Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 68 (1927)
- Issue
- Heft 50 (15.12.1927)
- Date
- 1927-12-15
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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Seit- 8 Nr. 60 Der Israelit tatar insbesondere der chassidischen Kreise an der Spitze. Nun soll gegen die Persönlichkeit und die Verdienste des' Herrn Kesten bäum, der auch vorher bereits den Repräsentanten angehörte, nichts gesagt werden, und fopfttfiö) sind vor der MgüttigW NüMimsMg W Kandidaten und noch kn letzter Stunde vor Einreichung der Wahloorschläge Verhandlungen mit diesem Herrn ge pflogen worden, um zwei getrennte orthodoxe Listen zu vermeiden: sie scheiterten an den Forderungen, die die kinzelnkn MMDatW ous m MWe PläziLtüüg stell ten und so mußte der Leipziger Jude-nheit das betrüb liche Schauspiel geboten werden, daß neben den vielen andren Sondergruppen auch die Orthodoxie ohne irgendwelche weltanschauliche Differenzen in 3x0ei Lager geteilt Bli? entgegen ging, Sie. folgen blieben nicht aus obwohl die Orthodoxie, beide Listen zusammengerechnet absolut die größte Stimmenzahl, 1115 Stimmen aus sich vereinigen konnte — die Volkspartei (anläßlich der Wah len neu etabliert) erhielt insgesamt 1091 Stimmen, die Mklnlkn Sü8 stimmen --- entfiel aus sie nur ein Mell dat, und zwar wurde, wie bereits oben gemeldet, Herr Kestenbaum von der sogen, ausländischen Orthodoxie gewählt, während es der anderen orthodoxen Liste nur an wenigen Stimmen fehlte, um auch ihrerseits ein Man Öflt §U Äiests merkwürdige Wahlergebnis in nerhalb der beiden orthodoxen Listen ist wohl in der Hauptsache der von beiden Parteien verschieden ausge übten Wahlpropaganda anzurechnen, die auf der einen Seite in chassidifch-temperawentvoller Weise gehandhabt &U5&S, aus ter «nWrfn Seite aber in ihrer etwas AU vornehmen Zurückhaltung nicht ganz den harten Notwendigkeiten eines Wahlkampfes entsprach. Den Vorteil dieser bedauerlichen Spaltung genießen jedenfalls die beiden zionistischen Parteien der Volkspartei und Poale W?Nt rik WsMMkN ä lünDQtlt MNNWN. - ders bedauert wird es in allen Kreisen, daß Männer wie die Herren Goldrei, der im Vorstand der Gemeinde das Kafchruthwefe.l unter sich hatte, und Herr I. B Sachs nun nicht mehr in die Gemeindestube zurückkehren können. Was im W NNMWN M WM ziomstlfchöll Mehrheit für Folgen haben kann, läßt sich noch nicht übersehen. Es besteht übrigens die Möglichkeit, daß das Wahlresultat in seiner Gültigkeit noch ang-e^ocfjten roeröen wird, da in einer Wahlgruppe entgegen der Wahlordnung eine Vermischung der ausländischen und inländischen Stimmen erfolgt ist. Wie wir hören, ist bereits ein Protest gegen die Wahl im Gange. Aw^orMtfchs Antwortschreiben an Henry Ford. Leipzig, 7. Dez Der greis« antisemitische Agitator und Verleger Theodor Fritsch, der bekanntlich geleugnet hat^ daß ihm Ford den weiteren Vertrieb des Buches: „©er ntiemaitonate ÜÜ&4" in fceuljrtjer imb ^pan^chrr Sprache untersagt hat, hat sich nun endlich doch entschlossen, die Existenz dieses Ford-Lriestzß.^uzugeben und veröffentlicht.nunmehr sein liilititfi'ta Fack & st«llt sift. J4 durch das Vertriebsoerbot 9^00 Exemplare der deutschen UW Äüsgäbe entwertet werden, und füg? hinzu, daß „dadurch ein unschätzbares Geistesgut der Menschheit verloirön geht." Zum Schluß erklärt, sich Fritsch bereit, die vorhandenen Exemplare des Ford-Buches zur Verfügung zu stellen „unter Bedingungen, die sich auf {Utllegentrem Statt verzeichnet finden". Dieses Blatt veröfsentlicht Fritsch nicht, allein aus seinem Kreise verlautet, daß Fritschs finanzielle Bedingungen so hoch sind, daß sie in keinem Verhältnis zu der immerhin hohen Vertriebseinnahme aus dem Ford-Buche stehen. (ITA.) .16, DKkMVKlM Die oflpreutzifchen Religionslehrer und das Judengefeh. Königsberg, 9. Dez. Der Verein jüdischer Religionslehrer Ostpreußens hat in tinrr Dor knrzM nDWaltöNN TszunZ Im sölgeü^n Beschluß gefaßt: „Die Religionslehrer und Kultusbeamten Ostpreußens erklären, daß sie in dem vom Verbandstag'^des Preußischen Landesverbandes angenommenen Entwurf eines Gesetzes betreffend die jüdische Religionsgemeinschaft in lUttte geeignete |Üv ein preußisches Judengesetz sehen können, das den Erfordernissen der Gemeinden uNd jüdischen Beamten Preußens zur Sichernug ihrer Existenz und den Bedingungen eines kraftvoll sich enthaltenden Landes? eMMK WtspNÜjt. Dllgll erscheint unbedingt notwendig, daß jede Gemeinde zum Anschluß an einen der anerkannten Landesverbände fetzlich verpflichtet wird, vm gegebenenfalls Anspruch dessen finanzielle und ideelle Unterstützung zu haben : zum anderen, daß der die Existenz unserer kleinen. Die Woche. Berlin. Theodor Fritsch, der sogenannte „Altmeister" der deutschen Gotteslästerer, hatte im „Hammer" einen Artikel veröffentlicht, betitelt: „Um das Schächtverbot". in dem mit Bezug auf da^ Judentum die unflätigsten Ve- WMUMn enthalten waren. Um Lsnttslvüt'SM erstattete Strafanzeige wegen Gotteslästerung und das Amtsgericht Leipzig verurteilte Theodor Fritsch zu 300 Mark Geldstrafe an Stelle einer an sich verwirkten Gefängnisstrafe von drei Tagen. —Vom Schöffengericht in Hannover wurde der Student Eberhard M Ü i [ 8? , tzölli iU ®l{üMüttg ^er Sqnagoge in Hannover im Juli ds. Js. zur Last gelegt wird, wegen Aufreizung zum Klassenhaß, Beschädigung von Kultgegenständen zu drei Monaten Gefängnis verurteilt. — Möller; Würzburg, hatte iw „Völkischen- Beobachter" 0 e N i r «! y e r e! N deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens beschimpft, sein Vorgehen als „pöbelhaft und frech" und als „jüdische Gerissenheit und Frechheit" bezeichnet: Er wie der Schriftleiter des „Völkischen Beobachters"^ Stolz in g-Cerny , wurden zu je 100 Ä!a?? üerwrl?vU, — ^rofeffor Dr. 0. Möller, der in seinen Vorlesungen eine antisemitische Propaganda entfaltete, ist auf Grund der Ergebnisse der Voruntersuchung suspendiert worden. Mannheim. Die Wahlen zum Synagogenrat und zur Gemeindevertretung fanden <xu| Orunt» eines ^OM^roMsif«s ganzen den Parteien statt. Gewählt wurden zu Zweidritteln Liberale, zu einem Drittel Orthodoxe und Zionisten. Mülhausen. Am letzten Sonntag fanden im Oberelsaß die Wahlen zum Konsistorium statt. Die relativ meisten Stimmen erhielt Dr. Ernest Meyer, der Mrßt&j? m 8?H8öWn Mchiüng, £er ugxausstchtkich in einer Nachwahl «m nächsten Sonntag nach Rücktritt eines Gegenkandidaten gewählt werden wird. Nürnberg. Bei den. Neuwahlen zum Vorstand der hiesigen Kultus- ««kMr![! 8 w «m laiTOiomii tu Wli teien gekommen. Vorstand und Gemeindevertretung werden vom neuen Jahre ab aus 21 Liberalen, 10 Volksparteilern, darunter einem Orthodoxen, einem Ostjuden und einem Vertreter der sogenannten Freien Linken bestehen. London. Der bekannte Philantrop, Bernhard H.8Ü8R, lat [«inen??. Heburtsiag durch Verteilung von nicht weniger als 650.000 Mark an etwa zweihundert Hospitäler und andere philantropische Institute gegangen.' Jeder der 2750 Angestellten der Baron'schen Fabrik er- , hielt als GeburtstagsgeWenk einen Wochenlohn und einen Kuchen. Es ist d«S KM Ugft baß Mr. Baron seinen Geburtstag in dieser fürstlichen Weise feiert. Im ganzen hat der hochherzige Mann während eds letzten Jahres dreieinhalb Millionen Mark weggeMkt. - Äm Parlament wickelte sich ein weiteres Frage- und Antwortspiel zwischen mehreren Abgeord- NöM 9kmsby 8ove über iiie 5 0 i e eer- Konzession ab. >Ierusolem. Lötd P'l u m e r hat ein Komitee zwecks Ausarbeitung eines Bauplanes für das palästin e n,f üfch e archäologische Museum, für welches John' ©.-Nockefeller lr. jpwl Mllllmw DM« °r> nanni — Die österreichische Orient-Haudels- ' kummer hat ein Büro in Palästina errichtet, dem u.» a. die Errichtung eines ständigen Palästina-Pavillons auf der Wiener Handelsmesse und die Entwicklung der ^«nenst^-Sst^fHstElN jOflnDCl* ziehungen obliegt. — Die Regierung hat, um der kommunistischen Propaganda in Palästina entgegenzuwirken, die Moskauer großen Tageszeitungen, sowie die jüdisch-kommunistische Tageszeitung „Emes", das Organ der „Jewfekzia", für Palästina verboten. — Nach- Dem Dir.;;;r MistWllMWe in Verfolg ihres Sparsystems der Jerusalemer Kunst- und Kunstgewerbe-Schule B e z a l e l die Subvention entzogen hat, mußte diese Schule ihre Tore schließen. Paris. Der Großrabbiner von Tunis, Stadt und Land, Rabbi Mosche Sitr.uk, ist im Alter von 85 Jah- ®r mar Mer Dir lMMWon und stand bei den französischen Behörden in großem Ansehen. Newyork. Dr. Stephen S. Wise widmete seine letzte Predigt im Tempel „Ernanuel" der Kritik des Films „König der Königs." und forderte die Zurückziehung des Films ans du» — meinden untergrabenden Steuerdrückerei mancher leistungskräftigen Juden mit Hilfe des Austritts aus der Gemeinde oder auch nur durch Androhung desselben wirksamer entgeßMxxW M IS 01 DM Öng6ItO!11f menen Entwurf vorgesehen ist. — Die Versammlung erwartet, daß eine nochmalige Beratung in der Angelegenheit stattsindet und der Gesetzentwurf dabei die notwendigen Abänderungen erfährt." wmmmm . < Oberrabbiner Dr. Lhajes f. A. Wien, 14. Dez. (Telegr.) vberrahhiffks Kf, StzallS ist MM'UM UM Neun Uhr plötzlich an einem Herzschlag verstorben. Aus der Wiener kullusgemeinde. Wien, 5. Dez. Vn der WM MMlWy Mang Des Minsnm§ standes hielt der Vorsitzende dem Präses der Pester ortho, Loxen Gemeinde, Alexander Lederer, einen Nachruf. Der Präfidialbericht. verbreitet sich dann ausführlich über die Einnahmen aus den Gemeindesynagogen, die ArrnmWisnng za M.MsMM M CülwiLlung der Fürsorge-Institutionen. Die Finaüzlage ist äußerst prekär und zwingt zu stärkeren- Einschränkungen der Ausgaben. Der Antrag der Sozialdemokraten auf Aendsrung des Wahlrechtes im demokratischen Sinne wurde Mik 18 ZLM 15 W4j -^enninlsnoijnie bcs Beschlusses des Vorstandes ab ge lehnt. Damit ist die Wahlrechtsreform vorläufig gescheitert. Die Ablehnung führte zu lärmenden Skandalszenen, so daß die Verhandlungen erst nach längerer Unterbrechung fortgesetzt "°r°°ü Mitni sst BMI 8er WcrWlMMinWii über Jugendgöttesdienst, Jugendbibliothek und Lichtbildervorträge wurde von der Opposition einer scharfen Lklitik unterzogen. Jü der Debatte fand auch Kultusvorfteher Wolf Pappenheim Gelegenheit, das Ür* teil ber Or^oöPgie üver deff tM HiMH MMMglichkN, teils in scharfem Widerspruch zu den- Grundsätzen des überlieferten Judentums stehenden Charakter des gemeindlichen Erziehungswesens eindrucksvoll zur Geltung zu bringen. bewegt« Sitzung schloß mit einem Berichs, des- Vizepräsidenten Dr. Josef Löwenherz über' die' neue Unterbringung des „Jüdischen Museums". An Stelle eines ausscheidenden Vorstehers ist Herr Michael Sternfeld als orthodoxer.Vertreter in den Bor» lM MWM. ' -- Die ungarischen Orthodoxen unb der Zionismus. 'Wien, 5. Dez. Der Oberrabbiner der Bester orthodoxen jüdischen ©e-. mil032, D§?r^RU5mllgüe^!!'oppei Reich, stellt in einer Zuschrift an die „Neue Freie Presse" die Meldung von. dem Stättfinden einer Konferenz orthodoxer Rabbiner Unprns in irtfe h». pel Reich fort, die Mitteilungillusorische, duß' sich eine ürMDü^ö mit ireni Zionismus öe-- faßt habe. - Das Dementi von. Rabbi Koppel Reich bezieht sich auf eine aus ziomstischen Kreisen stammende Mitteilung, -daß-.-eine. .vor kurzem ftattg-efunb-eite ' Äanfeten^* ortj^o- Rabiner veschlossM hat, diejenigen Mitglieder orthodoxer Gemeinden, die der zionistischen Bewegung beitreten, in den- Bann' (Cherem) M>;tun.'- > Ablehnung bas attgettteinett gfeic^en t&afjtvecfjfe^ W i e'n, 4. Dez. Der Vorstand der Wiener Israelitischen. Kultusgemeinde hat nach einer stürmischen Debatte mit 16 gegen. 15 Stimmen den neuerdings von den Zionisten und. Poale Zionisten gestellten Antrag auf Einführung des- IIlQimiÖnßn NläMxHtss für bit Gemeinde abgelehnt. Das derzeitige Wahlrecht ist von der Leistung, einer Kultussteuer in einer gewissen Höhe abhängig; viele. Tausende Juden sind darum nicht wahlberechtigt. Tagung des Machasike ^crbcr^-Vereins in Ungarn. : J; >! Budapest- 5. Dez. Der ungarische Machasike. Hadaß-Verein hielft^gestern in dem nordungarischen Jnduftri^^ESO Z nMn Im « N unter starker!Beteiligung «ne'Plenarversammlung . Geschäftsführender Präses ist Rabbiner "Viktor. 12127887