Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 68 (1927)
- Issue
- Heft 52 (29.12.1927)
- Date
- 1927-12-29
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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29 Dezember 192? Der 9 « ro Hi t Sk. 52 Seite 5 Th o rastu dium ob li eg en, Heiden zum Tell Ift? *' Mit betont bie Jeschiw«- Leitung/ an ihrer Spitze Herr Oberrabbiner Schrei - .h e r , Her Urenkel des „Chatam Sofer" und Enkel des /,Ketaw Söfer", daß die Preßburger Jefchiwa keine Angelegenheit von Pretzburg oder der Tschechoslowakei oder Ungarn sei, datz sie vltzlmcsir, «ts MnüALttL &il Thora eine Sa che v on Klal Iisroel ist. Nichi .zuletzt in Deutschland und gar in Frankfurt, wo der Begründer, Rabbi Mosche Sofer, ein Frankfurter, vor 130 Jahren bie ersten Impulse |ür die Verpflanzung der Thora nach Ungarn und die Gründung i>er ^Jeschiwa erhielt, sollte man Verständnis für dieses große Werk zeigen. Es ist zu hoffen, daß die Delegation, .aus der Not der Zeit geboren, hier offene Herzen und Dffffl MM in Mn KMskNi 5tf W xtp** «eben und sie zu fördern gewillt sind, finden. Tagung des Zentralrales der Agudas Iisroel. , Berlin^ 28. De^. Nach vorbereitenden Sitzungen des GeschystSaÜSfchUsses wurde die Tagung des Zentralrates am Dienstag nachmittag durch "eine großangelegte Ansprache des Präsidenten, Oberrabbiner L e lv i n -Nzeszow, eröffnet. Ihr folgten.. Begrützungsuiyrteyyy. Herrn , Nadblü^r ÄV. Munt -Betlitt. ' Es waren etwa 7V Mitglieder des -Zentralrates sowie Delegierte der Landesorgamsationen .anwesend. . Ml GkWMMH! MH WswiMung der Organisation und die Propaganda, sowie über die politischen Probleme erstattete Herr Dr. Pinchas Kohn. Herr Dr. Ehrmann referierte über die kulturelle Tätigkeit der Palästina-Zentrale. Herr Julius Holländer" über die wirtschakilich«. NäMiiZ äll Köl-S» Wh0M, dssstll Bmcht gedruckt vorlag, ergriff Herr Dr. Leo Deutschländer das Wort. Für die politische Kommission sprach Herr Jacob Rosenheim. Namens der polnischen Jugendkonferenz richtete Herr A .S. Friedmann-Warschau Begrützungsworte an die Versammlung. Hiernach wurde in die allgemeine Aussprache eingetreten, die durch eine Rede des Rabbiners von Janowa (Litauen) eröfnet wurde. Herr Heber -Kalisch kritisierte in scharsen Worten die mangelnde Aktivität 'der'Leitung und wies eine Anzahl Probleme auf, deren Bearbeitung gar nicht in Angriff genommen worden ist. Der Dienstag abend vereinigte die Delegierten bei einem von dem Vorsitzenden der Repräsentantenoersammlung ber Adaß Iisro?!, Sr, E. B! berseld veranstalteten Abendessen., bei dem die Gäste durch Ansprache der Herren .Oberrabbiner L e w i n und Kalma n o w i t s ch -Rakow erfreut "wurden. Morgen wird die allgemeine Aussprache fortgesetzt und^s beginnen dann die Verhandlungen der Jugendsragen, Po ale Agudas Iisro el und Au lim. Am Nachmittag soll in die politische Palästina-Debatte eingetreten werden. (Ausführlicher Bericht folgt.) Palästina Konferenz der Agudas Israel. Berlin, 28. Dez. Die Palästina-Konferenz wurde am Montag früh "durch eine Begrüßungsansprache des soeben «US Palästina zuruckgekehrtem Präflbenien tzes Aeslt-äslssMrenden Ausschusses, Herrn Dr. Pinchas Kohn, eröffnet. Herr Dr. E h r m a n n erstattete den eingehenden Geschäftsbericht über das Jahr 1926/27, woran sich Berichte ^Sr BertväÜtl däi» MMttS-HsMälLN dSk Mzelnen Länder schlossen. Es sprachen Stadtrat Trockenheim für Polen, Jacob Joel Braun für die Slowakei, A. W. Rosenzweig für die Schweiz. Nach der allgelrtßtmn Aussprache wurden drei Kommissionen für Chinuch, mrr-tsc^ästlichs FrögSti Uiid PröpzA/Mdti die ihre Beratungen bis in die späten Nachtstunden fortsetzten. In der Dienstag-Debatte gab Herr Julius Holländer der Ueberzeugung Ausdruck, daß der Tiefstand der 'wirtschaftlichen Krise in Palästina wohl erreicht sei, ‘ Ä. u Die Woche. Berlin. In der Sitzung vom 21. Dez. des '«fiklMkÄK 'wurde wieder einmal über den Einspruch Bayerns gegen die Aufnahme eines Juden, des Kaufmanns Mendel Teitelbaum in den Preußischen Staatsoerband behandelt, Der bayerische Einspruch wurde für unbegründet erklärt. Der bayerische Einspruch jedes Mal^ wenn der ^reu^ifche Staat einem Juden in den Etaatsverband'au'fzunehmen beschließt. Dessau. Der Hauptmann a. D. Wilhelm L o e p e r wurde zu 300 Mark Geldstrafe oder 30 Tage Gefängnis verurteilt, weil er in der Zeitung „Nationalsozialist" dem LlUMttlWM Ll. AlthrNUIN ü(? ^n die Qualifikation zum deutschen Richter abgesprochen hat. London. Für die jüdischen Mitglieder der britischen Land-, See- und Luftstreitkräfte wurde in der Bay'swater-Synagose zu London-Paddington sine E h a » blt* ffiifillrßlßF der vereinigten Strertkräfte in offizieller Eigenschaft, sowie der Bürgermeister von Paddington und mehrere Ratsherren beiwohnten. — Die Lofhiz s S y na goge in der Fieldgate TtlM m LElstMMHaxel geriet «m 20. Dezember während, der Andacht in Brand. Der Andächtigen bemächtigte sich eine Panitz alles rannte zum enegn Ausgang hin, von dem nur eine, steile Treppe ms Freie führt. Einige der Flüchtenden erlitten Verletzungen leichter Nalux.' Hiß iönafloasnölMten oemumlesi QDcr nicht, unter Gefahr des eigenen Lebens die Thorarollen aus der 6ade zu heben und in Sicherheit zu briegen. Jerusalem. Das Ausgaben-Vudget der Palästina-Regierung von April, bis Dezember 1927 ist soeben hir oeröfwvröcn, §te bötkSgen Lst. 1.923.933. — Im Oktober d. I. kämen 310 Einwanderer in Palästina an. Unter ihnen waren 112 Christen und 9 Moslemiten. 653 Personenwanderten im Oktober aus, unter ihnen 386 Juden. Im September d. I. wan- ^cr!en 962 ^er^önen em UH& 799 8UI — In Petach Tikwah, wo gegenwärtig die Arbeiter in den Orangen-Plantagen ftre i k e n, kam es zu einem Zusammenstoß zwischen Polizei und den Streikenden. Jüdische Streikposten wollten arabischen Streikbrechern ben Zugang zu den Plantagen verwehren. . Heranrü^en^e Polizei griff die jüdischen Streikposten an und zerstreute sie. Zwanzig Streikende wurden verhaftet. Bei dem Zusammenstoß wurden mehrere Arbeiter verletzt. — Wie offiziell mitgeteilt oM, werben diejenigen Dampfer,, die den Verkehr zwischen G ro ßb r i t anni e n und P a l ä st i n a vermitteln, nach der Weisung der britischen Admiralität die britische rot« Flagge mit der Aufschrift „ P a l ä st i n a " führen. — Die britische Admiralität dementiert käl^äi-tsch dk ZsitungLmMungsn^ daß defiü--' sichtigt fei, neben dem Handelshafen von Haifa ' einen Hafen für britische Kriegsschiffe zu errichtem Belgrad. Der K ö n i g hat einen Erlaß unterzeichnet, durch den eine große Anzahl von Oberrabbinern, Rabbinern und Mfffl]! IttBÜflUll RatlBJfüMHSnären mit hohen Qrb^ti ausgezeichnet wird. Prag. Der kommunistische Deputierte von Muncacevo, Mondok, drohr in feinem Organ der Judenschaft der Stadt mit Pogromen, weil nur sehr wenige Juden bei den . Zksdkt'skNshlM für diü kommunistische Liste gestimmt haben. Bei diesen Wahlen wurden 17 jüd.i sche Stadtverordnete gewählt, unter ihnen 10 Jüdischnationale und 7 Angehörige beider Chafsidim - Parteien. TlMMk. Der MMMr IM D. Nölle k feiler hat der Föderation Newyorkär jüdischer W o h l f a h r t s a n st a l t e n den Betrag von 50.000 Dollar zukommen lasten und in dem Begleitschreiben ausgeführt, obwohl die Föderation sich gar nicht an ihn um eine t}aH er au^ eigener JnUiaNve Seschlosten, seist Scherslem zu dem sehr schätzenswerten Werk beizutragen. Rvckefeller hat. auch im vorigen Jahre der Wohlfahrtsföderation 50.000 Dollar gesandt. und daß auch, die AgUdas Jisroel wieder imstande fein werde,, ein wirtschaftliches Programm in mäßigem Umfm zu nmnirtliiijeii. Vst««. Das Beispiel in Polen. Warschau, 20. Dezember. Die nationalistische Mehrheit der Studentenschaft an der Technischen Hochschule zu Warschau beschloß, Juden als Mitglieder nicht äufzunehmen. Der Unterrichtsminifter fBfDert« Sin WiMülM "“fr “f*" schluß, der in Widerspruch zu der Verfassung steht, zurückzunehmen. Als aber die Studentenschaft auf ihrem Beschluß beharrte, verfügte der Unterrichtsmmister die Auflösung der Studentenschaft an der Technischen Hochschule. M Studstttsn. M üörigon LochWMll vkr schlossen, in einen Proteststreik zu treten. Diesem Beschluß. begegnete die Universttätsbehörde damit, daß alle Arbeiten an den Hochschulen eingestellt wurden. ftttmSttUit. Beginn des Prozesses gegen die Pogrom- Studenten. B u l-s st , M. Dezember. Am Donnerstag, den 22. Dezember, begann — wie schon mttgeteilt —, vor dem Bukarester Militärgericht der Prozeß gegen .die erste Staffel jener Studenten, die ggg^fagt pnbj in ©rojjroarbein, Kl«usevburg uttb anderen Städten Siebenbürgens an der Derwüsruug der Geschäftsläden und Synagogen und an den Plünderungen teilgenommen zu haben. Auf der Anklagebank sitzen neun noch ganz junge Studenten. Unter VMHiWn bchMn sich zwei MiWrMWror festoren, sowie der Antisemitenfühver Cuza. Die Anklage lautet auf Zerstörung fremden Eigentums, Plünderung und Profanierung ritueller Gegenstände. Auf dem Gerichtstifch liegen die bei den Studenten Vorgefundenen, in Wn Synagogen unt> ß«^n geraU6!öÜ Gegenstände, wie hebräische Gebetbücher, Thorarolten, Thoraschmuck, Priesterornate, Zund verschiedene Waren. Die angeklagten Studenten beteuern ihre Unschuld ppd . be^aupten^ die bei i^nen vor^e^nndenen Gegenstände hätten ste nicht selbst geraubt, sondern sie seien ihnen aus dem Bahnhof von unbekannten Personen zur Aufbewahrung übergeben worden. Nach Großwardein seien sie auf Pefehl ihrer Vorgesetzten gekommen. Die Ausschreitungen ftien von Lockspitzeln oeronstaltet worden. Die kommunistischen Arbeiter in Großspardein hätten für einen Monat im voraus den Lohn ausgezahlt erhalten, nur damit sie die Studenten provozieren. Der Militäranwalt führte in feiner Anklager-ebe aus, die Studenten hätten sich gegen die staatliche Ordnung und die öffentliche Sicherheit schwer vergangen. / Die Verteidiger bestritten die Zuständigkeit des Militärgerichts. Einer der -Verteidiger protesterte dagegen, daß die Anklageschrift die Studenten Verbrecher .nennt. M » > > > Rumänische Studenten, nef er, seien niemals Verbrecher. Das Klausenburger Kriegsgericht verurteilte einen Studenten, der an der Spitze eines Trupps die Synagoge in dem Städtchen Aphadia verwüstet hat^ zu drei Momten Eeflmgms. . Der berüchtigte antisemitische Agitator Zurcanu, der bei der Verbreitung von Pogrom-Aufrufen erwischt worden war, ist verhaftet und dem Militärgericht eingeli'kM wordkn. Fünf Kommissare der Klausenburger Polizei sind infolge der von den Behörden angestelltetz Ermittlungen über die Studentenunruhen ihres Amtes enthoben worden. 3n (SrnimarDein ater“ Meinl Ns Bestreben vorzn? herrschen^ die Schuldigen zu decken.' In der gestern abgehaltenen Versammlung der Stadtverwaltung wollte der Führer der Großwardeiner Arbeiterschaft Dr. Eugen Rozvanyi «ine Erklärung der Arbeiter verlesen, in U