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Der Israelit · 1927-12-22 · Heft 51 (22.12.1927) · page 4

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Journal
Der Israelit
Volume
68 (1927)
Issue
Heft 51 (22.12.1927)
Date
1927-12-22
Page
– (sequence 4)
Language
German
Belongs to
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©effe 4 Nr. 51 Mut der Konferenz dabei stärken. Die eine ist das sW!W ~'il 1M15 MN TW Dit © bisher unter kaum zu schildernden Schwierigkeiten gelungen ist, das.Schulwerk der Aguda mit seinen 1200 Kindern '"2 aufrecht zu erhalten Und den Unterricht fortzusetzen, während die Wöiftätt änderen Trrg Israels verödet dalagen. Die andere ist der Rückblick auf den Verlauf des Kampfes um das Gemeinde- Fefetz, auf den in anderem Zusammenhang näher ff in H?iF$» Politische und organisatorische Fragen? werden fieisellos einen sehr breiten Raum in den itzungen des Zentralrates einnehmen, her von Dienstag bis Donnerstag in Berlin tagt, unb her, soweit bekannt, vootjl «US Cjgfjj .LSüDkkll, Such ausEILS IiSrv 8 l MV A m 8 r I r a, beschickt sein wird. Wenn unser Wiener Bruderorgan, die „Jützische Presse" vorige Woche dem Zentralrat „be- K'kgl'k ^FßgriBftiäterte, weil MN von M Mhrern der Aguda Rechenschaft für das von Hnen Geleistete oder nicht Geleistete fordern wird, so glauben wir denn doch, daß das Bewußtsein von der.wirtschaftlichen Krise, unter dtzk Mß OkHüDgHtS M -äÜeA Ländern, fiatfer gelitten hat als der Durchschnitt der Mischen und allgemeinen Bevölkerung, der berechtigten Kritik ün der objektiven Unzulänglichkeit der organisatorischen Leistung alle Schärfe nehrnen _ wird. Tins Mt'Slr ÜMnß, Me fei« von Ken Landesorganisationen erhält, kann nichts leisten, Und so lange die größte, die absolute Mehrheit bildende Landesorganisation nicht imstande Hst, einen Pfennig an die Fentralkusfe ab^uü!)ren, wirk Lein billig denkender Mensch den ufbau eines kostspieligen Propaganda-Apparates für die agudistischen Ideen und Unternehmungen fordern können. KüNN UkftLk seichen slnangiellen Vvrdedmgungen die Kene'ssio Gedaulo einberufen werden? Wir unterschreiben alles, was die „Jüdische Presse" für die sachliche Notwendigkeit dieser Einberufung anführt, sa sind Ser enl schiedenen Meinung, daß die Orthodoxie der Welt, daß die jüdische Welt überhaupt die „Kefl e s s io Gedaulo" als großen, geeinten Aufschrei des um die Thora gesammelten jüdischen Volkez u Gott und sfjs Ms llw so MM hat, je weniger die im Alltag zermürbten Massen diese Notwendigkeit empfinden. Aber dennoch erfordert das Kenefsio Gedaulo- Problern nach der finanziellen, wie nach der öVZäiilfalorlf^en Teile eine freie, vorurteilslose Würdigung durch die verantwortlichen Mitglieder des Zentralrats, denn eine mangelhafte, durch das Fehlen der Mittel und Menschen beeinträchtigte B o v b e r e i i u n g der Keneffio Gedagsy schlimmere Aonseqenzen Haben als sin etwaiger Aufschub. Die Verantwortung trägt allein der Zentralrat, der es sich auch zur heiligsten Aufgabe machen sollte, endlich einmal dM BMlstkllimg Der Migm sittättziellen Mittel die technischen Vorbedingungen für eine wirksamere Tätigkeit des Rabbinischen Rates zu schaffen. Auch hier liegt letzten Endes ein Interesse der ganzen jüdischen Welt vor, dis ßsüFstch w«re, wenn sich öle in viefem Gremium befindlichen anerkannten Thora-Autoritäten zu gemeinsamer Beratung und gemeinsamer Willensbildung, ob auch nur für Aguda - Fragen, regelmäßig MNMMkNsättdyn. E Die in Krakau gebildete politischeKom- Mission der Aguda wird ein reiches Arbeits- Programm innerhalb der Zentralratstagung vorlinbcn. liegt die schwierige ArffgM gh, ßsk Rechte Mitte zu hallen zwischsn einem dem Prinzip der Aguda widersprechenden, die Länder ihrer Autonomie beraubenden Zentralismus und einer d i s g i x f j g - U gg Q l U II D e katzlosen LanberpoMik „von Fall zu Fall", die um verrauschender Augenblickserfolge willen die Zukunft und die Jugend mit ihrem Durst Nach klaren Linien preisgibt. D e r 8 s r ü t i i t_' ■ Der Jugend wird auch sonst ein großer Teil Der Aküsitszstt 3sZ Zsttträlrats gewidmet fein, der Jugend West- und Osteuropas, zu der auch die agudistische Arbeiterorganisation Polens, die Poale Agudas Jsroel, zu rechnen, sind. Hiei> find fcrennenfce orgunisatorischx MggkN gll DEMll* wollen, deren besondere Schwierigkeitött ltt den starken Unterschieden zwischen dem Kulturniveäu und zwischen den wirtschaftlichen . Bedürfnissen der Jugend in den einzelnen Ländern liegen. nmr W AulrmMsmsZllllz üüd ihr'? vrs«ms«- torische Einfügung in den Rahmen der Aguda wird wohl Dr. Nathan Birnbaum selber berichten. Trotz der gesonderten Erez Jisroel-Konferenz dürfte das heilige Land auch in derZentr-alratstagugg xM Mtzk Nvllk sMßlli M Dültz Dr. PMOllS Kühn graös jetzt b&n zweimonatlichem Aufenthalte in Erez Israel heimgekehrt, einem Aufenthalte, der an die Weisheit und diplomatischen Fähigkeiten des bewährten $tr umM DllWk MsüMruiWn oöstellt hat, und dössStt Erfolge erst durch das Votum des Zentralrates eine feste Grundlage erhalten können. Fügen wir noch hinzu, daß während der Berliner Tagung auch Seren Aa-thora Dil HW näWehende.« Pädagogen und Thüragelehrten zu einer pädagogischen Konferenz beruft, der sich reicher Stoff sowohl aus den bisherigen Erfahrungen der Bes Jaakauw-Bewegung als aus dev CrziehungspkgtzlßWSftk der westliche« Sauber dielet, sv ist wenigstens flüchtig der äußere Rahmen und der geistige Gehalt der bevorstehenden Aguda- Woche gekennzeichnet. Aus dem Feste des reinen ÄNenora-LiEfßA des ewig unveNöschlichen, wächst diese Woche empor — möchte sie umflossen sein von dem Segen des r»js *n irr'- Die Pogrome in Neurumämen. Wer glaubte, die ersten Berichte, feien, aus dem ersten panischen Schrecken geboren, übermmn, Ser wird Durch Diö nachfülgöttdött Meldungen von offiziellen Stellen oder Augenzeugen darüber belehrt, daß die Tatsachen alle Befürchtungen noch weit übertreffen. Die zur Feststellung der -Schäden eingesetzte ÄMMWll W ttlH M BLUttfenUig einen Schaden von 60 Millionen Lei festgestellt. Der Schaden in Großw-ardein soll diese Summe 'noch übersteigen. In Klausenburg hat die im Zentrum der Stadt gelegene Könsgs^- MSkiÄ-Siräße besonders gelitten. Das Cafe Metropol wurde vollkommen zerstört. Demoliert wurde auch die Filiale der Banca Marmorosch, Blank u. Co. und viele größere Geschäfte. In der König Ferdinand-Straße blieb keist LWWZ jüdisch^ Geschäft unversehrt. Der große Tempel bietet ein Bild der Zerstörung. In der Mühlgasse wurden die beiden jüdischen Gotteshäuser, sowie mehrere jüdische Privatwohnungen zerstört. MMten CDU 3llD0n bm-hsiten Mertel hausten die Studenten wie Vandalen. Zum Schluß wurde noch die Synagoge in der Kelemen- Mikes-Straße gestürmt. In allen Synagogen wurden die Tempelgeräte aus die Straße g^- sHlöuDsrs Und «ngezündet. Einer ver Studeuten zündete eine Thorarolle auf langer Stange an und trug sie als eine Art Fackel bis zum Gebäude des jüdischen Lyzeums, das das ln%u •3ie/ bfr Zerstörungswut u?gx. Erst gegen u ttyr «bends trat allmählich Ruhe ein. lieber die Zerstörungen in Großwardein meldet ein Augenzeuge im „Pester Lloyd" u. a.: „Das traurigste und empörendste Bild der rohen Vernichtungswut stellen die drei Synagogen Sgsl Döl> sszsttätznis Zion-Tempel, der T e m p s l d e r orthodoxen Gemeinde und die Neue Synagoge aus der Teleki-Straße. Diese drei Gotteshäuser weifen nur noch die nackten MMlZ Sv». Lus. warf öle Danke auf die Straße, zerriß dieThorarollen, warf sie auf die Straße und beschmutzte in der gemeinsten Art (Bnifaf dss 93ötthaft0mus> kiikilhlM Qinigg hundert biudenien, die sich mir - 1 ' : . .*h .i'‘ 22 Dezember 1927 I einer.Anzahl geradezu wildgeworhester. Stud^ntittNen aus dem iversamMLlten, bvn die Thorarollen aushäusten und anzünde-ten, I worauf dann die-Studenten und die Studentinnen einen Tanz um das Feuer begannen. Eingeln? WLttn sich in gersuBte GeDeiiülAr UND Dis jungon Mädchen fetztestsich die Ktonen der Thorarollen auf ihre Köpfe. Wer diesem entmenschten Treiben zutzesehen Hat, 7wird es Zeit.feine? Lebens nicht ' vergessen 'und irnrn'er ' als ->ine der ZSäüetttzästeft^ Eni«rtnn8«n der menschlichen Leidenschaften in der Erinnerung bewahren. Dir Behörden versuchen, die Sache soweit wie möglich zu vertuschen. Die Bevölkerung wird durch Terror eingeschüchtert. Es wagt sich auch kein Lürger üllf Dik Miatzö UND m ist fraglich, & Mitgliedder jüdischen Gemeinde» die ihren religiösen Bräuchen Folge leistend, jetzt wegen der Entheiligung ihrer Gotteshäuser trauern, die vorgeschriebenen Begräbnisfeierlichkeiten für die grgMierim Mgraküllsn, Dis füs 'ül Aussicht genommen wurden, auch durchführen werden." Auch aus I a f.s y liegen Berichte über schwere Ausschreitungen vor. Hier hatte sich eine Van Siü^enien vor dem SludeMrnhLlm vugv» sammelt, um von. dort durch die Hauptstraße zu ziehen. Jüdische Passanten wurdenmißhandelt und die Läden jüdischer Kaufleute geplündert. Sodann stürmten die Studenteen die S^na^o^^ deMdigien die Cinrichkung und mißhandelten die zum Gottesdienst versammelten Gläubigen, Die Ruhe konnte erst durch die Gendarmerie wieder hergestellt werden. Später rotteten sich die Studenten rvieder gUsMMM LllD Dik Mgrisst gegen die Geschäfte jüdischee Kaufleute wurden fortgesetzt. 70 Studenten wurden verhaftet. Eine andere Gruppe vandalierender Studenten wurde in der Jnfanteriekaserne interniert. Das Blatt ^LUstlll DlflÖFi, Dlltz 3U Slüöenienunruden in Jassy mit Wissen und Zustimmung des Präfekten organisiert seien, der nichts unternommen habe, um die Kravalle zu verhindern. Dsr Prosessor cm Der Klmlssnbui'M Universttät G r u l c a veröffentlicht im „Ädeverul" einen Artikel über die Studentenunruhen, in welchem er gegen den Unterstaatssekretär im Innenministerium, T a t a r e S c U . die schwere Anklage ermh M 0®nnDiO MböNbiWMl in allen Einzelheiten selbst organisiert zu haben. Tatarescu habe den Schauplatz der Unruhen erst verlassen, als bereits alles vorbei war. Prof. Giulca erklärt, daß Studenten, die am Kongreß fst ©FfiD? ieilgcnommen hüben, ihm verstcher hätten, daß sie selbst gehört haben, wie die Polizisten an die Studenten die Frage richteten, wann die Sache eigentlich losgehe. Er, Giulca, selbst sei Aug«nz°ugg-w-s°n, wie,dle KSWWMgei Bzyäröen den Ausschreitungen m aller Gemütsruhe zusahen. Giulca habe einen jungen Mann, der das Schaufenster eines. Geschäftes mit einer eisernen Stange einfchlug, zur Polizei gebracht: d» Mycr wurve sosmt ftsizrlrss««. S!csei ein Bewers dafür, daß die Unruhen und Verwüstungen von höherer Stelle organisiert wurden. Proteste, Kundgebungen «nD ©rnürungan. , 9m rumänischen Senat erklärte der Klausenburger Universitätsprofessor Bella, er habe mit eigenen Augen gesehen, wie sechs Synagogen demoliert wurden. Jüdische Wohnungen seien llUZgkplÜllDökt und dis Mvbsl [n ben Fluß geworfen worden. Bella erbot sich, Lichtbilder des studentischen Vandalismus vorzulegen. Unter den Exzedenten hätten sich bezahlte Agitatoren befunden. Auch er ist überzeugt, daß der Unterstaütssttrkillr im IlMMMinrst^iüm, Tatarescu Der Angelegenheit nicht fernstehe. Die Negierung habe bisher keine Maßnahmen gegen die Schub digeni getroffen. Entwed er sei sie schuld kg) Löet sie sei ohnmächttZj m fallen Müsse, slö Zurucktreten. ' ... Während das Groß der Studenten nach der Verwüstung von Großwardein und Klausenburg n«ch Mkarm UND Jassy ZUküchekehrt war, Häven sechs Studentenkolonnen eine Rundfahrt

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