Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 68 (1927)
- Issue
- Heft 51 (22.12.1927)
- Date
- 1927-12-22
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
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V'M'HK«; ' -; Lon. diesen Wiener Formularen Notiz nimmt und noch bemerkt, daß auch in Deutsch l an d k solche Einstellung zum Judentum nicht unbekannt sei, die Schuld Dafür in -der Tatsache sucht, daß man iM 5udenium „nur" « Nel!s!ons8?m^inschaft sieht. Das Münchener Echo der Wiener Vorgänge täuscht darüber hinweg, daß die Bewegung in- Oesterreich nicht gegen die Religion gcht, Mm ««» 8»dsnl»ni" PP. und daß in der Stadt mit den stärksten nationalen Ambitionen die A u s t r i t t e aus d e m I ü - den tum unerh ö r i e Re k o r d zahl e n ölMM. Wll das MDenMw als N!kIX8ivnv g e m e i n f ch a s t und die Gemeinde als N e - Iigion s.g eme i nde empfunden wird, und wo sich diese Erkenntnis in religiöse Werte auf Sem Gebiete der Schule, Synagoge, Jugendfora Olldung uuid Bolksergiehung durch Lfteraiur und Presse umsetzt, ist eben eine solche Einstellung zum Judentum, wie sie die Wiener Formulare dokumentieren, einfach unmöglich. Wo sie aber des religiösen Charakters von Geinemfchäft und Gemeinde entstehen konnte, wird sie durch keine jüdisch nationale Prok la m a t i o n verhindert werden. Von wem stammt eigentlil^ die Losung: „Religion ist Prioatsüche"? Mit welchem Rechte wolltM danach die Rationalen in die Priva4s a chen der W i e n e r S o z i a l dem.0 k r a t e n . sich einrnischen?' So und ähnlich könnte die sozialdemoirMischr Antwort an die n «i 10 n«le Gemeinschaft lauten, nie und nimmer aber an die Re-! i g i 0 ns"g eme ins chaf t, die in der Religion oberstes Prinzip unserer Zusammengehörigkeit sieht. ' ~ Die agüdistische Woche. - Der Ehanuka-Sabbat bildet in diesem Jahre für die. gesetzestreuen Srelfe fafJt aller europäischen Länder den Auftakt zu einer ganz unter dem Zeichen der „Agudas I i s r 0 e l" stehenden Arbeitswoche. Das Ufte Wort hat Die L ll ll k n D — Rk? jenige Westeuropas, Deutschlands und Oesterreichs findet sich in Frankfurt, die polnische in W ä r s ch au zu mehrtägigen Konferenzen zusammen, die der Erneuerung alter, der Knüpmm UMDschaslm, Der WM MW betonter Brüderlichkeit, der ernsten Selbstvervollkommnung unter dem Strahle des Thorageistes, der Weckung des Verständnisses für Sinn und Auswirkung des Aguda-Jdeals dienen. Mancherlei geMge 3lr8mungen, alle aus der gleichen Duelle ehrlichen Suchens nach Thora- Kleines Feuilletons Aus dem Testamente des «Rasch". (Mm W. Todestage des Nadenu AWer denMM aus seinem o,,n mmiK entnommen). t Halte dich fern von Hochmut, Schmeichelei, Lüge, Spottsucht, Zwifchenträgeret und Zorn. Nimn ^etae Gelübdr aus dich und mache dir Wae DlllMkdlk klllMlMkll Dü Öls Kküsk m Bll nicht verspürst. W mm... T jkB.'nachtsillge und kränke keinen Menschen, fei es in Geldsachen, mit Worten oder sonstwie aus Neid und Hätz. Bezeichne ihn auch nicht mit einem B-t» over Spi^namen, foferrr er sich nicht selber fc» nennt und in der Stähl Uuc unter diesem §^amen bekannt ist.; O. Hüte deine Zunge, daß sie keine Verleumdung ansspctcht und dein Ohr. datz es keine anhört. Melde die Gesellschaft der Eckensteher, der MÜtziggänger. der Spötter und Ungebildeten. Schaue a*f "Oe* ©träge na^. Man spreche nicht zwischen dem Benschen und dem Segens?pruch über den Wein, ebenso unterbreche man das Morgen- oder ein anderes Gebet nicht durch irgend eine Aeutzerung oder Ablenkung. Auch - sonst halle man sich bbtt leerem Gerede fern «nl» ö«chAstlge lich mii T^ora, hwQX man za Bette geht. D e r. I s r a e l i t ... __Ni 5' 0C><> 3 Wahrheit fließend, werden dabei mit einander ringen und im Sinris der nsion 2M einander fördern. Die „politische" Richtung, die das -Hauptgewicht auf den praktischen, ganz den TrZrssusgsbsn der GöMöMschast zugswönMen Dienst an der Agudo legt, mit den „Unpolitischen", denen der Blick in die eigene Seele mit ihren sittlichen Kämpfen, die religiösen und ethi- Wn AMkM Des werDsnDkn jungen MnWll weit wichtiger sind als die odiose „Politik" und die „Geschäfte" einer Weltorganisation. Diese letzteren werden wohl in dem nunmehr im prosten Rahmen der Welta^uda erstehenden Birnbaumschen „A u lim - O r v e n' —' stehe den Aufruf an der Spitze der heutigen „Blätter" — einen Bundesgenossen begrüßen und in diesem Orden einen lange vermißten Kristallisätionspunkt ihrss U\mbmn Gtrsbangon erDIitfan. Allerdings wollen sich die „Aulim" weder personal auf die Jugend, noch fachlich auf die Selbsterziehung beschränken, aber es wird doch wohl praktisch so werden, daß der Großteil d-er „Emporsteigenlien^ aus W Seiten t)er SugenS kommen und das Schwergewicht ihrer Arbeit nicht den konkreten wirtschaftlich-organisatorischen Problemen, sondern den ethischen, zugewandt sein wirli. Äon Sem!Hüäiicen=®ejjen[ti| 1$ „Palästinozentrischen" und der golus-zugewandten „Fanatiker" des konzentrierten Thoralernens wird es wohl diesmal' stiller als je seit Um lstztsn zehn Zahran fsm, und man wird sehen, daß bei den meisten sich eine durchaus gesunde Synthese zweier berechtigter geistiger Haltungen vollzogen hat. Die pan nun ist aus einer lodernden Flamme zum stillen Lichte, das nicht zehrt, fönöorn märmt, geworden, und> Das, wenn es' leuchtet, die langen, langen Zeiträume geschichtlichen Werdens der aufs Harren eingestellten jüdischen Seele erträglich macht. Sfm ^esä^rlit^sten sind, bei der Jugend tu allem, die unleugbar vorhandenen und' innerlich notwendigen Spannungen, die zwar a n - knüpfen an politisch gewordene prinzipiellorganisatorische Gegensätze, letzten Endes aber, Dell Meisten ullDewuN in Der LerWk? denhest tiefster, seelischer Beschaffenheit wurzeln. Für die agüdistische Jugend ist der Gedanke der organisatorischen Selbständigkeit und U na b h ä n g i g k e i t der das Gottkönigtum, das mte hwll 11 a t n MörkMNMDMi förperi schaftlichen Organisation, mag sie jetzt „jüdisches Volk" oder „jüdische Gemeinde" heißen, eine bare Selbstverständlichkeit; sonst brauchte man ja keine „Agudas Jisroel". Erst bei den praktischpolstlWen ^onstqueugen aus vielem aner?anÄen Grundsatz scheiden sich die Geister; glauben die einen, daß das agMstffche Prinzip stark und lebenskräfttg genug sei, um. jeden in brüderlichem Vertrauen in seinen Bannkreis Aufgenommenien, mag er auch innerlich noch sernstkhen, in Der Arbeit SM die Arbeit für bk Wahrheit zu erziehen und zu gewinnen, so ist den andern ein solches Vertrauen mit seiner Anerkennung der religiösen Gieik^roerti^kei^ eme durc^ nichts zu rechtfertigende, Preisgabe des Prinzips und eine Gefahr für feine Reinheit. „Agudas Jisroel" als Ganzes, wenn sie LitMkNj PvleNi TlLVKtkii Ungarn, E^eg Jisroel, Holland, Deutschland umfassen will, wird aus unabsehbare Zeit immer auf ein gegenseitiges Verstehen dieser beiden gegensätzlichen Seelenstimmungen, oder w-enn man will, Anschauungen innerhalb der OrthödöKie, suZSMiessn sStN. Elll Kompromiß in diesem echtesten Sinne gegenseitigen Verstehens und Nachgebens stellt der vielumstrittene Paragraph 4 des Aguda- Statuts bar, roenn auch die Extremen aller Richtungen das nicht gelten lasten wollen. Man kann der ernsten Jügenid mchtverwehren, sich mit diesen Dingen innerlich zu beschäftigen — aber sie sollte in sreier Erkenntnis des für die Gesamtheit Notwendigen sich bei der Dis» kussion über diese Dinge Beschränkung auferlegen, insbesondere auf dem heißen Boden der Metropole am Main und in einer Zeit, in der hier eine wirklich sachliche, von grvhen punkten getragene Erörterung gar nicht möglich ist. — Ueber die unsere agüdistische Jugend im Osten bewegenden Probleme, die zum Teil ganz andrer Art sind, sei ein anderes Mal gesprochen; für heute möchten nur auch Dieser grölen, h)ss° nungsreichen Kerntruppe jüdischer Zukunft den Gruß ihrer Brüder in aller Welt entbieten und diesem trp'is bv vin reichest Erfolg wünschen. .Am Montag nächster Woche versammelt die Palastina-^eutrale Der „NguDas? Jisroel" ihre Vertrauensmänner aus allen Ländern in Berlin, um, aller materiellen Schwierigkeiten ungeachtet, in gemeinsamer AusirrraSk D!k Kräfte m MDlkll siir Sie Umsetzung und Ausdehnung der in Erez Jisroel mit wechselndem Erfolge begonnenen, zum Teil stark notleidenden kulturellen und wirtschaftlichen Unternehmungen. Eine solche Aussprache tut grade m schweren Zeilen not MD es sollkk rein mi antwortungsbewußter Agudist fernbleiben, der durch Rat oder Tat- oder fei es auch nur durch ehrliche, auf Förderung gerichtete Kritik der Pionierarbeit für nrri'i miiv wie sie die Aguda lii Cciz giKrsl WttiSt, kiützm zu ksnum glsm Zwei tröstliche Erwägungen dürfen den Arbeits- Man esse kcin Brot, das aus nichtjüdiscken Familien stammt, ab r auch kein ntchljüdisches Bäcker- Droü wo ißDtfcoc mm mm vWmökll Mör Man komme Jedermann mir dem Trutze zuvor, gehe dem Streite aus dem Wege und hüte sich, unnötig zu schwören. . Scherz und Tändelei, aber auch Aerger und Zorn verwirren des Menschen Sinn und hindern ihn» Gott in Liebe zu dienen. sei beim -öe'en dee- EHern» ehrlich Uttd auftich ig bereit, Gott seine Seele zu opfern, wom'i man dem Worte des Psalmsängers gerecht wird: .Denn um dich nehmen wir den Tod auf uns alle Tage". Man vertra»e auf Gott mit vollem Herzen und glaube än sejrieDbrikhllng, Die UlR> saßt» Man sei dessen sicher, datz Gott jedem bis ins tiefite Kämmerlein des Herzens schaut. Der Gott, der die Welt erschaffen und sein Volk aus Mizratm führte, er kündete auf dem Sinai: .Ich bin der Ewige dein Gatt". 'Hier der ODesenspnukt Des Slauimis im &reDen unb im Kleinen, Jage den bösen T'ieb, bevor er über dich Gewalt gewonnen hat, mit aller Kratt von dir. Verlasse dich nicht auf Mensch nstütze und vertraue dich der Führung deines Schöpfers an. Die Liebe zu Gold und Gut ist der Anbeginn des G S fe etth lenft e «. 2Bo di«H das Herz drängt, für guie jpen^en, |olge Diej'em Stange, »tto es ist die Gottesstimme in dir, und Er wird dir den Ausfall voll ersetzen. (Fortsetzung folgt). (Aer Gpiteptiker). Zu den schönen Büchern, die uns in diesen Tagen des Schenkens auf den Nis Mst rr«rrm, smtt firmwn Mk?!? .Epueplrsei'. Heimonn WM ist rm um der Doppetkroue der Wissenschaft und Kunst geschmückter, und dieser Doppelkrone eine Ausstrablung--"ist das kleine, schöne Buch, das man, einmal in die Hand genommen, in einem Rüge uvd ergriffen bis zu Ende liest. Warnt MsüsMichss sstzksit tzsbt stck Sk «M tzskllfl Ksk Betätigung wie das reine Del über den Wastergrund im Glase in die Höhe steigt, und so entsteht dir Kurze Geschichte eines glücklich Unglücklichen, eines EpilepriKers, der in Visionen durchs harte Leben taumelt, von der Strotze ins Krankenhaus, van dsrt ta fest! QBUD, Born Walds tW mil mo sr eine Zeittang feine Lebensbesiimmung an der Seite einer Lhnl^chgearteten Gefährtin zu finden glaubt. Er medial den Irren, predigt den Ti-rm, mit schlechteste Erfolge den Manschen im Dorfe, bis er zuleht irg ndrvo iu Visionen im Raume verschmebt — ,9|ne üöch tf’itu tfm ms Ui ist, der Raum' sth, *]wnii Kl Ein ergreifendes menscyi.ches Dokument, einer liebenden Seele abg rungen und in edler Sprache geboten. Man kaufe und lese es. Zu beziehen beim Verlage Ktrchenberger-Presse, Ems. h