Mannheim
Compact Memory

Der Israelit · 1927-11-24 · Heft 47 (24.11.1927) · page 4

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
68 (1927)
Issue
Heft 47 (24.11.1927)
Date
1927-11-24
Page
– (sequence 4)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
87% known words query
IRI
…/2446951-2450442-2450489--74479-2531954
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

2 entity mentions

4 tu Z6 r ö sra eIit 24. Novemoer IM — um mit der Schrift zu reden — die Vorfahren „weder kannten noch gefürchtet" haben. Sie dürften aber während ihrer kurzen Lebenszeit schon jedem Vernünftigen genügend klar i^r Vild abgegeben haben. Korrcspondcnze« « Nachrichten Henry Jorb an Theodor Iriksch. Berlin, 14. Nov. Henry Ford hat, wie seinerzeit gemeldet, seine Stel lungnahme zum Judentum und zum Antisemitismus öffsnlllH „.rem&terl^- iitt& all« &le Siti-eit In fsln«ül Blatt, dem „Dearborn Independent", gerichteten Angriffe in aller Form zurückgenommen. Der Besitzer des Hammer-Verlags in Leipzig, Theodor Fritsch, hatte trotzdem die Broschüre von Ford, „Der internationale Jude", auch nach diesen Erklärungen Fords weiter verbreitet. Henry MD hat mmiMDr an MW soWnbes SßmBm ge, richtet:? „In der Ueberzeugung, daß diese Veröffentlichung unberechtigt und daß es infolgedessen meine Pflicht als anständiger Mensch ist. die erwähnten Angriffe zurückzüne^iüög ünfc KU Vrof^üre äüs &<*m Häüds! zü gt«Ij4Sr habe ich meinen Erklärungen die weiteste Verbreitung gegeben. Ich glaubte annehmen zu dürfen, daß mein Wunsch gewissenhaft erfüllt worden sei. Damit keine Mißverständnisse über meine diesbezüglichen Wünschs mkblöibsn könnon. bsnachkichtlgö ich Mtziskdurch, daß alle Verlagsrechle am „Internationalen In den", die Sie haben, oder zu haben vorgeben, für alle Sprachen zurückgezogen sind und aufgehört haben und daß der Verlag, der Verkauf und sonstige Vertreibung des „Jnternationälen Juden" und der Ge- BraufB im Nüimn Denn) ForD »der Dos .JßflröDrn 3n» dependent Co." verboten find." Der Preußische Innenminister gegen das Deutsche Ttafionatfonufee zur Bekämpfung des Mädchen h«N^s. Berlin, 18. Nov. Der Preußische Innenminister richtete an das Arbeiterfürsorgeamt der jüdischen Organisntisnsn DsutschlsnDz sin ZtzMsn, in dm zunächst darauf hingewiefen wird, daß das Deutsche Nationalkomitee zur Bekämpfung des Mädchenhandels eine rein private Bereinigung sei. Herr Regierungsrat Dr. Kundt, der dem Auswärtigen Amt angehört, hat die Ininni m ggftiMisn mm in \mi Eigenschaft als Schriftführer des Komitees unternommen Es heißt 'dann weiter: „Daß das Nationalkomitee diesen Bericht in der von Ihnen angegebenen Weise verbreitet hat, kann auch ich nur bedauern. Er' gibt ein Pöttig wemgpens Heut? mcHt me^ Bild von den Verhältnissen an der vberschlesrschen Grenze und ntuß besonders im Auslände zu Deutungen Anlaß geben, die der deutschen Sache nicht förderlich sind. Ich glaube mich aber zu der Annahme, berechtigt, daß das Auswärtige Mh SM Skr ZkMMmin m öküWkN Staatsbürger jüdischen Glaubens den Sachverhalt gleichfalls unterbreitet hat, auf Grund meiner Aeutzekung zu dieser Eingabe geeignete Schritte unternehmen wird, um weiteren schädlichen Wirkungen des Berichts im Auslande vorzMMn. Wßliso Mö ich nicht nn/zu sMörsn, daß ich den verletzenden Vorwurf, den Herr Dr. Kun d t gegen Ihre Organisation erhoben hat, tief bedauere. Die diesbezügliche Behauptung des Berichterstatters steht im völligen Gegensatz zu dem, mos bisher über die jüh'sch? Mrfvrge öetannt geworden ist, von deren segensreicher und dem Staatsinteresfe dienender Wirksamkeit ich überzeugt bin. Die von Ihnen erbetene amtliche Richtigstellung der in dern Berichts enthaltenen Behauptungen würde, da es sich in ihnen um statistische Ausführungen handelt, eine Gegenüberstellung der auf v a g e n Schätzungen beruhenden Ziffern mit den in Wahrheit zutreffenden enthalten müssen. Die richtigen Zahlen wären aber nur auf Grund eingehender Erhebungen zu ermitteln, die bei dem außer- WWND 88N Zkil unD NW. Dil ril Bll lMfpruchen würden, für den gedachten Zweck nicht , in Frage kommen können. Ich bedaure daher, Ihrem Wunsche nach dieser Richtung nicht entsprechen zu können." ■ /», _W . Die Diskreditierung Deutschlands und des Judentums. Breslau, 19. Nov. Di« Rechtsanwälte Jacobson und F o e r d e r ersuriien Me jüdische Telegraphen-Ägentur um die Veröffentlichung der folgenden Erklärung: „In einem Geschäftsbericht, den der Regierungsrat Dr. Kundt aus Berlin in seiner Eigenschaft als Schriftführer des deutschen Nationalkomitees zur Bekämpfung Des MSchsnhgrMs (t ».) im in ürnKön ftattgesüttdenen Konferenz erteilt und unterzeichnet hat, finden sich folgende Sätze: „Im ganzen Bezirk (Schlesien) wurden in den letzten Monaten allein 100 Schmuggler festgestellt und in Breslau Mst in dm ükstm 10 Monats» (1038) m\im U ostjüdische Menschenschmuggler, die wegen Paßvergehens festgenommen wurden. In der Regel greift die jüdische Arbeiterfürsorge in den Fällen der Festnahme derartiger Leute mit Geld und Anwälten ein, um ihren Glaubensgenossen zu helfen". Mg MMs sSlgt M TW Dü wir indessen ermitteln konnten, daß ein nicht unbeträchtlicher Teil der Schmuggelfälle auch weibliche Personen, daruMer alleinreisende junge Mädchen, betraf, die zu undurchsichtigen Zwecken nach oder über Äifföianö göbmcht mukdsn, so ist öS? Mich nicht SS» der Hand zu weifen, daß dies des öfteren zu unsittlichen Zwecken geschah?' ' Der letzte Satz findet sich auch wörtlich in dem offiziellen Geschäftsbericht des deutschen Nationalkomitees, Der gleichfalls Der LonDoner Konferenz vorlag. Die mir tergetchneten Anwälte erklären hierdurch zu diesen Aus- 'ührungen zugleich in ihrer Eigenschaft als Vorsitzende der Breslauer Arbeiterfürsorge folgendes: „Weder die jüdische Arbeiterfürsorge als solche, noch einer der zum Vorstand gehörigen Anwälte oder sonst kgkNS kin wmm im Mirage Der Meilemmm W emals einem Menfchenfchmugglerjuristischen. Beistand geleistet. Die dahingehenden Behauptungen des Regierungsrates Dr. Kundt stellen eine auf unwahrer Grundlage beruhende Irreführung der öffentlichen Meinung dss In- und AnÄMtzss Dos, dusch Mich; dis jüdischs Gemeinschaft grundlos beschimpft und das Ansehen Deutschlands herabgewürdigt worden ist. Herr Regierungsrat Kundt hat auf unsere Aufforderung, auch nur einen einstigen Fa« g« HsNfNNM. Ms M M stW.'.Ätn wiedergegebene Behauptung bezieht, ausweichend geantwortet und es nicht für nötig gefunden, die erhobenen Vorwürfe zurückzuziehen. Wir weisen die gegen die jüdische Arbeiterfürsorge und somit auch gegen uns in Unserer Eigenschaft als Anwalts erhobenen Borrvurse als ebenso grundlos Me ungehörig zurück und. überlassen die Beurteilung dieses Verhaltens eines Negierungsbeamten dem Urteil der anständig denkenden Oeffentlichkem" i ' -;r U! „ . .!■:!! . Ssrem fBt sie ißsiiöra Jnirrfiifn nsniiionos . > Klö ln, Nov Der Verein für die jüdischen Interessen Rheinlands' beging am Buh- und Bettag, den-16. AovembeH in-Köln ein 29jähriges Stiftungsfest, verbunden mit der alljährichen MitgliMwirsammlung, M in Den Mlsn Jahren die Versammlungen des Vereins sich zu schönen Familientagungen herausgebildet haben, so konnten wieder viele Hunderte Teilnehmer gezählt werden. Die imposante Verammlung verlief sehr harmonisch. Vertreter hatten zu ihr äutfäübt: KtS Äeinernden und eine große Anzahl oon Verbänden und Vereinen, die auf dem Poden des überlieferten Judentums stehen, die alle. ihre Glückwünsche aussprechen ließen. Herr Rabbiner Dr. Carlebach. Herr Ö&errabbtner Dr. Stttmann, Triir, waren J»ervnlich erschienen und haben die Versammlung mit zün^' denden Ansprachen erfteut. Herr Rabbiner Dr. R o s e nh a l, Köln, der am Erscheinen verhindert war, ließ durch Herrn Dr. Goldmann dem Verein seinen Glückroun|(f) übermitteln, fjevr Rabbiner DF ^s s / §Üft eldors und Herr Rabbrmr Dr. Wölf, Köln, hlellett gemäß der Tagesordnung kurze Referate und Herr Rabbiner Dr. Merzbach/Darmstadt,.verschönte die Tagesordnung durch einen formvollendeten Vortrag über: Lebendiges Judentum". Der Kassenbericht entsprach flUW IW öök 8fi|8 ftgg llflifti M 8M Atz der Rendant die Feststimmung nicht trübelh wollte, so. bat er doch die Anwesenden? angesichts der Leistungen, des Vereins-den Spendenausfall des Berichtsjahres/der annähernd Mt. 4000.— beträgt durch "Tf!j§if MMiißW KU decken, damit die fernere Tätigkeit des Vereins nicht unterbunden werde. DerPorsitzende, Herr Nathan Kahn, gab einen Ueberblick über die 29jährige Tättgkeit des Vereins und verlas unter Worten ehrenden Andenkens die Namen der verstorbenen Borstondsmitglisdsr, die in das^ Heu g-efilfleie golDcne Äuch!>es Vereins eingetragen werden sollen. ' \ Die Vorträge waren durch gesangliche Beigaben. des Herrn Oberkantor Söffe und des Synagogenchors der Adaß Jeschurun und durch musikalische Darbietungen der EMU. Her lolmiiD Thnxn MxnW. Den Schluß der Veranstaltung bildeten zwei Theaterstücke, die oon der Esragruppe, Elberfeld und Köln, ausgeführt wurden. Möge der Verein auch weiterhin segensreich für die Crhllimng Des autontms mirtoi. Bund gefeheskreuer israelitischer Gemeinden Bayerns. ' W ü rz b u rg, 9. Nov. Die diesjährige General-Versammlung des Bundes Sejegestreuer s r a e l t t i s ch e s klN? j N H?N Bayerns fand am 30. Oktober in Kitzingen statt und war erfreulicherweift gut besucht,. Alle Teilnehmer wurden für ihre Opfer schon durch den interessanten Jahresbericht des Vorsitzenden, Distr.-Rabb. Dn Stein- ZAlvkinsuri. reMlilß MiilhllDigt. Mit Wüunön Nüknähmen die meisten, was der in der Stille wirkende Bund im Laufe eines Jahres an -Arbeit im Dienste des Judentums geleistet hat. Der breiteste Raum in den Ausführungen war der WWMNg UNS ölM gkMMNigkN MlMD Dkl Schüchtfrüge gewidmet, bei deren Lösung der Bund durch seine beiden. Vorsitzenden hervorragend mitarbeitet. Herr Dr. Stein dankte im Namen des Bundes all denen, die in dieser für uns lebenswichtigen Angelegenheit uns so selbstlos zur Seite stehen, insbesondere den Herren?rofff Dr. eif&fHj Lft Mnnk 8ND Lk: H o r o w i tz. .Der Vorsitzende legte weiter dar! wie der Bund bei den Besprechungen zur Gründung einer Reichsorganifation mitgewirkt, wie wir in verschiedenen iüDiföien AiWlWnWtM mit oöer ohne Erfolg, M Don Ministerien intervenierten, wie wieder mehrere leistungsschwache Gemeinden.zur Erhaltung ihrer jüdischen I n st i t u t i o n e n Subventionen erhalten usw.. Schließlich stellte er im Namen d-er Vorstanbfc^aft Perjctji«bette Anträge zur Ausgestaltung der Vundesa r b e i t. . Daran schloß sich eine sehr lebhafte und anregende Diskussion an, an welcher sich die Herren. Rabb,. Dr. Vamberger-Ktssingsn. Weichsslbrrum-Dsttslbach, Nabb. ®r. Remßerg-Äeumar?1, Raöö. Dr. Wvhlgemuth-Kitzingen, Rabb. Dr. Mannes-Schwabach, Dietenhöfer-Ansbach, Dr. Nathansen-Würzburg, Löwenhaupt-Kltzjpgen und Landau-Fürth beteiligten. Das. Ergebnis wc^r die Annahme dreier/Anträge:. . 1.!8än) ^i{{s!tufi (für tjercj Kapier an, .illyn durch weitausDd^nte, Propagay^g reiH^re Mittel a für den Bund flüssig 'zu machen. . , 2. Der Bund wist Lehrer und geeignete finge Beute veranlassen, hinaus auf die kleinen GernsinderHzu gehen tinK trägt epsntl. tie erwacßfeutien Zysten, 3. Der Bund setzt Prämien aus für Lehrer, die junge Leute zu Baale-Kore und Chafanim ausbilden, bezw. leistet je nach Sachlage den Lehrenden oder Lernenden Zuschüsse. Möglicherrpeise sollen durch den? Bund in größeren SMvten Kurse für diese AusAldung eingerichiei werden.? In der Frage der sogen. „Mustersatzungen" wurde folgende Resolution angenommen: «Lik TkMrn-LMsmmiung DkZ LunDks WsetzkZk treuer tsraelitlscher Gemeinden Bayerns fordert die

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.