Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 68 (1927)
- Issue
- Heft 51 (22.12.1927)
- Date
- 1927-12-22
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 86% known words query
- IRI
…/2446951-2450442-2450493--74557-2532037- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Srtte 6 Nr. öl Der 3 et a e IJ t 22. Dezember 1927 ficht zu ermögl-ichen. - Herr Dr. Lieben selber.! die GegMeite LüM enlschiedener Verneinung der ihr vor habe gegen das System, nach dem die Betäubung msgWorfeüenÄbsichten erklärte, datz.die gegnerische B^we- München durchgeführt wurde, eingewandt, daß die Tiere I güng..dazu bestimmt s«, .«ine^MajorttSt .im-.Detegiertevrotsich Mih dtt BMubüng übeHg^pj mehr rühren ^gMn ^erhanhvs zu schassen, dir einer llllmähliGen können, sondern daß die durch den elektrischen Strom er- Aushöhlung der Selbständigkeit.des Synagogenverbandes zeugte Bewußtlosigkeit unmittelbar, nachdem der Schachtgeneigt sein werde; übrigens sei es gerade diese' Selbst schnitt erfolgt ist, in den Tod übergeht. Herr Dr. Lieben s ständigkeit, welche die Eemeindeeinheit unantastbar mache habe erklärt, daß vom religionsgesetzlichen Standpunkt aus die Mi Mm normalon TchäHtM smtvnrttditt (Eli derbewegungen unbedingt erforderlich wären, um die Lebensfähigkeit des Tieres im Moment bes | Schächtschnittes zu erweisen. Herr Dr. Einhauser gab alsdann die bedeutsame Ertlflnino aß, VM RegierungLsglts sei ihm sblMdrZ mitzeielü worden: „Die Versuche, auf deren Er? gebnis nian bisher gewartet habe, werden an zuständiger Stelle als abgeschlossen angeheitert. Der Entwurf des Detäubnn sgesetzes wird nunmehr an den Mini st errat geleite t." Hiernach mutz man mit der -Möglichkeit rechnen, daß Regierung und Landtag nunmehr, ohne das Gutachten der zuständigen Nabbinerkonfe-!IHl$ Ö&H B t L religio?? ^u!a??!g?eit der elektrischen B e t a u b u n g a b z u w a r t e n , die Betäubung zwangsweise vorschreiben und sich damit zu einem versassunswidrigen Gewissenszwang entschließen würden, gegen den man nicht nur vom Standpunkt der Religionsfreiheit, MM M ggst MMiliW der elementarsten bürgerlichen Toleranz schärfsten Protest einlegen muß. Die Bedeutung der AMgogMvsrbaM-Wshlr«,* Hamburg, 21. Dez. Vor ca. 60 Jahren fand eine Neuordnung unserer Gemeindeverhältnisse statt. Man ging davon aus, daß die einzelnen Betätigungen einer Gemeinde nnteir die MifclU Se<!jrtffe SBö^ifa^tisroefen ^„Ärmenroesen") und Kultuswesen zu subsumieren seien und setzte in den Gemeindestatuten fest, daß die Fürsorge für das Kultuswesen durch zwei von der Gemeinde unabhängige „Kultusverbände" geschehen solle. Das ortho- B K R! fUltUelle üeßeu j«lU? m l>em „§ynagogenver band" genannten Kultusverband konzentriert sein, er übernahm daher auch den bis dahin von der Gemeinde — orthodor — geführten Kultus. Die Mitgliedschaft in der Gemeinde und im Verband sind beide freiwillig und «UH Mt rrmistgslSK MMM NM Mim also Gememdemitglied sein, ohne Mitglied in einem Verbände zu fein, und ebenso umgekehrt, tatsächlich sind die Orthodoxen beides. Diese Einrichtung, welche uns Orthodoxe unter Aufrechterhaltung der Gemeindeeinheit vor der Beteiligung an der Fürsorge für Mg m MMN „Kultus" und vor der Verbindung mit. einem solchen schützen soll, war bei uns längst eingeführt, als der Gegensatz zwischen Gemeindeorthodoren und Austrittlern die deutsche Orthodoxie in zwei Lager spaltete, daher Wtt SM Zkgklisatz niemals MMr üMra?Qriffin. Zwar gab es zu verschiedenen Zeiten innerhalb des Synagogenverbandes heftige Wahlkämpfe, sie betrafen jedoch Einzelheiten des Verbandslebens, ließen aber seinen orthodoxen und seinen gemeindepolitischen Eharaktsr unbejtxltien. ZnuneH'g erbten sich gewisse Partcigcgensütze fort, zu Zeiten sich verwischend, aber bei jeder Streitfrage wieder auflebend und sich ihrer bemächtigend, was auch im letzten Wahlkampfe geschehen ist. Sie unterschieden sich vielleicht durch die Schärfe bei der 23# töirnng AkZ ortÖoiiDKn Stanörnrnte M hinsiHW der Neigung sich anzupassen. Während nun vor zwei Jahren in einem ebenfalls heftig geführten Wahlkampf sich über 60 Prozent der abgegebenen Stimmen auf die — fit venia verbo — „schwärzere" Richtung verei'nigien, unterlag Vl?(? dieses Mal, erhielt nur gegen <W Prozent der Stimmen und verlor damit die bisher innegehabte Majorität im Delegiertenkollegium des Verbandes. Zrn MMklxunM SkZ MnMZ UM dieses Die Woche. Berlin. Das Landgericht IL beschloß, einer VittMUIig VkZ ZmSeZ „MsstUtlN" MtzMllhk neu, um sich durch den Augenschein d^von zu überzeugen, ob die Person Rubin st eins durch die Rolle des Orenstein im Stück öffentlich herabgesetzt werde. München. Der R e Ich sverband der jüdischen fi6^tet.®er=? i i!4,fi Ijilt in SRiliuljen oym QO, BlZ 23, zember 1927 eine Tagung ab. Wien. Der Vorstand der Wiener Israelitischen Kultusgeineinde wird in Kurzem der Regierung des Bundesstaates wie dem Wiener Magistrat eine Forderung unterbreiten, endlich emmal auch den jübi|^en Institutionen die N?N?NM öffentliche Mrsorgr zuzuwenden. Es handelt sich üm Beiträge für religiöse, soziale und kulturelle Institutionen der Israelitischen Kultusgemeinde. Detroit. Die von Ford Anfang 1919 zwecks antisemitischer Propaganda erworbene Zeitschrift „Dearborn Independent" NN TM LWMk ju criiötmoi ml Ekwisse Nummern dieser Zeitschrift pflegte Ford in 700 000 Exemplaren erscheinen zulassen. Kowno In I a n i s ch k y ist der Redakteur der Lokalzeitung wegen Verbreitung von Ritualmordgeschichten. die seinerzeit zu ernstlichen AnZMilllMsi aefflört Balten, ju fünf Tagen Gefängnis verurteilt worden. Als Kläger trat der Sejmdepiltierte Dr. Robinsohn auf. — In dem Städtchen I a n e w e in der Röhe ron Kowno fänden im Verlaus der vergangenen Woche täglich schwere Ausschreitungen gegen die Huden statt, an denen [jgj KMUk und Soldaten einer hierher für kurze Zeit gelegten Militärabteilung beteiligt haben. Der Kriegsminister hat das Versprechen gegeben, .eine strenge Untersuchung durchzuführen. London. Sir Robert Blair, der frühere Unterrichtsdirektor beim Londoner Grafschafts-Rat, erÜarie in einer Änsvrathe bei der' Preisverteilung an der Whitechapel-Schule, daß die jüdischen Knaben und Mädchen die begabtesten in der Londoner Element a r s ch u l e sind. — Im U n t er - Hause erklärte der britische Außenminister §2u sin eine mirage Bin. Dal Palaslmabürger allesamt unter britischem Schuhe stehen, obwohl sie keine britischen Staatsbürger sind. Jerusalem. Der 10. .Iah r e s t ä g b er--Gr o b e r u n g Jerusalems durch die Engländer wurde hier gemäß einer Proklamation des Oberkommissars üorB fßlumer g!s ein „?>an?dezeugungstag" und als Staatsfeiertag begangen. Prag. Nach Meldungen Prager Zeitungen soll eine j ü d l s ch e U n i v e r s i t ä t in Prag errichtet werden als Zufluchtsstätte für jüdische Studenten, denen der Numerus ElÖllfUE :k(l iPsf&Sfeß der änderen Ho^f^uten schließt. Die Initiative geht von einem amerikanischen Philantropen aus, der auch die Kosten der Errichtung trägt. Konstantinopel. Große Aufregung ruft die Ermordung z w e r e r j ü d i s che rLlaufkeute IjttVOTj namens Es e«i ist i und Abi ah amans Haskeuy. Man fand die Leichen im Brunnen eines Türken, der aber jede Beziehung zur Tatleugnet. KSNipLtSUZstföitigtelten gestanden, dre rn der keßten Zeit —. wie übrigens auch schon in früheren Zeiten — zwischen Gemeinde und Derbandsverwaltung sich abfpielten. Sie wurden von den Achduth-Leuten, deren eine rn d?k TkmMSkvkkMsima FinD; so aiisoögat als vb der Verband eine Separierung erstrebe, und zum Ausgangspunkt einer Bewegung gegen die gegenwärtige Leitung des Synagogenverbandes gemacht» während Das für E|e „Hppvfitton" günstige Ergebnis ist oben mitgeteilt. /Hierin liegt jedoch nicht das für diese Wahl 'Charakteristische, denn oie Majoritäten haben auch sonst gewechselt und mit ihnen ihr Einfluß aus die Leitung des Verbandes. Das C^aräNerislische dieser WE IfS0l Bökln, daß hier zum ersten Mal eine Einordnung der Hamburger Gemeindepolitik in die politische Praxis der andern Großgemeinden durch das oben erwähnte Vorgehen stattgefundeu hat. Damit soll nicht behauptet werden, daß dieses MdI 12?DF0flI)ön Nesllllat von der Art der Agitation — vielvon anderen Umständen zuzuschreiben ches — abgesehen leicht einer Reihe sein mag. Was wird nun die Zukunft bringen? Wird diese ölitlsterang^ veiler forjschr?il?N? VQi ölteH DMgen, wird es zu einer Aushöhlung der charakteristischen Eigenart des Aufbaues unserer Gemeinde kommen, wie es einer kleinen Gruppe aNem Anschein nach in der Tat als Ideal vorschwebt? 'Wahrscheinlich' istdies n i ch t, weil die HärNbürger im ErstHäls i!r ihrer grWeu Meh^a^k zu i^rem ^mvurgjs^en ^?msinNsyslW /tlM stehen werden. ' Geftevrsich« Oberrabbiner Ehajes Wien, 18. Dez. Mit Oberrabbiner Professor Zwi Hirsch Chajes n^- der, wie bereits gemeldet, in der Nacht zu Donnerstag plötzlich verstorben ist, scheidet eine starke Persönlichkeit aus dem jüdischen -Leben. Ein Gelehrter non Ruf,, wirkte er viele «T*: W t/OU ÖbkNübb. Mülgulies m Florenz, bis er nach Wien als erster Rabbiner berufen wurde. Chajes war Wissenschaftler, mehr Gelehrter denn Lehrer, eine stark politisch eingestellte Na- M W lag Mi WIMM MWs Ml Wr alß öas M seelsorgerische Wirken. Auch die Predigt war zunieist eine polemisch programmatische Rede gegen alle, die das Heil aus dem zionistisch-nationalen Ideale nicht erwarten. Er fand reichen Tätigkeitsboden für seinen regen Schäffens^eist und ^ekn |ür jein Volk wgrm [gjlg" gendes Herz im Zionismus, dem er in Führerstellung diente. Als Zionist führte er den Kampf gegen Assimilation und gegen Reformbestrebungen in der Wiener Kulturgemeinde ehrlich und entschieden und nicht ohne. Erfolg. Leider aber mit der gleichen Energie auch gegen 81? jDrtl^o&oriej Mej er in?9 w?uig. wie in der Welt verstand oder verstehen wollte. Anr Freitag den 16. Dezember, nachmittags, wurde- Oberrabbiner Chajes unter ungeheuer großer Beteiligung. zu Grabe getragen. Große Massen der jüdischen gmb bildeten ans dem ganzen Wege Spalier. In allen. Straßen, die der Kondukt passierte, brannten die Laternen. Viele jüdischen Geschäfte Wiens waren eine halbe Stunde lang geschlossen. Im Haupttempel der Wiener Äultusgemetnbe in der Seitenstädtengasse fanden sich der Präsident der österreichischen Bundesrepublik, D*- Hainrsch, und zahlreiche Vertreter der Behörden^, mehrerer Ministerien, sowie Abordnungen jüdischer Gemeinden aus Oesterreich, aus den Nachfolgestaaten undaus dem Deutschen Reiche, Abordnungen jüdischer Zen-- tralorganisationen aus zahlreichen Ländern ein. Der Reltor des Rabbinerseminars, Prof. Schwarz, hielt im Tempel eine tiefempfundene Gedenkrede, in der er die große Persönlichkeit des Verblichenen würdigte und eine Uebersicht über sein gelehrtes Schaffen gab. Am offenen wurden fünfge^n Trauerreden ge^niieu, i§W Motzkin sprach im Namen der Zionistischen Erekutive- und des Aktions-Komitees. Der Bundeskanzler Dr. Seipel sandte an die? Israelitische Kultusgemeinde Wien ein Beileidstelegramm^ in MKm ei Wki ImNii wwnN Mi. Lfehechs«Slsiv«rkei. NeuorganisaKon der zionMfch-neologe» Äu^»^sgeme!nj»en bsx Ls^eMflowakei. Prag, 16. Dez. Der Zionistische Oberste jüdische Rat, der in letz- Zter Zeit vom Schulministerium genehmigt. wurde, setzb Ä ans Aittrslsrn non fünf KnlluMMsMövskksnßM zusammen, (drei in Böhmen, einem in Mähren und einem, in Schlesien). In nächster Zeit wird sich auch dpr neologe Verband der Kultüsgeme.inden der Sloöakei chit dem Sitz in Preßburg (Bratislava). anschlietzen, während der orthodoxe Verband aij^er^akb des ^Oberjjen Rates" bleibt. Vorsitzender des Obersten Rates ist. Dr. Stein. Die erste Aktion, die der Oberste jüdische Rat unternehmen wird, wird eine., KeureHelung der B^irke der ihm angeHlossenen nicht-orthödoren Kultusge-- memBen sein, ba m in uielön. Äöm MtMgsyksWn ft keine Personen gibt, die die Verwaltung besorgen, könnten. Große Rabbiner-Konferenz in Krakau. Kra.kau, 16. Dez. In Krakau fand soeben eine Konferenz der Rahbrner Galiziens statt, disdem Dekret des. Präsidenten Marschäll Pilsubsli ubei die Mlvnng jjl». bischer Gemeinden, galt. MHr als 1^ Rabbiner Hatten ich eingefünven, Zü Ehren der GMe Varen die. Ggs^ sen in der Gegend de'r Konferenz illuminiert. Ein