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Der Israelit · 1927-11-24 · Heft 47 (24.11.1927) · page 6

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Journal
Der Israelit
Volume
68 (1927)
Issue
Heft 47 (24.11.1927)
Date
1927-11-24
Page
– (sequence 6)
Language
German
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v£g> Seite 6 Nr. 47 merus clausus auch weiterhin im bisherigen leiste gehandhäbt werden wird. Das Blatt ist überzeugt, daß auch der neue Numerus clausus sich sehr bald als unhaltbar erweisenwird. psl««. Von hnligans überfallen. Warschau, 17. Nov. Der^ bekannte Abgeordnete des polnischen Sejm und ZiüüWche. Führer ^gch«k QÜRÖÜUffi löUtö«, lllS M sich am Mittwoch spät abends von einer Beratung des Landeskomitees der Zionistischen Organisation nach Hause begab, auf der Straße von drei Individuen überfallen und durch Schläge rnit Knütteln auf den ÄPjPj' Der Uebersall wird mit den gegenwärtig stattfindenden Besprechungen über die Bildung eines Blocks der nationalen Minderheiten in Polen aus Anlaß der kommenden Wahlen in Zusammenhang gebracht. 2tß0: SrünDüum fii&Eta öi&U Berhön^sungen oon fhtzkscher Seite. Man nimmt an, daß die Huttgans entweder polnische Nationalisten sind, die die Bildung eines Minoritätenblocks stören wollten, oder aber Anhänger der ukrainischen Petljura-Partei, die zwar für einen Minoritätenblock ist, aber sich gegen den Einschluß der Juden in einen lsW^ Ski ~e~u. $«j Ammam Nichtjuöen waren, konnte der Ueberfallene, der sie genau in Augenschein nahm und mit ihnen einige Worte gewechselt hat, genau feststellen. R«chkrsnge zum Rllualmordprszch in Dobszyn. Warschau, 11. Nov. Bor etwa einem Jahre entstand m Dobszyn im Zusammenhang mit der Auffindung eines ermordeten ZigeulT?rnn$?g in ökl Wirk m jllktlWll FsiszhLfts du Legende, die Juden hätten das Kind zu rituellen Zwecken getötet. Die christliche Bevölkerung rottete sich gegen die Juden zusammen, diese setzten sich zur Wehr, im Verlauf von einigen Tagen kamen mehrere Schlägereien vor. Die Polizei uahm aus beiden MhgslUMll DDL Das Gericht verurteilte einige Christen und eine größere Anzahl jüdischer Bürger zu längeren Gefängnisstrafen mit der Motivierung, daß auf beiden Seiten Rassenhaß Anlaß zu den Schlägereien gab. Gestern nun §<mg ggf MWllM WsiMtilMMiA nochmals über den Fall zu entscheiden. Cs erkannte an, daß Rassenhaß nur auf Seiten der christlichen Angreifer das Motiv war, während die Juden sich in der Position des Verteidigers befanden. Im UebriHPN destgügts dää Gericht das crstrichtcrttche Urteil, betvilligte aber dem verurteilten Juden fünfjährige Bewährungsfrist. (ITA.) Die Rabbiner Valens zun» Semeinbegeje^je« Warschau, 13. Nov. Der polnische Rabbineroerband, dem alle Rabbiner Polens angehören, hielt in diesen Tagen in Warschau eine geheime Sitzung ab, der etwa 30 prominente Rabbiner aus verschiedenen Städten ökiNllßlllkll. Den Vorsitz führten Rabbi Löwin aus Nzeszow und Rabbi Lipschitz aus Kalisch. Die Warschauer jüdische Presse weiß zu berichten, daß ein Beschluß angenommen worden sei, an die Regierung mit der Forderung heranzutreten. ar^esic^s FfHfllgTlII WlMMs ÖßE jüdischen Gemeinde alle jene Mitglieder der Vorstände und der Verwaltungskörper der Gemeinden nicht änzuerkennen, bezw. deren Wahl nicht zu bestätigen, die die jüdische Religion bekämpfen. Die Resolution wendet sich insbesondere gegen die der Arbeiterpartei ^Bund" tztzg änderen llnkKfadikalcn Organisationen angehörenden Mit' glieder von Gemeindeverwaltungskörpern. — Der Rabbinerverband fordert ferner, daß in den laut Regierungsdekret zu schaffenden Obersten Rat aller jüdi¬ Lkk 3ira§111 24. November 1927 die Gründung' bon ^Etgan'zUntzs-Wchschulen für Mdische Lehrlinge mid jiddischer UMerrichtssptache' mibbintzMlden Forderungen des Gesetzes entsprechenden Programm. Der polnische „Ort" hat laut seinen Statuten das Recht t-äz». §r ^ann auch erwirken, daß die im Gesetz erwähnten Prüfungs-Kommissionen beim „Ort" eingesetzt werden. „Ort" unterhält in Polen 46 Handwerkerschulen, Lehrwerkstätten und sonstige Lehranstalten für berufliche Ausbildung. Dies ermöglicht an vielen Punkten ein« QODifli Mnornio imch Allzlrrdevün^ geflaut Abendkurse für Lehrlinge an bereits bestehende Tages-Fachschulen. Leicht ist jedoch die Aufgabe keineswegs, denn es handelt sich um 50000 jüdische Lehrlinge. In dem von der Exekutive des polnischen „Ort" entworfenen 5K(Mlj Ist ’iU fflrunkimg PPg Anst«ttkN M 10 Städten ins Auge gefaßt. Wie wir aus'Erfahrung wissen, wird es nach Konsolidierung der Anstalten möglich sein, Subventionen zu diesem Zwecke von den Stadt- und Bezirksverrvaltungen zu erwirken. Ein erheblicher Tbil der gux FlgtzWNg MMll MlMl W Mit AiM her Wischen Bevölkerung IN den betreffenden Städten Polens aufgebracht werden. Der Rest wird von der „Ort"-Zentrale erwartet." Forderung nach einem Synhedrion für das WMM 3UÖMUHL War schau, 7. Nvv. Der Klub der Sejmdeputierten beim jüdischen Nationalrat Polens überreichte dem Kultusminister ein fffiemoranbum, welches sich entjc^teöen jfhjf Dekret öes StaatsprüMMtzn Mreffend Äe Örganisation der jüdischen Gemeinden in Polen wendet und die Erhöhung der Zahl der Mitglieder des jüdischen religiösen Rates auf 71, die der Zahl der Mitglieder des naplepnif^jj 8 y IlH k ll kl 0 ll SWMchM würde, fordert. In dM Memorandum wird insbesondere gegen die Bestimmungen des Dekrets Einspruch erhoben, die jüdischen Gemeinden in Posen und Pomerellen von den übrigen Mischen Gemeinden Polens vollkommen abzufoudevu. .Es wird eine Kompetenzen der jüdischen Gemeinden auf sozialem und kulturellem Gebiete gefordert. Das ganze Memorandum atmet zionistisch-nationalen Geist. scheu Gemeinden Polens, in welchen neun Nabbjtzxs «nt Stimme haben sollen, nur solche Rabbiner berufen werden, die Mitglieder des Rabbineroerbandes sind. Gefährdung des jüdische» Homdwerfz fft PktkU, Warschau, 9. November. In den Mitteilungen des „Ort" behandelt Dr. A. Singalowsky die Frage des jüdischen Handwerks nach Einführung des Zunftgesetzes und kommt zu folgendem Schluffe: »m Ml nur m MziM Mül, tu Zukunft Mischen Handwerks in Polen zu retten, — und zwar Lutzla«S. Antisemitismus im Kampf zwischen Opposition und Zentralkomitee in Rußland. Moskau., 1K. Nov. Äök Dützlrzrsi Järöslavslj, einer der Sekretäre des Zentral-Komrtees der Kommunistischen Partei Rußlands, tadelt in einem in der „Prawda" veröffentlichten Artikel, baß im Kampf zwischen der von Trotzki und Sinowjew geführten Opposition und. dein ^errtral- Sßfllllü öön gewissen Heuten aus beiden Fronten mit antisemitischen Argumenten gearbeitet wird; oft wird die jüdische Abstammung des einen oder anderen Führers betont; Jaroslawski schreibt, die Kommunistische Partei sei eine internationale Partei und müsse den NnststMi! Uw«? als ihren natürlichen Gegner bekämpfen. Man müsse diejenigen, die im Parteikampf den Anttsemitismus ins Treffen führen, öffentlich brandmarken. OirÄand, Lin Gesetz über Frauen- und Kinderarbeit in Palästina. London, 16. Nov. In der Sitzung des Unterhauses ersuchte Miß Susam Sawr-ence M ÜMkrstllüMttMk M ÄS KsläsiUu uw die Mitteilung des Inhalts des Gesetzentwurfes betreffend die Regelung der Frauen- und Kinderarbeit in Palästina, der dem Kolonialamt unterbreitet werden soll. Mr. Ormsby-Gore erwiderte: Ich habe bereits den High DomWssMxx klMMÜgi, tzlSsöL Echtz ftM wUlsam werden zu lassen. Aus eine Anfrage Kenworthys erwiderte Ormsby- Gore, die Palästina-Regierung stelle 100.000 Pfund zwecks Gewährung von Krediten an Erdbebenbeschädigte Ws ZkksöMM.' reillö MsZmgßrWme» {eie„ tstt Hrlfställgkelt Vorbehalten. nen Einschränkungen für. Ausländer berMAist wolth zurückgezogen, wird.- Die Bill hat zwar/das Oberhaus passiert und erwartet ihre zweite Lesung im Unterhaus Jedach -sft sie n«nme|r fg|i| ftz W NM MljßHfe Gesetze ausgenommen worden, die einstweilen auf eiu Jahr weiterlaufen. Es bleibt also noch zu hoffen, daß England vor der Verewigung dieses Kriegsgesetzes ver schont, bleibt. Das 21ü!?<r(j«u3 öefchüetzl die Wiederaufnahme des Slater-prozeffes. London, 18. Nov. Das Unterhaus hat heute das von der Arbeiterpartei eingebrächte Sondsrgesstz auf Wiederauftiahwe des VerssPrlls iw Fall? E>sk«r Ttatcr sofort m zweier Lesung verabschiedet. Das Gesetz ermöglicht die Verlängerung der sonst zur Berufung geltenden einjährigen Frist. Das neue Gesetz war notwendig geworden, weil im ordnungsmäßigen Berfahren eine Wiederaufnahme dss Pro. gkffkZ M'M UMM WMslMrll vitzl war. Für die Annahme des Gesetzes setzte sich insbesondere Ramsay Macdonald ein. Auf eine Anfrage, ob die Möglichkeit bestehe, daß Slater, wenn seine Unschuld sich erweise, Entschädigungen für die abgesessenen 18 Jahre Zuchthaus erhalte, wurde keine Antmort gegeben. rnuffolim schüttelt die Antifemilen von sich ab. Rom, 20.;Sob. DßB BkUMlM Mpr fing — wie „Adeoerul" berichtet — mehrere ausländische, darunter auch rumänische, Journalisten und äußerte sich ihnen gegenüber über Faszismus und Antisemitismus. „Der- Faszismus," sagte MussoLrri, „ist, xoie icfj mieLerhott sagt?, k^ine Exportmare. Die spezisischen Umstände in Italien gebieten andere politische Formationen als im Auslande. Faszismus bedeutet Einigung, Antisemitismus bedeutet Destruktion und Spaltung. Faszistischer Antisemitismus oder antisemitischer Faszismus ist naher Ms WsusZitäi.« Mussolini fuhr fort: „Wir amüsieren uns in Italien köstlich, wenn wir hören, daß in Deutschland die Antisemiten ihr Glück mit dem Faszismus versuchen. Und auch aus anderen Ländern rvird uns berichtet^ da^ dort Ein Favismus mit anttsenüNMm Anstrich Wurzsl zu fassen sucht. Wir protestieren aber mit aller Energie, daß auf diese Weise der Faszismus kompromittiert werde. Der Antisemitismus ist ein Produkt der Barbgxxj, ÄUM M MsMNML Lllf höchsten Zivrlrsationsstüfe steht und dem AntrsemittSrüus diametral entgegengesetzt ist. Unsere Tendenz geht dahin, um unsere Fahne alle Volksschichten zu vereinen. Wenn wir nun die Juden bei Seite ließen, dann würden mir nur auf!8MW WkW Das LW lllljirS gei„W «c|ättra, denn es ist selbstverständlich, daß wer nicht mit uns . ist, gegen uns ist." Zurückstellung der Fremden-Bill? London, 14. Nov. Wie dev parlamentarische ^ffÄnM M A «ich Ehronicle" mßlö&t, ist snzüüehmen, baß 6ie Fremden-Bill, die bekanntlich die in der Kriegszeit geschafft- Brief aus Vatästinu. Jerusalem, 17, Nov. Hiesige und englische Zeitungen berichten über die endgültig erworbenen Konzessionen zur Ausbeutung ^kk ^Gll^g lllll8üiANl^r. wütete ein langer Wettstreit zwischen europäischen, amerikanischen und britischen Gesellschaften um diese wichtige Konzession. Erhalten hat sie nun ein englisches Syndikat, dessen Namen noch nicht festgelegt ist. Das Vermögen dev Gesellschaft beftggs gg MillilMM Nfllttd. WöBh-rcder ist Sir Alfred Mond, neben dem noch andere große Namen in der Leitung vertreten sind. Man verspricht sich in Palästina sehr viel für die Industrie und den Aufstieg des Landes von diesem Riesenunternehmen, das oor «llem oftlx MMM Länw NchMZäll In einer öffentlichen Vekanntgebung teilt die Zentrale der Lehrerorganisatron mit, daß die Verantwortung für das Hinausschieben des Unterrichtsbeginns nicht den Lehrern zufällt. Alle Schuld tragen die zmniftis^e Sfjfting MW Mi BllllUWLäMt, Me für AuLglsich noch den unhaltbaren Verhältniffen infolge des neuen Budgets nicht gesorgt haben. Eine Rothschild-Spende mit Bedingungen. Setuf a t e m 21, SBie ^U SÜU{4? LriegrapheNiAMNiur erfährt, Hst sich Baron Edmond de Rothschild, der „Vater" der jüdischen Kolonisation in Palästina, bereit erklärt, für das

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