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Der Israelit · 1927-12-29 · Heft 52 (29.12.1927) · page 6

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Journal
Der Israelit
Volume
68 (1927)
Issue
Heft 52 (29.12.1927)
Date
1927-12-29
Page
– (sequence 6)
Language
German
Belongs to
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Sette 6 Nr. 52 Der Israelit 29. Dezember 1927 welcher der Bürgermeister und die leitenden Behörden vsr ^aileilichkeit ge^ie^en roerVen. Der SSttf^e-nmtfiep Egn lieg sechs GenSllkMn in den Sitzüttgssöal kommen, die Rozvanyi die Erklärung entrissen und ihn selbst für verhaftet erklärten. Die Beratung verlief resultatlos, da weder bezüglich der für die Exzesse verantwortlichen MiSMsoilkü noö). Dir. zu UßjstzOkn ZAMßsWßs eine Klärung geschaffen würde. 1\ü Volksabstimmung über bas Mrgerschaflsgefetz. Riga, 21. Dezember. Bekanntlich haben die reaktionären Parteien Lett lands ehre Wühlarbeit gegen das vom lettländifchen Parlament angenommene Gesetz, welches u. a. während des Krieges nach dem inneren Rußland deportierten und nach dem Kriege nach Lettland zurückgekehrten Juden die lettländische Bürgerschaft verleiht, begonnen Aus Anffgg Mt MMnmu M in SW WH in ganz Lettland eine Volksabstimmung statt, die ent scheiden sollte, ob das Gesetz in Kraft zu treten habe An dem Referendum beteiligten sich im ganzen etwa 200 000 Wähler, fodaß die Volksabstimmung negativ endete und das vom Sejm angenommene Gesetz in Kraft tritt. Briefe aus Palästina. I. Was bedeutet dem orthodorenÄude» Palästina? — Die neue Situation des Misracht. Jerusalem, 27. Nov. Äeist örHö^öxen 3Äen mü\\tn itc oalrllctajlllfen Probleme den ideelljüdischen Problemen nachstehend Zu allen Zeiten des Galut hat es die Juden nach Palästina gezogen: jedoch es war die Thora, die sie immer mit W Mi Wik Mik «M w Sir W zi! rt men, in der Gott Abraham, Isaak und Jakob erschien um in der Natur zu leben, in der Davids Dichtergenie und Salomos Weisheit zur Entfaltung kamen, um der G8M Mi Zmßli auf dr« Msz Ark natzr zu srm um in dem Lande prophetischen Schavens nach tieferer Gotteserkenntnis zu streben, hat es stets die Besten Js raels aus dem Galut nach Palästina getrieben. Für die Thora haben Millionen des jüdischen Volkes ihr Leben geopfert, wegen der Thora ist Palästina vor zwei Jahr taufenden zur Wüste geworden, und nur mit der Thora werden Palästinas Fluren wieder dem jüdischen Volke blühen. A MPW M» R iB M WMMkk trotz der Balsourdeklaration des 2. November 1917 bis her mit so vielen Schwierigkeiten zu kämpfen hatte. Weil die moderne zionistische Bewegung eben modern ist, weil Wr WM W» M M i|FS NPM U W ffll der Thora orientieren, weil der neue Jischuw sein seeli sches Gpräge nicht von der Thoraformen läßt, sondern Willkür ihn leitet, —herrscht auch Willkür im sozialen Aufbau n»p -px mvt ra uü- Leider hat die orthodoxe Judeuhert keinen einheitlichen Weg in der Befolgung ihrer Politik. Darum ist sie auch in der Palästinaarbeit gespalten. Der eine Teil hat sich unter dem Namen Misrachi in der Zionistischen Bfppiffl; «MWWWWM MM unter dem Namen Agudas Israel konstituiert. Der Verlauf des jüngsten Ziöstistenkongveffes hat nun den Misracht vor «ine neue Situation gestellt, da man irr m miMfäff wmm nm miedet gewährt und fd seinen Einfluß auf die Handlungen der Exekutive ausgeschattet hat. Noch nie in seinem 25jährigen Bestehen stand der Misrmhi vor einem Faktum von auch nur annähernder UWWMW. Wf 'M Wu Dkp.rre MWHÄ Exekutive in Jerusalem, seit acht Jahren, saß Professor Dr. Hermann Pick als Vertreter des Misrachi in ihr und mußte in aufreibendem, fortwährendem Wachsein als der Bürge fungieren^ der die MisraHj-§ELöL§kll mit den Zionisten Zusammenarbeiten lieg, — doch ttutt hat der Misrachi diesen Bürgen nicht mehr. Doch der Misrachi hat aus der Situation nur die Konsequenz gezogen, einen eigenen Sammelfonds für Um uüQwjin Zwecks m srmHtsn. Zu mlUm Witten ist er sich nicht schlüssig geworden. Dieses Vorgehen entspricht nicht der Sachlage, die «ine Revision der ganzen bisherigen Politik des Misrachi erfordert. Die EütschÄduüg ^über diese Frage ist rvahrUch noch dringender «ls dre über das wirtschaftliche Mchick des jüdischen Auföaus. ' 7 '■ . r . Fntzball. — Auch eine VeiMrnelzung oost Ost und Weg. Zionistische Exekutive und Religio« - Gemeinsame Front' der Lhvratrene»? dim (Arbeiter-Organisation) Sabbat Nachmittag 3' Uhr einen neuen Sportplast eröffne, und daß danach ein Fußball-Wsttspiel stattfinden' werde. Eintrittskarten sind ab 1.30 Uhr an der Kasse des Sportplatzes, zu kaufen Es liegt nahe, daß die Arbeiter ihren weder durch Synagoge ,noch durch Beth Hamidrasch unterbrochenen „Sabbat" als eintönig empfinden und gern Sport an ihm treiben. Vielleicht liegt, obgleich nach dem Din körper lichk MsmgMg wik Imn om MM röDDinlfcD Mlr boten ist, dennoch mancher Sport in dem Rahmen, der eine Sabbat-Entweihung verhütet und entspricht den Wünschen der Arbeiter. Doch diese Arbeiter wollen keine Rücksicht auf den jüdischen Sabbat nehmen,' ihnen ijt der Sabbat kein Anerkennen und kein Gedenken tez Wel tenschöpsers, sondern nur eine Unterbrechung im Beruf. Das alte Lied Israels: „Ich will tun wie die Völker um mich herum" ist auch ihnen Leitmotiv, wahrlich ein MökkwüWZs- Aitmotiv fii* &ai MW WWMgM streben und für das jüdische Aufbauwerk auf. dem-ge schichtlichen Boden der Traditionen des jüdischen Volkes Doch da gibt es eine der Arbeiterorganisation über geordnete Zionistische Organisation, deren Führer mehr Gefühl für Mischss Wesen und mehr Ahnung von jü discher Geschichte haben sollten! Aber gerade die maß gebendsten dieser Führer stehen der Thora wie einem uralten Großvater gegenüber, der einer vergangenen Zeit angehsrt. Etliche dieser Führer haben wohl in ihrer Jugend an den berühmtesten J-schrwoch Rußlands ein hervorragendes Wissen erworben; das hindert sie aber nicht, das gleiche Verhältnis zur Thora zu haben wir dis aus der unwissenden Assimilation kommenden Füy •(; OO 14 < f **• * rer. Auch eine Verschmelzung von Ost und West! Eine staatsmännisch und von durchdacht nationalem Interesse gereuete zionistische „Regierung" dürfte zur Religion freilich nicht einen uninteressierten Standpunkt emehmkn und sich auf UnvcrvMdttchc Sympathie-Ecklü rungen beschränken, wenn sie zu einer Aeußerung ge zwangen wird. Mindestforderungen mühten erfüllt werd-:n! Eine solche Forderung ist die, daß in jüdischen Orten die Sabbäiru^e nach ssEstdstfjsM schen Ehnrakter rrägt. Der Verkauf von Eintrittskarten zu Beranstaltunegn, das Fahren der Milchburschen au' den Rädern, das Hängen von Wäsche in den Gärten sind z. V. solche den Charakter des Sabbat störende LrMmungen. Wo, so muß die Frage an den Misrachi, den diese Dinge besonders angehen, lauten, ist euer von der Zio nistlschön Organisation akzeptiertes Mindsstprograrnm? 8is zum!e8en §ongre^e konnte der Misrachi wenigstens noch sagensein Vertreter in der Zionistischen Exekutive vertrete ein Programm der Mindestforderungen Jetzt aber ist fein Vertreter ausgeschaltet. De? &ira|t |at auf te lefc iongrejjc ffier|an^- lungen mit der Arbeiterpartei selber versucht. Solche Bemühungen können wohl von Fall zu Fall zu Resul taten führen, nie aber Zu prinzipiellen Bindungen, — und solche braucht der Misrachi, men» er seine wertere an «> « >> i«* ...... ... Mitarbeit vük sich rechtfertigen will. Die zionistischen Führer behandeln den Misrachi auch' etzt noch, nachdem er in Opposition gegangen ist, leichthin. Am Schluß des letzten Kongresses erlaubt« sich WklWllmi ßim Mn MiMchl rb| Ä«s« Mftmt N Misrachi hatte aus religiösen Gründen gegen die Waht von Briesländs Einspruch erhoben. Weizmann mußte den Einspruch respektieren, ernannte aber sofort Briesland zum Leiter des Finanzmsssns, das er in der Exevertreten sollen. Schon langst Hatt5 der Msrächi sein Gewicht der zionistischen Leitung gegenüber gestärkt, wenn er nach rechts Rückendeckung genommen hätte, wenn -er sich dek Wllvss H gknWrt ffltti Wie W ÄusWkUWSN Dr. Moses Auerbachs ,Berlin, des früheren Leiters des Palästina-Schulwerks der Agudas Jisroel, im „Israelit" vom 3. Nov. zeigen, würde eine Annäherung des Misrachi auch auf freundliche Aufnahme in Agudas Jsrasl- Irelf^i gü regnen haßen. ..Auf dem letzten Zivnistenkongreß hat der Misrachi «ingesehen, daß er nicht die Miwerantwortung für das Verhalten der Exekutive gegenüber den religiösen Erfordernissen tragen kann, und ist ^e^an^enr - Marter dyc^ diefe-. Datsac^e. für 7 die rep^iös^a ZroMsten' die' -VeMlassung:. fein, zummdesd äuf-.veljgiöslkülturellem Gebietdiel-geistige undsmanzielle - Zusammenarbeit mit ihren! religiösen' Gegnern äufzugeben, um sodie Voraussetzungzu schaffen zu einer gemeinsamen üM> KligiMWM M m MWs M üik ÄD -im heiligen- Lande. - : ' Wir sind uns bewußtz daß durch die. Schaffung dieser Voraussetzung die großen inneren Schwierigkeiten für dis Zusammenarbeit.'aller Thoratreuen noH nicht aus ßer fmh/ .V-NVV getan. Eine Mannigfaltigkeit der thoratvenen Erziehung im heiligen Lande ist nicht nur notwendig, sondern wünschenswert. Diese - Mannigfaltigkeit soll aber nicht °us gegensettiger DiscsuaNsigierussg -beru^ns sorsd^ Anerkettnung des allseitigen guten Millens und vdr allem des gemeinsamen Zieles, Thorawiffen und Thoratreue im heiligen Lande zu stärken." Hiezu sei bemerki: Da der Misrachi sich in seinenr §chulwe?en, hurch das er 6000 Kinder von den nur nationalen zionlstifchen Schulen ferngehalten hat, in religiös-kultureller Hinsicht autonom fühlt, so erscheint 22 fraglich, ob er jetzt für eine radikale Abkehr von seiner Wkrigm GM Der ZiMistMll LsMWliM MMi über zu haben ist. Doch eine scharf umrissene Formulierung seiner Forderungen an die Zionistische, Organisation und eine Anlehnung an die Agudas Israel dürfren die Majorität seiner^ Anhänger haben. Wäre es möglich, her Misrachi und irie -Ägudas Tisroeö ^ch in ihrem Palästina-Sammelmerke^^ vereinigen-, so daß an die gesamte religiös orientierte Judenheit nur sine Aufforderung für den religiössn Aufbau Palästinas erg2hi„ bann würden.VoraussetzunZen ssschaffsn werden,, dis-!>er ge^amlen choralreuen 8uve?.^e!t lies 8ch» duth bringen würden. Praktisch wäre der Idee eines gemeinsamen Sammelwerkes die wirkungsvollste Meibod-s, Uno. ideell .würden von keinem der beiden V.etei-° I!?!R 8e^n?en zu ^egen lein, ^a jcSer oer Eeifcn uEer seine Hälfte des eingegangenen Geldes nach seinem Ermessen verfügen könnte. . eil Gebete um Regen in Palästina. ' Jerusalem, 19. Dezember. Der, Oberkommissar von Palästina, Feldmarschall L 0 x t> t« m e r ( M W H Wll KlkHW Synagogen und Moscheen Palästinas Gebete um. Regen gesprochen werden sollen, da der Regenfqll -trotz der vorgerückten Jahreszeit ausgeblieben ist und das- Land bereits unter der Trockenhekt, leidet.- Die Schulen in Palästina wieder eröffnet. Jerusalem, 16. Dezember. Seitens der Zionistischen Exekutive wird mitgeteilt, WM u mmijiz w%$t* ,&&&!ü:ä Palästina, die unter Leitung der Exekutive stehen, geöffnet worden sind. Die Verhandlungen -mit den einzelnen Gemeinden über die Sicherstellung ihres Anteils- W U AyllllüU m Wlk» MW W NW!. daß sämtliche Schulen wieder in Tätigkeit treten: können, ohne - daß di-^" Exekutive genötitzt ist, die vom 15. Kongreß für Erziehüllgszwecke beMlligte GmMe von 53 000 Pfünb zu nbekschreiten. Dank des Bekvae« flJ-jl-E-t'KV- Kott: m« . » rags Baton Eomond de Rothschilds von 50V DfuW nr di« diesjährige Erziehungsarbeit .ergab sich deine- Notwendigkeit zu sehr stärken Ässdüktiönett des Schul-- werkes. Börr den 1s6 Lehrern, die Mit der Petzründung, W KSkSkll lilWS ih ÄW M Piätz für sie an bell' Schulen sei, wirb allet Mahtschein-- ttchkett nach über die Halste wieder engagiert werden^ Aüch in Del-Aviö' wurden die Schulest nunwehr geöffnet, nachddm eine Eimgung wegen der BeitraSs- AiWntti». Dragödis jüdischer Mandersr. 1 9!^ Ä tz 2 rk , 60. Die Zeitungen meldeten vor kurzem aus Kanadas daß ein Eisenbahnzug, der hauptsächlich von Einwanderern benutzt worden war, auf dem Wege von Montreal nach Toronto mit einet« CSütergug zusammentietz und osrunglülltewodri mehrere Einwanderer, ge» tötet und verwundert worden sind. Wie uns vom Berliner Büro der Gesellschaft Hias-Jca-Emigdirekt" aust eine Anfrage mitgeteikt wird, sind bei dieser Katastrophe

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