Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 68 (1927)
- Issue
- Heft 45 (10.11.1927)
- Date
- 1927-11-10
- Page
- – (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
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«Uiit L .5 lizi 10. imfcei 1921 den so lehrreichen Ausflug, und vollauf befriedigt üb-er den harmonischen Verlauf des Tages fuhren wir ab Hen lein nadj Frankfurt zurück. IMjkr ületel lag wieder wie am üüargra ü&er.&er Stadt, als wir gegen 8 Uhr hier ankamen. Wir kehrten mit dem Bewußtsein zurück, durch unseren Ausflug nach Worms eine Stätte frühester und bedeutendster jüdischer Kultur besucht und kennen gelernt zu haben Oeffeniliche Sitzung der Gemeindevertretung der Israelitische« Gemeinde vom s. November. Im Mittelpunkt des Interesses der Sitzung standen Besprechungen hinsichtlich der Abänderung zweier Para graphen der Schulordnung und des Namens des Philantropin. Es lag. ein oom Schulcat oorgeschlcrgerrer unb Dorrt Gtmemdevvrstrrnd genehmigter Antrag vor, der besonders in der künftigen Benennung der Schule ihre verschiedenen Abteilungen (Reformgymnasium. Lyzeum, Volksschule, Kindergarten, Fortbildungsklassen) in, wie von einer Seite bemerkt wurde, etwas volltönender Weise zum Ausdruck brvrtgen soll. In in Debatte wurden von Seiten derKvnservativen und der Jüdischen Bolkspartei gewichtige Bedenken geltend gemacht, die die eventl. aus dieser Namengebung entstehende materielle Verpflichtung und Bindung der Gemeinde betonte, aber auch ideelle Momente leicht durchscheinen ließen. Man verlangte die Rückstellung bis zu Nk M WM MM« M«wWz W Schulordnung. Ein Dertagungsantrag wurde angenommen, der Vorstand wird sich zunächst mit der Prüfung der Frage einer etwaigen Bindung materieller Natur befassen. Bei dieser Gelegenheit wurde ein Beschluß mitgeteilt, das Verholtrris der Gemeinde jum Philatttro^ttrt durch einen hervorragenden Rechislehrer endgültig klären zü lassen. Zum Mitglied des Vorstands wird Herr Julius Bloch, zum Vorsitzenden des Krankenhauspflegeamts Herr Fritz Sondheimer ernannt. Die Stelle eines Krankenhausverwalters gelangt zur Aus- MniiiiE. lieber die Genesis der Friedhofsschändungen m Vockenheim und ihre Verfolgung werden einige Mitteilungen gemacht, außerdem' von mehreren Schenkungen an die Gemeinde Kenntnis gegeben. Verlesen wird ein Brief des Herrn Dr. Lazarus bel Wiederaufnnhrnie seiner M WM Mmims mMksW PMMS« TS: tigkeit. Wahl eines weiteren Dajans der Israelitischen Gemeinde. Rabbiner Mendel Kirsch bäum, Gemeindevabbin,gr in Skala, rvurde als Rabdlnatsassessor an die Jssrrlllischr iksmfs». D8L m m Mi ZW» drittes Mitglied früher ehrenamtlich die Herren Dr. H. Heinemann und später Jacob Posen fungierten, bedurft« nunmehr der Ergänzung durch einen hauptamtlich tätigen Dajan. und setzt sich nach. Amtsantritt von Rabb. Kirschbaum aus dem Vorsitzenden Rabb. Dr. Hoffmcmn unb i>en -S|errejj 9ta6'bin'atS'a|'|e||ore|y ÄtpinsC^ uni> Kkrfchbllllm zuMtmen. Rabb. Kirschbaum, der trotz seiner Jugend den Ruf eines bedeutenden tan *raVn genießt, wurde 1894 in Krakau geboren, besuchte in früher Jugend die Jeschiwah des dortigen Rabbiners I. Lewin und war später mehrere Jahre Schüler des Krakauer Rabbiners Pinchas Demaus Vesten Na glaste 1S2S Vas VMS -ISS v-er- SffrnttMe, 'das 'rr"H" NavddemerfMgM vn» sah. Er erhielt JwwijnnnDon Rabb. Dembitzer in Krakau, Rabb. Steinberg in Brody, Rabb. A. Lewin in Rzeszöw und Rabb. Salomo Hakatan in Lesmion. In Krakau fungierte er vor seiner Berufung nach Skala als ehrenamtlicher' Leiter des Vereins Vereinskalender. (Wegen Raummangels verkürzt). Verein fitefor C^ajhn. Freitag abend, nach Schul, im HörssrsMedberger-Anlage, Mikro. Herr Studienrat Karl Ochsemann. Samstag morgen nach Schul, im Höriale, Dinim. Herr Dr. E. Posen. — Nachm. s/4 Std. vor Mincho, im Vereins-Lokale Newiim. Herr M: W: DüfMlUlll: - Tllle Ml SÜffiDS IM® Hambolo, (ebenss Sanutag varmittag 8 Uhr) \m Dereinslokale Gemoro. Herr I. Soffer. Sonntag morgen nach Schul im Hörfale (ebenso Mittwoch) "N, Herr Red. S. Schachnowitz. — Dorm. 9V* Uhr ledenso Dienstag abd. 6V2 Uhr) W BkkkillZrsSÄk &mm mi K Ar G: DafkL — AbMds tz Uhr im DerMslvKale, Mibrafch. Herr I. Soffer. Montag morgen nach Schul, (ebenso Donnerstag) im Hörfale. Mifchna, Mitgliederlernen. — abends 7 Uhr, (ebenso Mittwoch), im Dereinslokale, Genroro. Herr Rabb. Dr- Josef Steuer — o&enfcs §*/* üfjr, (eienfo OeNN?est«a), lM Vtt' einslokale, Gemoro. Herr Dr E. Posen. Dienstag morgen nach Schul, (ebenso Freitag). im Hörfale, Mifchna. Herr Dr. E. Posen. Mittwoch abend 57< Uhr (Buß- und Bettag) im Dereinslokale m’t? vis. Herr Dr. S. Eh rmann. WM'WMV NüllMlllDMtllSMM. SWMMM. Herr Herz Hs Iper». Ja h'zeits-Stiftungen: Montag, 14. Nov. Erich Hofmann-Stistung. Ar eitag, 18. 5loo. Dr- Marcus Hirsch-Stiftung. Ägll^as?!sroel-?ugea^gruppe. Freitag abend LVs Uhr in den Räumen des Mekor Chajim. Langestrotze 18: Gemütliche Zusammenkunft. Redner u. a.: Herr Red. S. Schachnowitz. (Alle anderen Schiurim wie gewöhnlich). Jüdische Frauenverelnigung. ®oniüag aDSHö K W ist ZUMls Anlage, Vortrag des Herrn Rabbiner Dr. Josef Breuer über ,Das Tischgebet". Liwjalh Lhen-Verein. Samstag, nachm. 4V* Uhr im Hörfale Friedberger Anlage. Vortrag des Herrn Red. <5. S chach ° Hßffiil lAMUMW WM. Beshamidrasch, Ostendstratze IS. Don Samstag abend bis Donnerstag einschl. allabendlich von 3U8—9 Uhr raw 'oa. Herr Rabb. M. Karpel. rr^s-Schiur des Herrn Dr. Jfaae Vrener: <3onn!ag vorm. Hs? Är, 8!ens!ag üs Donnerstag abend 8 Uhr. Freitag abend nach 3'iya, Vortrag. Herr Rabb. M. Karpel. Allabendlich zwischen nma und an»a ai8 "N. Herr W. Rosenzweig. m Mittag mijmn 1Z-1 M «m s§ SM Herr W. Rosenzweig. V»V-Verein Ostendslrahe 18. Rabbiner S. Weber, niattv ^va von Samstag abend bis einschließlich Donnerstag abends nach uan 3'nv» Se$fiomiiira{A ÄtfriDattenTfr. s. « «»«JMIH«« 4 44|UJ I« «I Jede» Freitagabend nach Schul Sidrsh-Dsrttag des Herrn Rabbiner Jubelewitz, Dozent an der Schneider'schen Jeschimo. Winter-Programm des Mische» Hurnerbundes. Sonntag (alle 14 Tage) Sport und Spiel, Röder ivaldrviese. Äon!ag, 8^—10 li&r. Aa8entra!n!ng für Herren« Annaschüle. Dienstag. 5l(2-7 Uhr. Turnen für Knaben. Annaschule. Mittwoch 4l/z-7 Uhr. Turnen und Gymnasttk für Mädchen. Annaschüle. _ _ _ Mittwoch, 772-81 Uhr. Gymnasttk für Frauen. Realschule am Tiergarten «. Donnerstag. 8Vr-10 Uhr. Turnen und Gymnastik für Damen. Liebfrauenschule. Donnerstag. 8V--10 Uhr. Turnen für Herren und Mk Dkkkkll: MllllskSülk: Mittwoch, dr» ib. November (Butzu»d Betrag) finden folgende Wanderungen statt: Damen- und Herren-Abt.: Niedernhaufen-Wiesbaden Treffpunkt: 7.30 Hauptbahnhof. (Führung Buchbinder. Kr»abe«-Abt.: Hornburg ». d. H.-Hsrzberg-Saalbnrg. Mädchen-Abt.: Cronberg-Homburg v. d- H. Treffpunkt: 8 Hauptbabnbof. (Führung Fiebermann). Sebetzelten. rri'i N2v freitag Abend 4.20 amßkas .MW 6.L5 Aamstagmorgen 6.— Samstagnachmittag 1.— und 4.— Samstagabend 5.35 lvochengottesdienst: N8MNZ Ö ÖO SöÖmiittögi iöO' Tefilin-Legen am Morgen 6.30 Samson Raphael Hirsch und die ZsrsrMsHe Rsttgrssszsssllschsfi Von Dr. Mendel Hirsch Wr- (Fortsetzung.) Um das Gift des letzten Satzes ganz würdigen zu können, fei daran erinnert, daß es die Zell llßr WwsrsM NllllttiM wlir^ MM Dor Die deutschen Lande damals schmachteten. Sn dieser trüben, wüsten Zeit aber war Frankfurt wie eine Oase, und seine Bürger waren stolz auf ihren Liberalismus. Es war deshalb ein wohldurchdsHLer WstzsxWgKNLDstch, mm tzis RrltZrsrrZzefellschaft fv mit allem identifiziert wurde» was die Zeit mit Recht als schwarz und finster verurteilte und als schleichende Selbstsucht fürchtete. Unter diesem Gesichtspunkte wird auch die Anrufung des Skncllkß erklärlich, der äoch gewiß diesen Dunkelmännern nicht serner Vorschub leisten werde. Darauf erwiderte Samson Raphael Hirsch, der angegriffenen „Thoren und Finsterlinge" mll lkukk MrsKükki Mk NkWöll rm Bunde mit dem Fsktschritte, von einem Schwarzen, deren wir bereits in den ersten Artikeln gedacht haben, und entrollte ein Bild der Be- Drütnmg unö ÄAgWlllllWg, mit Danqn W Jünger „des milden sanften Hillel" in der Gemeindestube in Frankfurt seit mehr als vier Jahrzehnten das gesetzestreue Judentum so schonungslos verfolgt hatten. Zuvor jedoch hatte er das angebliche Prinzip: WMu m mm m um MMN 888WUdtg zerpflückt. Erzeigte, daß in diesem Prinzips die Religion als das Bedingte und der Fortschritt als das Bedingende hingestellt werde. Indem aber dieserFortschritt in umfassendstem Sinne LL'ÄWKK y8sWkMll M NkllWklk N jeder möglichen Beziehung und in unbegrenzter Schrankenlosigkeit in sich begreife, ser es eine Steigerung des Geschäfts, des Verkehrs, des Genußlebens oder was immer — so bedeutet der sag: MWn im MiM mit Dem MWillß nicht mehr und nicht weniger als: Religion — solange sie im modernen Leben nicht hindernd im Wege steht, in Kollisionsfällen aber muß sie weichen. Es ist aber klar, daß dann die Religion W« mtm 'W8kl W tenn: M Ml Schritt, der uns hem . Gottesworte entfremdet, ist für uns kein Fortschritt. Auch wir wollen Religion und Fortschritt — und zwar: Fortschritt im Bunde mit der R e l i g i o n. Ihnen ist der Fortschritt bas Qib^oluie unb bte Religion bas dadurch Bedingte. Uns ist die Religion das Absolute und der Fortschritt das durch sie Bedingte. Das ist der ganze Unterschied. Aber in diesem Unterschiede gähnet Kluft. „Das uns von unseren Vätern übergebene 3u^en!um ifi uns eine Svttesstjfirmg, ein unantastbares, keinem menschlichen Urteil zu unterwerfendes Heiligtum, das das ganze Leben des Juden in allen seinen Beziehungen beherrschen und gestalten Jotl. Alle Vergleiche hinken. Das Judentum ist keine Religion, und die Synagoge ist keine Kirche, und der Rabbiner ist kein Priester. Das Judentum ist kein Zubehör zum Leben. Jude sein ist kein Teil äLk LstzgllsgllsZstzz, Zutzz stm ist die Summe unserer Lebensaufgabe. Thoren darum ihr, die ihr meinet oder zu meinen .vorgebt, eine Gebetsformel so oder so gefaßt, eine Melodie, so odet so gewendet, eine ÄMWZWMk sü Dkl sv MMMMlM. Bll Zwischen uns die Kluft. Nicht der sogenannte Gottesdienst: die Kanzel und die Schule scheiden uns, die P r e d i g t, die Lehre, das Prinzip, wie ihr es nennt, das das Judentum. von Gott zum Vshsrrfcher des ganzen Lebens bestimmt, in einen §eiert«Ts«inkÄ Wirft, und den jüdischen, ihrer göttlichen Bestimmung abgewandten Seelen mit dem Bewußtsein ihrer Schuld auch die letzte Hoffnung möglicher Umkehr raubt." X. Wir führen noch zwei Stellen aus dieser herrlichen Schrift an. Einmal die köstliche Illustrierung des „Prinzips": Die Religion im Bunde mit dem ^o^tsc^r-itt (S. 11 j\j uns fLKZM g|g tmmm, von hÄllNm^Zvm ömchbMön Schlußworte, S. 38 ft. „Ob wir das Prinzip auch recht verstanden? Ob wir in den gezogenen Konsequenzen ihm nicht zu nahe getan? —- Sehen wir es in konkreter MMWM M. Das Puch der jüdischen Religion, die nur im Bunde mit dem Fortschritte gelten soll, spricht scharf und klar ihre Anforderungen aus, z. B.: ..Du und Deine Nachkommen bewahret mein alle eure l3eschle^l«!^ onm Bunde, acht Tage alt füll jeder deiner Söhne beschnitten werden, und das sei mein Bündnis an eurem Leibe zum ewigen Bunde! Wer die Beschneidung unterläßt, wird vernichtet aus seirm Mfas NoihM, mein Sünimis Hst SV stört", — spricht die Religion. Die Mutter, eine Dame des Fortschrittes, spricht: Welche Barbarei, ein neugeborenes Kind, zu verwunden! — und ist humaner gegen ihr KW: 8lZ Gült 8kl Zllkävser. 8em fit Das finD verdankt. ‘ ^Fortsetzung folgt.)