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Der Israelit · 1927-12-29 · Heft 52 (29.12.1927) · page 15

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Journal
Der Israelit
Volume
68 (1927)
Issue
Heft 52 (29.12.1927)
Date
1927-12-29
Page
– (sequence 15)
Language
German
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W SiWbN IM D 11 Di rot 111 Nr. S2 Sette 3 höflichst ein. Er bietet durch diese Jugendsonderveranstaltung allen.an der Erziehungsarbeit junger jüdischer Menschen interessierten Kreise Gelegenheit, einen Einblick in seine intensive Vereinstätigkeit zu gewinnen. ©tntrütsfcrrfen zum JfSreife oott 30 Pfg. ttnb SO Rfgzu haben bei: $e!nrtc|, Uainfir. 23, SSäier-ei ßeöi, Hanauerlandstr., Milchhandlung Rothschild, Sandweg 6. Ferner bei den Mitgliedern und an. der Kass. Am Montag den 2. Januar beginnen unsere sämtlichen Kurse (siehe. Vereinskalender) wieder. ~ 5fet(enoecmiff(un$. . Der Arbeitsnachweis &¥ Wsiblichm Fürsorge, LanMi straße 30, 2/teilt uns mit, daß er von jetzt ab seine Sprechstunden für Lehrmädchen nur noch jeden Donnerstag, von 3—5 Uhr ab halten wird. Gleichzeitig bittet her Arbeitsnachweis alle Arbeitgeber um Unrneldung vor» Vakanzen gleich Är^deson^s von ßeijrfMlfi und Heimarbeit. Amlsjubiläum. Herr Siegmund Stern, Schlötzstr. 5, feiert am 8. Januar 1928 fein 25jähriges Dienstjubiläum lüs MWWWMkk m m mnnm isstr.» Schloßstraße. Der treue Beamte erfreut sich allgemeiner Beliebtheit. < Napoleon und die Arankfurker Juden. — Ein Dokument. Baron-eß Cdmond de Rothschild hat dem Archir» der S u b i f rf) « n © -e m e t tt ho » o n F r « n k - für! d!k §r!g!n« öön &e« Frankfurts an Napoleon!. übersandten Ode überwiesen. Die Ode hat die folgende Ueberschrift: Frankfurt, 24. Juli 1807. Ode an Seine Majestät Napoleon den Großen, Kaiser von Frankreich und König Äst iii Ji l' MW ' ALE MEaus Anlaß feines Durchzuges durch die Stadt. Der Text ist hebräisch; eine französische Uebersetzung ist beigefügt. ,; Kuranstalt für Israeliten Lad Soden a. T, Die Äsraefttische Äuronstolt fut ÖUltfl<lt= Utti AsthMakranke in ^ad §o^en a. §. ist Wüters unverändert geöffnet, Anfragen können an die Anstalt oder an Herrn M. Tannenbaum in Frankfurt a. M., Oberlindau 36, gerichtet werden. «Ort". Ite „Qrl" U? LZfMsst gu? WköekUW Ms lii werks und der Landwirtschaft unter den Juden wird uns geschrieben: Am 8. Dezember 1927 fand in Mannheim, im Haufe des Herrn Louis Meyer-Gerngroh, ein sehr gut besuchter jBortragsabenb statt, an hem der ©eneralsskretär her Ädl. Traub, über „Jüdische Wrederaufbauarbeit in der Werk- . stätte und auf dem Felde" sprach.. Dem Vortrage folgte eine anregende Diskussion. Am 12. Dezember 1927 veranstaltete die U. O. B. B.-Loge in Heidelberg einen Lichtbildervortrag von Dr. Vtichrrel Txaub über „Neue Forjüdischen SOtiirtJclja^islebens ln Sften ro pa^. ßjirtlei» tend betonte der Vorsitzende der Heidelberger Loge, Herr Rechtsanwalt Dr. Hermann Müller, .die Tragweite des von der „Ort"-Gefellschaft geleisteten Aufbauwerkes und forderte die Anwesenden zur tätigen Mithilfe auf. Herr Dr. M. Traub enirvars ein ansc^uuliches Bild des jüdi- Mn'"'WrWastslcörns in ö-en ostturvxaMm vor und nach dem Kriege. Nach dem sehr beifällig aufgenommenen Vortrag sprach Rabbiner Dr. Hermann Pinkuß in warmen, eindrucksvollen Worten über die große Bed-sutung des vom „Ort" geförderten Umfck>ichtungsprogesses aü chsür das Sttlwlnm «nt den deutschen Juden obliegende Pflicht, die „Ort"-Tätigkeit in Deutschland nach Kräften zu unterstützen. Das Komitee hat eine Mtgliederwerbungsaktion für die „Ort"-Gefellfchaft in . Heidelberg übernommen. Im Anfchlnß an die Bortröge in Heidelberg und in ^Mannheim fat Lr. Srauf» eine erfolgrel^ SäMÄÜZÜkSkk Zuch tkl Karlsruhe eingeleitet. In Frankfurt ä. M. hat sich ein aus den namhaftesten Vertretern verschiedenster Richtungen bestehendes. Jnitiativ-Komitee der. „Ort"-Gefellfchaft gebildet. Zum 50. Todestage Rabbi Samuel Vondi's (Schluß.) Mainz, 12. Dezember. Ein Gottesgebot, dem sich der teuere Heimgegangene mit ganz besonderer Vorliebe hingab, WM tzss Ssr BkMMMg: Die Zahl ^rerf die er in den Abrahams-Bund ausgenommen, beläuft sich aus Tausends Während 67 Jahren hat er dieser Mizwah mit der größten Aufopferund, Sorgfalt und HtNtzebung obgelegen. Als MH mdDt siOmzOnjähuM Mngttng hat er Das mit begonnen, und noch zwölf Tage vor. feinem; Hinscheiden, Montag 12. November, hat er mit ungeschwächter Kraft, Gewandtheit und Geschicks lichkeit einecBeslMkikrunL 8M68kil. , ^. i Man kann jedoch nicht sägen, daß ihm irgend eine Mizwah teuerer oder lieber gewesen als eine andere. Als in den trübsten Zeiten des israelitischen Gemeindelebens zu Mainz die Chebrah Gemiluth Ehassadim, die Beerdigungs-Brüderschaft ihrer Auflösung entgegenzugehen drohte, da war er es, der sie in Verbindung mit seinen obengenannlen 8reün!en reörgan!ster!e. Bis iäljiH hatten die sich davon zurückgehalten. Eine Mizwah, die oft Nachtwachen und andere große Zeitopfer erforderte, konnte auch durch Ungelehrte besorgt rverden. Als aber Rabbi Sarnusl sah, daß diese große und heilige Ausgabe ber Vernachlässigung anheirNfiel, da nahm er sich ihrer mit aller Energie an! Und mit welcher Sorgfalt Hat er diese heiligen Pflichten geübt! Wie manche MU Ul 6k MM am frantoniager Mbracht, wie hat er noch als hochbetagter Greis in Wind und Wetter, bei Kälte und Schnee oder im glühenden Sonnenbrand den ziemlich entfernten Weg nach dem Friedhof nicht gescheut, «K-ZÄM - MM« Richtung oder bürgerlichen Stellung — die letzten Liebesdienste zu erweisen! Mehr als vierzig Jahre lang war er als nna ■»"»TT für bis Annen des heiligen Landes ein eifriger Sammler; bei jeder Seerbigung gab er '"rn nisv um nachher dafür einen Beitrag für die Armen zu erheben; auch bezog er von vielen hiesigen Israeliten bestimmte Beiträge zu dem pnannp ZjM unD zog ooo Ust, Ullllßo m sogenannten Challoh-Büschen ein. Wer aber die Größe und Heiligkeit des Unvergeßlichen so ganz erkennen und bewundern wollte, dev mußte ihn im Gebete sehen, namentlich m den heiligen Tagen, am Äeuja^rsunS Versöhnungsfeste! Als Vorbeter in der Synagoge an den genannten Tagen wußte er die herrlichen Gebete mit so innigem Verständnis und in iojrnmfmMr Mist wmtram; M WkZ (Bemüt bavoti ergriffen wurde, daß die Tränen der Hörer im reichsten Maße flössen, daß sich Jeder ergriffen und zugleich erhoben fühlte. Daß ein solcher Mann als Sohn, Gatte und Bgier müster^ast war, niHi erst gesagt zu werden. Welch eine glückliche Ehe er mit seiner eAen, frommen Gattin führte,, die ihm um 6XA Jayre vorausgegangen, haben wir bereits früher errvährrt. Welche Ehrfurcht, EhrerbiekunF und aufopfernde Liebe er aber seiner Mutter gegenüber entfaltete, das entzieht sich jeder Beschreibung. Dieselbe erreichte ein Alter von 95 Jahren; wiewohl bis zu ihren letzten Lagen im NoWksitzk ihrer geistigen Krastkr hatte sie doch im Atter bte Augenlicht fäst verlören; anä) waren die Sprachorgane nicht mehr ganz wie sie gewesen. Während sie, seitdem die Augen fl^roac^ ^eworÄen waren^ stets auswendig gebetet hatte,' war' ihr' das in' den "letzten' Jahren ihres Lebens nicht mehr möglich. Nichtsdestoweniger bestand sie draauf, alles zu beten, wie sie es gewohnt war. Da war es nun rührend m Mim m MM mmukli sklbst mn kill siebenzigjähriger Greis, wie er, der große Talmudgelehrte, viele Stunden lang täglich in himmlischer Geduld und unermüdlicher Ausdauer der Mutter Wort für Wort sämtliche Gebete vorsagst Mö Mör an ihrem stUkn LkhmZiage es war an einem Rausch Chaudesch-Schachriß und Hallel und Mussaph! Wie ex seine Kinder erzog in Gotteslehre, der Gottesfurcht und der Liebe zu Gott, braucht whol nicht erst ermähnt zu werden. Mt gleicher Liehe und Hingebung war er ben Kindern feiner früh verstorbenen - Schwester zugetan, die ihn wiederum wie ihren Vater ehrten; auch seinen Schwiegersöhnen und S^Hrviegertöchtern und Engeln war er der liebreichsle Vater; ein Jedes durfte sich für seinen besonderen Liebling halten; so war sein Benehmen gegen jeden Einzelnen voll Zärtlichkeit und Fürsorge. Aber nicht allein für M MWkökk stlNkr Fsmiklk hatte kk m him göbösidftö Liebe, sein gkdßes Hekez umfaßte die ganze -Menschheit; wo immer er nuomnterstützen, HWn; retten konnte, war er gern zü' tatkrästiger ^ilfe'bereit^ für JUDen und Nichtsuben^ für alle^ alle. Seine Milde und Freundlichkeit war in unserer Stadt sprichwörtlich geworden» Dagegen war er^da voll Feuereifer und Strenge,'wo er fürchtete, daß irgendwie die Religion bedroht wäre. * Und wenn wir nun das Gesamtbild des reichen Lebens des teueren Mannes überblicken, so mü?§en wir noc^ eine Tigen^äst welche die Krone all seiner unzähligen Vorzüge war: unbegrenzte Bescheidenheit und Demut. Der Verfasser des Chobath Halebaboth macht daraus aufinerksarn, daß es Zrvslsrlöl Vöscheidsnhsit gibt; eine echte- und eine gemalte. §s gifel mefe üeule, die höchst bescheiden reden, aber voll Anmaßung und voller Ansprüche sind. Die echte Bescheidenheit bewährt sich in den Taten und im Benehmen M MlWllr s!6 ist LurAüs anfpruO|i[o@ unD selbstlos. So war die Demut Rabbi Samuels. Wir wollen nur weniges anführen. Solange der obenerwähnte Rabbiner, Rabbi Löb Ellinger, lebte, paßkente er keine Schaaloh, selbst nicht in stinem eigenen fällst - $U 8IMIisihS85W3ltung einen neologen Rabbiner berief und er gezwungen war, die mnin zu übernehmen, tat er dies nicht eher, bis er von den Rabbinen Dr. Auerbach in Dannstadt und Varnbsrgsr in Worms nmin mnn Derföafjt;|aik 8er Sehers schrieb: „Einer in den weitesten Kreisen als großer Gelehrter berühmter Mann verlangt von mir, daß ich ihm feine Fähigkeiten zum Lehren bepp »ltts & mm |iiifliiipi; hgß Bit gBiiiif am Himmel steht und die Welt erleuchtet? Da er es aber wünscht, so fühle, ich mich verpflichtet, seinem Wunsche zu willfahren üsw." Die Vöschsidsnhsit Rabbi Samusls hatte etwas kindlich?1uhven^es; er!faüe gar öas Bewußtsein seiner großen Vorzüge nicht. Alles, was er tat, hielt er für selbstverständlich, für unabweisbare Pflicht. Weil di^ Allmacht Gottes ihm MZ nrnnwärtw mr: Mt n W Wst för »nenbüä) klein und unbedeutend. Diese Gottinnigkeit war es wiederum, die ihn emportrug, die ihn aufrecht erhielt in schweren Stürmen, von denen sein Leben, namentliche in der Blüte seiner hatte ihm Gott ein glückliches Alter verliehen. Geistig, körperlich gesund und kräftig, sah er seine Kinder und Enkel in demselben Sinne und Geiste leben und rvirken, in rvelchern er gelebt und gewirkt hatte, das Gtubiam anV fci? Beachtung der Gotteslehre als ihr höchstes Ziel betrachtend. Vor drei Jahren war es ihm vergönnt, sein großes talmudisches Werk „Tor SaöaB" DurrD Bkü KrllS W kkröffksittiAm 2s? in den weitesten Kreisen seine Anerkennung fand. An den jüngstverslossenen hohen Festtagen hat er noch in der Synagoge vorgebetet; am Simchas T^ora in ungesc^wäc^ter geistiger Regsarnkeit, wie'j'eve's Jahr,'einen piipulisMM Vortrag gehalten. Selbst in den letzten acht Tagen seines Lebens, als die körperliche Schwäche überhand nahm, hat er nicht eine einzige Mizwah, nicht killk Lkrsgjk LkrsMMi. Am 'zmü MMWH Wajischlach hielt er noch die vorgeschriebenen drei Mahlzeiten, sprach am Eingänge Kiddusch, am Ausgange Habdala und segyete, wie er es stets getan, seine Kinder und Enkel. Um 8 Uhr abends r'B* efflrie m Mir 8W 8ik AllstLstmZ llLO in der Nacht erfolgen würde. Um 8.30 Uhr ließ er sich Wasser bringen, wusch sich die Hände und betete mit großer Andacht das Nachtgebet und das Sündenbekenntnis. Dann verlangte er zu Vktte zu Men mrä Qis er ausQiJtrettt auf feiner Lagerstätte lag, schlief ex-.sanft ein, ohne den geringsten Todeskampf, während sämtliche Mitglieder derrr^7prri2N'die üblichen Gebete betend, sein Lager umstanden, irm npb ra Er ist nicht mehr da, Gott hat ihn'gu sich genommen." Ueber die große Teilnahme,^ die sich beim Leichenbegängnisse von allen Seiten kundgab, kjllbM wir schon früher berichiki. Die Lütte, Die durch das Hmfcheiden des Edlen in unferm Kreise gerissen, ist unaussüllbar. Allein cmn'va v'pNL v"N v'i-ij? die Frommen sterben nicht-; sie leben Wst 'tzißMöen fsn; ihre L«ttn MS Sie &nrr gungen, die sie gegeben, wirken unsterblich weiter' iw» -

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