Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 68 (1927)
- Issue
- Heft 47 (24.11.1927)
- Date
- 1927-11-24
- Page
- – (sequence 15)
- Language
- German
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21 November 1927 D er Israelit Nr. ß? Skttk g Mitglieder, welche denn auch eine rege Beteiligung wohlhabender Gemeindeangehöriger um so Gesellschaft sür'jüdische Volksbildung. Die Gesellschaft veranstaltet gemeinsam mit der Ortsgruppe des Jüdischen Frauenbundes am mehr wünschen und erhoffen löks lontoQ.!M 38 - MvMMli ln öks Fs«nkfurt- Eyr wunden uno eryonen layi. Loge, 8*4 Uhr, einen DiSrusslonSaSemd über das Thema „Wir und das Reichsschulgesetz". Einleitendes Referat hält S)txx Prof. Dr. Moritz Werner. Freie Aussprache. ' ’ ' Talmud Thora-Dereln. Frankfurt am Main. Vom ääorstan^ brs Th SSL iffi ß IBS wird uns mitgeteilt, 'daß am Freitag, beii 2ö, %' sh. nacy dem Äbendgottesdienst im Hörsaal der Synagoge Börneplatz ein Vortrag des Herrn Kantor und Lehrer I. B. Levy, in der Synagoge Hermesweg ein Vortrag des Herrn Emil Gottlieb stattfindet. Samstag nach Mrnchoh hält Lehrkurs für junge Leute über „Die Zrunl>le^tt iu Wsntumin MülMnW" Mrr MM Dr. H o f f m a n n, um HA Uhr hält im Hörsaal der Synagoge Börneplatz Herr Rabbiner Donath einen Schrur für Damen. ab. Sonntag, den 27. um 6 Uhr abends findet in; der Synagoge Börneplatz Thrllrm-Vortrrrg des Herr» Rabbiner Dr. Hoffmann ftaU. 75. Geburstag. Fräulein Amalie Ba ermann, Brüder Grimmftraße 32, feiert f. G. w. am 3. Dezember ihren 75. Geburtstag. , (sie erfreut M turnt ihm WMn unö xinermübs lichen Arbeltfamkeii, mit der sie noch bis vor wenigen Jahren ihrem anstrengenden Berufe treppauf treppab nachging, und dank ihrer heiteren Beweglichkeit allgemeiner Beliebtheit und Wertschätzung. Möge Gott ihr noch viele Jahre sorgloser Ruhe schenken. Gelchäslsjublläum. Die Firma Felix Horov >itz hier, EchWesie. 7, begeht am 2. Dezember das 25jährige Geschäfts jubiläum. Inhaber und Gründer ist Herr Felix Horovitz. Das Alte Gesetz. AllerhLlligentor zeigen diese Woche eilten Film, der seinerzeit un viel von sich reden machte und besonders in jüdischen Kreisen großes Aufsehen erregt hatte. Die Fabel ist uns wenig sympathisch, aber gut gemeint und vor allem ist das Spiel vortrefflich, spiegelt in lebendigen Szenen e^tes QStjettoleben miber. 5>ie Technik dies LS Films verdient höchstes Lob, aud) wenn wir nicht öäkÄtt ßlfUlMtt möchten, daß im alten Gesetze kein Raum sei. für einen kunstbegabten, aufstrebenden jungen Menschen, der aus der Enge ins Licht strebt, und noch weniger daran glauben können, daß ein alter Rabbi mit einem halbwegs abtrünnigen Sohne, der schon mit einem Fuße außer- MW SuDtntllli W, rn » ®“1* ”T"'ln dieser Sohn höchste Stufe erlangt hat, sich aussöhnt un absittüet. Das sind Angelegenheiten des Autors, der im Programm annonym bleibt. Für die Regie zeichnet l1 flupont. Lie GhewzeM nimm mit der realen, ins mzelue itnb bis nufs u 11 Km esWjchw!8MII WUM, ,,W tziWz--) Amrum M o r k w I n; Msi i?«? \ «t uxxb andere prominenten Namen der jUktdischöN ThMlerwell. Auch Henni'Porten ist neben den anderen Gestalten d e r W e l t im zweiten Teil vertreten. Regie und Filmtechnik haben somit an nichts fehlen lassen, das jüdische Milieustück zu einer Augenweide ersten Ranges zu gestalten. Im Wandel der Zetten. Aus Ar. 49 des «Israelitvom Iahre 1877. Wir haben jüngst einige Notizen über bie Brrpitntjlf Bef wsMsgL: fbracht. Was die israelitische Fräuenkrankenkaff e betrifft, so fällt die Zeit ihrer Gründung in das Jahr 1761. Die Stiftermnen waren die Frauen May, Hanau, Elsaß, Oppenheim, Schütz, m ÄMM öio Ißprs auch ein LkZU 88N 360 Gulden vermachte. 1791 wurde ein Zimmer für kranke Mitglieder eingerichtet. Der wöchentliche Beitrag war damals 3 Kreuzer. Als die Familie Rothschild für die beiden Anstalten die Häu- \nZzv MHKßigklchßnflraP Manie: ögftM sie zugleich, auf Verwendung des Herrn Siegmund Geisenheimer, jede derselben mit 1500 Frs. Rente, in Anbetracht der durch die größeren Räumlichkeiten gestiegenen Ausgaben. Zum An- PkNtkN an die Herren Freiherren Meyer Amschel, vklkkklt an oteo)««».. ß....),., - , Amschel Mayer, Salonton Meyer, Nathan Meyer, Earl Meyer und James Meyer von Rothschild erfolgen an deren Todestag je eine Aufnahme unter Erlaß des Einkaufsgeldes. Der jährliche gär MMmMgnkMkaffö Manu m.Im auf 10 Mark; derjenige zur Fruaenkrankenkasse ist. 15 Mark. Daß der letztere höher ist, erklärt sich, aus der zarteren Gesundheit des weiblichen Ge^lec^ts und der daraus resultierenden häufigeren Inanspruchnahme der äaffe feilen» Ke? Me sich Welt und Zudengasse im Maharil spiegeln. (Schluß.) . - Hochzetteul saubeu nach Matzari! im Gtziiiö stets am Freitag statt, mit einer großen Vorfeier am Donnerstag nachmittag und abend. Freitag vor Beginn des Gottesdienstes, im Winter vor Tag, vollzog sich im Schulhofe bei Musik und ^«ckelli«^ der Akt des „Malens". Die eigentliche Trauung erfolgte gleich nach dem Gottesdienste auf dem Almemor inderSynagoge, woran sich das Festmahl im Hochzeitshause anschloß. Am Sabbatmorgen wurde der Bräutigam in festlichem Zllgk M TyrllWgk gksettet, Unter freiem Himmel ging die Trauung nur bei Vermählung eines Witwers mit einer Witwe vor sich. Als Zwecke, denen die Spenden des Bräutigams und der Hochzeitsgäste zugeführt wurden, werden im Mhllkil genannt: EynogogknllDlkr, Wimmln für die Thorarolle, Beiträge für Jeschiwa oder zur Ausstattung armer Bräute. Als Kefubobetrag zeichnete man in Köln 200, in M a i n z 600 Gulden, weil „die am Oberrhein vornehmer und reicher rvarsn." (tnorm» inr») feien. Einmal geschah es, baf ber @o{er bie Sefubä ä!Z fÜ£ die schuldig gebliebenen Gebühren zurückbehielt. Maharil machte die Gültigkeit der Ehe von der Einlösung der Kesuba abhängig, und dem armen Thoraschreiber war geholfen. Was nichl Doninis im WM nnts ggfiami In Mainz hatte einmal der Vorbeter an Purim beim Verlesen der „zehn Söhne Hamans" aus der Megiloh eine kleine Atemstockung, was gegen die Vorschrift verstößt. Man meinte, man müsse wirS» boh «orne Beginnen, Maharil enlWkü. es genüge, daß man von izm mxa Nvn wiederhole Ein anderes Mal fing man am Hofchano rabbo- Morgen bei herrlichem Mondschein, der die Sonne vortäuschte, zu früh mit dem Morgengebete an Bm kllWk tSIt WtM einen g°pa am Rüsttage zum Kislevneumonde ein. Rabbi Sälman aus Salzburg richtete eine Frage nach Mainz, ob es ihm geftatlet sei, einem Mschof (jimi) eineMesusozuüberlassen,die Ki-s-e wüMte. Maharil ö e r b o I: es. 8s Msii sW wie MMMzr f,Westen! wurde, (siehe Altmann: „Israelit" Nr. 38) um Erzbischof Eberhardt, der, erst judenfreund lich gesinnt, sich wahrscheinlich infolge dieser Begebenheit, in einen grimmigen Judenfeind ver- Ein Geistlicher aus Padua erregte sich dar über, daß Ehristen als. Dienstboten bei Juden angestellt waren. Es kam zu einer regelrechten MMation, bei ber man ihm mi( Dem Satze hieniet a*vu Er aber meinte, man könnte den Satz auä('!o ^eu!en, 85$ 8em 5^ der T»stx dienen MÜM Darauf zitierte man ihm ilen späteren Vers: vaa ],n» der über den Zusammenhang keinen Zweifel läßt. ÄÜN^ern erklärte er aber den Grund, warum es in Wahrheit nicht heißt, T>mnx' Die Voraussage kommt hier in ihrem Doppelsinne zum Ausdruck.. Je nachdem, wie Jakobs Söhne zu Gott stehen, dient der Aeltere dem Jüngeren Wjngetefjrt. Rurn und Derufalern ringen um den Vorrang. ' Aber nicht immer ging es so glimpflich ab. Der Geist der Zeit war damals vom Namen des Johann Huß beherrscht, eines Frühgeborenen, der seinerzeit mit Reformen nach der Richung reineren SfauSeiis ml Itefeven rechtes vorauseilte und es in Konstanz aus dem Scheiterhaufen büßen mußte. Man hatte einen Märtyrer geschaffen, und so stieg aus Feuer und NW killk die die Welt in neue Flammen setzte. Es gab einen Hussiteniirieg, und, wie immer im der Geschichte bei großen Umwälzungen, hatten die Juden wieder einmal zu zittern. Man sah. und vielleicht auch ichk iim&l gMZ mit Unrecht, in Mn frtWete, lichen Ideen des böhmischen Reformators jüdischen Einfluß (Eine alte Handschrift, erschienen im Jahre 662 in Hussiatin, spricht von einem Nabbi Wnigior Karo, der ein Freund des ungarischen Kaisers war und dessen Lehren von der Einheit Gottes und dem gottgegebenen Menschenrechte entscheidend auf den jungen Huß eingewirkt hätten.) .An Anlässen hat es noch nie gefehlt. -Dr^erkdrvo 'rvaren irn Rheine christliche Jungen ertrunken, flugs hieß es, die 8ubsn hätten sie zu rituellen Zwecken abgeschlachtet. In einer Kirche wurden Hostien gestohlen, das konnten nur Juden getan haben. Der Herzog A l - b e r t von Oesterreich, ursprünglich Freund der ÖUDtllj üktÄMkll sch m e*nen beeren Judenfeind. Einige Juden werden beschuldigt, eingesperrt und gestehen unter Folterqualen alles, was man von ihnen haben will. Das genügt. Alle Juden Wiens sind dem Feuertode geweiht. Die Gßistlicykßit tritt im letzten MöMklltt als Retterin auf. Die Juden sollten sich zur Heilslehre bekehren, und alles sei ihnen verziehen. Mit wenigen Ausnahmen widerstanden die Wiener Juden der Versuchung, legten Hand an sich und ihre KinK-k, um Ui BeksuHung nus Bern Wege zu gehen. Als am 12. März 1421 am Donauuser ein Scheiterhaufen aufflammt, sind es nur noch 100 Juden, die den Flammen zugeführt werden können. Es läuten die Glocken und die Priester Jtngen die Psalmen Davrds dazu. Nun begann der eigentliche Krieg. Kaiser Sigismund, der allen Grund harre, zu „erröten", zog mit seiner mächtigen Armee, die sich aus Horden der ganzen Welt zusammensetzte, nach Böhmen zum Ausrottungskriege gegen die Husfiten, worunter man alles üerfldKi, MZ sich! jjüt katholisch war, vorab die Juden. Wie mit den Kreuzfahrern so raste auch mit dieser Armee der Rache Tod und Verderben durch die Welt. In den Ghettos hörte rvieder das Zittern und Weheklagen nicht aus. Äus natürlich-)!8eise war teilte Rettung zu sehen, aber in Mainz lebte ja der große Führer, an den man sich wandte. Von den drei Wegen: -sinn '.Vrsn kannte er in diesem Falle nur noch einen: das Gebet. Dreirrziz» Wsim in Den losen Der MM ronrfli für ganz Israel angesetzt mit aller Strenge des Jom Kippur, auch Frauen, Kranke und Kinder nicht ganz ausgenommen. Mein Wunder ge- Bei Saaß in Böhmen mürbe Schismwnbs 2trmee aus uribrstchtlicheu ©rilttden von panischem Schretten ersaßt, daß sie die Flucht ergriff und die Flüchtenden die Waffen gegeneinander streckten, wie das Heer Sanheribs vom unsichtbaren Todesengel gepeitscht. Wer und wo war das Gegenheer, das der großen Akiiiös in Den Weg trat? „M somaicn merßen M keinem jüdischen Hause vorübergehen", hieß es bei Antritt des Feldzuges. Sie taten es auch Mcht. Sie klopften einzeln, verlumpt und halbckhungert, an bie jüdischen Türen, bettelten um m W MK-r» s sx$t on^ m'j’Dsrt nsn ok- Nicht allein jüdisch« Quellen, noch weit ausführlicher beschreiben diese rätselhafte Niederlage der Sigismundschen Armee die christlichen Historiker der Zeit, so auch KÄSl R S118 8 r Dßpii HSßrt als DMiDirt fiir diese Zeit benutzt wird. Rabbi Jakob Mölln zog in den letzten Lebensjahren aus unbekannten Gründen nach Worms, rno er t"sp auch starb Sein Ehrengrab ütfinbcr fitf) in Kct W« Ui KSBBi Meie bsh Rothenburg. Ein Denkmal in Worms oder in Mainz hat man ihm nicht gesetzt, der einfache Grabstein ist bescheiden, die Schrift darauf schwer leserlich . Aber ein anderes Denkmal hat ihm fein umi WM- MB! MM8N 8 » S i S g {J r wera (St. Goar) mit der Sammlung und Herausgabe seiner Aufzeichnungen gesetzt. Es ist i)ies der „Maharil" , der heute in keiner jüdischen Bibliothek, in keinem besseren jüdischen Häufe fehlt, das Äuch her Minhygim, öas &§§ Leben in Synagoge und Familie über die klaren Gesetze des Schulchan Aruch hinaus ordnet und regelt. Der „Rmo" hat bei seinen Randglossen ÜU UUimm MMHM Aruc^ den Mal-oril viel-