Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 68 (1927)
- Issue
- Heft 51 (22.12.1927)
- Date
- 1927-12-22
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 86% known words query
- IRI
…/2446951-2450442-2450493--74553-2532033- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
r & Seite 2 Nr. 51 Der Israe t i t 2L Dezember 1927 Rede oder Vorlesung zu Worte kommen, aber MM UW aus Dem Muuöe mn MmUb conferenciers, der da oben steht und abgedroschene sogenannte „jüdische Witze" nach dem Rezepte: „Spotten ihrer selbst und wissen nicht wie", reißt. Msitzm wir dir Künstle M im lUsr-acEfctje und Kunstmllreria, zur Durchführung solcher Programme? Ganz gewiß! Die jungen Leute, die an einer verlorenen Sache so viel Arbeit, Liebe und <${]& MBeuDtn uuD DaM oft. genug einen geradezu staunenswerten K u n st sinn offenbaren und entfalten, werden mit um so mehr Liebe, Freude und Erfolg ihre Begabung guten jüdischen Motiven leihest. W Lllktütut und Männern, die aus reichem Wissen um jüdische Dinge und tiefjüdischer Einstellung schöpfend, dabei mit Plänen und Entwürfen zur Hand gehen können, fehlt es in den Großstädten mit eutwMeltem jüdischem Gsiftsslöben keinesfalls. tkib was hier aus dem Bedürfnis des Tages und feiner erlaubten Freude an guten Erzeugnissen entsteht, kann dann, in Druck oder Abschrift, auch anderen, kleineren Gemeinden zum Vorrvurfe Bilden unb Ben Slägen über Mangel an geeignetem jüdischem Material entgegenkommen. Es käme auf einen Versuch an, und es wäre ein löbliches, verdienstvolles Werk, der Arbeit der Rösten $85$, jU jeigen, wie feftft Bei Betätigung des Frohsinnes, auf den auch der jüdische Mensch, ein volles Anrecht hat, all das ausgeschaltet werden kann, wovor das Gotteswort mit den lapidaren Warten warnt- M iwjr nm* «Vi 2^1- Ins Aktuelle übersetzt, lautet die Mahnung: Feiert Makkabäerfeste ohne Hellenismus! der es l P wochenrundschau. §m Kampfe zwischen Sabbat mb Fußball Sport und Spiel hieß die Parole im hellenistisch verseuchten Jerusalem der Vormakkabäerzeit. Es war kein Hellenismus mehr, es rvar ein IIMkHeüMMüs, gegen Ben bie kleine Schar der Treugebliebenen das Schwert ziehen mußte. Zeiten kommen, Zeiten gehen, die Dinge wiederholen sich in anderer Form. Es ist nicht mehr Sport, es ist nicht mehr S^iel^ mag eijjej] Jugend in Palästina!m Banne H sHött öer 11eberfport, eine Uebersteigerung des Sport- und Spielkultus, die alle Grenzen zwischen Alt und Jung, zwischen Kind und Mann verwischt. Während beispielsweise in England, der Heimat des Sportes, Kinder stMs 18 ZgUM sich an öffentlichen SportveranstaltUttgen nicht beteiligen dürfen, so kann man aus den Sportplätzen Jerusalems und Tel Äwiws sehen, wie die Kinder im zartesten Alter, zuweilen von chren EstM filmst mit eigenen Händen dem Moloch des Fußballes zugeführt werden. Da nützen alle Proteste nicht, da verhallen alle rabbinischen Erklärungen, das Flämmchen der Entrüstung aus treuen Wischen Herzen vAksicksri, erlöscht, der Fußball rollt weiter, und mit den guttraimerten nach dem Balle ausschlagenden Füßen wird der Sabbat niedergestoßen und niederge- -treten. Und nun ist es so weit gekommen, daß man, wie uns zuverlässig aus Palästina mitgeteilt wird und was wir auch in dortigen Zeitungen bestätigt finden, m Jerusalemer Sportkreisen s‘ff?sn SsBßBt akistimmt, D«n bat, den neben den neun anderen Geboten unsere Vorfahren am Sinai mit dem einstimmigen: „Wir wollen tun und hören!" aus dem Munde Gottes vernommen, 8U8 Ust Aäuüm des Schöpfers als größtes Gnadengeschenk behalten haben, den Sabbat,' den wir in Jahrtausenden des Golus wie unser Lebenslicht gehütet und gehalten, richtiger, der uns durch 1 « m f e n b e des Golus gehalten _ hat. C i tt e ganze Nacht hindu r ch beriet die Generalversammlung des- M a k k a b i - V e r e i n s über den Sabbat, bis zur Morgenfrühe, eine ganze Nacht rang Makkabi mit dein Gmtjelj wjrtf gf Unterlag. Unb wie nun die Morgenröte aufging, da ging er, der Engel, ohne seinen Partner zu segnen. Und er stimmte keine „Schiro" an. Die Musen schwiegen, die guten jüdischen Geister hüllen sich ln Scham und MM. Mit den knappen, dürren Worten der Zeitschrift „Hadabar": Der Antrag der Fraktion „Jeschurun", die Wettspiele nur an Werktagen abzuhaltech rvurdg M dkk NkrsllMMlMg döS Mükkabt mit 49 gegen 44 Stimmen abgelehnt, somit mit Stimmeinmehrheit der Beschluß gefaßt, die W ettsp i el e n ach w i e vor am Sabbat abzuhalten. guns f&mnenjm intfcDeiDeuD m Bii 3öngf^^a^^? mb drückten das Zünglein herab, zu Ungunsten des Sabbat. Diese Neunundvierzig merke man sich. Von den HKöltJ führt nur noch ein ein z i g e r Stritt MM rkllgiösM R!W, m,lm. kein Weg mehr MW Mrt, Zn dieser zwölM 8PW mrz; noch irgendwie ein L ich t w u n - e r geschehen, Es wird aber, dieses Wunder, nur. dann geschehen,, wenn wir die Voraussetzungen durch einmütiges entschlossenes Auftreten dafür schaffen unD M Fnukenrestchen hie tmB U sw einer Flamme anfachen lassen, zu emer Flamme des. Protestes, aber auch der Begeisterung für unser E i g e n e s. Nur wo ein v'2p2p noch vMrWen- W'M UVll OUSgMbM lvM, Mss und darf ein erwartet werden. Es ist traurige Ironie der Geschichte, daß M a k k a b ä-e r g e ist g e g e n „M a k k a b i" in I e r u sal em in -Feld gississt stl ÜU Nach sowjetrusstschem Muster? „Geehrte Schulleitung! Ich bitte zur Kenntnis nehmen wollen, daß ich. nicht einverstanden VIN, rnsrn Kind— Schülertin) t>er KlüM, M NrsLisH^ diyllgionsunterrich'r leilmhmenzu lassen. / ' ' , Die Lehren - desselben. stehen im Widersprüche minder in meiner Familie herrschenden Auffassung von. Naturereignissen und Menschenrechten und sind auch keinesfalls geeignet, Kinder sittlich zü beeinflussen und- *ü «U8WHI WliVMNM |U «MW. Mein Kind hat daher den Auftrag, dem Religion»- unterrichte fernzubleiben. . Hochachtungsvoll Name: . . . . . . . . . . - Adresse! . . . . . ,itS Diese Erklärungist, gelinde gesagt, eine gemeine Denunziation, mit der, vielleicht ganz gedankenlos, einer Parteiparole folgend,. der sozialdemokratisch, gesinnte Jude es den Be- MByn fchwarz auf weiß' gM, daß sich „dis Lehren des Judentums im Gegensätze zu den allgemeinen Menschenrechten befänden"." Ergötzlich fast könnte es wirken, wäre nicht das. GavSe gar so traurig weM Kgß MÜUchkUk^ Jüdische Echo", das mit gebührender Entrüftunx Einige kurze hagadische und homüellsche DelrschkMgcn.^ Bon Rabbiner Dr. AeNx Kanter in Zwlttan (Mähren). Bei allen Gerätcn der Siiftshütle heißt es immer n'PJn ..Du sollst machen", von der Bundeslade deitzt es aderig ^S,e foUen MgSfN", %% gMikU ries aus nmm nehrllegrnden und bkprerflschkn Grunde: Zur Erhaltung der Thora müssen eben alle beitraaen, auch die. die in der Thora nicht ihren Beruf haben und sich mehr mit irdischen Dingen beschä,tigen. Wenn sie selbst Keine Zeit *7 Studium der Tyorg M5H All Mer LlklllttUllg sonnen und sollen sie dennoch vesiros'N.' Del der Errichtung der Bundeslade darf sich niemand ausfchlützen. »Schätze und Reichiümer stüd ln reln-m ^«use um M DerdMll Denoöt MizM». Pf«l^ IIS. 3. tTfi fiTOW sin)' Man Könnte ) Nach Brmn vipb', U. Teil, von Rabbiner Sch. Löwilan in Oslo und Rabbi L. Weisblum in New-BorK. diefen Vers scherzweise aus manchen Zeitgenossen anwenden. Es gibt manche, die gewöhnt sind, einen bestimmten Betrag für religiöse Zwecke jährlich auszugeven Heber die bchtrrlllM Summe llMll lls n»chi hinaus, selbst wenn es ihnen gelingt. Schätze und Reicbtümer zu erwerben, ihre materielle Lage stch bedeutend verbesserte. In ihren häu slichen Ausgaben sparen und geizen sie nicht, dort merkt man den avnstiaen Umschwung ihrer Verhältnisse, was aber die Psticht^der rpts anbelaugt^ fo bleibt sss SW i 8 iuf jtzkeüi äWrn vrvndpurkü öoTtfi Keine Derande'ung oder Bcsserung wahrzunehmen. Schön und jüdisch ist dieses Vorgehen sicherlich nicht. Aot jemand vergessen, Ivaun Sabbat ist ft. D. aus fiel 0?5$fl Bllkch eine ÄÜsle oder geiegenllich einer Schlfffabrt), dann — so lehren, unsere Weisen — zähle er sechs Tage und feiere den siebenten Tag als Sabbat (Sabbat 96b). Wäbrend der sechs Tape ist es ihm gestattet, nur fo viel zu arbeiten, wie er er unbedingt zu fehrem 5?ebensunterb«A §ii8ll§lr MtzS? Lllch arj fceu* flelienten Tage, den er woyls los als feinen" Sabbat zu feiern bat. ist ibm die unumränglich notwendige Arbeit für seinen Lebensunterhalt gestattet (vergl. Tossaphot u. a. O. f. v. Nvizt). Dies ist auch im Sabbatpebot angedeutet: „Gedenke des Sabbats, ihn zu heiligen" (d. h. trachte, den Sabbat ttldit 3« oetaef!eji). mm 888 kZvVesten BarlA; Tage könnst du dann orbetten und alle de'ne Werke verrichten mvsi) und am stebenten Tage. ... wbst du°keinerlei Arbeit verrichten ^>2 nvsn 1 ■ * 'S 1 Ein bekannter und vielzitterter Ausspruch unserer Weisen lautet; Abraham nannte die Stätte der Gottesverehrung einen .Berg*. Jsaab bezeichnete ste als -Mw' Mb üaloö llaMte sts^ruz». Ber üni«- schied zwischen Berg, Feld und Haus ist zur Genüge-bekannt Einen hohen Berg zu besteigen^ entschließen sich wegen der damit verbundenem Schwierigkeiten und Anstrengungen nur einige wenige. Das Feld hat schon mehr Sucker, vor allem? die, die mit der keinesfalls leic^stN Mltzgghgll stM lvästl «kV. find. Äüvers feDDö) DOS Hous,. dos als Wohnstätte dient und das jeder haben mutz, um dort Ruhe und Behaglichkeit zu finden. Und nun verstehen wir das Bild, das unsere Weisen von unfern frommen Stammvätern entwerfen^ Tnt,ie die Stittte der «P^ffVSKOTff smött .Berg", Ce war der Einzige in seiner Zeit, der sich mühevoll genug, zu der L>öhe der wahren Erkenntnis .erhob. Isaak, sein Sohn, fand schon ein leickieres Feld vor. Donk der Mühe seines Vaters Abraham, die wahre Gotteserkenntnis unterseinen Ze't^o^ss^ zu vesbrks^st, fMtz gx lütt Mel reUfllöfen Anschauung nicht mehr vorrinM dä. Jakob hingegrn »nannte es ^aus". Zu seiner Z it war die Et Kenntnis Gottes schon so weit voraesckritten, daß viele ihr wahrrs Glück und Heil im Glauben fanden. Zur Zeit Jakobs b,stand schon: das Lehrhaus von VS' dessen Zögling er wartt -von und Die W ienerSozial-d e m 0 k r a t r e entfalW fxst Dahr uutz Tag ems Wopagauds fök den Austritt aus der Kirche. In letzterer Zelt konzentriert sie ihre Anrisse gegen Synagoge und jüdischen Religionsunterricht. Letzteren bei Strafe der Verbannung verbieten, kann sis im MfaßaalO ffiittlleUrppas g!üÄ!<!)erweise n ich t. Aber etwas anderes kann sie; nämlich Fo rtnular e drucken und sie den jüdischen „Genossen" in die Hand drücken, die, mit Unter- Mft vkischM M dir rrM WG geriW. die Kinder vom Mischen Religionsunterrichte wegholen. Diese Formulare, die massenhaft be^ nutzt werden und in allen Fällen ihren Dienst: hahm nsch ller »Neuen WM ' Wortlaut: Vor; weg! ,Ä und- I Amt d en orrri Zer iig wo iem oittn und zum dokr ineü sie! I kla stcm oa'ts die Wi nrrst UM scha iig gior ksit für päij den steh jem reic in! saw st« beü ool! geis uni der Lü M ntö nei bei w