Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 69 (1928)
- Issue
- Heft 2 (12.1.1928)
- Date
- 1928-01-12
- Page
- – (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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WWWWYWWU-4^' ~JU 12 Januar 1928 W5- Der 3 sraelit Nr. 2 Sette 3 fürsorge hat sich troß großer Schwierigkeiten langsam hetausgebildet. Sie wirkt segensreich und wird sich weiter entwickeln zum Gedeihen der uns anvertrauten Kinder^, deren körperliches Wohl uns nicht weniger am Herzen liegt als ihre geistige Förderung; denn „nur in einem gesunden Körper kann eine gesunde Seele wohnen." Die Woche. Schulausstellung. Anläßlich des 75. Jubiläums der Realschule der Israelitischen Religionsgesellschaft findet auch eine Schulausstellung-statt, für die van fachmännischer Hand .. bereits Vorbereitungen getroffen werden. Ehemalige Schüler und Schülerinnen werden gebeten, Schülererinnerungen, die sie aufbewahrt haben, zur Verfügung zu stellen. General-Versammlung des Mekor Lhajim. Die General-Versammlung, die Sonntag Mittag stattfand, war dieses Jahr viel stärker besucht als sonst. Nach Verlesung des Jahresberichts, der an anderer Stelle veröffentlicht wird, und nur eine kurze Debatte, hervorrief, fanden die Vorstandswahlen statt. Auszuscheiden ' hatten Herr Eschwege, der 21 Jahre dem Gremium angehörte .und eine Wiederwahl aus Gesundheitsrücksichten ablehnte und die Herren'Albert Ries und Dr. Fritz H o m b u r g e r. An deren Stelle treten neu in den Vorstand ein die Herren Moses Held, Dr. Markus Hirsch und Joseph Rosenthal. Der Vorstand sieht die bisherigen Herren nur sehr ungern aus seiner Mitte . scheiden und hofft, sie später wieder mal in seinem Gremium zu sehen. Der Präses, Herr Joseph Sänger, wurde per Akklamation wiedergewählt. Als Jugenddelegierter wurden Herr Edinger wieder-, Herr Walter Strauß neugewählt. Mit herzlichen Dankesworten an die ausscheidenden Vorstandsmitglieder und einem warmen Appell an alle Mitglieder um weiteres tätigstes Interesse für den Verein, schloß der Vorsitzende kurz nach 6 Uhr die General-Versammlung. Aus unseren Vereine. Im M e k o r Chajim ist diesen Samstag abend 8.45 Uhr im Vereinslokale ein Hirfchku r s u s fällig. Thema: Tewes-Gedanken in den Hirsch-Schriften. Redner: Herr Dr. Ehrmann. Gäste, auch Damen, willkommen. - In der Jüdisch e.n Frauen Vereinigung spricht Herr Red. Schachnowitz diesen Sonntag abend 6 Uhr (Hörsaal Friedberger Anlage) über: „ F ü dische Bühnen". Gäste, Damen, willkommen. Die Gewinne der Keren Hakhora-Lokterie. Hiermit sei das Ergebnis der am 10. Januar 1928, abends 7 Uhr stattgehabten Ziehung der Keren Hatauroh-Lotterie unter Aufsicht der Polizeibehörde in Frankfurt a. M. bekanntgegeben. Die Gewinne sind gegen Vorlegung der gezogenen Lose abzuholen bei Karl Z u n tz, Börnestraße 26, vom 16. Januar bis 19. Januar 1928 zwischen 1 und 3 Uhr. Gewinn:1. 1 Talmudexemplar, Wert: 500.—, Losnummer 2342. 2. 1 Mischnaexemplar 100.—, 1577. 3. 1 Hirsch-Chummisch, 60.—, 1797. 4. 1 Megilloh, 50—, 1340. 5. 1 Schabboslampe, 50.—, 0219. 6. 1 Talis, 40.—, 1755. 7. 1 Tatschermesser, 30.—, 1431. 8. 1 Menauroh, 25.—, 2632. 9. 1 Menauroh, 25.—, 0220. 10. 1 Menauroh, 25.—, 2036. 11. 1 Kidduschbecher, 20.—, 0580. 12. 1 Kidduschbecher, 20.—, 2815. 13. 1 Esrog- W: Sind Bilder von Liebermann und Lester Ury mit eigenhändiger Widmung nichts Besonderes? Sind sie alltäglich, und alltäglich erreichbar. Ist eine Perlenkette im Werte von 18 000 Mark nicht eine kostbares Angebinde?. Sind Silberkasten für 12 Personen, silberne"Kaffeeservice, silberne Platten keine Zierde des jüdischen Heims? Und eine prachtvolle Wohnungseinrichtung keine dauernde Freude dafür? Wird man nicht von — persönlich signierten Bildern von Steinhardt und Spiro tief ergriff? Bieter in unserer aus Schnelligkeit eingestellten Zeit ein Automobil keinen Anreiz? S (einfallend): Genug! Ihr Unternehmen ist edel, groß und klug. Ich beglückwünsche Sie zu dem Gedanken und zu Ihrer Tätigkeit für seine Verwirklichung. Darf ich um 10 Lose bitten? W: Gerne, (Reicht sie hin.) S: Schön. (Nimmt einen Hundertmarkschein heraus): Hier. SB: ,3d); imnfe Ihnen, mein Herr, und wäre froh, wenn ich überall und stets solchem Verständnis begegnete. S: Bitte sehr, nicht der Rede wert. Wer nur halbwegs begütert, und gewiß, wer wie ich reich ist, wer sich des unendlichen Glücks der Gesundheit erfreut, der hat die unbedingte und unabweisbare, Pflicht, dieses gewaltige, große Unternehmen zu fördern.. W: Hoffen wir, daß diese Erkenntnis bald die allgemeine sein wird. (Aufstehend):''Es war mir ein : Vergnügen, mein Herr. ''S: Mir noch mehr. Auf Wiedersehen'. (Erhältlich sind die Lose bei Rechtsanwalt Dr, Ernst Goldschmidt, Frankfurt a. M., Gvethestr. 17, Direktor Kleemann, Dresdner Bank, Berlin, M. M. Marburg Söhne, Hamburg.) büchfe, 10.—, 1494. 14. 1 Esrogbüchse, 10.—, 0588. 15. 1 Esrogbüchse, 10.—, 2574. 16. 1 Hawdolohteller, 5.—, 1857. 17. 1 Hawdolohteller, 5.—, 1658. 18. 1 Hawdolohteller, 5.—, 1765. 19. 1 Hawdolohteller, 5.—, 1238. 20. 1 Hawdolohteller, 5.—, 1528. 21. 1 Buch, 2 50, 1116. 22. 1 Buch, 2.50, 02t)3. 23. 1' Buch, 2.50, 1899. 24. 1 Buch, 2.60, 1058. 25. 1 Buch, 2.50, 2073. 26. 1 Buch, 2.50, 2878. 27. 1 Buch 2.50, 2788. 28. 1 Buch, 2.50. 1666. 29. 1 Buch, 2.50, 1010. 30., 1 Buch, 2.50, 0579. 3k 1 Buch, 2.50, 0371. 32. 1 Buch, 2.50, 2468. 33. 1 Buch, 2.50, 2308. 34. 1 Buch. 2.50, 1521. 35. 1 Buch. 2.50, 2870. 36. 1 Buch, 2.50, 0260. 37. 1 Buch, 2.50, 2901. 38. 1 Buch, 2.50, 2269. 39. 1 Buch, 2.50, 0528. 40. 1 Buch, 2.50, 2163. Agudas Jisroel-Ortsgruppe. Der Vorstand der Agudas Jisroel-Ortsgruppe hat in seiner letzten Sitzung beschlossen, alle zwei Wochen am p"psin eine Mitglieder-Versammlung zu veranstalten zwecks Besprechung agudistischer oder auch allgemein jüdischer Fragen. In Ausführung dieses Beschlusses findet s. G. w. am nächsten rmv 's (14. Januar, abends 8.45 Uhr), im Agudoh-Lokal Schwanenstr. 12 pari., ein Aussprache- Abend mit dem Thema: „Die Ausgaben einer Agudas Jisroel-Ortsgruppe" statt mit einleitendem kurzen Referat. Die Mitglieder der Orts- und Jugendgruppe werden hierzu höflichst eingeladen. Arbeitsgemeinschaft der Aguda-Jügendorganisationen. Am Sonntag den 1. Januar fand in Frankfurt a. M. eine Sitzung der auf Grund der Verhandlungen während des agudistischen Bundestages "in Frankfurt a. M. in Berlin gegründeten Arbeitsgemeinschaft der- Jugendorganisationen der Agudas Jisroel statt, in Gemeinschaft mit dem O. V. der deutschen Jugendorganisation der Agudas Jisroel.. Nach Referaten der Herren: Meier Schenkolewski- Hamburg, David Ullmann-Kastel und M. D. Lewenstein- Zürich wurde beschlossen, den Vorort nach Frankfurt zu legen und die Herren: Joel Sänger-Fraknfurt a. M., Meier. Schenkolewski-Hamburg und Max Gutmann-Nürnberg mit der Geschäftsführung zu beauftragen. Die Verhandlungen mit den angeschlossenen Ländern sollen sofort ausgenommen werden, um recht bald die bei der Frankfurter Vorkonferenz gefaßten 'Beschlüsse betr. Anstellung eines Generalsekretärs, Schaffung einer einheitlichen Presse, Vertretung der Jugend in den oberen-Instanzen der Agudas Jisroel usw. zu verwirklichen. Die weggefallene Spalte. Aus dem Bericht von W. S. I. ist bei der Aufzählung der Referate eine Spalte weggefallen, in der des „dem Geist und dem Gemüt in gleicher Weife innigst zusprechenden Referate von Jacob Landau über Erez Jisroel" Erwähnung getan wird. NN1!2 nVsn für Geschäftsleute und Angestellte. Es wird daraus aufmerksam gemacht, daß im Beshamidrasch, Ostendstr. 18, am Montag, Dienstag, Mittwoch und Donnerstag um 2.30 Uhr nachmittags für Geschäftsleute und Angestellte ein nmv-Gottesdienst stattfindet. Trauerfeier für Michael M. Mainz Am Sonntag den 8. ds. Mts. veranstaltete die I s - raelitifche Waisenanstalt eine Trauerfeier zum Gedächtnis an ihren unvergeßlichen Mitbegründer Michael Moses Mainz ■ V'xt- Da der große Philantrop in seiner bekannten Bescheidenheit sich schon zu Lebzeiten jegliche Ehrung verbeten hatte, mußte der Redner, Herr Realschuldirektör Dr. Fink, sich darauf beschränken, den in der festlich geschmückten und erleuchteten Anstaltssynagoge versammelten Kindern, Vorstandsmitgliedern und regelmäßigen Synagogenbesuchern den Verblichenen als leuchtendes Beispiel in ergreifenden Worten vor Augen zu führen und die Kinder zu ermahnen, alle Zeit im Sinne des Verstorbenen zu leben. Passende Psalmrezitationen durch den Direktor der, Anstalt, Herrn Marx, und ein „Schiur Mischnajoth" mit gemeinsamem Kaddischgebet aller Waisenknaben schlossen die erhebende' und würdige Feier. Schauturnen des I. T. B. „Sieh uns wachsen"! Unter dieser Devise veranstaltete der Jüdische Turnerbund sein diesjähriges Schauturnen, das sich eines recht zahlreichen Besuches erfreuen konnte. Zu'Recht hatte man dieses Motto gewählt, denn sowohl die Zahl der jungen Turner und Turnerinnen als auch ihre Leistungen ließen einen deutilchen Aufschwung erkennen. Herr Dr .Josef Frank begrüßte im Namen des Vorstandes die Erschienenen, und forderte namentlich die Eltern aus, an der Arbeit des I. T. B. mitzuwirken. Die Darbietungen, in Körperschule, Leistungsturnen und Festvorführungen eingeteilt, standen unter der bewährten Leitung des Herrn Gauturnwart Fleck und fanden durch ihre vollendete Ausführung allgemeinen Beifall. So zeigte dieses Schauturnen, wie alle anderen Veranstaltungen des Jüdischen Turnerbundes, daß e's vorwärts geht mit der Aufgabe, die man sich gesetzt, die jüdische Jugend in jüdischem Sinne körperlich zu ertüchtigen. Vorkrag in Wiesbaden. Am Sonntag den 15. Januar, abends 8 Uhr pünktlich, spricht Herr Dr. S. E h r m a n n, Frankfurt a. M., im Hotel Kronprinz, Wiesbaden, Taunusstr., über das Thema: „Der gegenwärtige Stand der Agudas Jisroelbewegung". Sitzung der Gemeindeverkrekung der Israelitischen Gemeinde am.11. Januar. Fragen mehr technischer Art — die bereits vorher innerhalb der Fraktionen vereinbarte Wahl des Präsidiums der Gemeindevertretung, der Mitglieder der zahlreichen Kommissionen und^der Delegierten in die der Gemeinde unterstellten Stiftungen füllten den ersten Teil der ausgedehnten Sitzung. Heroorgehoben sei die Wiederwahl des bisherigen geschickten, yoenn auch für die Pressevertreter mit ein wenig zu forensischer Zungenfertigkeit agierenden — Verhandlungsleiters Dr. Merzbach zum ersten und Naftali Fromm's züm zweiten Vorsitzenden und je eines' Schriftführers der drei Fraktionen für die Gemeindevertretung. Heinrich Rothschild wurde zum Mitglied der Ritualkommission ernannt, bei dieser Gelegenheit kündigte die Volkspartei auch ihren später-nach entsprechender Verfassungsänderung geltend zu machenden Anspruch auf einen Sitz in dieser Kommission an. Ehrerbietig stehend nahm dann die Versammlung die warmen Gedenkworte des Vorsitzenden auf Michael Moses Mainz s. A. entgegen, die ihm nachrühmten, daß er die besten Traditionen des alten' Frankfurter Judentums in sich verkörpert und in gemeinnütziger Hinsicht vorbildlich gewirkt habe. Eine lebhafte Diskussion entspann sich bei Erörterung der Verpachtung des Anzeigenteils des Gemeinde-' blattes. Trotz der prinzipiellen Geneigtheit der Gesamtheit-der Gemeindevertretung stieß der vom Vorstand in allen Teilen ausgearbeitete und mit Ziffern belegte Vertragsentwurf, der bereits eine bestimmte Annoncenexpedition vorschlug, auf so geringe Gegenliebe, daß schließlich Vertagung und Ueberweisung an die Finanzkommission beschlossen wurde. Von besonders belangreichen finanziellen Dingenwurden die allgemein gebilligten Beschlüsse über eine Erhöhung der Ausgaben für Wohlfahrtspflege um RM. 29.600 und ein Zuschuß an den Almosenkasten und Israelitischen Hilfsverein von RM. 5000 mitgeteilt. Ein kleines Intermezzo bildete der — zurückgewiesene — Einspruch gegen die SBahl eines Ersatz-Gemeindevertreters, den man wegen seines lockeren Zusammenhangs mit dem Judentum ausgeschaltet wissen wollte. Der in mehreren Punkten veränderte und ergänzte Entwurf einer Krankenhausordnung wurde der Rechtskommission überwiesen und die Wahl von Prof. Jsaac, der mit der hygienischen Leitung des Krankenhauses auf weitere zwei Jahre betraut wurde, zum Chef der hydrotherapeutischen Abteilung desselben gutgeheißen. .Etwas launig gestaltete sich die Aussprache über die für Ende Februar im Philantropin geplante erste Gemeindeversammlung, als deren Tagesordnung der Vorstand einen Vortrag des Regierungsbaumeisters Nathan über die neue Friedhofsanlage und ferner Wohlfahrtspflege festgesetzt hatte. So ernst und förderlich der Plan von öffentlichen Gemeindeversammlungen zur Weckung des allgemeinen Interesses auch erachtet wurde, so erregte die Gestaltung der Themen doch fachlich und zeitlich ziemlichen Widerspruch, so daß ein bindender Beschluß darüher nicht zustande kam. Eindrucksvoll entwickelte sich die Behandlung einer Interpellation in einer unerquicklichen Friedhofsangelegenheit. Ein von einer nichtjüdischen Mutter aus einer Mischehe stammender junger Mann, der bis zum achtzehnten Lebensjahr als Jude gegolten hatte, es aber nicht war, ist vor längerer Zeit, gemäß Entscheidung des konservativen Gemeinderabbiners, von der Bestattung auf dem jüdischen Friedhof ausgeschlossen worden. Der Vorstand stellte sich gegenüber -einer, gegen diesen selbstverständlichen Vorgang scharf ankämpfenden Interpellation Dr. Mainzers auf den Standpunkt des Rabbiners, womit die Liberalen natürlich nicht zufrieden sind. Von konservativer Seite wurde erklärt, daß die seinerzeit beim Richtlinienstreit gegebene Zusage, wonach für alle gemeinsamen Institutionen l e d i g l i ch.,.die Entscheidung des konservativen Gemeinderabbiners maßgebend sein dürfe, die Voraussetzung für das 'Verbleiben der Konservativen in der Gemeinde sei. Die erfreuliche Mitteilung der Fertigstellung des zweiten Bandes von Prof. Krakauers „Geschichte der Juden in Frankfurt", für die ein Preis von M. 12.50 'ür das broschierte Exemplar, der sich bei Subskription nis M. 11.— ermäßigt, festgesetzt wurde, und kleinere Nachrichten beschlossen die Stziung. Talmud Thora-Verein. Der Talmud Thora-Verein Frankfurt a. M. macht daraus aufmerksam, daß am Montag den 16. Januar um 7.15 Uhr abends im Hörsaal der Synagoge Börnexrlatz ein Jahrzeitlernen für Rabbiner Dr. N. A. Nobel tattfindet. Die habima wieder in Frankfurt. Von Montag den 16. Januar an gibt die „Habima" ein mehrtägiges Gastspiel im Neuen Theater. Es kommen zur Aufführung: „Der Dybuck", „Der Golem" und „Der ewige Jude". Die Städtische Sparkasse. Die Städtische Sparkasse zu Frankfurt a. M., bisher im Rathaus, Großer Kornmarkt 2, hat neue Kassen- und Geschäftsräume im Haufe Domstraße 9 bezogen.