Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 68 (1927)
- Issue
- Heft 51 (22.12.1927)
- Date
- 1927-12-22
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
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22. Dezember 1927 Der Israeli! Nr. Zi Sem i Vertreter der Woiwodschaft begrüßte die Konferenz. An' den Präsidenten der Republik Pros. Moscicki und an MarschaN?siilsudskr^v,urden SBegrüfeungstelegramme ge< fonbi. — Nabbi Hülpskn, der Mer Das Gemeinde Dekret referierte, führte aus, in dem-Bestehen demokratisch organisierter Gemeinden, sei eine Gefahr für das religiöse Judentum zu erblicken. Er sprach sich auch gegen bje <25d^a|jiing eines religiösen Rates. wie er im Dekret vorgesehen ist, aus. Es wurde wv? $«f«?lwlipn nommen, in der die Regierung aufgefordert wird, die Wahlen von Freidenkern als Mandatare jüdischer Ge meinden nicht anzuerkennen. Ein anderer Beschluß for derte die Eliminierung der Bestimmungen über, den religiösen Rat aus dein Temeindedettet. Es wurb« eine Kommission eingesetzt, der die Ausarbeitung von Vorschlägen über die neue Form der Gemeinde, wie sie der Auffassung der Rabbiner entspricht, obliegen soll. Dkg RaööinettonMnz UM UL MUung «der ^bie- Pogrome in Rumänien nnd die Schändung jüdischer Heiligtümer aus. L«sl«rirb. Zmuensliumuecht >tt »« „SMlMgttN SyNllgM" Englands. London, 16. Dez. In der letzten Sitzung des Äates der Vereinigten Synagoge, die unter dem Vorsitz von Sir Robert WM-Tshsn itattfani), mniM üMk mm Dr. M. Epstein diskutiert, das Statut der United Synagogue in dem Sinne abzuändern, daß Frauen das gleiche Stimmrecht wie den Männern gegeben werde. Der Einnmnb, daß das Frauenstimmrecht dem jüdischen ..Din" — ffl fflörtfi Dr. Eviikin aus — könne nicht mehr gelten, nachdem die oberste rabbinische Behörde der englischen Juden, Dr. Hertz, klar und bündig erklärt.hätte, daß kein Din existiere, der die Gewährung des Frauenstimmrechts. innerhalb der fynagogaien Äerwallüng fÜ? fcjS neu verbiete. Die jüdische Geschichte beweise, daß sich die Frauen innerhalb der jüdischen Gemeinden stets als ein die Tradition erhaltendes. Element erwiesen haben. In wichtigen britischen Gemeinden besitzen Frauen bereits das ZiimmreÄ' A ZWi! SkMüM (? Ml:) Ek« Den des Kontinents, wie z. B. in Berlin, Hamburg, Breslau, Frankfurt a. M., Leipzig — zuletzt in Berlin — besitzen die Frauen bereits das gleiche Stimmrecht wie Die Männer. Auch die sephardische Kongregation zmrtzrt den Flaum M ZliiMkW, Gegen den Antrag Dr. Epsteins sprach sich insbesondere Advokat I. Landau aus, der auf den zweiten Teil der Meinungsäußerung des Reichsrabbiners Dr. Hertz hinwies, die folgendermaßen lautet: „Wenn Ihr ftltB t J ^1? 8 B ®eros|iung des (Stimmrechtes an Frauen eine Schwächung der jüdischen Tradition mit sich bringen könn te, so w id er setz t Euch der Einsührung des Frauenstimmrechts mit äuHerst Sk Energie I Schließlich wurde mit 66 gegen 54 Stimmen ein Antrag angenommen, - daß selbständigen Frauen das Stimmrecht in den Synagogengemeinden gewährt werde. Zum- Schluß wurde der Bericht der Exekutive zur KennlniZ gsnvminrn, an? »elchem dsß ist den Monaten September und Oktober in London 6; neue Synagogen und zwei Erweiterungsbauten zu älteren Synagogen eingeqreiht worden sind. Angenommen wurde ein Antrag, der Erleichterungen für Sammlung m MÄWM Mn «nter ben Mitgliedem der United-Synagoge' betrifft. ümevila. M »MMM MWMEvnen fük dss Sofcher-Gefetz. Newyork, 1. Dez. In der vor kurzem in Newyork abgehaltenen Jahresversammlung der Union Orthodoxer .Kongregationen WwW ber Aeschlll^ &£& sich Sft ÄOlls gregafionen und alle ihre Mitglieder für Einführung von' Koschergesetzen in allen - Staaten Amerikas einzusetzen haben.. Ebenso wie es im Staate Newyork geschehen ist, sollen auch die .übrigen! Staaten Amerikas ein' Gesetz emführen, wonach Prrfyiitzn, die büchllöscheMäsr M. koscher ausgehen, mit Gefängnis zu besträfen sind. . Die-. Convention^beschloß auch die'. Gründung einer' Gesellschaft für .Herausgabe' jüdischer religiöser Schriften in englisch, jiddisch und hebräisch. Auf Antrag von Rabbiner' Dr. Leo Jung ermächtigte die Konvention den Nabbinischen Rat der Union Orthodoxer Kongregationen mii ber Utfwn bei RgößMül lll religiösen Fragen zusammenzuarbeiten und insbesondere dnrchzusetzen, daß nur Rabbiner, die die Hatoro erhalten haben und ein Rabbineramt bekleiden, befugt sein sollen, Eheschließungen und Ehescheidungen vorzunehmen. .Hl« ^oniiiLUü spsrch. MM- MmondMMM in Paris auf telegraphischem Wege den. Dank: dafür aus, daß er die religiösen Einrichtungen in Palästina stützt.. In einer Resolution wurde gefordert, daß Palästina im Geiste der Thora aufgebaut werden solle. Im Namen bes Misrachi fAfifctfii Rrtzbinek Wolf Eoid die Lonr vention mit Bezug auf Palästina auf, nicht allein fromme Wünsche auszusprechen, sondern auch an der praktischen Arbeit teilzunehmen. (Schluß naJ^m die Convention die. folgende von Rabbiner Dr. Leo Jung eingebrachte Resolution an: „Wir stehen in unwandelbarer Treue zum Thoragesetz; wir kämpfen ohne jedes Kompromiß für den Glauben unserer Väter,' wir bekennen uns zu den ungebrochenen jüdischen Traditionen. Wir sind nicht an einer Zukunft Erez Israels inleufflfil, bie nicht mit unseren Tradition en verknüpft i st. Für uns stellt das Land unserer Väter die große Gelegenheit dar, die Vorschriften und Ideale der Thora in vollkommenster Form zu verwirklichen. Der Genius Jsm\l Ws WstilllM in MlMMW M ZWN° wart, seine Versprechungen für die Zukunft, find für unseingewurzelt in der Treue des Gottesvolkes zum Gottesgesetz." (ITA.) VÄLMrs. Allerlei aus Palästina. I e ru s a l e m , 19. Dez Das Generalsekretariat des Völkerbundes hat — wie bis skstzisHö Zeitung Jarmur mitteilt - mm von der Moslem Asso ciarion in Haifa am 2. November ds. Js. gesandten Protest ge ge n die Balfour- Deklaration mit dem Bemerken zurückgewiesen, daß die Beschwerde nicht, wie es der Völkerbundsrat in srirm- Mts N6NI MM IW vüigkUrikMn Nil rms Vermittlung der Mandatsmacht überreicht worden war. Das Departement für Handel und Industrie der Zionistischen Exekutive in Palästina wurde aus 'Sparsamkeitsgründen geschlossen. Dom gesamten Be- MKllW M? nur Herr Tis^Lr, zurück, der als „5 rrchferstatter" in Fragen HäNDklS UNd Ul JMUsMe fungieren wird. Die Orangenernte in Palästina ist in diesem Jahre keine gute gewesen. Sie ist ungefähr 25 bis 30 ' Brozent geringer als im vergangenen Jahre, I 0 - - ... ... - , Das American Joinl Distribution Committee hat beschlossen, Die Hilfstätigkeit in Tel-Äwiw wieder aufzunehmen. Zunächst wird mit der Versorgung von Nahrungsmitteln für notleidende Kinder begonnen werden. >)ni Zerlauf des Monats November haben sich 187 Personen durch Dermlillung des Waad Hast (jüdischer Gemeinderat von Jerusalem) um die palästinensische St a a t s b ü r g e r f ch a f t beworben. kam vor etwa 18 Jahren nach Berlin, wo er bald Einfluß in konservativen Kreisen gewann und in die Kaschruth-Kommisswn gewählt, wurde, in der er seither verblieb. Vot etwa 7 Jahren würde er in den Dorslanv Dir berliner IüvlsAn Ssfn»? gfwäPt, dem er ununterbrochen bis zu seinem Lebensende ange« hörte. Et ^oetefligtx sich 'm hervorragender Weise an der-.Begründung des P r e u ß is ch'e n Landesverbandes Jüdischer Gemeinden ulid war stellvertretender Präsident des Rates des Landesverbandes. Er war ^n^aber des bekannten Bankhauses Gebrüder Opplei. nno- Fürth, 15. Dez. Im Nachrufe aus Fürth in der jüngsten Nummer ist durch einen bedauerlichen Druckfehler der Name der Verstorbenen mit Zilli Bernau angegeben. Es handelt sich um die weit über Bayern hinaus bekannte ninsm ns?« Zilli Verrnann, die Gattin des vor 27 fahren verstorbenen Ä 1 k m L H M hllys Der Name im Nachrufe ist in diesem Sinne zu berichtigen. Leipzig, 12. Dez. Aus Leipzig erhalten wir die schmerzliche Nachricht von dem Ableben von Israel L. H e p n e r. Er entstammte einer angesehenen russischen FMlitk M \M M jung verheirateter Mann na^ Leipzig, wo ]m Haus sehr bald em MlttelpunN der Leipziger Orthodoxie wurde. Das Ziel seines Lebens war, mit Hilfe seiner gleichgesinnten und tüchtigen Gattin die Kinder zur wahren mi»K und rmv zu erziehen und sein Haus war eine Stätte echten jüdischen Lebens. Der hervorragendste Zug seines Charakters war seine Litte. AM wrä WH M MWit Mi W lai uni) Unterstützung. So war ihm auch das nisr befchieden, diesen Geist wahrhafter Jüdischkeit auf Kinder, Enkel und Urenkel sich fortp,lanzen zu sehen. An seinem Totenbette' hat er noch 10 Minuten vor seinem Tod sämtlichen Kindern und dem jüdischen Arzt seine ns-ia mitgegeben. Er starb wie ein p’ts. Nachdem stlU?U MS iS wik «ngeiegi wnb napj ges^räHlst hatte, übergab er "seine Seele Gott. ' Ein sehr großer Zug Trauernder gab ihm die letzte Ehre. Am Grabe ergriff Herr Rabbiner Carlebach das Wort. Er wählte den Satz aus nto-i. obe? sa^. Der Verstorbene war, wie Rasch! zu dieser Stelle sagt- 'mm c»U . nrnina bVw nau» biVs' Für die Familie sprachen Herr Sachs-Leipzig und Herr Rabbiner Dr. Simonsohn-Breslau. rrajun. Grebenau (Oberhessen), 15. Dez. Am Mittwoch den 7. Dezember verschied nach langer, schwerer Krankheit im Alter von 63 Jahren Abraham W e i h I. Ein Leben voll der strengsten di^)ter^uüung ^anb dler f«tuen Abschluß. Wie beliebt, geehrt und geachtet der Verstorbene bei selneii Mitmenschen war, konnte man an dem überaus großen Ehrengeleite sehen. Viele Jahrq hindurch war er der jüdischen Gemeinde seines Wohnortes ein Vorsteher, der sich, allen Gemeindeangelegelr- ^kit?n, in Zllt, Ulli UUUUsÜUiiHök IköUö widmete und auf die Erhaltung des echtjüdischen Geistes innerhalb der Gemeinde und des Gotteshauses bedacht war. Als ihn vor einigen Jahren ein schweres Herzleiden befiel, welches ihn an der Ausübung jedweder Tätigkeit hinderte, trug er dre ihm auferlegten ungeheuer schwercvr fjff.tflüi?!] stets mit größter Geduld und ruhiger Ergebung''m' Golies nnersorschllchen NatMuß. Möge '"vn den trauernden Angehörigen Trost gewähren. rrasHfl. Wiesbaden, 18. Dezember. Eine Trauerbotschaft ging am 20. Ätelem durch unsere Stadt: Frau Mathilde Wr;sHnrs zrtz. MH ist M mch. Mil Um ffitft ten, ihrer einzigen Tochter und Den Enkelchen säuert die ganze Gemeinde um den Verlust Dieser seltenen Frau. Schlicht und bescheiden hat sie gelebt, so ganz eine echtjüdische Frau, wie sie es von ihren großen Ahnen gelernt, hat sie die Größe nicht in' Äeußerlichkeiten geschrst, mn ^8 m aw3 in UBiiioser. aufovUinM Liebe und Hingabe an Gatten Und Kind. Möge ihre Seele Ruhe finden in der Gewißheit, daß Kinder und Enkel echte b'-iitp im strengsten Sinne sind. . Berlin, 15. Dez.: Am 15. Dezember beging Rabbiner Dr. I. .Münz seinen 70. Geburtstag. Auf Wunsch des Jubilars wurde von einer Feier Abstand genommen und fern von feinem jetzigen Wohnsitz Berlin hat er den Tag im Greife der Familie und Verwandten ver- M NMM in Bereut (Westpr.) als Rabbiner tätig und wirkte mit Hingabe Mner ganzen Kraft km Geiste Des gefetzestreuen Judentums. Der Einfluß feiner Tätigkeit erstreckte sich auch auf Die benachbarten Gemeinden fernes Kreises. ileverdies ^>at Herr Dr.! Münz eine reiche literarische Wlgkett enttoMN, vl« seinen Äamen auch über bie Lrenzen' Dentschlgnds hinaus bekannt gemacht hat. Don elnen Werken seien nur genannt „Moses ben Maimön fMaimonides) Sein Leben und feine Werke" unh „Die Mischen "Äerzte im .Mittelalter", die von bedeutenden FMenien sehr günstig MMiitt snrden und allgemein uugetöists Mr?ksfinung Md große > Dribittiung fandm. Auch im „Israelit" hat .Dr. Münz..zahlreiche lleinere und größere Arbeiten erscheinen lassen. r mv .v'i.yD. nn» in Bruno Galewski is. De^. , In Der Nächt IM DonnAslag/ Den io. zn WMag verschied Bankier Bruno, G g,le zv s.ki, der, bekannte. Führer der konfervattven Partei in .Berlfn, im Alter von 64 Jahren. Er stanimte aus der Provinz Posen und , Ein Achtzisjahriger. Am letzten Sonntag hatte unsere Gemeinde einen Festtag. Rabbi Elieser Lapides, der ehrwürdige Lehrer, Kantor und Schochet unserer Gemeinde, ein religiöser Führer von bester Art, feierte seinen achtzigt e n G e b u r t s t a g in größter körperlicher und gei- >ligsk NW. ® Äi iiistt K zum Segen für Jung lind Mt m unseren beiden Ee-j meinden und erfreut sich einer Beliebtheit, Die man grenzenlos nennen kann, nicht zuletzt wegen seines köstlichen Humors, der ihm schon eine große Popularität in der ganzen Gegend und weit darüber hinaus gesichert {jal. A hat fürfjfci CitllMn Mg Mm fiin Wörb chen, bringt alle Lebenssorgen und alle LebeNShofsttUNgen, alle Enttäuschung und alle Erfüllung stets auf die kürzeste Formel, witzig und geistreich, und schon so manches geflügelte Wort kursiert von ihm in Den ostpreußischen Landen. Einer litauischen ' Gelehrtenfamilie entstammend, yar rr sich M srmrr Jttgdüb in bebeuieubeu an Thora vollgesogen, und was er in feinem Amte und 'einem Wirkungskreise von sich gab und gibt, atmet den Geist der Thora und der Gottesfurcht. Zu feinem Ehrentage waren neben sämtlichen Mitgliedern Der Gernernds auch viele Gaste von auswärts erschienen. Darunter f igbi,- Us pumßi Md andtzrsr DeMe Zahlreiche telegraphische und briefliche Glückwünsche liefen ins Haus. Der erste Vorsitzende der Gemeinde, Herr Simon Bengis, hielt die' Festrede und Herr