Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 68 (1927)
- Issue
- Heft 51 (22.12.1927)
- Date
- 1927-12-22
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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, - 22 Dezembet 1927 ^rclnkfurt cr. 271., den - 28. rcishw 568« Nr 5t Begründet von Dr. Lehmann tn Mainz. Inserate 40 Toldpf. für bte stebengespaltene en unv i Abonnement ä$“S«n*wnr-18»U Deursrhlatl^ 1 DöLvoiarknmönatUibj Ä»»öTlV»«*ii ®fcäd« 1 ttttllifnMf («nttoirc<b«ni> bnn i>«ilUen A«la»tsp»«is SäBMI ftfit SlflfffifiSlIlfflKB sanAs^'DeütW-SArretL: Schwing L-r.««ttst» IMU«;. EüglaNdL, W.^M1^JUU Frankreich s - - - ” ' ftötbien 5f “ mark -um 3,agespir«( ooer mum. ®hjibci* u m. *m#v»iiu-:o~«.*»»..v.. .**••»*•*« Dengö 5 ob 1.Suli 1927; Dänemark 3. F0 Krön; Norwegen 8.F0 Krön.; Schweden 850 Krön - ffifaucliimamer brelKa Sblbpfeitnlge, Der Ssraelit erscheint ieben Donnerstag. 3i RoMlllkwvSW. Msnnrittm mm??i8 M,. Dir 78 mm bretts ftviurareftfttf i ld ‘•*'^*5'» *« 1 fe7*,Hkrj Ebiffreaebübr tu Höhe eines vovv. nernbriefportos. staban nach Tarn- Bet lLitfittoLn Jnseratausträgen kanfm. PretserhShuna leder». vorbrhalt. Jnseratenanugbme durch de» m.lr_w_/& & A a Oll Ctt* A MAlAffAft Att Ftt*AH A 7 «TOl ftrtftHl MU Zahlungen Dtrelt an Den BerMN auf ’£ofuai£tf Söm8ijV«n?fwv< 4*?- t&<M. — . Z»Ap«SZZfkL^Mrn Ar. Ä^^^E!a»dm^n?Eaa^^«mckA»7n^sed^E^^vtm - WWSW^MkÜM «• * Erneuern Sie sofort beim Postboten die Bestellung auf den „Israelit“ für den Monat Januar! Wird dies versäumt, so, tritt eine Unterbrechung der Zusendung ein, olme daß yflv sdfelt Kaßfilfiifi daVOB erhalten. ~ Für verspätete Bestellungen rechnet die Post einen. Aufschlag von 20 Pfg. V erlag des Israelit G. Frankfurt a.M. ätk AlakkabSerfeste ohne Hellenismus. Seiber faim mit biefer Ueberfcbrifi feine X als a ch e konstatiert werden, sie bezeichnet ein Ziel, sehnlichst zu erwünschen. Tatsache ist, daß wir in Stadt und Land längst verlernt Hab en, jüdische - Feste j ü d t s ch zu feiern, daß nur in Familie und Verein, wenn wir Aaste zu einem Feste laden, oder zu einem Feste geladen sind, alles andere eher genießen oder bieten, als echt Frohsinn m .stilgerech ter jüd ijf; v - Daß in Landgemeinden SynügvgeM und Thoraeinweihungen mit Ball gefeiert werden, bei dem zur Höheren Ehre Gottes das Tanzbein geschwunglsn wird, ist schon nachgsrads so felbstöersiandlich^ ösl änsönsi ^»1'-jüdischdenkönde Männer uM hexdienstvolle Lehrer "vollkommen verständnislos, unseren Vorhaltungen gegenüberstehen, mit idenen wir Überschwengliche Berichte hi? lÄÄMpBpr'p her Thora". zurusweisen. Bei einem Simchas Thora-Ball, berief sich ^neulich ein Herr auf einen alten VraM, eine Art Minhag-Jsroel, der fest? -engKenken in der Gemeinde bestehe! UndM Jäij OKmDaa; wie man zu sagen pflegst über den Din geht", so sehen die Guten gar nichts mehr darin, wenn aus naher und weiterer Umgebung die Ballgäste am heiligen Feiertag herbeiströmen, mit der Bahn angefahren oder im Auto , an^efauft kommen, und auc^ sonstein fe^- licher Art und Weife die religiösen Gesetze, ganz?VH den ^niusrückfichten^ mit dem Lackschuh des Tanzkultes zerstampft und zertreten werden. Auch in der Stadt gibt es kaum einen Verein, der bei seinem Ehänukäöder Purimfeste den Ball als L°lk»mii»i°r.tmi wüMzsn Abschluß missen möchte, — mit Ausnahme der ausgesprochen gesetzestreuen Vereine, die in den letzten Jahren doch allmählich gelernt haben, daß der Tan^ von jungen Leuten beiderlei Geschlechts — unbeschadet aller ästhetischen Würdigung bei Tanz k unst — alles andre ist denn J-Ü.M [ ch, daß er sich vielmehr unter dem Vorwand künstlerischen Genießens als der Wegbereiter und gefällige Sekundant machipoller, die sittliche Selbstzucht stark erschwerende Triebe darbietet. Aber sind unsre Festprogramme ohne Ball geschlossen und stilgerecht jüdisch? Zräüengesäüg ml iM Hinblick Llls tSlmudischen Ausspruch vielfach vermieden. Aber an Stelle des Ohres tritt in stark erhöhtem Maße das Auge als rivasn jnitnO'. wenn der Solotanz, als gelte es altphönizischen Opferreigen, zu einer widerlichen Hexenmüsik rhythmischer Körperverrenkungon entartet oder gar zur schamlosen Schaustellung paradiesischer Unverhülltheiten herabsinkt. Die Ntgkkayäer habsst gsgfst h?? schon zum syrischen Epigonentumentarteten Hellenismus im Heiligtum mit der ganzen Glut ihrer Seele und aller Kraft ihrer eisernen Faust angekämpst. Und wir feiern ihr Andenken des Dfteren jD. Dal, enlMMll sie ihren Gräbttn MV träten sie in unsere Festsäle, >sie im ersten Vlendeschein des,Festlichtes, nicht wissend, ob sie sich im hellenischen Gymnasion oder in den „VorhöfLN, unseres Gottes" befänden, mit der bamgen Fr-äge auf hvN iz—"rh vn on« 14h,n sicherlich erschreckt nach dem Schwertknause greisen würden. Der achtarmige Leuchter, der dabei selten fehlt, kamt! den.Charakter solcher Veranmmngkn Nicht Mttn, rr W im Tkgknttil -ÄS Unsinnige mnd Ungeheuerliche, das Stilwidrige und die Mnere Unnatur eines Festes „zu Ehren des Sieges gegen den Hellenismus" mit gesprochenengesungenenjazzgespiekten und Mgkianzien An0ihkoskn tr 11 i Diit S)tIr l e n! s m u s erst in bas rechte Lichh Es entsteht freilich die Frage: Wie soll man es Zanders machen? Sind Feste mit durchgehend jüdischer Note möglich und denkbar, werden sie Anreiz aus die Vesrrcher^ die^ das Jahr hindurch im Joche der Arbeit und Pflicht auf der erysten Seite des Lebens stehend, sich nun einmal einen Äbenb amüsieren wollen, aüsüb^ll, sie üiH langweilen und enttäuschen? Wäre dem so, dann sollten wir lieber aus das Feiern von Festen verzichten und es dem Einzelnen überlassen, sein AmüsMM, das' er niTi MibLyrrn R! können glaubt, in einer. Werse, die ep mit seinem! sittlichen und jüdischen Gewissen verantworten 3S! können wähnt, in einex. WElse, die er mit seinem jNoten von vornherein nicht gesucht werden i bürsen. Auch ber!e^!e „eblk Zwerk", b!e Wob Itätrgkert, der zumeist nach Abzug der Kosten! recht karge Ertrag zustleßt, würde ein unjüdisches! Fest unter jüdischem Aushängeschild nicht recht- 'söktiKStt, SlsslSNZe wit» dstt lSVUNdsStz «SN „dM Zwecke, der Mittel heiligt" stritt ablehnen. Aberin Wahrheit steht die Sache gar nicht so. Mav. kann jüdische Feste gut jüdisch feiern, wo der Mills zu Mischgx Kunst und jüdischom Frohfmn. den Weg sucht und findet. Auch die Alten haben es wohl verstanden, bei aller Enge und Gedrücktheit des jüdischen Lebens, Fesde zu feiern. May - lese darüber im Maharil und in den Schriften ’ der jüdischen RvlEsEunbe aus neuerer Aest nach. Wir werden deren Programm mit Recht als vev-. altet anfehen, aber den G eist sollten wir übernehmen, der sich den Körper, dm.Pahmen^ tzw» ^jßrogramm in modernem Sinnef allen AnsvA-, gerungen einer modernen Kunst und ästhetischen'. Kultur gerecht werdend, schafft und all die freryden Motive, die „großen Ideen", die künstlerisiH Note, — aus den Revuen und Varietees, d« leider auch drautzeiii heule oft echte seriöse Kunst ersetzen, übernommen —, vollkommen entbehrlich macht, Es gab und gibt so vieles im jüdischen Lebens von früher und heute, das in szenischer^ gesang- UÄjer ö^er dskläniulärischer Aüsdruck^f^rnr dsst? jüdischen I Hövern geboten, ihnen üngemeknk viel an Nützen und Vergnügen geben kann.. Lassen wiis Synagogenmelodien ous früheren? Zettln My. Mdxrxy TäphM pxr Wfiffn .^mfpPTS i im Chor und Solo ertönen, zeigen wir in BW ' und Wort und Hanldung , einiges/aus dem Leben - im Ghetto, das sich keinesfalls im Weinen und Zittern erschöpfte, sondern auch froh und aus vollem Dmen lachen rmnle. Wie dankbar lauscht das Publikum, wenn einmal eine Geige, von Meisterhand geführt, jüdisches Leid zu schluchzen beginnt, um dann in den Jubel und die inbrünstige Freude chassidischer Weisen überzugehen! Jüdis^er Humor kann in freier