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Der Israelit · 1927-11-17 · Heft 46 (17.11.1927) · page 6

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Journal
Der Israelit
Volume
68 (1927)
Issue
Heft 46 (17.11.1927)
Date
1927-11-17
Page
– (sequence 6)
Language
German
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irMr.i’ijflui': Seite 6 Nr. 46 Das neue GjemeiflLsegejeh in Pylen. Warschau, 11. Nov. Vor einigen Tagen ist im polnischen Verordnungsblatt ein Dekret des Präsidenten veröffentlicht rvorden, das sllintllchen jüdischen Gemeinden Polens, Mit Ausnahme der ehemals deutschen Gemeinden in Posen, eine einheitliche Gemeindeverfassung gibt. Der bisherige Rechtszustand war so buntscheckig wie möglich. In Kvngretz-Polen richtete masf sW lM 8m iMkkr 8er deutschen Okkupationsherrfchaft geschaffenen Gemeindegesetz, während in Galizien die alte österreichische Kultus g eme i nde-Ordnung und in den Randgebieten fast völlige Willkür in den einzelnen Gemeinden herrschte-, eine liDwMiiDe NkMung. Dik Mr ebmWß allMMöimk Grundlagen entbehrte, hatten die Gemeinden in Polnisch- Litauen. Durch die neue Verordnung wird nun die vom Generalgouverneur Beseler seinerzeit erlassene Gemeindeordnung für Kongreßpolen auf nahezu das ganze S8inUß)t acDict iiusßcDiiinL Di# »Di nung ist seinerzeit unter hervorragender Mitwirkung von Dr. Pinchas Kohn zustande gekommen, und sie findet denn auch zum allergrößten Teil durchaus die Zustimmung der orthodoxen Kreise KongreßpolenL. AllMmp ist zu hÄmU*, ßev seinev' zeit von dem damaligen deutschen Referenten Dr. Haas nach badischem Vorbild in das Gesetz hineingebrachte „Oberste Rat" bisher hier nur auf dem Papier stand und jetzt erst nach Inkrafttreten des neuen Dekrets Wirk- WM H®BSH [BB; MW -Mim Mf iDUgH 27 gewählte Gememdeoertreter, 7 gewählte Rabbrnen und noch 8 von der Regierung zu ernennende Rabbrnen und Laien angehören, und es ist nicht abzusehen, von welchen religiösen Tendenzen diese Körperschaft schließlich be- ^errj^t sein wird. UnbesriediMy sst E Sil LösüW der Aüstr'ütsfrage in dem Dekret. Zwar können selbstständige „religiöse Beteine" ' innerhalb der Gemeinde entstehen, die unter Umständen praktisch wähl den orthodoxen Bedürfnissen Rechnung tragen könnten. Aber diese EgiöM^rM WMllW NMWWWM W memdeoerbandes und tragen nur privaten Charakter. Cs ist' nicht asizunehmen, daß man sich hier mit dieser'Regelung des Austrittsrechtes, die zu schwerem Gewissenszwang führen kann, abfinden wird, und es erscheint uns ÜÄH nicht' 'ben&ar, bä^ die Sfcgietruhg einex dl« einen religiösen DerbaM und nicht etwü einen national-jüdischen schassen will/ auf die Dauer entgegengesetzte religiöse Weltanschauungen in einem einheitlichen Gemeindeverbanö zusammenzwängt. 'Diese Konstituierung der Judenheit als rein reli- 8UMI M tlHIHflBtl Kill BOI MMM» Widerstan!» der z i ö n i st lisch - n a t i o n a l rsti sche n Kreise, während von Galizien aus eine starke Opposition auch von orthodoxer Seite tzegeü das Gesetz einsetzt. Hier M es die unter der Führung der Rabbis von Äelz uns Rabüw stWM sußliM Krchü, i& Jst,. fiijjrung öes allgemeinen Wahlrechtes Ar alle ^jährigen Männer nichts wissen will und die BeibeHltung der alten österreichischen Kultüsverfassung mit ihrem Kurlen-Syftem fordert. Jsdenfälls ist über die Gemeinde- Mtzstung in Wlsn, tkgtz zsp MAsnNchichy kreis noch nicht das letzte Wort gefprocheü, dsnn es liegen nach verschiedenen Richtungen hin Zusagen der Regierung vor, die wohl zunächst einmal probeweise den gegenwärtigen Entwurf in Kraft setzen möchte und ihn liir Ms 0runD Der gMormmch MWMgM MD ändern gewillt ist. 127 jüdische Gemeinden in Posen und Domerellen ausgelost. Warschau, 6. Nov. Die Zeitungen bringen Mitteilungen aus den neuen polnischen Provinzen Posen und Pomerellen, aus denen _D e r Frr a e I;i t_ M?Mh M in Dtifcn Mi KoviMn, leiiDem J? von '^Deutschland abgetrennt worden sind,'127 jüdische Gemeinden infolge Abwanderung der Mitglieder der Auflösung verfielen. Der Posener Oberräobmer Dr.. Freimann, und der Gemeindesekretär Jacobsohn mü^en sich, die Denkmäler der untergegangenen Gemeinden zu konservieren,. Für die verbliebenen vereinzelten Familien werden Wanderlehrer und ÄZanderfchächter angestellt. In der Posener Synagoge wird bei der Seelenandacht' der ^o'len von 41 nicht mehr existierenm AmkillDkn fiepdföi. Die wichtigsten Bestimmungen des polnischen GMeinNegDtzes. W a rfchau , 14. Nov. Das neue Gcmcindegefetz, oder besser gesagt Gemeindedekret, ist vom 1,4. Oktober datiert. Es bestimmt zunächst, daß die Juden in Polen, mit Ausnahme der Woiwodschaften Posen, Pommern und -Schlesien, einen öffentlich-rechtlichen religiösen Verband bilden, mit einem reügiosen an der Spitze. Auch die einzelnen Gemeinden besitzen/ öffentliche Rechte. Zu den Kompetenzen der Gemeinde gehören in erster Reihe die Organisation und Erhaltung eines Rabbinats, ferner die Errichtung von S ch u len , S n a.g O g « n Bä - dein und Friedhöfen, die Gesamt fürsük ge für die religiöse Erziehung der Jugend, die Fürsorge für die Beschaffung rituellen Fleisches, die Verwaltung der S t i f t un g s inst i tu t i o- N e n und die Errichtung von W oh Itütig!« itsan-. {{«(len. 5er Äaöbmer gehört der Gemeindeverwaltung an, die in kleineren Gemeinden außerdem aus acht gewählten Mitgliedern besteht. Die Wahlen erfolgen nach dem Proportional-SysterN. Aktives Wahlrecht haben alle 25jährigen Mäniter, die mindestens ein Jahr Dü? (BSßUißXl äiigshören. 9as ya{|{ve Wahlrecht ift au das 30. Lebensjahr und an die polnische Staatsangehörigkeit gebunden. In kleineren Gemeinden wird der Rabbiner und eventl. sein Gehilfe durch allgemeine, gleiche und direkte Wahlen gewählt, in Großgemeinden durch Die Perwälluntzslvrperfchccflen. Die Warschauer Sladtgemeinde errichtet jüdische Schülen. Marschau. 10. Nov. Aer jfüarfchauer Magistrat beriet in seiner letzten Sitzung über den Baü neuer Schulgebäude, insbesondere auch für die jüdische Schuljugend'.' Die Egierung'wurde ersucht,' in den von Juden bewohnten Stadtvierteln drei Bauplätze zwecks Erbauung jüdischer Schulen zur Verfügung zu fteilen. Sobald dies geschehen ist, roird der MagiMil mit dem Mu Mser SHM» hdglnk^. Der Magistrat stellte ferner in sein Dudget für 1I27/28 mehrere Posten für jüdische private Schulen ein. Bedacht wurden die Chedarim der Agüda mit 72.060 Zloty, Talmud-TH0sg-<xAsx «Lk" M GM Msv. Dik jüdische Schulörtzänisalwn mit 381666 'Hl., bi« allgemeinen Talmud-Thöra-Schulen mit 27.000ZI.. die Schulen „Jesode Hatorah" mit 9500 Zl., die hebräischen Tarbuth- Schulen mit 12.500 Zl., die Esra-Schüle mit 8500 Zl., vre MMgMn mir Mü Zl,: ösZ MeDkimWiiülosium erhielt eine Anleihe von 50.0G Zl. und eine Subvention von 900 Zloty. (ITA.) Die Moskaus^ jüdische Bevölkerung und die RevoWottWer^ Moskau, 8. November. An der am 7. November (25. Oktober nach dem alten rußigen Kalenve^ iü LksgWlÄttkls grotzarHen Feier aus Ättlüß des 10. Jahrestages der russischen kommunistischen Revolution beteiligten sich auch als besondere Gruppen die jüdischen Handwerker 17 NovWher 1927 W WMMM. Diö W KWsMWWiM s^lof^y.sind. Die jüdischen GruxMN^WetliMn sich^ an. der großen Parade und marMierten innerhalb der internationalen Kolonne, in der 10 NationalitäHn per-. treten waren. Am 8. Novemher erfolgte die Uebergabe E M.'.MjWi WE Ä U'illWP ÜÜjtflötte/ Aexoplan wurde aus Veiträgen der jüdischen Arbeiter erbaut. ' Die aus Anlaß der Bev.olutionsfeier eröffnete Kunstausstellung der Völker der Sowjetunion enthält ein« besonW WW Ämfii; I Und Ge malde jüdischer Künstler/ sowie KunsttzekoWtionen h?r jiddischen Theater in'Moskau und Mjnsk zeigt. Orthodoxe jüdische Kreise veranstalteten aus Anlaß des Oktober-Gedenktages Gottesdienste!n Synagogen. ÄÄ „NaHonalliäien-Bcrlag" gab aus Anlaß der Revolutions-Feier eine Festschrift in 54 Sprachen, darunter auch in Jidhisch, heraus. (I. T, A,). Das Bürgerfchafisgesetz. Riga, 11/ Nov. Im lettischen Parlament haben die Nationalisten einen neuen Ansturm auf das bestehende Bürgerschaftsgesetz unternommen. Der frühere Premierminister Zeln,insch malte w Schreckerisgesxxgst kiNkk ÜkSkMUllMg LettlanvS durch dis Juden an die Wand, was zu schweren Notständen führen würde. Der Ministerpräsident bestritt diese lächerlichen Behauptungen und führte aus. daß die Aenderungen in dem Einbürgerungsgesetz ledig- D u b i n geißelte die Unehrlichkeit der antisemitischen Parteien, hie ihxe Haltung jeden Augenblick, je nach der politischen Situation änderten. Solange sie die Juden Zu bräuchen glaubten, hätten sie ihnen ein befriedigendes, aerfpröcheni. Die Resolution der Nationalisten wurde mit 43 gegen 35 Stimmen' angenommen. Aus der kuttusgemelstde. Zürich, 8. Nov. Die Ende Oktober stattgefundene Gemeindeversammlung der jüdischen Kultusgemeind« verhandelte über die 2iH>5 ® .e m «>j n h I a n S f ch u f f c s? Der GememdeausHluß soll die chemeindenexsammlung ersetzen. ^eyen diesen neuen Modus spricht sich.ein großer Hil der Mstglieher aus, da,fie in ihm einen Verstoß gegen den demokratische GIist der Kultusgemeinde sehen. Der Antrag wird der StatrrtenDsvistanskommission -!1 £;' ii " viü::. iS.i >11 »"> weiteren Beratung utzerMM. Dir lZWBstheversiammlung beschloß ferner zur^ Durchführung der erforderlichen GsEindebauten die^ Erhebung einer ordentlichen B a u st e u e r, zunächst' von 30 Proz., die aber "O sich M HgZ Wstkitt ertzötzm können. Für öle Erlangung der Pläne 'für die Neubauten wird ein Wettbewerb ausgeschrieben. PulSmna. Ms AalMma. Ierusalem, 9. November. Der erste Schritt der neuen zwnistischen MtD'g zur Reorganisation der Jnnenarbeit bestand in einer' Verlängerung der Arbeitszeit für die Veamtsn uch Mn? ötünDs im Illstö. SU fkch!ter ^rbectpr tag der Beamten nur auf'sieben Stunden. Gegen diese achte Stunde lief aber die Beamtenschaft 'geschlossen Sturm. Nach langen VerhanÄungen erklären sich die Beamten der^^ ziönistischen Leitung'''bereit/aus- WWW M m WiMWUrhr lh' eine halb« Stünde im Tage zu verlängern.' Dazu gab die Zentrale der Veämkenorganisülioü ihre Einwilligung. Dieses Verhalten der Beamten an der.- K MUK ** «4 M"Ji r,i jrifr-r^rr-.

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