Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 69 (1928)
- Issue
- Heft 1 (5.1.1928)
- Date
- 1928-01-05
- Page
- – (sequence 19)
- Language
- German
- Belongs to
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:-5v ’ vT ' . "Xy -v• V v"' .-^ Tv^ 8. Januar 1928 antragen, die im Prinzip die Bereitwilligkeit des Zentralrates erkläre, dem von Dr. Birnbaum vorgetragenen Gedanken eine organisatorische Stätte im Nahmen der Agudas Jisroel zu bereiten, wobei es auf Einzelheiten nicht ankomme. Oberrabbiner L e w e n st e i n - Zürich s tritt den Ausführungen des Vorredners entgegen. Er hege lebhafte Bedenken gegen eine Aufnahme der Aulim-Bewegung in den Schoß der Ägudas Jisroel; bei aller Anerkennung der Schönheit und Tiefe der Birnbaumfchen Ideen halte er sie doch für geeignet, innerhalb der Agudas Jisroel Gegensätze wachzurufen und in gewissem Sinne zersetzend zu - wirken. Oberrabbiner. Hirsch - Zwolle spricht sich/in ähnlichem Sinne aus; die Aulim-Bewegung könne zur Sektenbildung führen. Schluß der Sitzung 9 Uhr. Donnerstag vormittag. Der Vorsitzende, Rabbiner Dr. Munk- Berlin gibt seinem Bedauern darüber Ausdruck, daß der Präsident des Zentralrates, Oberrabbiner Lewin-Rzeszow, mit Rücksicht auf die schlechten Zugverbindungen gezwungen gewesen sei, heute vormittag abzureisen. Er glaubt, im Sinne aller Bersaminelten zu sprechen,., wenn er Herrtt Oberrab'biner Lewm. den herzlichstes Dank, für die mustergültige Art seiner Präsidialführung votiert. (Lebhafter Beifall.) Der Vorsitzende bittet, da es Helte, die Sitzung bis 1 Uhr mittags unter allen Umständen zu Ende zu führen, um äußerste Beschränkung der Redner. Es wird beschlossen, die Redezeit auf 5 Minuten zu beschränken. Rabbiner D i a m a n t - Janov (Litauen) gibt ein Bild von der Lage in Litauen, wünscht ein Eingreifen der Aguda zwecks Schaffung eines täglichen Presseorgans, sowie zur Gründung eines rrnson pp Stadtrat Heber- Kalifch erneuert seine Beschwerden über die mangelnde Aktivität des Geschäftsausschusses, worauf Dr. Pinchas K o h n eingehend erwidert. Auf Antrag von Herrn Oberrabbiner Lewe nst ein-Zürich wird der Verwaltung des. Keren Hathora satzungsgemäß Entlastung erteilt. Namens der F i n ä n z k o m m i f s i o n stellt deren Vorsitzender, Julius Holländer- Frankfurt a. M., eine Reihe von Anträgen, die sich mit der Finanzierung der Kenessio Gedaulo befassen. Auf Antrag von Koppel S p i r a-Antwerpen werden die Anträge nochmals an die Kommission zurückverwiesen, um besonders durch Erweiterung des Kreises der Kommissionsmitglieder eine Ausführung der zu fassenden Beschlüsse auf breitester Basis zu ermöglichen.; Für die Organi f a tions - Kömmis - f. i o n berichtet Meier L e w e n st e i n - Zürich. Die Organisation-Kommsision habe die ihr vorgelegten Anträge Dr. Ehrmanns, die eine Fülle von Einzelheiten enthalten, nur in den Grundxü g en beraten und sich mit ihnen d em Prinzip e n a ch einverstanden e r k l ä r t. Die Hauptfrage ist natürlich, ob die Kräfte vorhanden sind, die die Initiative zur Ausführung übernehmen können. Das sei eine Frage,, die nicht .frer Zentralrat lösen könne» sondern nur der Geschäftsführende Ausschuß. Es wird demgemäß beschlossen, den Organisationsplan dem G/ A. zu überweisen. (Siehe Resolution.) Ry senh eim-Frankfurt a. M. referiert nunmehr über die Organisation der Jugend. Er verliest und erläutert die an anderer Stelle abgedruckten „Leitsätze" und teilt im einzelnen die von.der westeuropäischen Jugendorganisation auf ihrer Frankfurter Tagung gefaßten Beschlüsse mit. Der größte Teil dieser Beschlüsse könne ohne, weiteres als genehmigt gelten. So sei es z. B. selbstverständlich, daß als Jugendorganisationen nur solche anerkannt werden können, die im Rahmen der Organisation stehen und den Namen der Agudas Jisroel führen. Das schließe jedoch nicht aus, daß man Maßnahmen treffen könne, um jugendliche'Elemente, die organisatorisch noch außer- Der Israelit Blätter halb der Aguda stehen, aber LU ihr hinstreben, in geeigneter Form zu erfassen und zu Agudisten zu machen. Außerordentlich erfreulich sei der Beschluß der westeuropäischen Jugendorganisation, einen eigenen Generalsekretär anzustellen, der die Hälfte des Jahres' in Deutschland, die andere Hälfte in westlichen Ländern arbeiten soll. Die Ortsgruppen und- Landesorganisationen der großen Aguda sollten sich ein Beispiel an der Opferfreudigst der Jugend nehmen. Was die von ihm vorgelegten Leitsätze betrifft, so beantrage er selbst ihre Ueberweisung an den G. A., weil verschiedene Punkte noch der Klärung und der Verhandlung sowohl mit den Landesorganisationen als mit den Jugendorganisationen selbst bedürfen. Er bitte, etwaige Abänderungswünsche in der Debatte zu äußern. I. M. L e w i n - Warschau weist darauf hin, daß nach der Anschauung des Ostens eine strikte Trennung zwischen den Organisationen der männlichen und weiblichen Jugend aufrecht erhalten werden müsse. Harry Goodman- London bringt unter starker Betonung des Vertrauens der Jugend zur. Agudaleitung den Wunsch zum.. Ausdruck, Mg^gen den Leitsätzen, di^ Jützendorganisätion jedes Landes nicht der Landesorganisation zu unterstellen, sondern, unmittelbar dem rabbinischen Landesrat und dem G.A. Cholagow- Riga weist darauf hin, daß es eine wichtige Aufgabe sein, die Zeire Jisroel in Litauen und Lettland der Agudas Jisroel einzufügen, was keine großen Schwierigkeiten bereiten würde. Es wird gemäß dem Antrag des Referenten beschlossen, die Leitsätze dem Geschäftsführenden Ausschuß zu überweisen. (Siehe Resolution.) I. M. Lew in berichtet, daß der Zentralrat sich hinsichtlich eirter Beschlußfassung über die Regelung des organisatorischen Verhältnisses Zwischen Poale Agudas Jisroel und denzuständigen Landesorganisationen noch etwas gedulden müsse. Die Materie sei schwierig und der G. Ä. bedürfe noch einiger Zeit, um zur Ausarbeitung, von Leitsätzen zu gelangen, die beide Teile befriedigen. Es erfolgt nunmehr die Abstimmung über die von der Permanenzkommission formulierten R e s o l u t i o n e n, die an andrer Stelle dieses Blattes mitgeteilt sind. Der Vorsitzende, Rabbiner Dr. Munk wirft in warmherzigen Ausführungen einen Rückblick.auf die Tagung und ermahnt in Anknüpfung an' die kommende. Wochensidra Vor fällen Dingen zu gegenseitigem Verstehen' und der Bannung alles dessen, was an mn -niuw erinnere. Die Tagung des Zentralrates habe gezeigt, welche Fülle von Aufgaben der orthodoxen JudeNheit nicht nur ui Erez Jisroel, sondern vor allem auch in allen Ländern der Diaspora gestellt sei, und daß es der Anspannung aller Kräfte bedürfe, um diesen Aufgaben gerecht zu werden. Dank gebühre bei aller objektiven Unzulänglichkeit des Erreichten den Mitgliedern der Geschäftsleitung, die mit spärlichen Mitteln und geringer Mitarbeiterschaft ihre Kräfte doch voll eingesetzt hättest. '(Lebhafter Beifall.) ‘ Nach weiteren Dänkeswürten des Delegierten Birnbaum- Antwerpen, der an ein schönes Wort von Rabbiner Israel Hildesheimer anknüpfte, wird die Versammlung um 1 Uhr geschlossen. Resolutionen des Zenkralrakes der Agudas Jisroel. Rumänien. Der Zentralrat gibt seinem tiefen Schmerze über die an unseren Brüdern in Rumänien in jüngster Zeit von betörten jugendlichen Elementen verübten Untaten und seiner Entrüstung über die rohe Schändung jüdischer Heiligtümer Ausdruck. Er appelliert an das Gewissen der rumänischen Regierung und fordert strengste Ahndung der begangenen Verbrechen. Nr. 1 Sette 3 Kenessio Gedaulo. Der Zentralrat beauftragt den G. A., die Einberufung der Kenessio Gedaulo im Sinne der Satzung unverzüglich vorzubereiten. Die Festsetzung von Zeit und Ort bleibt dem G. A. Vorbehalten. Voraussetzung sfiir die Einberufimg der Kenessio Gedaulo ist die Abführung der Kopfsteuern für das Jahr 5688 durch die Landesorgdnisation zur Feststellung des wahlberechtigten Mitgliederkreises bis zum 1. Nissan ds. Js. '* Rabbi nischex Rat. Der Zentralrat beauftragt den G. 2t., alle Mittel anzuwenden, um eine entsprechende Funktion des Rabbinischen Rates und insbesondere dessen häufigeren Zusammentritt im Sinne der Satzungen zu ermöglichen. Besonders wird der G. A. beauftragt, für die eheste Bestellung eines mit der Leitung der Agenden des Rabbinischen Rates zu betrauenden speziellen Sekretärs Sorge zu tragen. Der Zentralrat drückt Herrn Oberrabbiner Fürst in Wien besonderen Dank für seine Bemühungen in dieser Richtung aus. Organisation. ' Der Zentralrat überweist-den ihm vorgelegten Organisationsplan, der M' seinen Einzelheiten nicht genügend durchberaten werden konnte, dem G. A. zur Beratung und möglichst umfassenden Ausführung. Au lim. Der Zentralrat nimmt von den bedeutungsvollen Anregungen und Vorschlägen des Referenten Dr. Nathan Birnbaum mit lebhaftem Interesse Kenntnis und beauftragt den G. A., zu erwägen, ob und in welcher Weise die Grundgedanken Dr. Birnbaums im Rahmen der agudistischen Organisation evtl, für einzelne Länder, verwirklicht werden können. Jugendorganisationen. Die vorgelegten Leitsätze, betr. Regelung der Beziehungen der Jugendorganisationen zu den Landesorganisationen und zur Gesamtorganisation, werden ihrem Grundgedanken nach genehmigt. Der G. A. wird beauftragt, unter Berücksichtigung der in der Diskussion geäußerten Abänderungswünsche, sowie nach Anhörung sämtlicher beteiligten Landesorganisationen und unter Zuziehung der Vertreter der Jugendorganisationen die Leitsätze nochmals durchzUberaten und alsdann endgültig in Kraft zu setzen. G e m e i n d e b i l d u n g in P a l ä st i n a. Der Zentralrat spricht, der palästinensischen Agudas Jisroel, dem Waad Hair Aschkenasi, und insbesondere ihrem verehrten Oberhaupt, Rabbi Chajim Sonnenfeld, den wärmsten Dank aus für den in jahrelangem, schwerem Ringen erfolgreich geführten Kampf für die Selbständigkeit der Orthodoxie in Erez Jisroel. Der Zentralrat spricht den dringenden Wunsch aus, daß die selbständigen orthodoxen Lokalgemeinden im heiligen Lande einheitliche seien und alle orthodoxen Juden umfassen, die aus religiösen Bedenken dem Waad Leumi nicht angehören wollen. Der Zentralrat erwartet daher von der Leitung der bereits bestehenden organisierten orthodoxen Gemeinde in Jerusalem (Waad Hair Aschkenasi), daß sie die äußersten Anstrengungen machen werde, um sowohl die jetzt neu gegründete „Adaß Jisroel Hacharedis" als auch alle in- Betracht kommenden Kreise in einer einheitlichen orthodoxen Gemeinde zu vereinigen. Leitsätze betr. Agudas Jisroel- Jugendorganisat tonen. la. In jedem Lande.ist — vorbehaltlich der Zustimmung des rabbinischen Landesrates — eine Jugendorganisation zu errichten, die die einzelnen Jugendgruppen zusammenfaßt, neue gründet und ihre Tätigkeit regelt. lb. Aufgabe der Jugendorganisationen ist die Gewinnung der Jugend im Alter von 10 bis 24 Jahren für die religiösen Ideale des Thorajudentums und für die agudistische Gemeinschaftsidee^ 2. Die Jugendorganisation untersteht der allgemeinen Aufsicht der Landesorganisation, die ihre Rechte durch drei ln den Vorstand der I. O. zu entsendende Vertreter ausübt; ebenso entsendet der Vorstand der I. O. drei Vertreter in den Vorstand der Landesorganisabion.! I I | f. ■; 4 I! ll i .1 { «V f 1 7 l k f 4