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Der Israelit · 1927-11-17 · Heft 46 (17.11.1927) · page 5

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Journal
Der Israelit
Volume
68 (1927)
Issue
Heft 46 (17.11.1927)
Date
1927-11-17
Page
– (sequence 5)
Language
German
Belongs to
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**r 46 ®ette 5 17 November 1927 > D e r I s r a e rt t dem Geschäft widmen. Und wo die Gemeindemittel nicht ausreichen, wird man zumindest eritttÜtHh Jünglinge ein Jahr lang an einer berühmten das GoNeswon fiuöleM und sich so gegen alle Gefahren wappnen, auf die man im Leben stoßen könnte, daß sie später nicht Esaus Lehre der Faust nachäffen, sondern Jakobs Lehre der Liebe und des Rechts. Wir wollen unsre §Uji8$l ffllßößf in TW1 Glif: ziehen, damit sie eine Quelle des Segens werde für unser Volk nicht nur, sondern für die ganze Welt. Dann wird in Erfüllung gehen das Wort des Propheten ('nV rp'tot: rrai nnrr rra fa^Sä H^fs NMI rPffi ..12-12 DJV'-’m DDfiR x'MN p Nicht mehr werten die Völker wähnen, daß Israel ein Fluch der Welt fei; vielmehr werde ich eucH helfen, der Welt neue Bahnen zu weifen ZU einem frohen Aufschwung öer WM §!ßM des Rechts und der Liebe und ihr werdet so zum Segensquell werden. sssrmpoilietzre» * KSLtzMttR. Jüdisch-konservative Vereinigung. Emden, 8. Nov, 0ü „SüöifäjjronffirDQtiDe LkFkinignng" ^ronftanete am Sonntag am hiesigen Platze eine Versammlung, um die im Rabbinatsbeztrk Emden vorhandenen Parteigänger zu einem Gruppenoerband zu vereinigen. Die Versammlung tagte unter dem Vorsitz des Herrn Landrabl>!ner Ir. VlUM. MMßNö M *»*' fchufses begrüßte Herr Moritz A. L o e b, Berlin, die Erschienenen und knüpfte an die. Tätigkeit von Rabbiner Samson Raphael Hirsch Vst in Emden an. Die Vereinigung wolle irn SinnL dieses Großen auf eine Sammlung ullrr traditivn^en ßrSfie Ina&v^tilh Dos 3llöt?ns tüms hinwirken. (Dem Referenten scheint die Anschauung Samson Raphael Hirschs über eine Sammlung von Gesetzestreuen im Rahmen einer religiös-neutralen Organisation nicht genau gegenwärtig zu sein. Red:) Alsdann referierte Qanbrabbiner Blum- Emden über das Thema: „Kennt das lonservaüös IllHWtlW ö!Mll Fülft schritt?" Die Treue gegen das Gesetz schließe nicht aus, daß wir uns, unter unverbrüchlicher Wahrung des prinzipiellen Standpunktes, den Forderungen der Zeit anpassen. Ebenso unterlägen auch die geistigen Ausw l r k u n g k n her MWLth finem gewinn Wechsel im Wandel der Zeiten. Trotzdem bleibe das Gesetz selber unverändert. Ueber die Zwecke und Ziele der Vereinigung referierte alsdann Herr Moritz A .L o e b im gleichen Sinne wie m w jüngst stEMMn Mstslllijchen LkFsWminng: In der Diskussion sprachen Rabbiner Dr. Krakauer- Ösnabrück, A. van Dyk- Aurich, Lehrer Klein- Norden, Lehrer Gott schalk und Lehrer H i r s ch b e r g. Die Gründung eines Gruppenverbandes für Ostsriesland murds einstimmig beschlossen. Am Abend fand eine öfftntlichr M ttt Mt Ml MM L Loeb^ über „Religi öse Pr o b lem e des Jud entums der Gegenwart" referierte. Seine Ausführungen, die Begeisterung für die Schriften Samson Raphael Hirschs und für die Ideale der Propheten, für Tabbattuhe «4 ZU WölköN sllchtkN, sllsie den in der Debatte nur insoweit Widerspruch, als sie sich gegen den Zionismus gerichtet hatten. Aus den» hessischen Landesverband. D « r M ft a b l, :U- Noll. Die neueste Nummer des Mitteilungsblattes des neutralen Landesverbandes der israelitischen Religionsgemeinden Hessens enthält Bericht« über eine Sitzung des i fi&SFFßtSS Un5 F die ©enertrloerfammlung des israelitischen Lehrervereins., Sowohl in Vieser als in rimm besonderen Artikel komisst wiederum ein starkes Werben um den Beitritt der selbständigen Orthodoxie zum Landesverband zum Ausdruck. Wenn in diesem Artikel ganz klMMl MW MS, E d«sin die gefetzestreao In- -denheit verhindere, sich dem Landesverband anzuschließen, da doch , bei den Liberalen an Intoleranz oder gar an Machtdünkel nicht zu denken sei, so sei hier zum Die Woche. Berlin. Das Schwurgericht in Naumburg verurteilte den Polen Josef Pystrzygow'sfi ttxsgan doppelten Raubmordes zum IM*.!3~ ms, hök aiß mmiM&jtimf Arbeiter in der Zuckerfabrik Markranstädt defchäftigt war, hatte vor sieben Jahren in der Nacht zum 2. Februar 1920 zwei jüdische Händler aus Leipzig auf der Landstraße angegriffen und niedergeschlagen. Er wurde flüchtig und konnte sich biZ zum Usiru vs. unerkannt abwechselnd in Polen und Deutschland aufhalten. — Aus der achten Tagung des deutschen Zweiges der Internationalen Frauenliga für .Frieden und Freiheit, die vom 29. bis 31. Oktober in MMm MM; KM M Eingabe «n den Reichstag, düs Justizministerium mb das Reichsmrmsterium des Innern gegen die Schädigungen jüdischer Friedhöfe zu richten. — Die „Deutschvölkische Freiheitsbewegung", die zur Zeit in Berlin tagt, moM sich in eillkl KölWevung rr8Tn dentum und Katholizismus". Es wirkt de- -remdend, daß der Verband die Räume des Preußischen Landtages für seine Tagung erhielt. — Der Privatdozent an der Berliner Universität. Professor v.M ö l l e r, leistete sich l!k feinen Vorlegungen wiederholt schwere Exzesse gegen die deutsche Nrpzchsik, dl« 3U§it, runq und die Juden, natürlich untere dem Beifall der Nytionalen Studentenschaft. Als jüdische Studenten zum Zeichen des Protestes aus dem Saale gingen, wurden ihnen vom Katheder und aus den Bänken Schimpfworte nachgerufen. Wie matt nun hört, ist 00M KuÜusmmisierium <iiH 0 I £ $ 1J) 11 H Q F D l F« fahren gegen diesen sonderbaren Jugendbildner eingeleitat worden. Hannover. Vor dem Schöffengerichte wurde gegen 12 jüdische Viehhändler verhandelt, die auf einem Viehmarkte in Leer, von Studenten mit Hakenkreuz provoziert, slH M MP WßN linD M 08" kenkreuzlern, wie einigen diesen zu Hilfe kommenden Landwirten einen ordentlichen Denkzettel erteilten. Mit Rücksicht aus den großen Menschenauflauf erhob die Staatsanwaltschaft Anklage »egen „ßanbfrteböttsbrucfjs". Bier zoitr&en slllll/s^sV^OHgN. ZMI zu Geldbußen von .400—Söö Mk. und die übrigen zu Gefängnisstmsen von 3—7 Monaten verurteilt. Cs wurde ihnen bedingter Strafaufschub bewilligt. Reaensburg. Der Bayrische Landesverband des Reichsbundes jüdischer Frontsoldaten hielt hier seine DMlkFlknnkFsnMMlMg Einmütig die Versammlung ihre Entrüstung über ine Schändung jüdischer Friedhöfe, wobei llebeltäter auch vor Kriegergräbern nicht Halt machen.Poken. Eine Konferenz polnischer Kaufleute der Provinzen Posen und Pomerellen, dis soeben in Bosen abgehalten wurde, beschloß, jüdlschg HkmMßFSlsßnüe und LkFlFttkF inris^er Firmen Kongreßpolens nicht Möhr ZU empfangen, den jüdischen Handel zu bonkott'ieren und Käufe ausschließlich bei christlichen Firmen zu tätigen. Jerusalem. In dsr Kolonie N e w - I a a k o w in der Nähe von SerüUIm mtM öiß vom MüFlM.MiM gegründete Zeschlwah üuf den Namen brs „N-üw" (Rabbi Naftali, Berlin in Woloschin) eröffnet. — Der arabische Polizeioffizier M o- . h a m e d M u st a p h a . der, wie wir seinerzeit berichteten, den Mischen Polizisten M a lkendorff in den S e l b st m o r d g e t r i e - Ü ß N D Q t t C; kFWll ssM ^erU;faremer Bericht sieben Jahre Gesüngnis. Drr Fa« hatte damals die Oeffentlichkeit sehr erregt und wurde auch; auf dem Zionistenkongresse von Jabotinsky zur Strafe gebracht. London. Feisal, der König von Irak, der zur Zeit in §?stbon weilt, war dieser Tage der Gast öerbert Samuels, tav gu ßljriii ük Fest gegeben hat. Newyork. Die jiddische Tageszeitung „Der Tag" brachte zu Ehren von Dr. M a g n« s eine Stiftung von 100 000 Dollar zusammen, zur Errichtung eines Lehrstuhles f Ü r-SM -b i>i s ch an der Jerusalemer Universität. Vom Utt^t't'ichtsministörium wird die Errichtung eines Lehrstuhl e s f ü r jüdische Geschichte an der Universität Saloniki angekündigt. Wie verlautet, wird für dieses Lehrfach Professor Lazare Belleli, ein spanrolischer Jude und anerkannter Grle^rler, berufen. Ueberfluß noch einmal festgestellt, daß es sich vom Standpunkt des gssetzestreuen Verbandes nicht um Opportunität. sondern um PringtzlöK 5» ÖÖF UllUll löti facha der organisatorischen Gleichberechtigung von Orthodoxie und Neologie erblickt das überlieferte Judentum eine Preisgabe des religiösen Grundsatzes von der Alleinherrschaft des Thoragesetzes im jüdischen Volk. Dicler ist Hty MkkW fO tl(tf ÜRt) mmfidl daß auch das einfachste Gemüt ihn begreifen und nicht immer wieder Fragen gestellt werden sollten, wie sie in dem erwähnten Artikel formuliert werden. - , gjjj ^yjJJtjJtmuipturs ^ütr HafeWtiet. Karlsruhe, 14. Nvv. Bom 30. Dltober bis 1. November fand hier ein vom Oberrat veranstalteter Fortbildut-gskurs für Nabbinen statt, zu dem auch bayerische, hessische und württember- Llschg KallkUll elllgMökn waren. Anwesend waren etwa 35 Rabbinen. Geboten wurden wissenschaftliche Vorträge der Herren Professoren Täubler, Ott, Levy (Gießen), des Seminardozenten Dr. Wohlgemuth in Berlin und von Dr. Ollen darf, Berlin. An die Vrsisszr IHloW W IsHii M- Der Fall Oscar Slater. London. 11. Nov. Das englische SlrMterölatt „Daily Hera!!»" v«rvst?ntlichte am 4. November einen Aufsehen erregenden Artikel über den Fall Oscar Slater, des ehemaligen reichsdeutschen Staatsangehörigen jüdischer Abstammung, der im Ja^re 1908 nach Amerika auswandsrte. jedoch auf britisches iBerlanpn wievr ausgslirsrr^ wurter iöill ii* im Verdacht stand, in Glasgow einen Raubmord an einer älteren wohlhabenden Frau begangen, zu haben. Das hauptbelastende Moment gegen Slater bestand darin, daß er eine wertvolle Diamantbrosche für 50 Pfund versetzt Ü8tf?J nn^eblir^ der Ermordeten gehört hatts. Später stellte sich heraus, daß. die Versetzung vier ÄvHen vor dem Mord geschah, daß also die Brosche der Ermordeten nicht gehört hatte. Dennoch war Slater. im Mai 1909 vom Schwurgericht in Edinburg zum Tode vernrleilt H)0FÖ8ni Assi Borabend der Hinrichtung erreichte.^sinö von 20 000 Bürgern Unterzeichnete Petition, die den Schuldbeweis als nicht genügend bezeichnet«, daß Slater zu lebenslänglichem Zuchthaus begnadigt wurde. Schon 1921 sollte er. wegen guter Führung entlassen werden, £ü.4itt M Slaiör Wögen zehnMFigkF Akl-kjenheit von Deutschland seine deutsche Neichsangehörigksit mrlorm hat und „staatenlos" geworden ist, kann seine Entlassung nicht verfügt werden. Die englische Presse hat sich nun des Falles Slater bemächtigt und widmet ihm größere Aufsätze. Die - libeßslr „Daily Mßmr WliMl Dis WistlW Erklsrun^ der Hauptbelastungszeugin, die damals ein fünfzehnjähriges Mädchen war und jetzt eine 34jährige, verheiratete Frau namens Mary Barrowman ist. Sie erklärt nun> daß sie damals nach Newyork gebracht wurde, wo das Ausli«ferungsverfahr«n bei den amsrikanischsn, Behörden aus Verlangen der britischen Regierung schweöte. Bei der Gegenüberstellung mit Slater hatte die Zeugin lediglich gemeint, es bestehe eine starke Aehnlichkeit zwischen dem Mörder und Slater. Nach ihrer Rückkehr nach GlllögllW WllFök sik nnn Oberstaatsanwalt Hart 14 Tage lang verllömwsn; Sk ließ ihr keine Ruhr, As sie ihre ursprüngliche Aussage von der Aehnlichkeit dahin änderte, daß sie in Slater positiv den Mann wiedererkenne, dein sie bei seiner Flucht begegnet war. Frau Barrowman widerruft jetzt die damals dem Oberstaatsaamaft fmt gWDklie ÄMlM uns ssktÄsi sie rrnr eine Aehnlichkeit und keine Identität festgestellt. N-u-r- Berichte melden, daß Oscar Slater nunmehr Fuß gesetzt wurde. Wüchenkalender. ». 19. - 88, Nov. 1827. , v. 24. Marcheschw. bis 3. Kislew 6888 Samstag 19 p.tfn*}» 24 J Brrnn Mauled Sonntag 20 25 Donnerstag vorm. 11,43,10 Montag 21 20 s Dienstag Nov 22 27 Mittwoch 23 28 Donnerstag 24 29 svp ->isa ai' M 25 l d> b?k-i Samstag 26 2 s ««iuwuyvvuiMj luv vui UUH^W^IUVH HIIV fRttlUCIQV s. Schachnowitz, Frankfurt a.SW.; Inserate t.B.: «.Schach, uowitz, ebenda. — Für die pädagogische Beilage: Lehrer L. Kaufmann in Sprendlingen (Kr. Offenbach). — Verlag ■“'"Baa'»amif ir™

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