Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 68 (1927)
- Issue
- Heft 50 (15.12.1927)
- Date
- 1927-12-15
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
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ilss M«M IM L 8.1 ö S f fl Eilt m.OQ 8Mk9 Sußmann aus Budapest, Generalsekretär Dr. Deutsch. Nach einer Begrüßungsfeier in der Synagoge trat man in die sachlichen Beratungen ein. Das u\tb. MM »Dir TWiM f Korrei n. Er befürwortete die Gründungeiner besonderen Schemiras Schabbos-Sektion in Verbindung mit einem Fond zur Unterstützung sabbathaltender Angestellter. Ein Referat Marcus Klein beschäftigte sich mit Den MMWn FwW M trat energisch allen Der strebungen c.üs Unisieation mit den Neologen entgegen. Ueber Ie s chiw afragen referierte, Dr. Deutsch, Paszto. Im Anschluß an das Referat, das insbesondere den Uebelstand der Sammelreisen der Vachurim wäh- '_L geriefte, iäürBe %iie faßt, die Aufmerksamkeit der orthodoxen Landeskanzlei auf diese unwürdigen Zustände zu lenken und um die Bereitstellung einer Summe zu ersuchen, aus der die unbemittelten Vachurim während der Ferienzeit versorgt roerDen können. LömMimr Silk? Nt kill Miriim über den Stand der Versorgung mit Tefillin, Mesusoth und Zizich. Einen politischen Anstrich schien das Referat von Oberrabbiner Iungreis über die Daf Jaumi- Sch.iurim haben zu wollen. Nach längerer Debatte ernlgke ttian jicl) Bäräitf, iill UßB 1 B4fiselben Traktat zu lernen, sich aber nicht an das tägliche „Blatt" zu binden. Besondere Aufmerksamkeit fand das Referat des Rabbiners Su^mattn «us Budapest, dar auf Grund seiner Evez Jisroel-Reife zu starrerer Beteiligung an den Eamnrlungen für Erez Jisroel mahnte. Auf Grund des Referates wurde beschlossen, in jeder Gemeinde zwei Gaboim zur Organisierung der Büchsensammlungen einzusetzen. Ein recht unerwünschtes Nachspiel der Konferenz war ein roher Ueberfall durch eine Bande „Erwachender Ungarn", die die Sitzungsräume mit Steinwürfen bombardierten, so daß mehrere Rabbinen Verletzungen davonkrugen. Dis Fenster der- -Synagoge wurden zertrümmrrt. Am Abrnd umgmT«ltr -eine {tavte ^ostg^imacht das Gotteshaus und verhindert weitere Ruhestörungen. Die Vorgänge in Reurumänien im ungarischen Parlament. Budapest, 8. Dez. Gegen Schluß ‘ der heutigen Sitzung des Abgeordnetenhauses interpellierte Abg. P a k o t s wegen der Aus-, fchreitungen in Großwardein. Der Urheber dieser Greueltaten gegen Juden- und Ungarn, sagte Pakots, ist eist Individuum namens Cuza, der unter dem Vorwand des Antisemitismus das gesamte Ungartum Siebenbürgens zu HWss DÄN will. W WWW, W W MDWW iss Ungarn aus der gleichen moralischen Quelle schöpfen wi^. jchrer Euza, der, seinerzeit nach Budapest kommen durfte^ m hier m Bmi« Wl-mgarPm Mililmi d>< U tevnationale Solidarität des Antisemitismus zu verkünm. W. AM Tflflfii: „Mit Der ArMiing Des mW des' Oberrabbiners von Nagyvarad (Großwardein) ist auch^ die Ruhender.„v^arischen, Ngtion zerstört."^ Die i^Eome in <Bt?öfe«twi^cin Ütii» . BudÄsttzst, 7. Dez. . Sonntag wurde in ® ro ßwar d e i n ein Studentenkongreß eröffnet, dem Delegierte aus allen Unioerst^ tätsstädten Großrumäniens, besonders aus Bukarest und Jassy, beixoofynten. Schau am OJiontag fam -es zu anftjemstischen Kundgebungen, denen gegenüber die Polizei sich vollständig passiv verhielt. Dienstag früh durchzogen die Studenten -johlend die ganze Stadt, drangen zuerst in die Wohnung des Rabbiners Keczkemety «in und verwüsteten das ganze Haus. Sie. holten dann in den m Wkr m ,pw m «dm fitm genden Namen herunter, zerstörten zwei Druckereien, in denen Magyarische Zeitungen gedruckt werden, zerstörten das Hykal des Katholischen Klubs, verprügelten die Juden und die Magyaren. Jetzt erst trat die Polizei in Aktion. Sie erwies sich als ohnmächtig und es mußte MiMür requiriert werden. Es kam sjju ßenkäistpfen, rövhei drei Äud en g etötet und 40 verletzt wurden.- Nach mehr als vierstündigen Straßenkämpfey konnte -die Ordnüng' 'wieder hergestellt werden. M Will ist wir WSMMlkm, AM mm sW MlNtäri patrouilliert durch die Strdtzen. Die Studenten wurden von der Polizei"gezwungen^ äbzureisen. Aus Mar o sv as ar he ly wird telegraphiert: Am 5. Dezember reisten einige hundert Studenten aus der Moldau hier durch, um sich zum Kongreß nach Großäll die jüdis^en Passagiere blutig und warfen sie aus dem Zuge. Dies wiederholte sich an mehreren Stationen dieser Eisenbahnlinie. Die in das Ausland kommenden rumänischen Zeitungen können ausführlich nur über die Greueltaten berichtkss Die Die MilDenten auf Don Wege zum KüligreD in Grohwardein begangen haben. In allfn Zügen, die aus verschiedenen Richtungen nach Großwardein fuhren, wurden die jüdischen Reisenden furchtbar terrorisiert und gepeinigt. Den älteren Juden wurden die Bärte ausgeüipi. IBUfc jüdifchL RtistM «suüBik üui ten Mzgons geworfen und erlitten Verletzungen. Im Zuge Nr. 237, der von Kifchinew aus fuhr und welchem zwei Waggons mit Studenten der Theologie angeschlossen waren, ereigneten sich ähnliche Fälle. M m Mg rik fnt 5v?sMD» 5*pntten die Studenten die jüdischen Reisenden zu prügeln. Sie zogen die Notleine und zwangen das Zugpersonal, den Zug nach Salnici zurückzubringen. Zier begannen die Studenten auf dem Bahnhof und im. Orte selbst die EchsAn sinzllsHlsgm M.M Bis SüBsh gehörten, zu plündern. Mehrere Geschäslsläden und Wohnungen wurden demoliert, die Mischen Bürger der Stadt schwer mißhandelt und geschmäht. In Pasch ca n i verließen die Studenten aus Jassy die llllilgltedör dös 6kdens Michael"' find, den Zug, und verprügelten auf dem Bahnhof und in allen ankommenden Zügen die jüdischen Passagiere. Mehrere Reisende wurden schwer verletzt. In. Brasov und in anderen Städten wurden die Gasthäuser «l lffls litt " Nach neueren über die Grenze gedrungenen Nachrichten wurde über Großwardein der Belagerungszustand verhängt. In den Straßen patrouilliert Polizei und Militär. Der Jude Ignatz Katz wurde, als er auf m MMW Mm nW mmnm mm m ssn Studenten toigefchlagen. Der Journalist Fleischer, ein Jude, wurde blutig geschlagen, man brachte ihn in schwerverletztem Zustande in das Krankenhaus. Man zählt.in Großwardein 5 Zote, darunter 3 Juden. Mehr als 70 Verletzte befinden sich in ärztlicher Behandlung. Zwe. Hotels und drei.Kaffeehäuser sind vollständig zerstört. . Drei Synagogen, mehrere Bethäuser und eine große Reihe jüdischer. Geschäfte und Häuser sind verwüstet. Dr-e Handelskammer hat die nichtbeschädigten Geschäfte üufgesordert, den zerstörten Firmen durch Warenübergabe auszuhelfen. Am Schlimmsten hausten die Studenten in.den vornehmlich von Juden bewohnten Nebenstraßen. Ein eigenes Detachement durchzogt mit großen Scheren ausgerüstet, die Stadt, um allen bär- Wll Mllllök«, PH W m\\m 88Lk ist ißMlliVSh nungen fanden, den Bart abzuschneiden. Ueberall waren die Studentinnen voran. -}: ü Volriit ' Die potnischen Pütlamentswahlen uyd die Mischen Parteien., - ' angehören wird. Rach längerer Debatte wurde beschlossen, die Angelegenheit dem Hauptrat der ostgalizischen Zionisten zur Entscheidung vorzulegen. Beschlüsse des Rabbinerverbandes. Warschau, 12. Dez. Die Konferenz der Agudas Harabbanim faßte nach langen Verhandlungen Beschlüsse, die für die weiters Entwr^kung po1n!s^>en 3ul»cn^!k von größer Eeltcutung sind. Es darf kein Dajan in einer Gemeinde ohne Genehmigung des zuständigen Rabbiners angestellt werden. Der im Gemeindegesetz vorgesehene Oberste religiöse Nat muß zur Hülste aus Rabbinern bestehen, welche von Rabbinern gewählt werden. Der Punkt des Dvkrels, der die Möglichkeit der Schaffung eigener Gemeinden bietet, sei nicht auf jede Gruppe und jedes Bethaus auszudehnen, sondern beschränke sich auf die Großstädte. Der Oberste religiöse Rat muß das Recht hstzs», Pskssns», Bir Bs» Cäbbrt n»B L«Bri2- NsliZiSttZgefetze öffentlich übertreten, aus seiner Mitte auszuschließen. Alle Mitglieder des Oberrates müssen aus freier Wahl hervorgehen und nicht nominiert werden. Bundistisch antisemitisch. Wilna, 11. Dez. Die jüdischen Schulen in Wilna erfreuten sich bisher einer Berücksichtigung, die verhältnismäßig befriedigte. 36 Mz. m MkMilM MllMWlß fielen Den iiiDi? schon Schulen zu. Nach dem Prozentsätze der Bevölkerung hätten die Juden zwar Anspruch auf 50 Proz., aber man konnte im Vergleich zu anderen Städten schon damit zufrieden sein. Nun blieb es dem bundistischen Ratmarrrr, der mit der Berichter^attun^ üb«r das ^üdUl^e Schulwesen von seinen Kollegen und in gutem Vertrauen auch anderen Parteien beauftragt wurde, Vorbehalten, die jüdischen Rechte auf Schule und Bildung zu schmälern. Zunächst unterschlug er in seinem Berichte an die Karnmisston einfach alle jüdischen Schulen, in denen Tausende jüdische Kinder nach aller jüdische Weise lernen, genannt wurden von ihm einzig die b u n d i st i s ch j i d d j.s ch i st i s ch e n Schulen. Als dis anderen jüdischen Ratmänner ihn zn berichtigen ^uc^ien, irai er mit einer pafemlfcfjen Reite hervor, Die jedem waschechten Antisemiten alle Ehre gemacht hätte. Er nannte die religiösen Schulen Brutstätten des Fanatismus und „finsteren Aberglaubens", und beschwor den Magistrat, diese Schulen mit keinem Zloty zu unterms«, ms ölr MlliMuls« MW« MW denunzierte er als antipolnisch.',.Er erklärte zum Schluß, daß 36 Proz. ein viel zu hoher Prozentsatz sei und eine Schädigung der polnischen Interessen zu Gunsten der Jüdischen bedeute. Es ift sehr zu.befürchten, daß dieses Auftreten eines 3ut>en fleaen tznven und iftre aeiftiflen tin»» lOiitni lONtiit tin* iij*» Interessen böse Konsequenzen auch über Wilna hinaus haben wird. Daß die Linksparteien selber noch nicht die . „Warschäm,, 7. Dez. 9m,: Syaiife bes Süb-iftf^exr'^)rteHoTtarrat*c^; f<inb bie «xfie > > > >!l!r [ll Sitzung aller' jener jüdischen Parteien und Organisationen statt, die ihre Bereitschaft erklärt haben, dem jüdischen nationalen Block beizutreten, der bekanntlich einen Teil des allgemeinen Minderheitenblocks bildet. An ber Beratung nahm auch M r s r a ch i teil. Abg. G r ü y-- daum gab ausführlichen Bericht über die ^ili>ung!>es Minderheitenblocks und dessen Aussichten bei den kommenden Wahlen.- Die Agudas Jisroel lud ihrerseits alle jüdischen Parteien und Organisationen zu einer Beratung über die iityiipipinM allpnmnßnjnDiliijflniSTDffißs ein. Die Aguda hat sich aus bekannten Gründen gegen den Eintritt der Juden in den Minderheit e n b l o ck ausgesprochen. Große Sensatton erregte die Nachricht, daß zwischen der Arbelterpartei „Bund" und den „Paals Zion" ernste w^g?U ^c^affung eines gerneinfarn-en Wahlblocks gepflogen werden. : Wie aus Lemberg telegraphierr wird, hat Dri Leon Reich in einer Sitzung der Exekutive der' zionistischen Organisation Oftgali^ns b-eantragt^ mir den weftgali^rfchen Zionisten einen gemeinsamen Wahlblock zu bilden, der dem Minderheitenblo'ck nicht Kraft aufbringen, sich vor solchen Pa^telMrern.^zn schützen! . - ----- m/~" Die Finanzgebahrung der Amsterdamer Gemeinde.; 21 m fte ria m , -5. Sej. Dem Kerkeräad (Gemeindevertretung) der niederländischen Hauptsynagoge ist vom Vorstand soeben der Voranschlag für das Jahr 1928 mit eingehenden Vorbemerkungen und Erläuterungen überreicht worden. ffiiai balanciert in Einnahme und Ausgabe mit rund 600.000 holl. Gulden. Hiervon entfällt der verhältnismäßig recht bedeutende Betrag von 83.000 Gulden auf Verzinsung von Anleihen -und Darlehen, etwa 100.000 Gulden auf Subventionen von Schulen.und sonstigen Institutionen, wozu weitere 45.000 Gulden für Unter- MM. te Mbinzf MMt 73.000 Gulden, die Administration 76.000 Gulhen. Pon den Ausgaben werden 330.000 Gulden durch -Steuerbeiträge gedeckt. Das Kafchruthwefen lieferte einen Ueberfchuß von rund M.000 Gulden. Die Steuerbeiträge wiesen im Jahre 1927 gegen das vergangene Jahr einen Rückgang von 10 Pryg. auf, der aus dir ^rschlrchterung der wirtschaftlichen Lage zurückgeführt Mird. Trotzdem klingt 0er Bericht des Vorstandes mit Recht in hoffnungsvollen Betrachtungen aus, die sich auf die Jahrhunderte lang hMMtk LMMM Dir WWIN HimiinsHkst Hollands gründen.