Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 69 (1928)
- Issue
- Heft 1 (5.1.1928)
- Date
- 1928-01-05
- Page
- – (sequence 14)
- Language
- German
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«ett- 2 Nr. 1 Der Israelit 5 Januar 1928 Freudigkeit. Und wenn wir den Vorsitzenden des Frankfurter O. V., Willy Hofmann, be sonders erwähnen — und auch hier unserer innigen Genugtuung über die Widerwahl dieses frommen, ehrlichen, von besonderer Verantwortungsgefühl getragenen Mannes Ausdruck verleihen — so gebührt der gleiche innige Dank seinen Kollegen und auch den jugendlichen „Hilfsarbeitern", die unermüdlich, mit wahrer nnaw ms» bwam Werke waren. Und er gebührt vor allem auch Siegmund Stein, der die Tagung so schneidig und ]n leitete, wie er seit zehn Jahren eben jede Agudatagung leitet. Und auch der Frankfurter Polizei gebührt Dank, daß sie, wenn auch nach langen diplomatischen Verhandlungen, die unser Außenminister Fritz Strauß führte,-Jacob Rosenheim in den Vortragssaal ließ. So verlief diese ,to:d in jeder Beziehung schön und harmonisch, inzwischen beschloß die Zentralratssitzung in Berlin die .toid- Diese möge im Zeichen jener stehen: im Zeichen der niL» nnaw die die nraw auf die Menschm zaubert und sie zu hingebungsvollen Dienern Gottes und Seiner,nmn erhebt. W. S. I. Die Woche. Eine Reife der Wiener Aguda-Jugendgruppen vom Frankfurter Bundestag nach Wiesbaden und Worms. Wer den Bundestag der Agudas Jisroel Jugendorganisation in Frankfurt a. M. miterlebt hat, dem wird so manches aus dem Programm noch lange in angenehmer Erinnerung bleiben. Wie wohlorganisiert war doch schon' der Empfang der Gruppen aus den verschiedenen Städten Deutschlands und des Auslandes dank der verdienstvollen Vorarbeit des „Agudoh-Verkehrsministers". Dieser „jüdische Eisenbahnfachmann" hat sich aber auch nach der Tagung sehr bewährt. Alle Bekanntmachungen über Ankunft und Abfahrt der Gruppen usw. am schwarzen Brett wurden rechtzeitig ausgehängt. So konnte man u. a. auch lesen: Gemeinsame Fahrt nach Worms am 27., Treffpunkt 8,15 Uhr am Hauptbahnhof, Rückkehr gegen 21 Uhr, Und eine stattliche Zahl von Teilnehmern, fast durchweg Wiener, Budapester und Prebßurger hat an diesem Ausfluge teilgenommen. Noch in vorgerückter Abendstunde des Montags hatte der „O. V.-Eisenbahner", Führer für Wiesbaden und Worms bestimmt und war selbst am Dienstag morgen am Bahnhof, um allen 40 Teilnehmern ermäßigte Fahrkarten zu besorgen und dem Wiesbadener „Cook" die ganze Gruppe anzuvertrauen. Dieser hatte zunächst nichts Eiligeres zu tun, als genügend Plätze für die Fahrt schnell vor Abgang des Zuges beim Stationsvorsteher zu bestellen. Man war freudig überrascht, als man gewahrte, daß der freundliche diensttuende Beamte Wagen 2. Klaffe anwies. Der Reiseführer, der während der Fahrt den Dienst eines „Kondukteurs" versah, indem er von Abteil zu Abteil lief, um das Fahrgeld zu erheben, konnte feststellen, daß er es nicht nur mit einer Reisegesellschaft 2. Klasse, sondern mit?echt jüdischen jungen Leuten „erster Klasse" zu tun-hatte..'ns. ■ \ * In Wiesbaden angekommen, machte sich/.die Gruppejunger Damen und Herren auf, um die Stadt zu besichtigen, soweit es die Zeit bis Mittag erlgubte. ^..An' den Stufen des neuen Museums würden darin gMemsame photographisch« Aufnahmen.gemacht "und so hie Teilnehmer dieser interessanten-Fährt im Bilde feftgehalten. Als man das weltberühmte Wiesbadener/Kur-. Haus anfehen wollte, erlebte man die zweite freudige Ueberraschung. Dank der Freundlichkeit des Kurdirek- - vtö¥5:. dürfen •; alle: Teilnehmer ttej prachtvollen Rgume des Kurhauses unentgeltlich besichtigen. '' Za - sogarnoch mehr! Als eine Abordnung der Wiener Agüdoh mit dem Wiesbadener Führer sich nachher zum Kurdirektor führen ließ, um sich für seine Zuvorkommenheit zu bedanken, ordnet« dieser an, daß 'die Gäste/ auch den Kochbrunnen bei freiem Eintritt besichtigen könnten. Man freute sich am Genuß des zwar heißen aber salzigen Kochbrünnens nur insofern, als man seit dem^ frühen Morgen zum ersten Male wieder etwas Warmes in den Magen bekam. Die" Kurkapelle^. die gerade ^-in den Wandelhallen ihre Weisen hören ließ, schien ganz alleine für die lieben Wiener zu spielen. : 1 Um den Zug nach Worms zu erreichen, trennte man sich, wenn auch ungern, vom schönen Kurviertel, und ging langsam durch die Stadt zum Bahnhof. Der-südifche Wiesbadener „Cook" richtete es noch so ein, daß Man an dem „Backhause" vorbeitam, wo es auch koschere Brötchen gab und rasch war der Laden mst den jungixn Leuten angefüllt, die „frische Semmeln" für den Weg 'mitnehmen wollten. Am Bahnhof wurde die 40-köpfige Gesellschaft von einem in Wiesbaden lebenden Länds- Mann herzlichst begrüßt und dann dem Wormser Führer 'lühergeben. Der ^Wiesbadener Führer"^'yerabschiKdete sich am Bahnsteig von dem ihm liebgÄvorden'ett Fveün- ..Pen, überzeugte sich davon, daß die bestellten Abteile auch reserviert waren und konnte bei Abfahrt des Zuges gerer Ansprache den Dank insbesondere den österreichrmit Befriedigung feststellen, daß die Wiener in guter scheu Delegierten und Gästen aussprach. Alles an diesem Stimmung den selbst-eingerichteten „streng koscheren . Abend war auf Herzlichkeit und Innigkeit gestimmt. Man Speisewagen" eifrig benutzten. Nach einstündiger Fahrt kam die ganze Gesellschaft vergnügt und munter in Worms an. Die Stadt machte einen etwas düsteren Eindruck, der schon auf die ehrfurchtsvolle Stimmung hinwies, den unsere Freunde beim Betreten des ältesten deutschen Beth. hachajim empfanden. Es war ein bewegter Anblick, wie manche der Teilverabschiedete sich in später Abendstunde mit einem herzlichen ''bvb v2/iirx. Ziehung der Keren Hathora-Lotterie. Die Ziehung der Keren Hathora-Lotterie, die am 25. Dezember stattfinden sollte, mußte verschoben werden, und zwar mit Rücksicht auf'den Beamten, der nach Staats- Führung ihres „Biebricher jüdischen Cook" für Worms, der seine Sache ausgezeichnet machte, den Weg nach der alten „Raschistub".an. Schade, daß die Stimmung unwillkürlich gedrückt wird, wenn man sieht, wie die modernen Einflüsse sich auch schon hier bemerkbar machen. Die Stube selbst ist pietätlos geworden durch einen neuen Farbenanstrich und in der alten Synagoge ist die moderne Orgel nicht zu übersehen. Der Schammes brachte das „Rothenburger" Sefer vor die Schul, wo es von den Wienern eingehend studiert wurde. Nachdem sich die ganze Gesellschaft in das aufliegende Kedenkbuch eingezeichnet hatte, und die interessante Mikweh besichtigt hatte, trennte man sich ungern von der Stätte, die allen Teilnehmern durch ihre jüdische Denkmäler unvergeßlich bleiben wird. Am Abend kam man pünktlich um 9 Uhr wieder in Frankfurt an und besprach noch lange alle Eindrücke der schönen Tour. Allen, dei zum Gelingen und Führen beigetragen-haben, ein herzlicher Jejascher kauach, den Wienern nochmals die besten Agudagrüße. L. D. üä war ein oewegier A,nvua, wie manme ver -veir- ■ natair ,,, snv u ' '' ' //.'V—' . neljmer Ifillotf, faflten und einige unter dtm Eindruck *ni> des Ortes sogar Tränen vergossen. Nach ausführlichen^r emsenden Erlkärungen des sovie! hedkäische Kenntnis -eigenen ^-Z-°hung ^ndÄ nun Drens tag de NIL mchtjüdifchen Friedhofswächters trat die Schar unter b,"annt*gegeben ' öas m iwcfcr ©teile Wir erinnern noch einmal daran, daß der Preis eines Loses 1 Mark beträgt. Als Hauptgewinn ist eine tom* plette T a l m u da u s g a b e im Werte von 600 Mk. vorgesehen, als zweiter und dritter Gewinn eine komplette Misch naausgabe, ein Hirsch-Pentateuch, eine Megillo, leine Schabboslampe. Ferner kann man gewinnen: Tallis, Tatschermeffer, eine Menorah, Kidduschbecher, Esrogbüchse und. Hawdoloteller. Etwa 20 gute Bücher kommen außerdem zur Verlosung. Im Ganzen sind in der Urne 40 Gewinne im Gesamtwerte-von 1050 Mark enthalten. Der Restbetrag fällt dem Keren Hatorah zu und wird zur Unterstützung von Jeschiwoths und anderer Lehrhäuser in der ganzen Welt, vornehmlich in Deutschland, verwendet. So weit vorrätig, sind Lose noch bei Herrn Karl Zuntz, Börnestraße 26, zu haben. Nur wenige Tage trennen noch von der Ziehung. Wer sich feine Gewinnchance und seinen Anteil am guten Werke noch nicht gesichert hat, der versäume nicht, es in diesen wenigen Tagen zu tun.. -; .... Generalversammlung im Ulekor Chajim-Verein. Wir machen nochmals darauf aufmerksam, 'daß die diesjährige Generälversammlung kommenden Sonntag, den 8. Januar, nachm. 5 Uhr im Vereinslokale stattfindet. Neues aus der Agudas Iisroel Jugendgruppe. In - der dieswöchentlichen Freitagabend-Veranstaltung sprechen die Herren Lehrer H. Reich und Fritz Stern. Es wird darauf hingewiesen, daß die Sprechstunden des Angestellten-Äusschuffes wieder regelmäßig in. unserem Vereinslokal Schwanenstraße 12 stattfinden. Vom Liwjath Ehen. Die S a b b a t v o r t r ä g e, die zweimal im Hörsaale nicht abgehalten werden konnten, finden nun regelmäßig im Hörsaale Friedberger Anlage 4.15 Uhr nachmittags (int Anschluß an nroa». statt. Eine Stiftung für die Hoffmannfche Jeschiwa. Zum Andenken an seinen Vater, den wegen seiner: hervorragenden Thoragelehrsamkeit und seines unermüdlichen und erfolgreichen Wirkens im Dienste des gesetzestreuen Judentums unvergeßlichen L a s s a r Mainz b"xr hat Herr Hugo Mainz aus Hamburg der unter Leitung des Herrn Rabbiner Dr. Jakob Hoffmann stehenden Rabbinischen Lehranstalt „Jeschiwa" eine hochherzige Stiftung gewidmet. Er hat einen Trakt des Mainz'fchen Fämilienhauses Uhkandstraße 46, in dem fein Vater viele Jahrzehnte seines dem Thorastudium zugewandten Lebens verbrachte, und -in dem auch ein Lernverein (Schaß- Chewrah) untergebracht ist, der Rabbinifchen Lehranstalt mit der Bestimmung geschenkt, daß ein Teil des Unterrichtsbetriebes in diese Räume verlegt werde. Durch diese Widmung wollte Herr Hugo Mainz, das von seinem Vater geerbte Haus der Pflege und Verbreitung von Thorawiffen erhalten. Die Uebernahme und Einweihung erfolgte am 28. Dezember 1927 no n im Rahmen einer schlichten aber eindrucksvollen Feier. Nach dem. ^Lerndni" ergriff Herr Rabbiner Dr. Hoffmann das Wort und würdigte anknüpfend an ein Midraschwort zum laufenden Wochenabschsiitt den Entschluß des Spenders in.diesem Haus, bas in vergangenen Tagen nicht 'nur eine Wohnstätte, ech N7'7 sondern auch ein Heim der Thora, ein tv ms n-nvb' war, auch in Zukunft eine blühende Pflanzstätte d«s Thoraftudiüms zu schaffen. ' // J.T.V. Michael Moser Mainz b"w- Eine neue Stiftung für die Israelitische Religionsgefellfchaft. Herr und Frau Albert Plainz haben anläßlich der goldenen Hochzeit ihrer Eltern das früher von Herrn Jacob S. Vyfen bewohnte Haus Fichtestraße 5 ermorbpi. und. es der SynagogtngeWind^' „Israelitische ReMdnsgesellschaf^ zur. dauernden Ekhatzün^ 'als^Stiftun'gdhaus übergeben. Die Räum« des Häüsed, in dem Jahrzehnte käsig eifrig -Thorä..gelern^-:d''Üel«M tsiurde, sollen auf diese Weise auch in allbr ^.'öunf^jüolfchen Gesamtheltszwecken dienstbar g-ema'-/-werden. ' AbfchiÄksfeier in der ^dy-JugenÄgruhpe.. Der Delegiertentag der agend war zu! Ende.gegangen. Den Dienstag nutzten die Delegierten aus, sich unter rung .die. altenjüdischen Herligtümer in Frankfurt, rn Mamzi sind in- Hr -Stadt . Rafchis- ^isi' Womis^ääzu- - eh'en, - utsi die ältesi und ältesten Quellery 'äü-s' denen jüdische Jugend schöpft, aus eigener Anschauung kennen zu lernen. Dienstag abend waren die jungen Freunde zurückgekehrt isi die Stadt, die ihnen so viele Anregung geboten hat: Mittwoch früh war dem/Zuge nach Südost der Sonderwagen angehängt, der die Gäste in corpore heintbringen sollte. So versammelten wir uns am Dienstag -abend noch einmal in den Räumen der Agudas IM. roehi Schwanenstraße, zu.einer duiche des gemütlichen, Beisammenseins. Wehe Abfchiedsftimmung mischte sich mW frohen Töne, die has -Erl^te MWort und Gesang siriedergaben. Die Jugendgruppe^ats' Gastgeberin hätte in angemessener Weise Für^SpLi.se.^pnd,Trank gesorgt unh-ein Dozent der Aguda,, spnrch cherzliche Worte der LiE, des«Dankes und des. AUchMes än die sängen Freunde, zum größten Teile aus Österreich und Tschecholochhkei. Wn kleineren Teile aus Holland, der Schweiz uno DeutManb — die meisten deutschen Delegierten waren bereits ahaereist. Vonz. Vorstand der Jugenharuppe iprächen die^Herrm Rechtsmtwalt Martin K .a.tz und Samuel R 'o f enh e i m > die Gaste selber sasigän chassidische Lfeder und Weisen,, ünd wir bemühten uns mid einigem .ErfotgeAes 'ihneMuachzulsiachen. Ein beHdter.Dolmetsch^ ' hrer Gefühle war Herr Siern aus Wien, der in län- Werbeschaulurnen des Der. „Jüdische Turn«rbund E, V. Frankfurt ä.. M." lädtsWeiMneWMfieW./. SreWde.unWGönner, tsisbesondere die Eltern und Erzieher seiner jugenÄiWsi'Mitglieder zu seinem am Sonntag den 8. Januar l928, nachmittags 4 Uhr im Festsaal der Herderschule Wittelsbacher Allee 6 stattfindenden Kinder-Werbefchauturnen häflichst ein. Er bietet durch diese Jugendfdnderveran.staltung allen an der Erziehungsarbeit junger juMcher- Menschen interessierten Kreise Gelegenheit, einen^ Einblick in seine intensive Bereinstätigksit zu gewinnen. ' Eintrittskarten zum Preise von 30 PW und 60/Pfgzu haben bei: PH. Heinrich, Mainftr. 23,, Bäckerei ,Lem, Hanauerlandstr., Milchhandlung Rothschild, Sänoweg 6- Ferner bei den Mitgliedern und an der Kaffe. Gesellschaft für Jüdlfche Volksblldung. e. Am Samstag den 7. Januar spricht Dr. E man um 8.30 Uhr (20.30 Uhr) im Bolksbildi Zimmer V, 1. über: „Die jüdischen Ereignisse d Zeit". . Schalem Alechem-Klub. Her.Schalem Alechem-Club, FrankftHa. staltet am Sonntag den 15. Januar, in. sämtlichen/Räumen dex^Loge Carl, Mozartplatz 26 sein 3. Stiftungs- Fest, verbünden Dmem Mstma