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Der Israelit · 1927-11-24 · Heft 47 (24.11.1927) · page 14

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Journal
Der Israelit
Volume
68 (1927)
Issue
Heft 47 (24.11.1927)
Date
1927-11-24
Page
– (sequence 14)
Language
German
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Seite 2 Nr. 47 Drum nimm es nicht für ungut, wenn ich deine Geduld etwas lange erbeten habe und: öffne, öffne, öffne zum dritten Mal deine Hand, böglückö Dil WiktschsftsbiiWi unö )u-ch,sie hunderte und aberhunderte mit reichen Spenden! Direkt (Langestraße 30) oder durch den „Israelit". Dein Freund und Verehrer. Die Woche. Schulanmeldüng. Die Anmeldung derjenigen Kinder, die gu^Beginn m nfutn fantiiaijHB in bis snit 8fr iftmiffluis oder des Lyeeums der Isräelitischen ReltgiüNsgesellschaft eintreten sollen .wird am 28., 29. und 30. November zwischen 12 und 1 Uhr im Direktorzimmer entgegengenommen. Der Tag der Aufnahmeprüfung für diese Klasse wird später bekanntgegeben. Das Zijum-M des Zchatz-Melns. Die voriges Jahr gewählte neue Form für das Sijumfest wurde auch. Heuer beibehalten und sie hat sich wieder ganz vorzüglich bewährt. Das grandiose Thorafest, das längst zum eisernen Bestände unseres WiNterthoralebens gehört, fand wreberurn in den Festräumen öer Franksuri-Üoge fi«U, begann programmmäßig nachmittags 4.30 Uhr mit dem Minchogebete und anschließendem Hadran, worauf Maariw folgte. Mincho- und Maariwgebet wurden von Herrn Oberkantor Peissachowitsch, dem Anlaß entsprechend, in schöner, feierlicher Weise vorgetragen. Herr Herz Sy a 1 p « r rt fand mit feinem. Habran bei dem geistig mkelffllrfltt imt tU iüs üöhle ttiiglhlütlü Ulltitlriuttl großen Beifall. Der zweite Teil, eine gesunde Mischung von Attraktionen für Geist, Gemüt und Gaumen, spielte sich bei herrlichem Kerzenlichte und animiertester Stimmung nach einem vom Vorstande straff eingehaltenen Programme ab. Etwa 260 ©öjte ja^en an den sc^öp gedeckten ^esttafeln, die sich vom Vorstands- und Ehrentisch« aus strahlenförmig bis zur Türe dehnten. Man sah die bekannten Charakterkörpse unserer östlichen ’-rwn Kolonie fast vollzählig. Aber auch aus der Reihe unserer Baale Battim kam so ziemlich alles, was züm Thoralernen hält und gerade abkommen konnte. Man sah auch viele auswärtige Gäste. Offiziell vertreten waren Vorstand und Verwaltungen der Israelitischen Religions-Gesellschaft, die A g u d ainstanzen, Bes Hamidrasch Ostendstraße und andere Vereine und Institutionen, denen allen ein herzlicher Willkommensgrub vom Vorsitzenden m WchMkllH Wllll EMM KNUIINKNN wurde. Ein schönes Quartett fang einen Psalm und darauf ergriff als erster Herr Rabbiner Mosche K a r p e l das Wort, um in längerer geistvoller Rede die ri» die Aelbliiidenheit von Welt und Dcha ilnrzulegen. Es sprach dann Herr Marius Hirsch für Bot [in itl> uith Shrmofhntn höi ükfltfiÄn Sfa lioiDnMMDTL Dü XDDrn als ©iilg Dir iimiinDi und den Schaß-Verein als edelste Blüte am Thoradaume der Gemeinde schildernd. Im Namen des Bes Hamidrasch Ostendstraße sprach Herr Dr. Isaak Breuer. An ein Wort seines Vaters anknüpfend, brachte er in Erinnerung, daß der Schaß-Verein ein Kind des Beshamidrasch ist. das zwar, volljährig, längst pi eigenen Mgi gehl, aDcr immer nnö) linDliSjk Treue zum Vater bewahrt. Prächtige Gesänge ertönten zwischen den einzelnen Reden, wobei sich neben unserem Herry Oberkantor meisterlich hervortaten die Herren Salotnon Sckssra aus Minstadt, Außmann und Herzog. Mus mürbe fo -etwas wie eine Festrebs angemelhet. .©er „£?eft» reWr51, (§err SeS. §. § $ a $ n o id i ß Zog ji| WZ ln Affäre mit einigen humoristischen Bemerkungen über den Wert einer Festrede im allgemeinen : und insbesondere in einer Versammlung dieser seltenen Arsi: Er feierte den Winterfrühling des Thoralernens und. in Anknürrfuncr an «in altes (Efjebermärcfeen von der „eifernen . J 04 It * « . « M I « n | f und papierncn Brticke" gsigte er drn Srvrgk-kltswrrt der papiernen Brücke unseres heiligen Schrifttums im Vergleich zu den wankenden eisernen Brücken, die sich die Mächtigen aller Zeiten, wie sie wähnten, für die Ewigkeit, errichtet hatten. Nene Gesänge nnd kleine Aufführungen folgten, HLK SMüI &U§ U»D MM mit viel Talent und Empfinden drei selbstoerfahte, Solonummer, die Progrom, Slichausmorgen und — gewissermaßen als i2-mb> 121 — > eine Tifchobeaw-Klage bildlich und deklamatorisch darstellten. Mehr von der heiteren Seite packte es Herr Moses Birnbaum, erprobt und fyevocihvt in solchen Situationen, an, nirt < jii < t < i , li til (C tl- VSbezüglichen und recht anzüglichen Couplets, die dankbare Aufnahme fanden. Es sprach noch Herr Dr. W. H o f m a n n für die verschiedenen Agudastellen, insbesondere auch für „Keren Hathora", mit fachmännischer Gewandtheit erklärend und nachweisend, welche Richtig- M m Mit ttm LMMUM« ™ iry* n°r ” vom All« rhellmi ttel der Thora hat. Die einzelnen Traktate wurden sodann verteilt und, wie immer, wieder stark überzeichnet. - Das Benschen ging ohne Versteigerung vor sich und bildete noch nicht den Schlußpunkt. Herr Waisenhausverwalter Marx inroch Din Bmf an einen Kominkliieli Des WWLkr-- eins, Herrn Jakob Becker aus, der sich tagtäglich! unsterbliche Verdienste' auch für die W a i s e n h a u s - kinder erwirbt. Bei weiteren Gesängen fanden sich die Hände von selbst und spontan war ein. Reigen, gebilbet von Ck>«ssidim und MisnugdiM^ Ost UNd ' West fN feine Kreise zog. Um die Mitternacht verließen wir das festliche Haus, nicht ohnL'Lank für die aufopfernde Arbeit der Festleiter und auch für die Damen, an deren Spitze Frau von Burg, die für die vortreffliche Tafel verantwortlich zeichneten. Mögen aus diesem Abend nene Impulse für bas Thoralbeen unserer Stabt auszihiu. Verein GegÄfettigkest. " Der Mitgliedsbeitrag für das Jahr 1928 beträgt 3 Mark; derselbe kann auch auf das Postscheckkonto Nr. 52 800 des Kassenführers Herrn M. Tannenbaum, Oberlindau 56, eingezahlt werden. Die mit Zahlung des Oai/rezbeitraflez 1926 fS Mark) füffstänfjgest MgsMf werden daraus hingewiesen, daß satzungsgemäß die Mitgliedschaft erlischt, falls die Zahlung des Beitrages nicht bis zum 16. Dezember 1927 erfolgt ist. Lhorfest des Synogogenchors. Nachdem sich für das Chorfest, wie zu errvarten war. m außergewöhnlicher Interesse zeigt, muß Um\ hingewiesen werden, daß dasselbe aus technischen Gründennicht wiederholt werden kann, weshalb es in jedermanns Interesse liegt, sich jetzt noch mit Karten zu versorgen, da am Abend keine Gewähr gegeben ist, daß noch Plätze nach'Wahl vorhanden sind. Um den Andrang an der UMkasst zu mmMsn, M nsch Ksrtru m Crnutrg vormittag bei Wormser, Schützenstrahe 1, Tel.-Römer 676, zu haben. Wir machen nochmals darauf aufmerksam, daß das Chorfest pünktlich um 7,30 Uhr beginnt und die Saaldiener angewiesen sind, Zuspätkommende erst nach Schluß. der ersten Nummer einzulassen. Vereinigung jüdischer Akabemiker, Frankfurt a. 311.!m Y.S.A. Wir veranstalten im Rahmen unseres Winterprogramms einen, Vortragszyklus wie folgt: Es werden sprechen Bbr. Dr. med. dent. Sat. E h r m a n n über „Die Juden in Polen, unter besonderer Berücksichtigung des Chassidismus", ferner Bbr. Rechtsanwalt Dr. Jsaac 8rrnrr iiDcr „Hit MM in Dtn öslerMHWnnM rischen Nachfolgestaaten", ferner Vbr. Red. Schachnowitz über „Die Juden in Litauen, unter besonderer Berücksichtigung der Mussarbewegung" und Bbr. Referendar Arnold W r e s ch n e r über „Die soziale Struktur der jüdischen Volkes". Am kommenden Mittwoch, den W. ftNWnM; MM 6M M spMi Btt. Lr. Ehr? ma-nn im Colleg des „Münchner Hofbräu", Schiller straße. Gäste sind hierzu herzlich willkommen. Vortrag der Aguda Jisroel-Jugendgruppe. Am Donnerstag, den 1. Dezember 1927 spricht in der Agudas Jisroel Jugendgruppe Frankfurt a. M. Herr Bulius •S^ottanöey über: mis Der Vortrag findet abend 8,45 Uhr IN der Aula der Realschule der Israelitischen Religionsgesellschaft, Am Tiergarten 8, statt. Gäste sind herzlich willkommen. ikscchim in den Vinlechrien. Der im ptont, bei genügenber ^Beteiligung mch in ben lWrntsrssrren ein ßyelm für Äugenbs einsurltl)ien Interessenten werten g?t?t?n, stsh tif sptt-?st^NS Mi vember an Leo Ansbacher, Rückertstr. 51 zu wenden. Die Wahlen bei der Israelitischen Gemeinde. Wir gliedern die Namen der in die Gemeindevertretung Gewählten der besseren Uebersichtlichteit halber nach Parteirichtungen: i\m\i R.-A. Dr. Richard Merzbach Frau Stephanie Forchheimer Dr. Eduard Strauß R.-A. Rudolf Geiger Hermann Wroyker - Frau FloraGut Vuzs - Frau Lu ly> B lo chi- , Fe r d -i n asi d S t.l-e fei Frau Iohsinna Baer Dr. med.- Max Mainzer Ernik Carl Oppenheimer P.-A. Br. SUmär Zfier Dr. Arthur Galliner Albert Eohen R.-A. Dr. Hugo H o f f.m a n n Redakteur Dr. F r a n z W o l f Ist Clemens Cahn Dr. Msi fflnßflD DnnsnDßimßF Konservativ: Naftali Fromm Felix Meyer Heinrich'Rothschild Dr. Ludwig' Schönberg Dr. meb. (Srnft §r<imann 3 ul in e 5Ber'ne°r; Salomon Gittler Siegmund Levita Frau E l s e K a tz Jüdische Volksparkei: Disil.Mg. Nathsn Gküsflsiß I a c o b ü . (B o i le I n Sensal Sali Kaufmann R.-A. Julius Simon II Frau Else Kohn HeinrichGerlrch Üäz2?löornstein JacobHerzberg. Landesverfammlung des Lentralvereins. (Offizieller Bericht.) . Am' 23. Oktober t>. D. j'anb in ^ranC^urt «. M, diesjährige äanbesversammlung des Centralverems deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens statt. Die Tagung war von Delegierten aus allen Teilen des Ländesverbandsbegiebts stark besucht. Herr Dr. M a i n ze r erösfnete dieselbe, widmete dem verstorbenien Kassierer der Ortsgruppe Mainz. Herrn Max K a % n , einen NackfUf UHÖ mu ÜUf Ml bl»Si>stlPtitln hGsch^n h^ntiqgswählen, hin. Here MafMnev pr>(®:o 1 ö m:a.n n - Leipzig ü'berbrächte die Grüße. dös Häüptoorstandes und entschuldigte den am Erscheinen verhinderten Direktor des C.V. Herrn Dr. Holländer. Es referierten: Rechtsanwalt Dr. Erich Kehr- Kaiserslantem, SSor^i^enber des Landesoerbands uni) Mitglied des HÜuptvorflands des C. V. über die heutige Situation der deutschen Juden. Rechtsanwalt Dr. R «i ch m a n n, stellvertretender Syndikus der Verliner Zentrale gab einen Bericht über die Tätigkeit derselben, insbesondere über eine Reihe von Rechtsfragen. Rechtsarrrvalt Dr. Martin Marx-Frankfurt «. M., Iynbikus bes Lanbesveröandes Hessen-Nassau. und Hessen und stellvertretender Syndikus der Zentrale gab den Tättgkeitsbericht des Landesverbands, insbesondere über die Ereignisse im besetzten Gebeit, die Verhetzung durch 'in Worms und Wiesbaden erscheinende antisemitische Blätter, die Sch ächtfrage, die Fried^o^s- Hänbungen, AäÜe von wirtschaftlichem Boykott und die Lage anläßlich der hessischen Landtagswahlen, Rektor G a b r i e l - Offenbach überbrachte die Grüße des „R. I. F." Eine lebhafte Debatte schloß sich an. Beschlüsse in bezug aus die polittsche Arbeit wurden gefaßt. Herr Dr. Mainzer als Vorsitzender, und die llttißM Mitglikttr Des LMkDMMlMiMMDs inurDin einstimmig wiedergewählt. Neu, hinzugewählt wurde als Vertreterin der Frauen Frau Ella Haas-Frankfurt a. M. Vorstandssihung des Landesverbandes für jüdische Wohlfahrtspflege in Hessen und Hessen-Nassau. Am Sonntag, den 13. November 1927 faitd unter Vorsitz des Herrn.,Rabbiner Dr. Horovitz eine Vorftandssitzüng des Landesverbandes für jüdische Wohlfahrtspflege in Hessen und Hessen-Nassau statt, zu der 11 Vorstandsmitglieder erschienen waren. Außerdem nahmen als Gäste bis Herren Dr. Ollendor^ Zentralstelle der deutschen Juden^ Berlin) und S. Adler-Rudel (Hauptstelle für jüdische Wanderfürsorge, Berlin) teil. In Fortführung der auf der Marburger Tagung begonnenen Bespechung wurde ein allseitiges Einverständnis darüber herbeigeführt, daß der Landesverband für jüdische Wohlfahrtspflege als Bindeglied zwischen den Gemeinnen nnn Der MrnlnWWrlMl rlM llnlm stützung durch die Zentralwohlfahrtsstelle und die Gemeinden sisden sollte. Nur auf diese Weise ist es möglich, den Kreis der jüdischen Wohlsahrtsorganisation im Mch M MiM zu Wem W einer sehr regen Mulsion, die über 2 Stunden hftüMte.- MJUfhö hör m W ZMtrdlmüblsabi'iLstöns uuit M MMM anaßTDrDßrie MillllieDsnsilmg Dr. 7N, Ascher ^"7 Mannheim. Aus Mannheim dringt die Trauerkunde, daß der durch viele Fäden mit Frankfurt verknüpfte Dr. med. Max Ajcher v"i vor einigen Wochen in die Ewigkeit abberufsn würbe. Mit schmerzlichstem Vebanern werben IN Ml LINK Sil LirlSN P?rn. ll&m L fö |Äm über ein Dezennium.umfassenden Wirken als leitender Arzt der M. A. von Rothschildfchen Lungenheilstätte in Nordrach nicht nur ein trefflicher Arzt des Körpers, sondern auch ein liebreicher Arzt de Seele M. Aber darüber verdien! jede wertvolle Persönlichkeit, die ihrem irdiflhen JVirkun^skreise «ntrückt ivlkd/dlk'Trauek'üMr'. Mb Dk. Äscher war eine"me volle Persönlichkeit, in dem behutsamen, aufhorchenden und bedachtsamen Manne lebte eine edle, seine und sorgiam blankgehaltene Menschlichkeit, die sich in innerer imd tätiger Teilnahme für andere nicht genug tun tonnte^ nie stürmisch ausrvatlte und Ht^m8*» Ihre vornehmM Formen' verlor" und" sich 'lieber unterdrücken ließ, als daß sie je unterdrückt hätte. Ein kostbares Gefäß ward nach Gottes Ratschluß xühzeitig zerbrochen. Aber seine lichten Farben und Linien werden nicht vergessen werden. <So±± fetitc ictpferc JQeben&gefäfyiriitt urti> die ge&«wgl«n aasrichten. ' n~asan- Louis Grünwald. Ganz plötzlich und unerwartet verstarb am 8. November Schuhmachermeister Louis Grünewald in ast vollendetem 76. Lebensjahr. Der Verstorbene hat 'S» MU BM8!lljl? 10ÜHI» WMMIW chasten verstanden, sich die Liebe und Wertschätzung zeitlebens zu erwerben. Lange Zeit — fast 50 Jahre — übte er — ein Senior des jüdischen Handwerks — in Gewissenhaftigkeit und vorbildlicher Pflichttreue sein Gewerbe als Schuhmachermeister aus. U. -a. war er auch t . 18t ttlflr in jeltpiojer Weise für tas: jüdische Waisenhaus tätig. Für die große Hochschätzung des Verewigten zeugte die große Beteiligung bei seiner Beisetzung, wo Anverwandte und Freunde von nah und ^ern ihm die letzte Ehre erwiesen. Der Leiter des Waisen- >cmfes, Herr 9Ji arg, würdigte bei einem Hesped ttn erlauf? M? ant Hvchjchätzung lies ^erstorbenen.

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