodoxie für Erez Jisroel lastet, gesteigert und in die einzelnen Länder hinausgetragen wird, hat sie ihren Zweck erreicht. NichtGeld fehltuns, sondern die Menschen, welche dieses Geld verlangen und die Erkenntnis, daß wir nicht das Recht haben, die Sorge für Erez Jisroel auf andere Organisationen abzuwälzen. Redner forderte zur offenherzigen Kritik auf, bat aber nicht zu vergessen, daß das Recht zur Kritik sowohl der eigenen wie auch a u ß e n st e h e n d e r Organisationen nur erworben werden könne durch eigene aktive Tätigkeit. Im Anschluß an diesen Tätigkeitsbericht überbrachte Herr Glückman-Porusch-Jerusalem die Grüße der p a l ä st i n e n s i s ch e n L a n d e s o r g an i s a t i o n und unterstrich vor allem die Notwendigkeit des palästinensischen Schulwerks, schilderte die verheerenden Folgen der Missionsschulen und wies darauf hin, wie heute der Kulturkampf in Erez Jisroel in allererster Linie sich darin betätige, daß um die Seele jedes einzelnen Kindes von den Vertretern der verschiedenen Weltanschauungen gerungen werde. In diesem Kampfe nicht untätig beiseite zu stehen, bittet er die Konferenz namens der palästinensischen Führer. Er überbrachte die Grüße der ehrwürdigen Nabbinen Sonnenfeld, Klatzkin, Kliers, Rubin und diejenigen' der palästinensischen Landesorganisation der Agudas Jisroel. Herr Stadtrat Trockenheim - Warschau verliest ein Begrüßungsschreiben namens des Gerer Rabbi, welcher seine warmen Segenswünsche der Konferenz ausspricht, seinem Bedauern Ausdruck verleiht, nicht selbst an der Sitzung teilnehrnen zu können und mitteilt, daß er mit seiner Stellvertretung bei der Konferenz Herrn I. M. Lewin, Warschau betraut habe. Sodann berichtete Herr Trockenheim über die Erez- Jisroel-Tätigkeit der polnischen Landesorganisation. Er betonte zunächst, daß Polen der allgemeinen Palästina-Zentrale dafür Dank schulde, daß sie es durch eine aufopferungsvolle Tätigkeit und Hingabe verstanden habe, bei aller Schwere der Situation den polnischen Vodenkäufern gerecht zu werden und jene Skandale zu vermeiden, 'die bei anderen Organisationen zur Schädigung des jüdischen Namens leider vielach sich ereignet hätten. Wenn auch augenblickich ein Stillstand in der wirtschaftlichen Betätigung eingetreten sei, so 'glaube er doch, im Nalästina-Zentrale, welche im Verhältnis zu der geringen Zahl der Juden in der Schweiz mit Recht eine vorbildliche genannt werden könne. Hat doch die Schweiz sich nicht nur an den Bodenkäufen beteiligt, sondern auch in all ihren Gruppen die Durchführung der Rosch Chodesch- Spenden-Aktion erfolgreich unternommen. Er wünscht namens der schweizerischen Palästina- Zentrale der Konferenz den besten Erfolg. Schluß der Vormittagssitzung gegen 2 Uhr. Vor Schluß der Vormittags-Sitzung werden noch drei Spezialkommissionen gewählt: C h i n u ch - K o m m i.s s i o n : Rabb. Dr. Moses Auerbach- Berlin (Vors.) Rabb. K a l m a n o w i t s ch - Rakow Rechtsanw. Dr. Isaak Breuer- Franks, a. M. Rabb. Dr. H o f m a n n -Breslau Rabb. Dr. Fink-Berlin Dr. Leo Deutschländer - Wien. Propaganda- und Organisations- Kommission: Dr. Jakob S e g a l l - Berlin (Vorsitzender) Felix Feucht w a n g e r - München Rabb. Dr. Silberberg - Berlin Josef L e w i n s k i - Berlin Ed. Stiebet- Fulda. Moses Glückman-Porusch -Jerusalem. Wirtschafts-Kommission: Leo W r e s ch n e r - Frankfurt a. M. (Vorsitzend.) Isaak N u ß b a u m - Halberstadt Julius Holländer- Frankfurt a. M. Herbert K r u s k a l - Frankfurt a. M. , Simon M u g d a n - Frankfurt a. M. Koppel S p i r a - Antwerpen A. L i s s a u e r - Amsterdam van Leeuwen - Rotterdam Henry D. W e i l l - Newyork Dr. Robert Weiß-Berlin Sally G u g g e n h e i m - Allschwil Iwan Möller- Breslau Julius Schwab-Halle Rudolf Heller- Nürnberg. Die Nachmittagssitzung beginnt mit dem Bericht von Herrn Jakob Joel Braun- Bratislava, welcher über die slowakische Landesorganisation berichtet. Noch habe man in der Slowakei nicht das genügende Interesse für den neuen Aufbau von Erez Jisroel. Im Gegensatz zur Vorkriegszeit, in der größere Massen. aus der Slowakei nach Erez Jisroel emigrierten, handele es sich jetzt nur um 10—15 orthodoxe Familien pro Jahr. Ein Mittel, um für die Arbeit der Agudas Jisroel weitere Kreise in der Slowakei zu gewinnen, sei ein intensives Zusammenarbeiten mit den Kolalim. Die G e n e r al - Debatte beginnt mit sehr , wirkungsvollen Ausführungen von Herrn Isaak! N u ß b a u m - Halberstadt, welcher die Konfe- . renz auffordert, sich nicht mit schönen Worten zu begnügen, sondern zu Taten zu schreiten. Es sei unmöglich, daß die Kolonisation von Machaneh Jisroel von nur wenigen Schultern getragen werde, wenn nicht die Palästina-Zentrale alle