Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 68 (1927)
- Issue
- Heft 51 (22.12.1927)
- Date
- 1927-12-22
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 85% known words query
- IRI
…/2446951-2450442-2450493--74556-2532036- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
JÜ™ WWW 22 Dezember 1927. Der I s c a eilt -»r. 61 Seite 8 -ukch Mebmbüigen unlernvmmen/wo ß« noch m den letzten Tagen ihr blutiges Treiben fortsetzten. In Temesvar requirierten einige hundert Studenten einen Eifenbahnzug, auf dem sie yMöksm$brnMmns mm, Willi in den Städten und Dörfern ähnlich hausten wie in Großwardein und Klausenburg. In Temesvar selbst wurden die jüdischen Geschäfte von Studenlkll Sie vevfarnrvelterr sich auf derrl Friedhof zu Mem allgemeinen Sturm, doch wurden sie rechtzeitig vom Militär in eine Kaserne gedrängt. In Apahyda wurde die Synagoge demoliert und die Bevölkerung brutal mißhandelt. Auf dein Bahnhof von Ujszentana wurden einige oon ül0?Ö0fßßEll blutig geschlagen, ohne daß der General Anstalten traf,, die Mißhandelten zu schützen. In dem Zuge, mit welchem die Studenten aus (St-ofcmarbem in K i f chi n e w eintrafen, fand m«n mshr^rs von ThrprsWßK. Siß Pergamente wurden gesammelt und dem Oberrabbiner Zirelsohn übergeben/ Die Reste der Thorarollen werden in diesen Tagen in feierliäier Weile ans derrr jüdischen Friedhof von KisMisw bergesötzt werLen. Auch an zahlreichen Eisenbahnstationen der rumänischen Eisenbahnlinien liegen Teile von zerfetzten' Thorarollen, und. Gebetutensilien herum. l Sie stammm mG Mfw ««» <Pvofr»™**™' Klausenburg und Predeal, sondern auch aus sehr vielen kleinen Städten, an denen die Studenten ein Halten der Züge erzwangen, um Synagogen und Privatwohnungen zu zerstören und die JudWschast in Dar sckjänDIichslen Mise W lkkkkkst steren. Die Rabbiner in Alt- und Neurumänien wie in Siebenbürgen haben beschlossen, anläßlich der blutigen Ereignisse einen F a st - und Bußtag anzuordnen. Die in hvu, Synagogen enstvei^in und zerrissenen Gesetzesrollen werdenin den nächsten Tagen , nach jüdischem Brauch in feierlicher Weise beerdigt werden. Wie -mmmeatz^' .m Lumm öMWt/ chaben einige Gesandschasten beim rumänischen Außenminister aus Anlaß der jüngsten Studentenausschreitungen Protest, erhoben, weil auch fremde Staatsangehörige verletzt und geschädigt WMn M. Mmum" trniiw eint kW Zische Protestnote des a me r i.k a n i s ch e n Gesandten wegen der schweren.Verletzung eines amerikanischen Kapitäns namens Keller und belichtet, daß ein;e n g l i s ch e r Delegationssekre- ^ar nach Nausenb.urg enisan^i worden fei, ü)ö die Geschäfte zweier Engländer zerstört wurden. Rach Andeutung englischer Blätter haben der englische und der amerikanische Gesandte in Bukarest in einer Demarche bei der rumänischen Negierung b!e Entlassung bes ünierstaaissekretärs im Innenministerium, Tatareseu, verlangt der an der Organisierung der Pogrome beteiligt fein selb Die englischen . Blätter sprechen von einem LovM rumWMr Meißen on Den Westeuropaischen und amerikanischen Börsen. Ein soeben ausgegebenes Communique , besagt, daß sich der heutige Ministerrat -mit' ^den Borgängenin Großrvardein und in Klausenburg befaßt und beMvffen hat, den Präfelten des Bezirkes Großwardein, .sowie die Polizeipräfekten von Großwardein und K.lauseriburg von ihren Aemiern zu entheben. Achtzig'Studenten und mergig sonstige Personen^ die als die Sc^uldigen an den Ausschreitungen in Großwardein, 5?lausenburg und in Bukarest festgestellt wurden, sind in Haft genommen worden und sollen wegen Aufruhrs und Störung der öffentlichen Ruhe vor ein Kriegsgericht gestellt rverden. Wie ernst es damit genommen wird, zeigt der -erste Prozeß in I a f f y. Angeklagt war ein Studentder drei Soldaten tätlich angegriffen hätte,. Der Angeklagte wurde frei^es^rochen, da mans nls erwiesen annahm, daß der SMdent die drei Soldaten mit einem eisernen Stock „nur zufällig" geschlagen habe. Kultusminister Lagedatu äußerte sich einem Vertreter der „Diminentza" „Ich habe diezerstörten Synagogen gesehen wb «dföjL Dir Ukrr-uhöstWx Men mm dätisch gehaust. Ich habe den Vertretern des mosaischen Kultus versprochen, daß ein großer Teil der Kredite, die für die Entschädigungen vor- AkskhkN TifiP/ MM Wiederaufbau der zerstörten Synagogen verwendet werden wird. 'Ich werde im nächsten Minifterrat über das Entsetzliche, das ich gesehen habe, Bericht erstatten." llomwonaenre» « ftacbrlcbten Derrtsebes Äeieh: B e r H n , 19. DöZ. Unter dem Vorsitz von Frau Wronsky tagte der bevölkerungspolitische Ausschuß des Preußischen Landesverbände«, der bekanntlich jüngst einen Aufruf zur Behbvnng vn Nolslünde in jüdischen Zeitungen veröffentlicht hat. Es wurde erneut der Gedanke erörtert, durch Errichtung einer Kasse die Frühesten zu fördern, ferner durch Bearbeitung der vorn Indischen Frauenbund eingrsührten StflnttHs Daum T o i üuüüu wich %% Zns«7nmsnhänge innerhalo des deutschen Judentums aufzuklären. Endlich soll ein Preis für die beste Arbeit über das Thema: „Das großstädtische Wohnungsproblem und sein Zufluß auf die. füdifche VeoSlkernnb" ausgeschrieben werde». - - , ' An der Sitzung nahm ein Vertreter des Reichsbündes Jüdischer Frontsoldaten, Rechtsanwalt Dr. Elte I e s teil, um dir Be s i eblungspläne des )iei^söuui>cs mii - feem üandssb^röäüd JU Die erheblichen Bedenken, die gegen die Möglichkeit jüdischer Siedlungen in. Deutschland sprechen, wurden in der Debatte offen ausgesprochen, doch war man allseits Meinung f dast der Verfurk/ nnternornmen Werden muß, das 'Interesse der Jugend schön stüMttg auf die Landwirtschaft zu lenken. Zu der finanziellen Sicherung der S'edlungsbestrebungen will der Landesverband durch Bereitstellung eirer erheblichen Summe beitragen. il®i ffiiiiör m WWW. sinsi jfts?- p a tenhe imes in Marburg behandelt. Aus der Berliner Repräsenkankenversammlung. Berlin, 16. Dez. Die „Jüdisch-liberale Zeitung" beschwert sich in ihrer neuesten Nummer lebhaft über die parteiische Berichterstattung. des offiziellen. Berliner Gemeindeblattes hinsichtlich der. Repkäsentantenversammlung. Das Blatt gibt in Berichtigung des ojst^rrHen Referates ein Spiegelbild der stürmischen Sitzung der Repräsentanz vom 2. Dezember, das auch für ' weitere Kreise Interesse hat. Cs handelte sich um die.Bereitstellung von Mitteln für einen <5 i ndenburgfond und gleichzeitig für mm FkUdkich Ws hu» ii«j Snbrentiöv für die Jüdische Enzyklopädie bewilligt-'werden sollte, .erklärte, sich Direktor Gutmänn namens der liberalen Partei , für die Subventionisruüg, obgleich die Enzyklopädie nicht als unparteiisch gelten könne, sonveru rnehr oder minder öei der Auswahl und Darstellung des Stoffes von zionistischen Gesichtspunkten bestimmt werde. Diese Bemerkung. gab Professor. L ö w e Veranlassung, eine -politische Rede zu halten und dir Aufnahme des Barmat-^pro^esfes in die gc* difchr EnMspsdie zu rechrftttizen. Die Rede Pkvfessor Löwes, die mancherlei' als unpassend empfundene Wendungen - enthielt,' verursachte starke Erregung. Der liberale Professor Tstrk versuchte, die Gemüter zu beschWich^kgen, indem er feststellte, dah Direktor Gutuiann nur ganz öeMufig mil memgen Wörlen den Barmäl- Prozeß erwähnt habe. Mit Entschiedenheit müsse, ' so führte Prof. Türk weiter aus, gegen die politischest Darlegungen des Herrn ^pros. Löwe protestiert werdest. Wir sind' eine RÄigiönsgemelnschllfl und haben UNS Mil religiösen jüdischen Angelegenheiten zu.-'befassen. Die Polilik in diese Versamnilung hineinzubringen,' bedeute eine Sprengung dieser Dersammlung. A!achi>em noch ^err ^r. §ani>!or vom ^emembeoorstand über beit sachlichen Teil der Vorlage gesprochen Mr» rMttSgr? K«r R.-A. Stern Schluß dc-r Dc^ batte. Die Abst'nnmung.hierüber ergab SlimmruglNchheit (10 gegen 10 S.immen), woraus der Vorsitzerrde für Schluß der Debatte entschied. Die Anschauung der Jüdischen Enzyllopädie wurde bewilligt, jedoch mit einem iiooraion ^nsa^cknlrclg, üüch üich i druckten Bände einer Nachprüfung aufdir Geeignetheit der Stichworte unterzogen werdensollen. ^f^t brach der Sturm ersr mit Voller C&evoaXi los. Der Pöstiö-Zwnist, Dr. Oscar Evhn, drm duv Wvrl durch den Schlußantrag abgeschnitten war, meldete sich zur Geschäftsordnung und hielt eine Rede, die mit der Geschäftsordnung gar nichts, um so mehr aber mit Politik etrocts zu tun hatte. Unbekümmert um die .^inwenbim^en Les 2$ ÄilEi „Ich halte den Beschluß mit dem liberalen Amend»- ment für einen sehr gesährlichrn und der Jüdischen Gemeinde nicht würdigen Beschluß, da er auf die Ausübung einer Hensur. hincrusläust. Der ltoercrls Jnsatzantraa war eMk llcbcriümprlMg vrr hätte eigentlich die Debatte wieder eröffnet werden müssen, (Der Vorsitzende ersucht den Redner, so scharfe Ausdrücke zu vermeiden.) Durch den Schluß der Debatte SUfiS SS stpr unmöglich ^emacht^ Den Ausjührungeu oon Prof. Turk entgegenzutreten. Ich hätte sägst erlläkt, daß ich bei der Abst.mmung über den Hindenburg-Fonds, wenn' ich damals schon anwesend gewesen wäre, gegen den Hindenburg-Fonds gestimmt hätte, ebenso wie gegen Mn mrUBnM: M Müitzk 8N8N rrn 8istv?nvurg- Fonds gestimmt haben, weil ich es nicht für die Aufgabe einer Jüdischen Gemeinde halte, einen Mann zu ehren,^der im Kriege an der Spitze aller antijüdischen Bewegungen in der Heeresleitung gestanden hat (Große sturuho, U* Qtezlw pum itt skkggim jiDi^inrufen den Redner auf, sich aus seine Geschästsordnungsbemer«^ kungen zu beschränken, der Vorsitzende rügt die Ausführungen des Redners). Oscar Eotzn ffort^ahrend): ^<Ls ist eine Selbsttäuschung, wenn die Versammlung glaubt, einen Beschluß gefaßt zu haben, der jüdische Angelegenheiten betrijft. Die Benennung als Hiudenburg-Fonds ist eine rein politische Handlung und ich wende mich dagegen, daß man ccniep U* Psti-blu ihm GzttrsjMsiiPlWnM SMS Mil tische Handlung begeht." Nur langsam legten sich die Wogen der Erregung die durch die Ausführungen he? Herrn Prof, Löwr uy- Dr. Oscar Cohns heraufbeschmorsn worben war. Herr Prof. Türk gab dem Empfinden der Mehihect der Der» fammlung Ausdruck, indem er sein Bedauern darüber aussprach, daß der letzte Redner ungehindert im Rahmen einer Geschäftsordnungsdebatte eine große politische Bede halten tonnte. Vor einem Schächtverbok in Bayern? München, 16. Dez. In der am Mittwoch, den 14. ds. Mts. stattgehabten MssmmiMg des M üil ch s n g r T j g r f ch 11 tz o g r g 1 n r berichtete der Vorsitzende, Oberreg'erüngÄrat Dr. E i n - h a u s e r > daß der von der bayrischen Negierung auf Verlangen des Landtages ausgearbeitete Gesetzentwurf über „ea 33etäu6ung5jjioang nur deshalb noch nicht cor* gelegt worden sei, weil die Regierung ech abwarken wollte, ob sich. ein mit den rituellen Vorschriften verträgliches Betäubungsverfahren finden lasse. Dieses Verfahren - sei nunmehr durch die oon Prof. Leduc 1903 erstmals versuchte Md durch Dx. meß. Salomon Ll'Mn m Prag neuerdings angewandte elektrische Betäubung angeblich gefunden. Die bayerische Rabbinerkonferenz, die am 23. November zum -Zwecke der rituellen Begutachtung des elektrischen Betäubungsverfahrens einberufen worden sei, höbe jstzoch tzsltsirtz gsüköcht, tzäL iistlL ÄLLsähkLN noch nicht, genügend erprobt sei, um ein zuverlässiges Urteil in religiöser Hin- Wochenkalendee« v. 34. - 81 Drz.1M. v. 88 SiLlkw diL 7. Tlbrttz KW. Samstag Dez 24 ll»03 30 r?ö Sonntag 25 nap t Msntsz 26 2 vienstag 27 3 Mittwoch 28 4 Donnerstag 29 5 frrttag so > ö Samstag 31 , 7! wün "Mer tnn »k*i*i « p-naian * Win tnm '3 E